Sternenwind

Nelani
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Sternenwind

Beitrag von Nelani » Sa 10. Aug 2013, 02:50

Sternenwind ist mein erstes Buch, also es hat als Kurzgeschichte angefangen und sollte es werden, aber mir fiel damals immer mehr ein.
Und so fügte ich Kapitel über Kapitel an. Am Anfang unsicher, später etwas besser geschrieben, aber noch immer nicht zufrieden.

Naja, wer schreibt mal nebenbei ein Buch, so zwischen Pausen auf der Arbeit, Abends am Bildschirm, zwischen RP, LR und EVe und World of Tanks und so....
Und dann gibt es noch eine Zeit, da geht nichts, nicht mal ein Satz..... oder man löscht mal eben einen ganzen Absatz, weil man ihn einfach scheisse findet.

Ich hoffe Sternenwind gefällt euch und ja klar sprechen meine Elben elbisch wenn sie alleine sind, aber das versteht ihr nicht.... ;)

viel Spass beim lesen.... und es ist noch nicht fertig.

Nelani
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Sternenwind

Beitrag von Nelani » Sa 10. Aug 2013, 02:57

Sternenwind

Kapitel 1

Miwill ging vorsichtig im Raum umher, suchte Sie doch was, vorsichtig tastend berührte Sie den Tisch der in der Mitte des Raumes stand.
Mit ihrer rechten Handfläche streifte Sie über die Tischfläche, vorsichtig, denn Sie wollte das Gefäß welches sich auf dem Tisch befinden sollte, nicht umwerfen.
Doch nach einiger Zeit entfuhr ihr ein Seufzer, das Gefäß war nicht mehr am seinem Platz. Lauschend am Tisch wartete Sie kurz, ob ein Geräusch die Anwesenheit einer anderen Person verriet.
Da ein leises Geräusch von nackten Füßen auf dem Holzboden, jemand versuch sich leise durch den Raum zu Bewegen. Ein umspielt Miwills Gesicht: " Galwin, du brauchst nicht schleichen, deine Schritte haben dich verraten. Du bewegst dich wie ein Pferd durch das Haus, du ungeschickter Tölpel."
Ein Lachen ertönt und eine männliche Stimme antwortet:" Liebste, ich habe mich gar nicht angeschlichen. Wie kommst du nur darauf.", Galwin geht auf Miwill zu und berührt Sie an der Schulter.
"Ich war heute bei Lithill und sprach recht lange mit ihr.", sprach leise Galwin. "Du bist zu der Mondpriesterin gegangen, warum" entgegnet erstaunt Miwill.
Galwin schluckt ein wenig verlegen:" Ich habe mir Gedanken gemacht, wegen deiner Blindheit und mir will nicht in den Kopf gehen, warum niemand dir helfen kann.", schaut in das Gesicht von Miwill und streicht sanft mit seiner rechten Hand über ihre Wange. "Sie sprach von einem Ort, an dem Wünsche wahr werden, wenn man nur fest genug an sie glaubt." Miwill schüttelt den Kopf:" Einen solchen Ort gibt es nicht, nicht im gesamten Elbenreich. Und wenn würden dort so viele hingehen.* dreht sich leicht weg " Nein so einen Ort gibt es nicht.“

Galwin blickt verlegen auf den Boden und leise:" Ich wünsche mir so sehr das du wieder sehen kannst, all die Schönheiten die uns umgeben, Blumen, Tiere und noch viele andere Dinge."
Miwill dreht ihren Kopf zu der Stimme von Galwin:" Mir geht es gut und ich bin zufrieden, hier ist alles was ich brauche und du bist hier.", greift nach Galwin "Deine Augen sehen für mich, deine Stimme sind die Farben, was brauche ich mehr."
Galwin setzt zum sprechen an, zögert, blickt auf und sein Blick fällt auf die glanzlosen Augen von Miwill:
" Würdest du mir einen Wunsch erfüllen, mir zu liebe“. Miwill runzelt die Stirn: „ Du weist das ich dir jeden Wunsch erfülle, wenn es in meiner Macht liegt, Liebster.“, sanft berührt Sie mit ihren Händen sein Gesicht, entsprach er doch dem Ideal eines Elbenmannes: „ Sag mir deinen Wunsch“. Galwin holt tief Luft:“ Würdest du mich zu diesem Ort begleiten, mir liegt viel daran“. Wartet bangend auf die Antwort.
Miwills Mundwinkeln zucken kurz, bevor Sie antwortet:“ Ich gehe dorthin wo auch du hingehst, Liebster“.
Erleichtert von der Antwort seiner Frau spricht Galwin weiter: “ Gut, ich werde die nötigen Sachen vorbereiten und packen, die wir im hohen Norden brauchen werden. Und zur Mondpriesterin werd ich auch noch mal gehen, um mir nochmals den Weg beschreiben lassen.“ Dreht sich zur Seite um den Raum zu verlassen, Miwill fragt besorgt: “ In den Norden, wie weit in den Norden und ist dort nicht das Vergessende Land.“ Galwin bleibt kurz vor dem Ausgang stehen und dreht sich um:“ Das vergessende Land hieß früher Dnal Setkcedebeenh, ein uralter Name. Niemand weiß mehr was er bedeutet und wir werden sehr weit in den Norden reisen. Der Schnee bleibt das ganze Jahr dort liegen, das Meer ist zugefroren.“ Galwin lächelt:„Navaer Liebste, ich komme wieder wenn es dunkel wird“. „Navaer“ erwidert Miwill leise.

Am nächsten Morgen, der Tau liegt noch überall auf den Wiesen, die ersten Sonnenstrahlen tasten sich über das Land, ein Schnaufen und scharren, die vier Pferde warteten unruhig mit ihrer Last.
Galwin prüft nochmals das Zaumzeug, überzeuget sich davon das alles wovon er glaubte was sie auf ihrer Reise brauchten vorhanden war. Ein Geräusch lässt ihn umdrehen, sein Gesicht erhellt sich mit einem Lächeln: “Alae Liebste, ich bin soweit. Wir können aufbrechen.“ Miwill tastet mit ihrem Stock voran in die Richtung von Galwins Stimme. „Alae Liebster, ich hoffe ich habe alles dabei.“ Galwin nahm Sie bei der Hand und führte Miwill zu ihrem Pferd und half ihr beim aufsteigen. „Egal was auf unsere Reise passiert, halte dich am deinem Pferd fest“ sprach Galwin ernst: „ Es wird dem meinen folgen, es sind kluge Tiere“. Galwin stieg nun auf seinen Pferd auf, schaute prüfend und lenkte die Pferde auf den Weg der aus der Siedlung hinausführte, gegen Norden. Die Mondpriesterin blickte von ihrem Balkon den beiden nach, bis Sie außer Sicht waren, leise seufzend drehte Sie sich rum und murmelte: „ Ihr Pfad ist bereits vorgezeichnet, mögen die Ahnen Ihnen den Weg weisen und Elune sie schützen.“ Betrachtet dabei das seltsame Medaillon in ihrer Hand, mit den fremden Elben Schriftzeichen, die Ihr einst die Elbenritterin aus dem Vergessen Land gegeben hat. Kurz schließt sie ihre Augen und spürt die machtvolle Magie in ihrer Hand, hielt kurz inne, Uralte Machtvolle Magie.


Kapitel 2
Lorreland

Seit 9 Tagen ritten die beiden auf verschlungen Wegen Richtung Norden, unterwegs beschrieb Galwin was er sah. Die verscheiden Bäume und Pflanzen, Wasserläufe und Fälle, Tiere die ihren Weg kreuzten, und noch viele andere Dinge die im auffielen.
Abends an den Lagerfeuern hörte Galwin seiner Frau zu, wie Sie Lieder sang und spielte dabei auf seiner Laute, erzählten sich Geschichten von früherer oder erfanden neue Gedichte.

An diesen Abend näherten Sie sich der letzten Elbensiedlung auf ihrem Weg nach Norden, dahinter fing das Reich der Menschen an. Galwin spürte schon seit einiger Zeit, dass Sie fast unsichtbar begleitet wurden, leise zu Miwill:“ Wir haben einen Begleiter der auf uns aufpasst.“ „Es wird ein Waldelb sein“ entgegnet Miwill, als die Pferde um die nächste Biegung gingen sah Galwin die kleine Siedlung und das schon einige Elben auf Sie warteten.

„Suil wir kommen in Freundschaft“ grüßte Galwin die warteten Elben und hielt die Pferde ca. 2 Meter vor den wartenden Elben an. „Alae Freunde, euch wird Gastfreundschaft gewährt“, sprach der Ältere und blickte neugierig. „ Ich bin Lanirr der Älteste hier, kommt ihr seid bestimmt müde, wir werden euch Speisen und Getränke reichen und einen Platz für die Nacht“, die Stimme von Lanirr klang ruhig und freundlich und eine Spur neugierig. Galwin stellte sich und Miwill den Elben mit Namen vor.

Galwin stieg von seinem Pferd herab und half dann Miwill, sofort waren andere Elben da und nahmen sich der Tiere an. Galwin hielt die Hand seiner Frau und folgten dann dem Altern in eines der größeren Gebäude der Siedlung, dort waren einige Frauen dabei alles herzurichten, der Tisch wurde mit verschieden Speisen und Getränke gedeckt, Kissen, Felle hergerichtet, Lampen entzündet.

„Bitte nehmt Platz und genießt die Speisen und Getränke und erzählt was es neues gibt in der Welt.“ Sprach Lanirr und betrachtet dabei aufmerksam Miwill „Eure Gefährtin“ wendet sich zu Galwin „Ihre Augen sind glanzlos und unbelebt, was ist mit ihr geschehen.“ Streckt beide Handflächen vor „Verzeiht ich bin unhöflich, ihr müsst nicht darüber sprechen, aber es kommen so selten Elben aus dem Kernland zu uns.“ Galwin holt Luft und wollte schon zu sprechen ansetzen, als sich die Hand von Miwill auf seinen Oberarm legte. „Bitte ich möchte nicht da rüber reden, das ist Vergangenheit und ich will sie nicht mehr hören.“ Sprach Miwill „lasst uns von angenehmen Dingen reden“.

Galwin erzählte, das Sie auf den Weg nach Norden seien um das Vergessene Land auf zu suchen, und einen mythischen Ort. Die Elben aus der Siedlung schauten sich an und Lanirr sprach:“ Seit ihr sicher, wollt ihr wirklich dorthin.“ Blickt zweifelt zu Galwin und Miwill, “Ihr müsst als nächstes in das Königreich Lorreland, doch dort ist es zur Zeit gefährlich für jeden. Der alte König ist tot und seine Söhne kämpfen um das Erbe. Söldner, Rebellen und Ausständige ziehen umher, plündern brandschatzen das Land.“
Schaut Miwill an: “Am besten Ihr umgeht das Land, die Reise würde euch 3 Monde zusätzlich kosten und euch weiter nach Osten bringen.“ Lanirr seufzt und blickt Galwin geradewegs in die Augen: “Aber diese Entscheidung müsst Ihr treffen.“

Der weitere Abend verlief belanglos, es wurden einige Erfahrungen ausgetauscht, Geschichten erzählt und mit dem fortschreiten Abend entfernten sich immer Elben zur Meditation. Mitten in der Nacht gingen Miwill und Galwin zu den Haus, das Ihnen von Lanirr zur Verfügen gestellt. Miwill Gedanken kreisten um ihre Reise, die vielen neuen Eindrücke, Ihr Ziel, all das lies Sie nur langsam zur Ruhe kommen. “Galwin“ fragt Miwill leise: “Machen wir das Richtige, ist es Wert all die Gefahren auf uns zunehmen, nur um einen Mythos zu finden.“ Galwin schluckte, dachte kurz nach: “Doch Miwill, ich bin mir sicher das wir das Richtige tun.“

Am nächsten Morgen haben sich zur Überraschung von Galwin und Miwill, fast alle Elben der Siedlung versammelt auf dem großen Platzen in mitten der Siedlung. Lanirr und die beiden andern Ältesten gingen fast feierlich auf die Beiden zu. Galwin schaut etwas irritiert zu Lanirr und was er in der Hand hielt.
Lanirr hob seine rechte Hand in der ein wundervoller verzierter Dolch lag und reichte ihn zu Galwin. „Nehmt dieses bescheide Geschenk von uns, es ist nicht viel.“ Sprach Lanirr und weiter: “Einst kam eine Elbenritterin in unser Dorf und gab mir diesen Dolch. Ich fragte Sie warum Sie mir dieses Geschenk macht und Sie antwortet. Ich würde wissen wann es an der Zeit ist Ihn weiter zugeben.“ Lanirr lächelt: “Nun ist es an der Zeit ihn weiter zu geben.“ Galwin nahm den Dolch verlegen in die Hand und spürte sofort, seine magische Kraft. “Ich kann dieses Geschenk nicht annehmen, es ist meiner nicht würdig.“ Sprach Galwin leise und doch wusste er, das Lanirr den Dolch niemals zurücknehmen würde.

Galwin und Miwill ritten am frühen Morgen aus der Siedlung in Richtung der Grenze nach Lorreland, welches durch einen Fluss von Elbenland getrennt wurde. Nach 5 Stunden kamen Sie am den Fluss an, Galwin sah schon vom weiten das der Fluss viel Wasser führte und es nicht mehr viel Bedarf, das dieser über Ufer treten würde. „Wir müssen wohl solange am Fluss lang reiten bist wir eine Brücke finden. Die Furten liegen alle zu tief im Wasser um ohne Gefahr den Fluss zu überqueren.“ Sprach Galwin, schaute erst Flussabwärts und dann schließlich Flussaufwärts. „Flussaufwärts sehe ich Rauchfahnen, dort könnte eine Siedlung sein. “Hoffentlich ist das eine friedliche Siedlung, die Menschen sind so unberechenbar“ erwiderte Miwill in Richtung Galwins.

Galwin führte die Pferde Flussaufwärts näher zu den Rauchfahnen und beim näherkommen erkannte er eine leicht nach oben gebogene Holzbrücke von grober Konstruktion. Die Rauchfahnen am anderen Ufer stammen alle von offenen Lagerfeuern die jeweils vor einem Zelt brannten. Galwin zählte im Gedanken die Zelte und kam auf 9 sichtbare und so wie es aussah ging das Lager hinter einer Biegung scheinbar noch weiter. Die Pferde bewegten sich mit gleichmäßigem Schritt auf die Brücke, die Wachen auf der anderen Seite wurden aufmerksam und betrachteten die Elben neugierig und einige zogen ihre Waffen.

Kapitel 3

Die vier Wachen stellten sich im Halbkreis am Ende der Brücke auf, 2 hatten ihre Schwerter gezogen, ein weitere hielt seinen Bogen bereit, der etwas bessere gekleidete Soldat stellte sich in den Weg, so das Galwin unmöglich an ihm vorbei reiten konnte.
„Ho haltet an ihr Elben“ sprach der besser Gekleidete Soldat und griff an das Kopfgeschirr von Galwins Pferd und brachte dieses zum stehen. „Was haben wir denn da, ein Elb und eine schöne Elbin zu Gast“ sprach der Soldat mit einem hämischen grinsen „Wir sollten mal schauen was sie mitgebracht haben“ Galwin betrachtet gelangweilt den Soldat vor sich von oben herab und sagte im einem ebenfalls gelangweilten Tonfall „Nichts haben wir für euch was von Wert ist und nun lasst uns passieren.“ Der Soldat packte die Zügel fester von Galwins Pferd und seine Augen blitzten bösartig: „Eure Pferde sind von Wert und ihr habt 4 und man sagt das Elben gut zu Fuß sind, darum werdet ihr laufen.“ Einer der Soldaten nährt sich Miwill Pferd und greift nach ihrem Arm und seine Stimme zitterte vor Erregung: „Eine Elbenfrau wollte ich schon immer mal haben, die sollen es besonders gut im Bett können“ ein schmutziges Lachen der anderen Soldaten erklang. Die restlichen Soldaten bewegten sich nun auch auf die Elben zu. Galwin spürte das er nun Handel musste, bevor Sie von den Pferd gerissen wurden, ein schneller Rundblick, die restlichen Soldaten im Lager sind noch nicht aufmerksam geworden, was an der Brücke vor sich ging. Galwins Blick ging wieder auf den Soldaten vor sich, der sein Pferd festhielt, dieser schaute mit einem höhnischen Grinsen zu Miwill und erwartet wohl das Sie sich wehrte. Mit einer blitzschnellen Bewegung schleuderte Galwin einen seiner Wurfdolche gegen den Soldaten mit dem Bogen, dieser sank mit einem Gurgeln in sich zusammen und fast gleichzeitig trat er mit dem rechten Fuß gegen die Kehle des Soldaten der sein Pferd festhielt, der kippte fast lautlos nach hinten und lies die Zügel los. „Lauft“ schrie Galwin und trieb sein Pferd vorwärts, die andern Elbenpferde folgen unmittelbar, ein Blick zurück und erleichtert stellte er fest, dass Miwill sich ganz dicht auf den Rücken ihres Pferdes gepresst hat. Die Elbenpferde jagten durch das Soldatenlager, einige Soldaten versuchten sich in den Weg der Pferde zustellen, doch Galwins Pferd rammte diese ohne Rücksicht weg. Aufgeregtes Schreien ertönt durch das Lager, eine Glocke wurde geschlagen und zum erschrecken von Galwin reagierten die Soldaten schneller als erwartet, die ersten schwangen sich schon auf ihre Pferde und das Lager war größer als es aussah. Endlose Sekunden vergingen, hinter der Biegung erschienen noch mehr Zelte und Soldaten, doch Galwin erkannte schon das Ende des Lagers und den Wald dahinter. Die Elbenpferde rasten durch das Behelfsmäßige offene Tor den Weg entlang in den Wald, ein weiter Blick zurück von Galwin und er sah wie sich mehr als ein Dutzend Reiter ebenfalls durch das Tor bewegten und die Verfolgung aufnahmen.

Miwill hielt sich krampfhaft fest, wusste Sie doch, wenn Sie vom Pferd runter fiel würde Sie diesen schrecklichen Soldaten in die Hände fallen. „Galwin“ schrie Sie „Galwin sind Sie noch hinter uns her“ doch Sie hörte keine Antwort, nur Ihr Pferd schien sich noch mehr zu strecken um das Tempo zu erhöhen. Miwill spürte mehrere Richtungswechsel und jedes Mal hatte sie ein wenig Furcht. Da Galwin rief ein Wort und den Geräuschen nach entfernten sich 2 der Elbenpferde in eine andere Richtung.

Galwin sah eine Weggablung und rief einen Befehl, die beiden Packpferde wechselten sofort in den linken Weg und entfernten sich, er selbst und Miwill ritten den rechten Weg weiter. Immer weiter mit einem hohen Tempo folgen Sie dem Weg, um möglichst weit weg von dem Lager zu kommen.

Nach einigen Minuten kamen Sie auf eine große Wegkreuzung hinter einer Biegung, augenblicklich riss Galwin an den Zügeln um sein Pferd zum stehen zu bringen, Miwills Pferd brach zur Seite aus um nicht mit Galwins Pferd zusammen zustoßen, Miwill ließ einen Schrei los.
„Was ist Galwin, was ist passiert“ sprach Miwill mit zittriger Stimme, versuchte ihr Herzschlag wieder zu beruhigen.

Galwin ließ sein Pferd einen kleinen Kreis drehen, die Fremden Gepanzerten Reiten hatten einen Kreis um sie gebildet, scheinbar haben Sie sie bereits erwartet. Der Weg auf dem Sie in die Kreuzung hineingeritten waren, wurde soeben von den Fremden versperrt. Galwin erkannte, dass ein gewaltsamer Durchbruch unmöglich war, mit seinem Schwert würde er keinen der Fremden Ritter erreichen, die mit den Lanzen drohten.

Galwin sprach mit matter erschöpfter Stimme „Wir sind eingekreist von gepanzerten Reitern, die Kreuzung ist voll von Ihnen und ihre Lanzen zeigen auf uns, es gibt keinen Ausweg.“ Eine Lücke zwischen den Reitern öffnete sich und ein Reiter in einer schmucken Rüstung und geschlossenen Visier, kam auf Sie zu.

Kapitel 4
Ironhold

Miwill hörte das schnauben und scharren der Pferdehufe, das leise klirren der Panzerplatten die an ein anderer reiben und niemand sprach Wort, selbst der Wald schien den Atem anzuhalten. Sie hörte wie ein Pferd langsam sich ihr näherte, Miwills Herz das sowieso schon von dem Ritt heftig am klopfen war, wollte aus ihrer Brust springen, so heftig schlug es nun. Sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, um überhaupt was zusagen, damit diese unerträgliche Stille endet. Doch bevor Sie ein Wort herausbekam hörte Sie eine fremde Menschliche Stimme: “Seit gegrüßt Ihr Elben, willkommen in Lorreland, ich bin Richard von Hohenwehr.“
Verwundert und doch erleichtert vernahm Miwill die Worte, waren Sie doch so überraschend. Sie hörte die Erleichterung in Galwins Stimme, wie er sie beide vorstellte.
„Kommt mit uns nach Ironhold“ sprach der Mann der sich mit Richard vorgestellt hatte, „Ihr seid dort willkommen und unsere Gäste und steht unter meinem Schutz.“
Die Pferde setzen sich in Bewegung und Miwill spürte das Ihr Gefährte an der ihrer Seite war und fragte ihn auf Elbisch: „Galwin was passiert, erst werden wir gehetzt und nun freundlich empfangen. Diese Menschen sind mir unheimlich“.

Galwin dachte kurz nach bevor er antwortete: “Ich denke das ist einer der Söhne des toten Königs, er hofft wohl die Elben für sich zu gewinnen.“ Galwin blickte wieder zu dem Anführer der Truppe der in seiner schmucken Rüstung vorausritt und einen selbstbewussten Mann mittleren Alters darstellte, mit einem sorgsam gestutzten Spitzbart, Hager und mit braunen freundlichen Augen.

Nach ca. 2 Stunden durch einen trostlosen Wald, folgte nun ein noch trostloseres Land, das durch den Krieg geschliffen war, verbrannte Felder, Häuser und zerstörtes Kriegsmaterial, waren überall zu sehen. Galwin beschrieb den Zustand des Landes Miwill, die daraufhin nieder geschlagen wirkte.

Nach einer weiteren Stunde, versperrte eine Befestigte Ansiedlung den Weg und auf die dahinterliegende Brücke.
Richard rief einige Worte zu den Wachen, die darauf hin, das Tor öffneten und der Trupp mit den beiden Elben beweget sich in die Ansiedlung hinein. Hier sah Galwin das die Menschen fröhlicher wirkten, auch die Häuser und Straßen machten einen sauberen Eindruck. Es ging weiter zur Brücke und ohne halt darüber zur anderen Flussseite. Das Land sah auch gleich anders aus, die Felder trugen Früchte, man sah hier und dort Bauern bei der Feldarbeit und einige winkten den Reitern zu.

Weiter ging es, der Weg führte leicht Bergauf und auf eine Festung zu, die schon aus der Entfernung, groß, wehrhaft und düster aussah. Als sie an der Festungsmauer vorbei ritten um zu dem wuchtigen schweren Tor, welches mit Eisen beschlagen war, zu kommen sah Galwin das die Steine grob bearbeiten waren, was auf eine schnelle Erstellung hindeutet.

Im Innenhof angekommen, stiegen Sie von den Pferden die dann in einen Zentralen Stall gebrachten wurden. Galwin half Miwill von Pferd und hielt Sie bei der Hand, Richard bemerkte die Geste, sage nichts dazu. Auf einen Wink hin bewegten Sie sich auf eines der großen Zentralen Gebäude zu, das über eine große breite Treppe verfügte die zu den Eingangstoren führte. Richard stieg die Treppe hinauf und die Wachen öffneten das Tor ins Gebäude und Sie gingen zusammen mit einigen Soldaten hinein ins Innere. Eine Halle öffnete sich den Besuchern, düster von wenigen Fackeln erleuchtet, die Fenster klein und mit bunten Gläsern bestückt.
Sie folgten Richard immer weiter in die Tiefe des Gebäudes, in einem Raum wurden auf einen großen Tisch Speisen und Getränke hergerichtet, alles sah einladend und reichhaltig aus.

„Nehmt Platz und greift zu“ sprach Richard „es ist genug da für meine Gäste“ er langte selber zu und nahm eine Hähnchen Keule und biss hinein. Galwin fühlte sich beobachtet während er zu den Speisen griff, Miwill nahm sich mehr Obst und war recht still.
Galwin behielt Richard im Auge, der weiter still vor sich hin zu den Speisen griff und die Elben nicht aus den Augen lies.
Schließlich frage Galwin frei heraus warum Richard Sie so beobachtete. Richard lehnte sich zurück und dachte nach und sagte schließlich: “Vor langer Zeit, mein Urgroßvater erzählte davon, kam eine Elbe in unser Land und mit Ihrer Hilfe wurde damals die Tyrannei in unserem Königreich beendet. Sie vertrieb mit den Soldaten meines Urgroßvaters den Despoten aus dem Land und es zog Frieden ein in die Ländereien.“
Richard blickte die beiden Elben an: „Und jetzt wo wieder Unfrieden herrscht und Brüder gegeneinander kämpfen, tauchen auf einmal wieder Elben auf.“ Richard blickt kurz auf den Tisch, greift sich das Weinglas und leert es im einem Zug und stellt es hart auf den Tisch zurück um dann leise weiter zu sprechen: „Ich hoffe das Ihr bleibt und mich unterstützt….uns unterstützt, des Frieden willens.“

Galwin wirk überrascht und schaut zu Miwill und fasst Sie an der Hand, Miwill spürt die Berührung und wendet ihren Kopf zu Galwin und spricht in Elbisch zu Galwin: „Liebster haben wir die Zeit dazu Ihnen zu helfen“. Galwin antwortet Miwill: „Ich fürchte das wir nicht die Zeit haben, die Jahreszeiten schreiten voran und der Weg ist noch weit.“ Miwill nickt kurz und Galwin wendet sich Richard zu: „Wir können leider euch nicht helfen, wir müssen weiter, bevor es Winter ist müssen wir unser Ziel erreicht haben.“

Richard betrachtet beide lange und erhebt sich dann langsam und scheinbar müde: „Ich respektiere euren Wunsch, ihr könnt diese Nacht hier verbringen, ein Diener wird euch zu einem Zimmer bringen.“ Richard dreht sich rum und geht Richtung einer großen breiten Treppe die nach oben führt, bleibt am Absatz stehen und wendet sich nochmals um. „Morgen früh werden einige meiner Ritter euch zu der Grenze von Medazan bringen, so dass Ihr ohne Gefahr weiterreisen könnt.“
Galwin und Miwill nickten stumm Richard zu, ein wenig noch überrascht und doch innerlich erleichtert.

Der nächste Morgen brach früh an, der Nebel lag noch über den Feldern, am Horizont kündigten die ersten Sonnenstrahlen den neuen Tag an. Als sich die Ritter mit den Elben auf den Weg machten zu der Grenze nach Medazan.
Galwin erfuhr das die Reise dorthin ca. 6 Tage dauern würde und durch sichere Gebiete führte.

Richard blickte dem kleinen Trupp durch ein Turmfenster nach, bis dieser in dem Morgennebel verschwand und ging zurück zum Kartentisch und fuhr mit dem Finger über die Abgebildete Landschaft, von Ironhold nach Medazan.
Einer Hochebene von der man sagt, dass dort die Geister der Toten um her schweifen um sich an den Lebenden zu rächen.


Kapitel 4
Medazan

Der kleine Reitertrupp ist seit 6 Tagen unterwegs und je weiter Sie sich dem Fremden Land nährten umso karger, armseliger, kleiner die Pflanzen und Felsiger wurde die Landschaft. Der Wind wirbelt immer wieder Staubwolken auf und die Nächte waren hier kühl. Galwin kam mit den Anführer der Ritter ein wenig ins Gespräch und erfuhr das vor ca. 150 oder waren es gar 200 Jahren eine Elbin ins Land kam und diese mit den Rebellischen Bürgen den damaligen Tyrannen vertrieb und daher die Elben ein hohes Ansehen genießen. Galwin fragte Phil, so hieß der Ritter, warum man Sie damals an der Brücke an gegriffen hatte und Phil antwortete: “Das waren Söldner aus einen fernen Land, sie kennen unsre Geschichte nicht und auch sonst, es sind Barbaren. Wir sind dabei Sie zu vertreiben.“ Seine Worte klangen hart bei dem letzten Satz.
„Wir führen einen Krieg den eigentlich keiner will und doch jeder für notwendig hält. Aber es zerstört das Land und das Volk ist erschöpft und unsre Nachbarn warten nur darauf, des Rest zu teilen.“ Die letzen Worte von Phil klangen müde.

Zum Mittag kamen Sie an einem ausgetrockneten Flussbett, der Reitertrupp hielt davor an. Phil sah zu den Elben und sprach:“ Hier ist die Grenze zu Medazan, seit vorsichtig, man spricht nicht gut über dieses Land, es ist heimtückisch. Und lasst euch nicht täuschen, die Berge die Ihr seht im Norden, sind viel weiter fort als es scheint. Ihr werdet 8 bis 9 Tage brauchen um an den Fuß der Berge zu kommen, dann müsst ihr noch einen Pass finden.“ Phil lächelt schwach zu den Elben, sein Blick ruhte dabei etwas länger auf Miwill: “Gott sei mit euch“ war sein Abschied Gruß.

„Navaer, mögen die Ahnen euch und euren Fürst schützen.“ Erwiderte Galwin und Miwill fügte noch hinzu: “Suil vain und dankt eurem Fürst in unseren Namen“.
Galwin lenkte sein Pferd durch das trockene Flussbett nach Norden, Miwills Pferd folgte dicht auf, kleine Staubwolken stiegen von den Hufen auf und Phil winkte den beiden nach und leise murmelte er:“ Ich glaube nicht das wir Sie wieder sehen.“ Der Ritter der neben Phil stand blickte Ihn kurz an und schaute dann den Elben ebenfalls nach.

Sie ritten 3 Tage schon auf das Gebirge zu, die Nächte waren kalt und Tagsüber brannte die Sonne heiß vom Himmel, dazu der ständige Wind der den Sand an die unmöglichsten Körperstellen transportierte. In der vierten Nacht hörten Sie seltsame Laute, kratzen, schlürfen, knurren, es kam von allen Seiten und schien das kleine Lager der beiden zu umkreisen und immer wieder leuchteten Punkte in der Dunkelheit auf.

Galwin und Miwill schliefen diese und die folgenden 2 Nächte nicht, immer wieder mussten Sie das kleine Feuer mit den wenigen kargen Ästen am brennen halten, hielten die kleinen Flammen das Grauen fern. Am Tag kamen Sie nur langsam voran, kaum ein Wort wurde gewechselt, die Sonne brannte herunter, die Pferde setzten ebenfalls müde Schritt für Schritt, es gab nichts zu sagen, hier und da Knochen von Tieren und Menschen und in der Ferne das Gebirge, des Spitzen mit Schnee bedeckt waren und glitzerten. In dieser Nacht brannte das Lagerfeuer nur kurz, dann Finsternis, die wenigen Sterne leuchten hier schwach im diesen Teil der Welt und das Knurren und Keuchen kam auf Sie zu. Die Pferde merken es als erste, unruhig drehten Sie sich hin und her, schnaubten und zerrten an den Seilen, dann keilten Sie aus und stiegen hoch, irgendetwas war bei den Pferden… Galwin zog sein Schwert und zog Miwill zu sich: „Bleib ganz dicht bei mir, wir müssen die Pferde schützen. Ohne Sie werden wir hier nie rauskommen.“ Galwin spähte angestrengt in die Nacht, die Pferde unruhig im Hintergrund. Dann auf einmal 2 glühende Punkte in der Nacht, nur wenige Meter vor Galwin, Galwin hatte das Gefühl das die Punkte zum Sprung ansetzten, er riss das Schwert hoch, im gleichen Augenblick ein Schlag, der ihm fast das Schwert aus der Hand riss, ein jaulen, er selbst taumelt gegen Miwill und beide stürzten zu Boden. Miwill schrie auf, die Pferde wieherten ängstlich und zerrten an die Seilen und keilten aus….. wieder ein Jaulen, und fauchen.. dann Stille. Die Pferde beruhigten sich langsam wieder, tänzelten aber immer hin und her. Miwill und Galwin entwirrten ihre Glieder, Galwin fluchte, fasste sein Schwert und suchte in der Dunkelheit nach dem Gegner. „Liebes bist du verletzt:“ sprach Galwin sorgenvoll, seine Kopf immer wieder drehend um die Gefahr rechtzeitig wahr zunehmen.
Miwill leise und müde:“ Ich glaube was immer es auch war, es ist weg, es hörte sich verletzt an.“ Galwin betrachtet nun im schwachen Schein der Sterne die Schwertklinge, sie wahr gut auf einem Drittel ihrer Länge Dunkler, und was dort runter tropfte, war wohl Blut. Sie setzen sich beide im Dunkeln auf den Sandigen und steinigen Boden und hielten sich im Arm,
so ruhten Sie bis die Sonne aufging, Galwin folgte der Blutspur im Licht der auf gehende Sonne, doch die Spur wurde schon nach kurzer Zeit vom Wind verweht.
So kehrte er um und mit Miwill zusammen ritten Sie müde weiter in Richtung der Berge.

Galwin kniff die Augen zusammen, eine Staubwolke bewegte sich auf Sie zu, nicht so groß wie ein Sandsturm, aber deutlich sichtbar. Sie ritten weiter auf diese Wolke zu, Galwin behielt Sie im Auge und nach einiger Zeit sah er das an der Spitze ein Kamel ging mit einem Reiter, Galwin sprach überrascht:“ Ein Karawane Miwill, Sie kommt geradewegs auf uns zu.“

Miwill horcht auf, bedeutet doch eine Karawane, Leben, ein Ziel, ein Handelspunkt, eine Stadt. „Galwin, am besten versuchen wir uns der Karawane anzuschließen, so kommen wir vielleicht weiter.“ sprach Miwill

Nach ca. einer Stunde erreichten Sie die Spitze der Karawane, ein Reiter auf einem Kamel kam Ihnen ein Stück entgegen.
„Suil, können wir uns euch anschließen“ fragte Galwin den Fremden Reiter, der in dunkeln Tüchern gehüllt war und nur die Augen waren nicht verdeckt, dieser blickte die beiden an, nickte kurz und zeigte an das Sie ihm folgen sollten. Sie ritten an der Karawane entlang, die ohne Verzögerung immer weiter gegen Osten zog, in der Mitte der Karawane hielten Sie kurz an, ein Mann auf einen Kamel kam ihnen entgegen, grüßte kurz und blickte die beiden mit offenen braunen Augen und freundlich an. Er war ebenfalls ganz in dunkeln Tüchern gehüllt aber das Gesicht war frei und voller Falten und eindeutig alt. Galwin sprach:“ Suil, dürfen wir euch ein Stück begleiten.“ Der Alte nickte: “Solange ihr eigenes Wasser habt, seit ihr willkommen, doch wohin führt euch der Weg.“ Er sprach einen merkwürdigen Akzent. Galwin erklärte dem Alten, den er für den Anführer hielt, kurz das Sie nach Norden wollten. Der Alte lächelte und schüttelt dann den Kopf: “Einen direkten Weg über diese Berge gibt es nicht, sie sind hoch und steil. Man kann nur an ihnen vorbei ziehen, bis der Berg sich mit der Ebene vereinigt. Kommt mit uns nach En Kardir, von dort könnt ihr wieder gegen den Norden ziehen.“ Der Alte wendete das Kamel und redete weiter: “Ich bin Aran der Führer der Karawane, wir sind in 8 Tagen in En Kardir, wir reiten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, mit kurzen Pausen. Man soll nicht unnötig in der Wüste bleiben.“ Lachte kurz und bewegte sein Kamel wieder an die Seite der Karawane die mehr als 42 Lastkamele umfasste, wie Galwin feststellt. Miwill leise zu Galwin: „Eine Stadt das ist gut, dort können wir uns etwas erholen und Vorräte kaufen.“ Galwin lächelt zu Miwill: „Du hast recht, dort können wir ein paar Tage rasten.“ Und lenkte beide Pferde an die Seite der Karawane und mit dem gleichen mäßigen Tempo der Kamele zogen Sie gegen Osten. Am diesen Abend und an den folgenden wurden am Lagerfeuer Neuigkeiten, Geschichten und Erfahrungen ausgetauscht, wissen wertes über die Wüste.
Die beiden Elben erzählten aus ihrer Heimat und die Karawanenleute hörten staunend zu, war das doch eine fremde Welt für Sie. So verbrachten Sie die Tage und Nächte bei der Karawane in ihrem Schutz. Dann endlich als Sie über eine große Düne kamen, sahen Sie En Kardir, eine Stadt mit hohen Mauern und vielen Türmen, umgeben von einen ca. 3 km umfassenden grünen Gürtel, aus Palmen, Obstbäumen, Gärten und vielen Wassergräben. Auf den wenigen Wegen die in die Stadt führten, herrschte ein reger Verkehr von Lasttieren, Karren und Volk. Die Karawane bewegte sich mit ihrer eigentümlichen Geschwindigkeit auf das Westtor zu, welches von aufmerksamen Stadtwachen besetzt war. Zwischen durch wurden verschiedene Leute und Karren angehalten und durchsucht von den Stadtwachen, hier und da fielen ein paar Silberstücke in deren Hände. Je näher Sie kamen umso höher wurde die Mauer und die Türme wirken bedrohlich, Galwin schätzte die Höhe der Mauer auf gut 25 Meter und die Dicke beim durchreiten auf gut 30 Meter.
Die Wachen richteten nur kurz ihren Blick auf die Karawane, den beiden Elben und winken Sie durch, ohne anzuhalten ging es weiter durch die Stadt, die voller Menschen war, die in bunte Tücher gehüllt ihren beschäftigen nachgingen. Es war laut, überall wurden Waren angepriesen, gehandelt, gelacht und geflucht. Galwin bemerkte bei durchreiten der Straßen, das verschiedene Bewohner der Stadt bei seinem Anblick ihre Gesichter verhüllten, sich wegdrehten und ihre Kinder ins Haus scheuchten und die Türen verschlossen. Er sagte es leise zu Miwill, was ihm auffiel, dann erreichten Sie einen großen Platz, wo schon eine andere Karawane rastet.
Aran kam zu den beiden: “Wir sind am Ziel und werden hier einige Tage verbringen und handeln und uns dann auf den Rückweg machen. Ich wünsche euch eine gute weiterreise und möget ihr euer Ziel erreichen“ sprach er in seinem Akzent.
Galwin und Miwill hatten sich schon an die merkwürdige Aussprache der Karawanenleute gewöhnt, so dass Sie kaum Schwierigkeiten hatten, die Menschen hier zu verstehen.
„Navaer und mögen die Sterne euch wohl gesonnen sein“ verabschiedeten sich die Elben von den freundlichen Karawanenleuten, Galwin drehte sich um und sah tiefer in die Stadt, dort in der Mitte erhob sich ein Palast.

Kapitel 5
En Kardir

Nach mehreren Stunden suche, kurz bevor die Sonne untergeht, fanden Sie endlich eine Taverne die noch ein Zimmer frei hatte. Der fette speckige Wirt, dessen Kleidung voller Flecken war, was wohl daran lag das er seine schmutzigen Hände ständig daran abwischte, ihnen ein Zimmer gab. Galwin verhandelte mit Wirt um den Preis des Zimmers für einige Tage, schließlich einigte man sich auf 3 Silber pro Tag. Nicht nur der Wirt war schmutzig, auch die ganze Taverne machte denselben Eindruck, der Boden war mit undefinierbaren Flecken teilweise bedeckt. Die Theke hatte auch schon bessere Zeiten gesehen, die Möbel abgenutzt und oft geflickt. Von der Decke hingen ein paar verbeulte Öllampen, die die Dunkelheit ein wenig mit ihrem rußigen Licht verdrängen. Über eine wacklige ächzende Treppe ging es nach oben zu den Zimmern.
Oben angekommen, sah es nicht besser aus, der Gang voller Unrat, schwach beleuchtet. Die Zimmertüren waren mehr zusammen genagelte Bretter die man vor die Türöffnung schob und mit einem Seil an der Wand befestigt.

Galwin nachher leise im Zimmer zu Miwill: „ Ein unmöglicher Preis für diese dreckige Zimmer, 2 Bettgestelle mit Stroh und ein Eimer Wasser. Zumindest die Pferde stehen sicher in der Koppel und werden mit frischem Futter versorgt.“ Er blickt aus dem Fenster in den Hof der Taverne wo sich einige einfache Holzbänke und Tische unter Palmen befinden. Miwill folgte der Stimme von Galwin der noch am Fenster stand und berührte ihn sanft an der Schulter mit ihrer linken Hand und sagte: „Das Silber ist nicht wichtig, wir können ein paar Tage ruhen und neue Kräfte sammeln und vielleicht erfahren wie wir an dem Berg vorbeikommen.“ Galwin dreht sich um nahm beide Hände von Ihr und zog Sie zu sich ran, betrachtet das Gesicht von Miwill und flüsterte: „Ich liebe dich und kann nicht ohne dich sein.“ Er ging ganz dicht mit seinen Lippen an die Ihren, so dass Sie den heißen Atem von ihm spürte und Sie öffnete ihre Lippen ein wenig einladend und er gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, den Sie erwiderte.
Sie lösten sich von ein ander und setzten sich auf das Bett. „Morgen werden wir neue Vorräte einkaufen und uns umhören.“ Sprach Galwin: „Am besten wir versuchen jetzt zu ruhen.“ Und ging zum anderen Bett.

Kapitel 6
Palast der Winde

In den nächsten drei Tagen bewegen Sie sich durch an grenzenden Straßen und versuchten neue Vorräte in den Basaren zu kaufen. Völlig ungewohnt zu anfangs von den Handelsgebräuchen der hiesigen Menschen, des lautstarken anpreisen der Ware, das Durcheinander der Stimmen und des feilschen um den Preis, das oft in ein jammern endete und dann doch zufriedene Gesichter auf beiden Seiten, verwirrt die Elben sehr. Zahlten Sie zu anfangs den erst geforderten Preis um dann vom Händler lautstark beschimpft und verflucht zu werden, was dazu führte das die anderen Händler in der Straße Sie gleich abwiesen. Miwill machte schließlich dann den Vorschlag erst mal einigen Käufern zu zuhören wie die Geschäfte zu Stande kommen, um dann einfach es den Menschen hier gleich zu tun. Galwin ergänzte noch, sich ein wenig der Kleidung der Menschen anzupassen und wickelt sich ein Tuch um den Kopf, so dass seine spitzen Ohren nicht zu sehen waren und der hiesigen Kopfbedeckung der Männer entsprach. Ähnlich machte er es bei Miwill, so dass Ihr Haar unter einem Tuch verschwand, welches dann über ihre Schultern fiel, ein Schmuckreif auf ihrem Kopf hielt das Tuch fest. Auch ihre Ohren verschwanden so unter dem Tuch. So gerüstet gingen Sie in eine andere Straße in den Bazar und auf den ersten Händler zu, der trocken Obst und Fleisch anbot.
Am Anfang noch etwas ungeschickt mit dem feilschen, entwickelte Miwill etwas später ein Gespür, wie weit Sie die Händler runterhandeln konnte, ja es fing an ihr Spaß zu machen. Galwin lächelte im Stillen über Miwill, die scheinbar völlig in der Aufgabe aufging, die Händler soweit wie möglich herunter zu bieten. So verbrachten Sie den Nachmittag damit, auf den Bazaren die nötigen Vorräte einzukaufen. Mit reichlich guter Laune gingen die Beiden zurück zur Herberge, ohne zu bemerken das eine dunkel gekleidete Gestallt hinter ihnen her huschte. Diese achtet sehr darauf nicht aufzufallen, was in dieser Umgebung voller Menschen und Trubel keine Herausforderung war und behielt die beiden Elben im Auge, bis diese in der Herberge verschwunden waren. Ohne zu zögern drehte sich die Gestalt um und ging mit flinken Schritten Richtung Stadtmitte und verschwand im Gewühl der Menschenmenge.

Im Zimmer angekommen, teilten die beiden die verschiedenen Vorräte auf und verstauten sie in die Packtaschen. „Morgen früh reiten wir weiter gegen Osten, zwei Tage weit. Dann teilt sich die Straße und wir folgen jener die nach Norden führt.“ sprach Galwin: „ und nach weiteren 3 Tagen überqueren wir den Berg über einen Pass. Folgen weiter der Straße gegen Norden bis wir in eine Hafenstadt die Cognis heißt kommen.“ Miwill wendet ihren Kopf zu Galwin, während sie die Packtasche verschloss: „Müssen wir mit dem Schiff weiter oder ist nur erst mal ein Ziel“ hob die Tasche auf das Bett. „Der Händler erklärte mir, das man sowohl zu Land auch zu Wasser reisen kann, immer der Küste entlang. Mit dem Schiff ist es bequemer, kostet aber Gold. An Land ist es gefährlicher, kostet aber kein Heller, man muss aber auf Streuner und Räuber aufpassen und man könnte nicht nur sein Gold und Sachen verlieren, auch das Leben.“ Miwill nickte und sprach leise, während sie sich auf das Bett setzte: „Dann ist es besser das Schiff zu nehmen“

Draußen vor dem Haus auf einmal laute Geräusche, als ob eine größere Menschenmenge auf marschiert. Galwin blickt durch das Fenster und sieht auf den ersten Blick 8 Soldaten die sich auf dem Platz bewegen und vor dem Haus dann stehenbleiben. Einer der Soldaten löst sich von der Truppe und geht auf die Herberge zu und verschwindet im Eingang. Kurz darauf hört man unten wie eine laute Fordernde Stimme im Schankraum spricht: „ Wo sind die beiden Fremden, welche mit den seltsam geformten Ohren.“ und der Wirt unterwürfig antworte: „Ja Herr Sie sind oben, alle beide. Sie haben das Zimmer auf der linken Seite am Ende des Ganges.“ Ein klimpern von Münzen ist zu hören, welche wohl auf einen Tisch fallen. „Hier deine Belohnung Wirt.“ Das letzte Wort abfällig ausgesprochen, Galwin mutmaßte das es vom Soldaten kam. „Meinen die uns“ flüstert Miwill „ Aus welchen Grund wohl“. Galwin erwiderte nichts und ging näher zur Türe, abwarteten und lauschte den Schritten die draußen die Treppe hinauf kamen und sich dem Ende des Ganges näherten. Ein räuspern dann ein vorsichtiges Klopfen an die Türe, die Stimme die Galwin unten schön gehört hatte sprach: „Grüße ihr Edlen, darf ich eintreten, denn ich bringe eine Bitte meines Herrn vor.“ Galwin sah überrascht zu Miwill, die ihren Kopf ein wenig schief legte und dann nickte. Galwin ging die drei Schritte auf die wacklige Türe zu, öffnete sie und sprach ebenfalls einen Gruß aus: „ Suil Fremder, tretet ein und bring die Bitte eures Herrn vor.“ Der Soldat betrat etwas zögerlich den Raum, blickt von Galwin zu Miwill und zurück, straffte seine Schultern und sprach mit fester Stimme: „Mein Herr lädt die Edlen in den Palast ein, Sie mögen dort ihren Aufenthalt verbringen. Ein kleines Fest zu Ehren der Edlen ist vorbereitet und der Wunsch meines Herrn ist es, das die Edlen so gleich mitkommen und die Gastfreundschaft genießen.“ Der Soldat verbeugt sich nach diesen Worten kurz und nahm eine abwartende Haltung an. Miwill runzelte kurz die Stirn und ihr Mundwinkel verzog sich minimal, dann nickte Sie leicht und Galwin der Miwill beobachtet und ihre Geste sah, wendet sich dem Soldaten zu: „Sagt eurem Herrn das wir heute vor Sonnenuntergang kommen“ Der Soldat blickte Galwin direkt an: „Mein Herr wünscht das wir euch unverzüglich in den Palast begleiten, samt eurem Gepäck und den Pferden. Es wird euch dort an nichts mangeln.“
Die Haltung des Soldaten drückte deutlich aus, dass er erste gehen würde wenn die Elben ihm folgen. Galwin sah aus den Augenwinkeln, das Miwill nickte und antwortet: „Wenn es so eilig ist, dann werden wir euren Herrn nicht warten lassen. Nicht das Ihr noch ärger bekommt.“ Galwins Tonfall war leicht belustigt, packte die beiden Packtaschen und fasste nach der Hand von Miwill um ihr auf zu helfen vom Bett und beide folgten dem Soldaten hinaus auf den Gang. Über die wacklige ächzende Treppe in den Schankraum, wo niemand verweilte, ging es hinaus auf den Hof. Draußen hörte man das Laute klappern von Tellern aus der Küche, die beiden Elbenpferde standen ebenfalls schon im Hof. Die anderen Soldaten hatten keine Zeit verloren und die Pferde geholt. Die Elben legten die Packtaschen über den Rücken der Pferde und führten sie an den Zügeln. Der Soldat der die Bitte vorgebracht hat, übernahm die Führung, Galwin und Miwill folgten zu Fuß mit ihren Pferden, der Rest der Soldaten bildetet den Abschluss.

So ging es durch die Straßen von En Kardir, Richtung Stadtmitte zum Palast. Die Sonne berührte den Horizont und nicht mehr lange und die Dunkelheit bricht herein. Sie traten durch den Torbogen ins Innere der Palastmauern, die diesen umgaben.

Im untergehenden Golden Licht der Sonne wirkte der Palast mit seinen Mauern, Türme, vielen Bögen, Terrassen und den Springbrunnen auf die beiden Elben unwirklich. Der ganze Palast schien nur aus filigranen Durchgängen, Bögen und Springbrunnen zu bestehen, überall hingen lange feine Tücher herunter, in der Wind sich verfing und sein Spiel damit trieb. Diener nahmen sich der Pferde an und führen Sie zu den Ställen, die Soldaten die ihnen bis jetzt gefolgt waren, gingen weiter wohl zu ihren Quartieren. Der Soldat der Sie die ganze Zeit angeführt hat, winkte den Elben das Sie folgen. Und so begaben sich die Beiden ins Innere des Palastes.

Kapitel 7
Im inneren

Sie folgen den Soldaten tiefer ins Innere des Palastes, überall waren Blumen aufgestellt, in den größeren Räumen plätscherten Springbrunnen, die sich teilweise in kleine Teiche ergossen. Obstschalen gefüllt mit den verschiedensten Früchten des Landes und jeder Raum duftete anders. Galwin sah an den Wänden Mosaiken die das Leben im Land darstellten, kostbare Wandteppiche. Galwin sprach leise zu Miwill und beschrieb den Reichtum der zur Schau gestellt wurde. Vor allem der verschwenderische Umgang mit Wasser in einer Wüstenstadt. Musik drang an die Ohren der Elben, Trommeln, Flöten, Rasseln und Lauten, die einem eigenartigen Rhythmus folgten und dann nahm einer der Diener vor ihnen das Tuch weg, das die Sicht in den großen Hallenartigen Raum versperrte, weg. In dem fast runden Raum sitzen und lagen vornehm gekleidete Männer in dicke Kissen, aßen und tranken von reich gedeckten kleinen Tischen, Diener eilten leise umher und füllten die Teller und Gläser immer wieder auf. In der Mitte des Raumes tanzte eine stark verschleierte Frau zum Rhythmus der Musik. Ihre Arme und Beine bewegten sich anmutig und ihr Körper verdrehte sich zu immer neuen Figuren. Sie folgen dem Soldaten am Rande der Wand und umrundeten den Raum zu einem Viertel. Schließlich bleiben Sie bei einem dicken mit reichlich Gold und Edelsteinen behangenen Mann der tief in den Kissen eingesunken war stehen. Zwei leicht bekleidete Frauen, die neben dem Mann lagen, blicken neugierig die Elben an. Der Fette Mann, von dem Galwin annahm das es der Herrscher der Stadt war, blickte ein wenig auf und sprach mit arroganter hoher Stimme die beide an: „Ah unser Gäste haben es endlich geschafft her zukommen.“ Und weiter mit einigen Rülpsern und anderen unappetitlichen Geräuschen: „Setz, legt euch oder macht es euch bequem wie es beliebt.“ Während er sprach, führte er einen großen Becher Wein an seinen Mund und trank ihn auf einem Zug aus, dabei läuft etwas Wein aus seinen Mundwinkeln in den Bart, tropfte weiter auf die bereits vorhanden Flecken in der Kleidung. Galwin musste sich beherrschen um sein Gesicht nicht vor Ekel zu verziehen und drücke dabei leicht Miwills Hand. „Wir sind auf der Durchreise und wollten morgen früh aufbrechen.“ Sprach Galwin und sah aus den Augenwinkeln dass die Tänzerin im Raum ihren Tanz nicht unterbrochen hat und jedes Mal wenn die Musiker eine bestimmte Tonfolge spielten, löste sich ein Stück Stoff und fiel flatternd zu Boden. „Ihr seid meine Gäste, bleibt solange Ihr wollt, aber zuerst müsst Ihr mir einen Gefallen tun.“ Der Tonfall des fetten Mannes ließ keinen Widerspruch zu. „Ich habe ein wichtiges Anliegen oder besser gesagt mein Sohn“ mühselig richtet er sich auf „Ach ihr könnt mich Meister Iram nennen“ Die beiden Frauen halfen ihm nun ebenfalls auf die Beine. Wankend auf seinen kurzen Beinen, ging er in Richtung eines Durchganges, ein paar Bedienstete eilten voraus. Ohne auf die beiden Elben zu achten ging er hindurch und verschwand im Nachbarraum. Galwin folgte mit Miwill an der Hand notgedrungen, ahnte er dass Sie ohne die Einwilligung des Herrschers nicht mehr aus dem Palast kamen. Miwill leise: „Was hat er vor, welches Anliegen“ fragte Sie und lies sich mit ziehen. Die Musik machte es ihr schwer, genau zu hören was um Sie hervorging. Auch die vielen schweren Düfte in den Räumen verwirrten ihren Geruchsinn.

Beide betraten einen abgedunkelten Raum, einige Lampen verbreiteten nur wenig Licht, fünf Personen standen um eine Liege und wendeten Ihre Köpfe zu den Elben. Der Herrscher ging zu den Wartenden und betrachtete eine schmächtige Gestalt die zugedeckt auf der Liege lag. „Das dort ist mein Sohn Selas, ihm geht es nicht gut….. laut meiner wertgeschätzten Heiler, ist er dem Tode näher als dem Leben.“ Klang es gleichgültig, fast beiläufig von Iram „Ich habe gehört das Elben mit Magie heilen können, falls ihr ihn heilt, werde ich euch reich belohnen.“ Mit einer Handbewegung scheuchte er die Heiler an den Rand des Raumes, die lautstark protestierten und vor allerlei Gefahren von den Fremden warnten. „Wie alt ist dein Sohn Iram und weiß man woran er krankt, was es ausgelöst hat“ fragte Miwill laut und bat Galwin sie an die Liege zu führen. Galwin führte Sie an die Liege und nahm ihre linke Hand und zog Sie auf die Stirn des Jungen. Miwill lächelt kurz zu Galwin, dessen nahe Anwesenheit Sie spürte und bewegt nun die rechte Hand zum Brustkorb des Jungen. „Mein Sohn ist über 10 Sommer alt, und die Heiler vermuten dass er was gegessen hat, was besser in der Gosse liegen geblieben wäre. Aber Sie können ihm nicht helfen, alles was Sie versuchten half nicht“ Iram wirft einen bösen Blick zum Rand des Raumes „Viel Gold haben Sie bekommen und nichts geleistet“ Die Heiler schimpften und protestierten lautstark und man hörte das es auch Krankheiten gibt, die nun mal nicht zu heilen sind. Miwill konzentrierte sich und blendete die Stimmen um sie herum aus, ihr Gedanken kreisten immer mehr um den Jungen, ihre Hände vermittelten kalten Schweiß, Fieber, zittern des kranken Körpers. Vor ihrem inneren Auge erschien eine Schemenhafte Aura die den Körper des Jungen darstellte, die Leuchtkraft und die Farbtöne gaben Auskunft über seinen Zustand. Sie ließ ihre linke Hand weiterhin auf die Stirn des Jungen liegen und mit der rechten strich Sie sanft über dessen Brust, weiter hinab über den Bauch. Das Leuchten und Farbspiel vor ihrem inneren Auge ändere sich, der Kreislauf völlig geschwächt, die Blutbahnen schwach leuchtendes rotes Netzwerk, das Herz gesund aber entkräftet, die anderen Orange kurz vor dem kollabieren, aber nicht die Ursache… der Magen… wie ein Stein, völlig verkrampft, fast dunkel Braun, krankhaft.
Miwills geistige Kräfte griffen in das Organ und ließ gleichzeitig ihre rechte Hand auf dem Bauch liegen über den Magen. Die Ursache war nicht der Magen selber, das spürte Sie, es war im inneren, dort war etwas was nicht dort hingehörte, bösartig, giftig. Miwill verstärkte ihre Konzentration, ihre Heilende Magie wirkte nun im inneren des Organs, neutralisierte das Gift und fing an den Magen zu regenerieren. Äußerlich sah man Miwill nicht an, welche Kräfte Sie einsetze, hier und dort ein Murmel und leichte Bewegungen der Hände. Die Zeit verging, Stunden, die Heiler hatten längst zeternd den Raum verlassen und Iram war zurückgegangen in den großen Raum und gab sich seinen Genüssen hin. Nur Galwin und eine Frau die man vorher nicht bemerkt hatte, waren zusammen mit Miwill im Raum. Die Fremde beobachtet genau was die Elbin trieb, Galwin sprach Sie auch nicht an, um Miwill nicht zu stören. Er blickte die Frau die in feine Tücher gekleidet war und einfachen Schmuck trug an. Sie erwiderte kurz den Blick senkte dann demutsvoll ihren Kopf, die Augen gegen den Boden gerichtet. Derweilen wirkte Miwills heilende Magie immer weiter auf den kleinen Körper ein, ihre Hände bewegten sich nun in einem eigenen Rhythmus über den nun scheinbar schlafenden Jungen. Der Morgen kündigte sich schon zaghaft mit einem Leuchten im Osten an, schlug der Junge die Augen auf und sprach leise ein Wort: „Mutter“. Miwill lächelt erschöpft und erwiderte leise: „Schlaf weiter Selas, alles wird wieder gut“ Miwill zog nun ihre Hände zurück und sah müde und erschöpft aus. „Er ist vergiftet worden Galwin, jemand wollte dass er stirbt. Er hätte diese Nacht nicht überlebt.“ Galwin blickte etwas erstaunt zu Miwill, dann zu jener Stelle wo die seltsame Frau die ganze Nacht gestanden hatte, doch dort war niemand mehr. Ein Windhauch wehte den Vorhang ein Stück zur Seite und man konnte kurz ein Stück Türe sehen, die in einen andern Raum führte.
„Wir sollten gleich mit Meister Iram reden und nach einem Ort zum ausruhen fragen. Dann sehen wir weiter“ erwiderte Galwin und ging zu Miwill fasste Sie sanft an ihren Schultern. „Ja und jemand sollte hier bei dem Jungen sein und über Ihn wachen, wer weiß welch böser Geist hier sein Unwesen treibt.“ Erwidert Miwill und lehnte sich an Galwins Brust.

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » Sa 10. Aug 2013, 03:00

Kapitel 8
Verrat

„Ich bleibe solange bei Selas Galwin, geh zu Iram und sag Ihm dass man versucht hatte seinen Sohn zu vergiften. Er dürfte ziemlich überrascht sein“ sprach Miwill und setzte sich auf den Rand der Liege. „Ich werde mich beeilen, je schneller wir hier wegkommen umso besser für uns.“ Galwin zögert kurz dann weiter: „Ich habe ein ungutes Gefühl. Die Ablehnung die von einem Teil der Menschen kommt, ist nur all zu deutlich.“

Galwin drehte sich um und ging durch den Durchgang zurück in den großen Raum, in dem mittlerweile Stille herrscht. Die Kissen und andere Sitzgelegenheiten waren leer, die Tische abgedeckt und ein paar Leuchter verbreiteten ein schwaches Licht im Raum. Galwin sah sich um und entschied in Richtung des Einganges zu gehen, dort standen am Abend zuvor noch Wachen.

Miwill strich dem Jungen durch das Gesicht und hörte seinem ruhigen Atem. Mit einem Mal hatte Sie das Gefühl nicht mehr alleine im Raum zu sein. Aufmerksam lauschte Sie, war da nicht noch ein anders Geräusch, außer dem säuseln des Windes. Jemand versuchte leise den Raum mit nackten Füssen zu durchqueren. Die Art des aufsetzten der Schritte, verriet Miwill das die Person geschickt war und ihren Körper beherrschte, wie eine Tänzerin. Miwill spannte ein wenig an, drückte ihren Rücken durch und versuchte weiterhin den Bewegungen zu folgen und wer auch immer es war, Sie kam näher.
Miwill roch den Duft von Lavendel und Rosenöl und spürte gleichzeitig das die fremde Person unmittelbar neben Ihr stand. Eine vorsichtige Berührung an Ihrer Schulter lies Sie kurz zusammenzucken, und dann eine leise Frauenstimme. „Keine Angst, ich werde euch nichts tun, folgt mir bitte. Es ist dringend, keine Zeit für Erklärungen.“ Sprach die andere, mit drängender, teilweiser flehender Stimme und zog dabei an Miwills Arm. „Wartet, ich kann euch nicht so einfach folgen, meine Augen……“ erwiderte Miwill und stand zögerlich auf „und Galwin ist noch nicht zurück“ Der griff am Arm lies kurz nach, dann aber fester packend und ziehend „Lady, bitte ich führe euch, die Zeit sie drängt und ihr seid in Gefahr, mehr als ihr glaubt. Es wird nicht mehr lange dauern und Sie werden kommen“ sprach die Fremde weiter, ihr Ton war flehend. Miwill gab dem Zug den Sie am ihrem Arm spürte nach und folgte der Fremden, die Sie durch einen Vorhang führte. Es ging durch mehrere Gänge, Treppen und Durchgänge. Miwill versuchte sich den Weg so gut es ging zu merken, aber die Heilung hatte Sie erschöpft und auch das Verhalten der Fremden war nicht gerade dazu angetan, sich das merken des Weges zu verinnerlichen. Schließlich blieb die Fremde stehen und vom Gefühl her hatte Miwill den Eindruck das es ein größer Raum war, der nach Rosenholzöl duftet und in dem mehreren Personen sich aufhielten und eine weibliche Stimme deutlich und bestimmend sprach: „Danke Pena und bring bitte Tee und Gebäck für unsern Gast.“ „Ja Herrin“ sagte die Frau die Miwill geführt hatte. „Selina spiel doch ein Lied auf der Laute, am liebsten mein Lieblingslied“ sprach wieder die bestimmende Stimme. Eine Laute stimmte ein, recht laut und Rhythmisch kamen die Klänge. Jemand berührte Miwill am Oberarm und zog Sie mit sich. „Komm Miwill, wir setzen uns auf einige Kissen und reden, es ist wichtig“ klang es nun leise, während sie sich im Raum bewegten und dann auf Kissen nieder ließen. „Ich danke dir dass du meinen Sohn das Leben gerettet hast, darum werde ich euch jetzt helfen. Die Zeit ist knapp und ich weiß nicht wie schnell die anderen reagieren werden. Doch hütet euch vor Karem. Er ist Berater meines Mannes, aber er verfolgt eigene Ziele.“ Die fremde Frau schwieg kurz. Miwill müde zwar, aber nun doch überrascht, jemand drückte ihr vorsichtig ein Becher mit warmen Tee in die Hand. Miwills überlegte was das nun bedeutete für Sie und Galwin: „Wie ist dein Name“ fragte Miwill um etwas Zeit zu gewinnen und ihre Gedanken zu ordnen. „Oh verzeih, ich bin unhöflich, man nennte mich Sonja, einfach nur Sonja.“ Klang es nun fröhlich von der Fremden. „Ich bin die erste Frau von Iram, - eine von vielen Frauen.“ Klang es nun verbittert. „Eine Kriegsbeute wenn Ihr es wissen wollt, damit mein Mann ungehindert Handel mit den Küstenstädten treiben kann. Denn mein Vater kontrolliert den einzigen Pass der über das Gebirge zur Küste führt“
Miwill lauscht den Worten von Sonja und stellte noch eine weitere Frage: „Der Zugang wie wird er kontrolliert?“ „Der Pass führt mitten durch die Stadt hindurch, jeder der passieren will muss einen Wege Zoll zahlen, entweder in Münzen oder gibt ein Teil seiner Waren ab. Und deswegen hat Iram mich mit einer List gefangen genommen und meinen Vater erpresst.“ Klang nun bitter die Stimme von Sonja. „Aber das ist jetzt nicht wichtig, aber ihr müsst schnell die Stadt verlassen. Ich fürchte das man eure Anwesenheit ausnutzen wird.“ Miwill trank einen Schluck von dem heißen Tee, der einen leichten Geschmack von Schwarzen Tee und Minze hatte. „Wie meint ihr das mit ausnutzen“ stellte Sie dann Sonja die Frage. Nach einer Pause von mehreren Atemzügen sprach Sonja wieder: „Ich werde versuchen es kurz zu erzählen. Der Großvater von Karem war eins der Herrscher über dieser Stadt gewesen, er herrschte grausam und viele Strafen wurden oft in Todesstrafen umgewandelt. Wer seine Steuern nicht bezahlen kann Todesstrafe, wer widersprach Todesstrafe und wer dem neuen Gott Borem nicht huldigte, Todesstrafe. So ging es viele Jahre das Volk hatte keine Kraft mehr sich aufzulehnen. Bis eines Tages eine Fremde in die Stadt ritt. So eine hatte man noch nie gesehen, sie strahlte eine Zuversicht aus, eine Aura der Aufrichtigkeit und Selbstbewusstsein. Die damaligen Soldaten wussten nicht wie Sie sich verhalten sollten, also ließen Sie sie passieren die Tore. Sie sprach zum Volk und noch in der selbigen Nacht, brannte der Palast und der Herrscher verlor sein Leben, der Gott Borem wurde aus der Stadt verbannt. Ein neuer Herrscher wurde ernannt, der damalige Meister der Wasser. Seitdem wird jeder neue Herrscher der Stadt En Kardir Meister genannt. Aber die Familie von Karem lebt noch immer hier und Karem will insgeheim die Alte Zeit aufleben lassen und Rache üben.“ Sonja hatte sich immer mehr in Rage geredet und zum Schluss war Sie fast Atemlos. Miwill hörte aufmerksam zu und dachte nach wer wohl die Ritterin war und ahnte schon wer es war.
Sonja hatte sich ein wenig beruhigt und sprach nun weiter: „Später haben wir erfahren das es eine Elbin war und die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, alles Dunkle zu bekämpfen, daher der auch der Hass von Karem auf Elben und seine Anhängerschaft wird von Tag zu Tag grösser. Mein Mann hört fast nur noch auf seinen Rat, seine Gedanken scheinen mir vergiftet.“ Miwill holte ein wenig Luft und fragte: „Aber warum wurde euer Sohn vergiftet, wäre nicht eurer Mann das eigentliche Opfer.“
Ein auflachen erklang und Sonja sprach weiter: „Mein Sohn wäre der Nachfolger von meinem Mann als Meister der Stadt, Karem hätte nichts davon, aber wenn der Sohn stirbt und nun ja, der Vater später auch durch einen Selbstmord aus Kummer, könnte Karem sich durchsetzten und Meister werden.“ Miwill dachte nach und trank einen weiter Schluck vom Tee und sprach zu Sonja: „Karem hasst die Elben und nun vermutest du das er es irgendwie ausnutzen wird, aber wie.“ Sonja erwiderte leise: „Ich weiß nicht wie, aber alles was ich von Karem weiß, ist nichts Gutes und ein Satz den ich heute belauscht habe von ihm war: Nun sind Sie wieder hier, doch nun kommt meine Rache.“ Miwill setzte den Becher auf den Tisch ab, dessen Tischplatte vorher ertastet hat und fragte: „Was sollen wir tun, einfach fliehen“ Sonja erwidert sofort: „Ich habe einige Vorbereitungen bereits getroffen und in kurzer Zeit ist es soweit, Pena und Selina werden euch beide aus der Stadt bringen und über die Landesgrenze.“ Sonja klatschte kurz in die Hände und reif:“Selina, Pena ihr wisst was zu tun ist, geht und eilt euch.“ „Jawohl Herrin“ erwiderten beide und huschten davon.

Galwin folgte den Gängen in Richtung des Einganges weiter, viele Türen die hintern den Tüchern geschickt verborgen waren, verschlossen nun viele Durchgänge.
Der Palast war sehr weitläufig und großzügig angelegt, so mancher Gang erwies sich als Sackgasse und die verschlossen Durchgänge zwangen Galwin zu Umwegen. Endlich erreichte er den Ausgang, ein einer Seite, an einer Säule gelehnt stand eine Wache, den Speer an die Wand gestellt, aus einer Seitentüre erklang leise ein Schnarchen. Die Wache an der Säule richtete sich auf, als Sie Galwin bemerkte und griff nach dem Speer und fragte ungehalten. „Was kann ich für euch tun“ Galwin überlegt wie er der Wache antworten soll, entschied sich einfach neutral zu bleiben: „Ich suche Meister Iram, es ist wichtig.“ Die Wache blickte Galwin missmutig an, überlegte wohl was Sie dem Elb antworten soll: „Kommt mit, ich bring euch zu Karem, der selbst Meister will jetzt nicht gestört werden. Karem ist bereits wach und wird euch anhören und dann entscheiden.“ Die Wache drehte sich um und ging durch einen Seitengang ohne auf den Elb zu achten. Galwin fluchte innerlich und folgte der Wache. Sie gingen durch mehrere Gänge und eine Treppe nach oben und schließlich standen Sie vor einer verschlossen Türe deren Verzierungen auf einen Bewohner mit Stand schließen ließen. Die Wache klopfte an und augenblicklich erklang eine Stimme die „Her rein“ rief, die Wache trat ein und verschwand im Raum, Galwin wartete höflich im Gang. Kurzen Augenblick später winkte die Wache Galwin in den Raum. Galwins Blick schweiften schnell durch den Raum, der sich voller Bücher und Instrumenten präsentierte, hinter einem Schreibtisch der vollgestellt war mit Stapeln von Pergamenten stand ein hager Mann, mit dunklem Haar und leicht grauen Vollbart. Seine grauen Augen blickten abschätzend Galwin an und ein kurzes Zucken seiner Mundwinkel wahren alles und mit einem Lächeln dann sprach der Mann: „Seit Gegrüßt Elb Galwin, ich bin Karem Berater vom Meister dieser Stadt. Es tut mir leid das wir uns jetzt erst kennenlernen, sprecht was bedrückt euch.“ Galwin vernahm die Stimme von Karem, die dunkel klang, aber irgendwie nicht aufrichtig, eher lauernd. Galwin überlegte kurz wie viel er erzählen sollte und endschied sich: „Der Sohn des Meisters Iram wurde vergiftet und wäre fast gestorben. Darum muss ich mit Iram sprechen, wer auch immer seinen Sohn vergiftet hat, er muss sich im Palast aufhalten.“ Karem hob seinen rechten Arm und strich mit der Hand über seinen Bart: „Eine sehr gewagte Behauptung Elb Galwin, habt ihr Beweise oder kennt ihr den Attentäter.“ Klang es ernst von Karem. „Nein, wir wissen nur dass der Junge vergiftet wurde und sein Vater sollte es so schnell wie möglich erfahren.“ Erwiderte Galwin und erwartet jetzt das übliche Frage Antwortspiel und wurde überrascht. „Ihr habt Recht Elb Galwin, Meister Iram sollte so schnell wie möglich erfahren, dass man seinen Sohn töten wollte. Ich werde die Wache anweisen euch zu Meister Iram zu bringen, so könnt ihr selber es ihm berichten.“ Karem rief die Wache wieder rein und sprach leise mit dieser einige Worte, dies nickte und blickte geradewegs Galwin an. „Bring den Elb Galwin auf den kürzesten Weg zu Meister Iram ohne Umwege.“ Sprach Karem und nickte Galwin zu. Galwin erwiderte das nicken und schaut nun die Wache an, die daraufhin durch eine andere Türe den Raum verließ. Die Wache eilte mit großen Schritten voran, mehrere Türen passierten Sie und der Abstand zur Wache wurde ein wenig grösser. Galwin hing seinen Gedanken nach, das Treffen mit Karem ging ihm nicht aus dem Kopf. Die Stimme von Karem klang nach Triumpf, als er der Wache den Befehl gab Ihn zu Meister Iram zu bringen. Ein plötzliches Rassel von Ketten und das schwere scheppern von Eisen auf Steinboden ließ Galwin erschrocken umdrehen. Eine Eisenbeschlagen Türe versperrte den Rückweg und im selben Augenblick das gleiche scheppern in seinem Rücken. Galwin drehte sich schnell um und hatte im gleichen Augenblick sein Schwert in der Hand, doch es war niemand im Raum. Galwin fluchte, was wurde hier gespielt, eine Falle warum. Sein Blick suchten die Wände ab, eine dritte Türe erregte seine Aufmerksamkeit, aber auch diese war verschlossen und massiv. Der Raum war bis auf einen Stuhl leer, keine Fenster, nur ein Deckenöffung die Licht hineinließ und selbst diese war vergittert. Galwin steckte sein Schwert wieder ein und kam zum Schluss, dass er den Mörder oder zumindest den Auftraggeber bereites gefunden hat.

Seinem Gefühl nach ist eine weitere Stunde vergangen, seit die Falle zugeschnappt hatte und die Untersuchung des Raumes hatte nichts erbracht, so setzte sich Galwin auf den Stuhl und wartet. Auf einmal ein Geräusch, jemand öffnetet eine Türe, das Schloss klickte und die dritte Türe im Raum öffnete sich und eine zierliche Frauengestalt erschien in der Türöffnung, feste Kleidung wie zu einem Ausflug kleidete die Fremde. Galwin schätzte das Alter der Fremden auf knapp 17 oder 18 Menschenjahre, sie hob ihren linken Arm und der ausgestreckte Zeigefinger der linken Hand zu den Lippen und winkte mit der anderen Hand. Galwin erhob sich und ging zu der Fremden Frau und folgte Ihr. Nach einiger Zeit durch schmale Gänge, sprach die Fremde leise: „Ich bin Selina, folgt mir leise, wir werden einige gefährliche Räume durchqueren, eure Gefährtin ist in Sicherheit. Die Soldaten sind alarmiert, wir müssen uns beeilen.“ Galwin nickte nur stumm und folgte Selina.
Nach einiger Zeit und durch viele Gänge und noch leeren Räumen standen Sie vor einer Türe und Galwin roch die Pferde und blickte fragend zu Selina und diese sprach leise: „Meine Herrin und meine Schwester Pena haben alles für eine Flucht vorbereitet. Die Pferde sind gesattelt, mit Wasser und Proviant versorgt. Ich hoffe Sie sind unbehelligt bereits im Stall.“ Selina öffnete leise die Türe und blickte in den Stall.

Sonja nahm Miwills Hand: „Kommt wir müssen gehen, ich bringe euch zu den Ställen, Pena hat schon alles vorbereitet. Ihr müsst die Stadt verlassen und euch nach Osten wenden, zu dem Kaiserreich Garther. Dort seid ihr sicher.“ Miwill erwidert:“ Aber wir müssen zur Küstenstadt Cognis, dort ist unser Ziel.“ Sonja erwidert: „Dort werden die Soldaten meines Mannes als erstes suchen, weil es der Kürzestes Weg ist, aus der Wüste, aber das ihr den langen Weg durch die Wüste nehmt, das werden Sie kaum erwarten.“ Miwill seufzte und folgte müde Sonja durch den Palast, die Ihre Hand fest hielt.

Galwin und Selina hatten die Pferde vors Tor des Stalles geführt und warteten ungeduldig, die Sonne schickte ihre ersten Strahlen übers Land. Dann ein Geräusch, Galwin drehte sich rum, die Hand am Schwert, doch dann entspannte er sich, als er Miwill erkannte mit der Fremden Tänzern: „Schnell zischte er.“ Und half Miwill aufs Pferd. Selina und Pena schwangen sich auf die anderen Pferde, nur Sonja blieb wo Sie war. Selina sprach hastig: „Wir müssen los, die Soldaten sind gleich hier und der Torwächter wird nicht mehr lange warten.“

Galwin blickte zu Sonja, doch diese winkte ab: „Reitet, mein Platz ist hier und bei meinem Sohn. Eilt euch, vielleicht kann ich noch etwas Zeit für euch verschaffen. Und Danke Elbin Miwill, das ihr meinen Sohn gerettet habt.“ Sonja winkte kurz und verschwand wieder in dem Stall, kurz darauf ertönte ein Horn. Selina blickte auf: „Es ist soweit, Sie wissen Bescheid, wir müssen los.“
Galwin nickte Selina zu und alle ritten im Galopp durch das Tor hinaus in die Stadt, keiner sah wie der Torwächter das Gold zählte und als die Reiterschar das Tor passierte diese schloss.

Sie ritten weiter im Galopp durch die Straßen, die wenigen Menschen sahen verwundert den Reitern nach.
Nach einigen Minuten erreichten Sie die Stadttore, Selina holte aus und warf dem Hauptmann der Torwache ein Säckchen zu, dieser fing es geschickt und öffnete es sogleich, Goldene Münzen fielen in seine Hand und sein Kommando erschallte: „Schließt die Tore“

Selina führte Sie tiefer in die Wüste, erst gegen Norden und nachdem die Stadt hinter den Hügeln verschwunden ist, gegen Osten. Galwin führte sein Pferd nebens Selinas. „Wir müssen nach Norden zur Küstenstadt Cognis, dort ist unser nächstes Ziel.“ Selina blickte kurz zu Galwin: „Dort werden Sie uns als erste suchen, im Kaiserreich Garther das im Osten liegt sind wir sicher. Von dort gibt es viele Weg, die überall hinführen.“ Selina lächelt Galwin an. Galwin erwiderte: „Sie werden unsern Spuren folgen und die weisen nach Osten.“ Selina lachte: „Gleich kommt der Morgenwind aus dem Süden, er wird die Spuren verwehen.“

Der Soldat stand vor Karem und erstattet Bericht: „Herr, Sie sind nicht mehr im Palast, auch ihre Pferde sind fort. Sie müssen etwas geahnt haben.“ Karem ballte die Hände zu Fäusten und nach einigen Minuten sprach er wuterfüllt: „Schickt eine Hundertschaft Reiter aus, Sie sollen die Elben fangen. Nein Wartet, Sie sollen Sie tot zurück bringen und nicht ruhen bis Sie sie haben.“
Der Soldat blickte erstaunt. Karem weiter: „Und holt die Kopfgeldjäger, Sie bekommen 1000 Goldmünzen für die Köpfe der Elben, los geht.“ Der Soldat zögerte und Karem blickt ernst zu dem Soldaten: „Sie haben den Meister Iram getötet und das erfordert die Todesstrafe und nun geht.“ Der Soldat entfernt sich eiligst aus dem Raum. Karem stützt sich schwer auf dem Schreibtisch, seine Gedanken hasserfüllt und dann öffnet er eine Schublade und zog den Dolch hervor. „Nun Meister, es wird Zeit für dich und danach werde ich mich um Sonja kümmern, auch ich brauche mal etwas Entspannung.“ Klang ein Heisers Lachen aus den Gemächern von Karem.

Kapitel 9
Hexen

Seit über 2 Wochen ritt die kleine Schar durch die Wüste, der stetige Wind trieb den Sand vor sich her. Der Sand all gegenwertig, überall, in jeder Körperfalte, in jedem Stoff, zwischen den Zähnen, selbst in den Trinkschläuchen.
Galwin bemerkte das Selina und Pena Kinder der Wüste waren, ihnen schien es nichts auszumachen. Selbst die Körperreinigung machten die beiden mit Sand und jetzt wo Sie von der Stadt weg waren, lachten und scherzten die Beiden unbeschwert. Galwin erfuhr das die beiden Geschwister waren, Selina war 3 Jahre älter wie Pena. Selina hat letztes Jahr den achtzehnten Sommer erlebt und nächsten Mondaufgang würde es ihr Neunzehnten werden. Müde ritten und zwischendurch gingen Sie durch den Sand, über hohe Dünen, endlos der Horizont.
Das Wasser wurde knapp, vielleicht noch 2 Tage, mehr nicht, die Pferde erschöpft, das letzte Essen war vor 4 Tagen.

Dann nach einer Düne am Horizont ein grüner Streifen, sogleich beschleunigten sich die Schritte. Der Streifen wurde schnell grösser und breiter. Nach weiteren scheinbaren endlosen Stunden, gegen Abend dann die ersten Sträucher mit etwas Grünem. Die Hitze ließ nach und etwas kühle Luft kam ihnen entgegen, noch ein Stück und der Boden senkte sich. Ein kleines Bachbett tat sich auf, ein Rinnsal aber frisches Wasser. Menschen, Elben und Pferde stürzten auf das Rinnsal, tranken das frische Wasser und blieben dann erschöpft liegen, stehen und schliefen ein.

Galwin erwachte am nächsten Morgen und weckte die anderen, sie mussten weiter ziehen, ihre Vorräte waren erschöpft, das Land gab noch zu wenig her. Und so ritten Sie weiter gegen Osten, die Sträucher wurden zu Bäumen, der Boden wurde weicher, und überall wuchs Gras. Beeren, Knollen, viele andere Kräuter und auch Kleinwild ergänzten jetzt ihre Nahrung und schnell erholten Sie sich.

Sie folgten nun einem Pfad seit 2 Tagen, der Sie in einen Wald führte, der fast schon die Elben an ihre Heimat erinnerte. Dann eine kleine Lichtung und Galwin lies Sie alle anhalten, schaute sich die Lichtung an, eine kleine Hütte am Rand erregte seine Aufmerksamkeit. Er beobachtete sie eine Weile, doch nichts rührte sich.
Die Hütte schien mitten in den Wurzeln des Baumes zu stehen, volle Blätter und anderen Pflanzen.

„Ich werde vorreiten zur Hütte und euch ein Zeichen geben, wenn alles in Ordnung ist.“ Sprach Galwin und sah zu Selina und Pena. Miwill und die Geschwister hatten sich auf der Reise angefreundet und erzählten sich so mache Geschichte. Die Schwestern nickten heftig und tuscheltet wieder, Galwin seufzte und ritt langsam über die Lichtung zur der Hütte, die unter den Bäumen fast nicht auszumachen war. Doch nichts passierte, alles still, selbst der Wald schien den Atem anzuhalten.
Galwin blickte sich um an der Hütte, ein Kräutergarten mit zertrampelten und geknickten Pflanzen, der Zaun beschädigt, die Türe hing schief im Rahmen, verschiedene Regale waren umgestürzt, ein Gestell wo Kräuter zum trocken hingen, lag auf dem Boden. Alles machte den Eindruck von Unordnung. Das Gras in der Umgebung hatte sich längst wieder aufgerichtet, Galwin stieg langsam vom Pferd, bereit zu reagieren, doch es war alles still. Galwin blickte zum Rand der Lichtung wo die anderen standen, dort schien alles ruhig zu sein, so wendetet er sich der Türe zum inneren der Hütte zu und ging vorsichtig ins Innere.

Im Innern setzte sich das Chaos fort, im halbdunkeln umgestürzte Stühle und Tische, Kräuter lagen zertrampelt auf dem Boden. Zerbrochene Tonkrüge auf dem Boden, der Raum roch nach Ölen und anderen Gewürzen. Überall beschädigte Gegenstände, Pergamente auf dem Boden, Galwin ließ sein Blick durch das Innere schweifen, doch hier war keine Gefahr mehr, so trat er aus der Hütte und winkte den anderen.

Kaum angekommen schnatterten die Geschwister los, scherzten und neckten sich. Miwill ließ sich von Galwin in die Hütte führen. Galwin beschrieb ihr was er vorgefunden hatte und Mitwill schloss aus der Beschreibung das es sich um ein Kräuterkundige gehandelt habe, die Salben und Öle hergestellt hatte. Die Gerüche der verscheiden Salben und Öle würden zur einen Heilkundigen passen, Galwin fand in der zwischen Zeit, die Kleidung einer einfachen Frau.

Pena kam aufgeregt in die Hütte: „Galwin kommt schnell, wir haben etwas entdeckt, schnell.“ Galwin schaut verwundert zu Pena und folgte ihr nach draußen. Pena führte ihn zur Seite der Hütte und dort standen Zeichen, die mit Pech auf der Hüttenwand geschrieben waren und Pena Buchstabierte mit stolzer Stimme: „ H….e…..x…e……. Hexe“ klang kichert ihre Stimme: „Hexe, ich kann lesen, Selina ich kann lesen.. ich habe die Buchstaben gelesen“. Galwin sah sich aufmerksam die Buchstaben an, während Pena zur ihrer Schwester rannte. Nachdenklich ging Galwin wieder zurück zu Miwill und erzählte ihr von den Buchstaben die das Wort Hexe ergaben. Miwill dachte nur kurz nach und erwiderte: „Hexen, das waren Kräuterkundigen Frauen meistens, die auch viele Heilsalben kannten und auch in vielen anderen Dingen immer ein Mittel wussten. Sie halfen bei der Geburt, oder bei Knochenbrüchen. Immer hatten Sie einen Tee oder Salbe bereit. Das Wissen wurde weiter vererbt, selten Fremden verraten.“
Galwin nickte und auch die Geschwister hatten gehört was Miwill erzählt hatte. Galwin befand das hier Ihnen keine Gefahr mehr drohte und so schlugen Sie hier Ihr Lager auf. Die Nacht brach an und alle begaben sich zur Ruhe, endlich genug zu essen und Wasser im Überfluss.
Die Schwestern legten sich in das Bett in der Hütte und schliefen augenblicklich tief und fest ein. Galwin wachte draußen und döste vor sich hin, in der Gewissheit schnell genug zu reagieren.

In der Nacht kam Wind auf, die Windspiele in den Bäumen klirrten, irgendwo klapperte eine Pfanne, eine Lade von dem Fenster klappte auf und zu, all das gab ein Rhythmus der Miwill in ihrer Meditation erreichte. Leise formte sich eine Melodie….. kling klang kling klang poch, kling klang kling klang poch…… ohne es bewusst zu wollen formten sich leise aus der Ferne Worte in Miwills Gedanken: „Hex hex….. hex hex …… hex hex…. hex hex….. hex hex…. hex hex…..
wer sucht mich
wer jagt mich
wer will mehr
wer kommt näher
auch wenn ich mich versteck
findet ihr
einen Weg

hex hex…. hex hex…..

Tief in den Flüssen ruht meine Seele

Kommt sofort
treibt mich fort
aus dem Wald
mit Gewalt
drückt mich tief
in den Fluss
kämpf ich dort
bis zum Schluss

hex hex…. hex hex…..

Tief in den Flüssen ruht meine Seele
Tief in dem Meere treibt meine Kehle

hex hex…. hex hex…..

Jetzt bin ich
rauf zum Licht
hoch empor
bis zum Tor
tret ich ein
voller Gier
hexen kann
ich auch hier

hex hex…. hex hex…..

Tief in den Flüssen ruht meine Seele
Tief in dem Meere treibt meine Kehle


kling klang kling klang poch, kling klang kling klang poch, leise verstummt die Melodie und der Morgen bricht an.

Verwirrt streckt Miwill ihre Glieder und steht langsam auf und versucht sich zu orientieren: „Galwin, Galwin“ rief Sie erst leise, dann lauter. Ein Poltern von einem umfallenden Stuhl erklang, dann schnelle Schritte, die Türe poltere zur Seite.
„Miwill, was ist“ erklang die Frage von Galwin, bereit jede Gefahr zu verbannen, die Miwill bedrohen könnte, sein Blick suchte in der Hütte nach Feinden, doch niemand war hier. „Galwin gibt es in der Nähe einen Fluss.“ Erklang Miwills Frage. Galwin überlegte etwas und antwortete etwas verwirrt: „Ich sah einen See in der Nähe, ein kurzes Stück Fußweg von hier.“
„Führ mich hin, dort ist jemand, bitte.“ Sprach nun Miwill leise und Galwin schaute etwas irritiert.

Beide traten aus der Hütte, verschlafen folgten die Schwestern etwas später. „Was ist los“ fragte Pena verschlafen, ihre Schwester kam etwas später aus der Hütte. „Wir gehen zum See, dort ist jemand, zu mindes vermute ich es“ antwortete Miwill und Galwin führte Sie in Richtung Wald, wo er den See gesehen hatte.
„Oh ja, gehen wir zum See, Selina hast du schon mal einen See gesehen. Ich noch nicht, komm laufen wir vor.“ rief Pena begeistert.

Galwin führte Miwill durch den Wald hinunter zum See, während dessen erzählte Miwill was Sie in der Nacht gehört, gefühlt hatte. Das eine Melodie Sie in ihrer Meditation erreicht hatte und Sie vermutet weiter, das es die Seele der Bewohnerin der Hütte war. Ganz sicher war Sie sich nicht, aber zumindest wollte Sie versuchen Sie zu finden und der See war das nächste Gewässer.

Kaum am See angekommen ertönte schon die Stimme von Pena: „Kommt hier ist ein Boot, wir müssen es nur zurück ins Wasser schieben und können auf den See herumfahren.“ Erklang lachend ihre Stimme und Galwin seufzte, diese Pena war viel zu munter und quirlig.

„Galwin, wir müssen auf den See, ich glaube dort auf dem Grund ist jene die wir suchen.“ Flüsterte Miwill und Galwin schaute Sie an: „Ich muss tauchen zum Grund des Sees, wer weiß wie tief er ist, das kann dauern Miwill. Willst du wirklich das ich suche, oder war das nicht einfach nur ein Traum.“
Miwill schüttelt den Kopf: „Mein Gefühl sagt mir, das dort etwas ist, wir sollten es versuchen… bitte.“ Klang Miwills Stimme fast schon flehend.

Galwin blickte von Miwill zu den beiden Schwestern, die sich am Boot zu schaffen machten: „Wie sieht das Boot aus, können wir damit auf den See fahren.“ Pena nickte eifrig und zerrte am Boot, ihr Schwester Selina fasste an die Seite vom Boot, schüttelt ihren Kopf und zog nun ebenfalls. Galwin kam hinzu und zu dritt schafften Sie da Boot in das Wasser. Ruder lagen noch im Boot.

Galwin half Miwill ins Boot, die Schwestern stiegen ebenfalls ein, Pena jauchzte und packte die Ruder und fing an wild zu schlagen an. „Langsam Kleine, so geht das nicht, lass mich das erst mal machen und schau zu“ sprach Galwin und zog Pena sanft von der Ruderbank und drückte Sie zu Miwill, die im Heck des Bootes auf der Bank hockte. Galwin packte die Ruder und lies sie ins Wasser tauchen, das Boot entfernte sich vom Ufer, der Bug zeigte in die Seemitte. „Wie weit Miwill und welche Richtung“ fragte Galwin. Miwill drehte ihren Kopf eine wenig und zeige in eine Richtung die der Seemitte entsprach. „Dann mal los, sehen wir nach was dort sein könne“ erwiderte Galwin, Pena uns Selina kicherten und fasten immer wieder ins Wasser um sich Nass zu spritzen, Miwill schwieg.

Galwin brachte das Boot schnell auf Fahrt zur Seemitte, dabei bemerkte er, dass der See einen Zulauf hatte, ein kleiner Fluss mündete in den See. Kaum in der Mitte des Sees, macht Miwill ein Zeichen: „Warte, langsam mehr in diese Richtung.“ Sprach Miwill und deutet die Richtung an. Galwin versuchte die Richtung einzuschlagen, was nicht ganz so einfach war, weil das Boot träge auf Richtungsänderung reagiert, aber irgendwann meinte Miwill das Sie an der Richtige Stellen sein. „Und jetzt Miwill, was sollen wir tun.“ stellte Galwin seine Frage, während die Schwestern weiter plantschten und jauchzenden und sich immer wieder nass spritzten.

Miwill dreht ihren Kopf etwas: „Sie ist dort unten.“ „Sie“ klang Galwins Gegenfrage „Bist du dir da sicher, dass es eine Frau ist.“ Miwill nickt und Galwin seufzt und fängt an sich aus zuziehen, die Schwestern kichern und blicken verstohlen zu Galwin, schließlich schwingt Galwin seine Beine über den Bootsrand ins Wasser. Das Wasser fühlte sich frisch an und kalt, aber nicht so kalt und mit einem Ruck stieß sich Galwin vom Bootsrand ab. Tauchte ins Wasser ein, kam prusten noch Mals hoch: „Ich tauche jetzt zum Grund, hoffentlich ist es nicht so tief.“

Galwin tauchte mit einem schnellen Arm Stoß in die Tiefe, die Sonne erleuchtet das klare Wasser bis zum Grund, der zwischen 4 und 6 Meter von der Wasseroberfläche entfernt war. Pflanze die mehrere Meter hoch waren, wuchsen vom Grund gerade nach oben und wiegten sich in einem unsichtbaren Rhythmus.
Nach einigen Minuten schwamm Galwin wieder nach oben zur Wasseroberfläche und hängte sich an das Boot und verschnaufte. „Das könnte dauern, der See ist groß, bist du dir sicher Miwill das es hier ist.“ Galwin holte mehrmals tief Luft und verschwand wieder unter Wasser.
Nach fast zwei Stunden des immer wieder Tauchens und immer längeren Pausen, zog sich Galwin ins Boot, mit Hilfe von Pena und Selina. Miwill nahm Galwins Kopf zwischen ihre Beine. „Ruh dich aus, es muss ja nicht heute sein, vielleicht war es nur ein Traum.“ Sprach Miwill leise. Selina nahm Galwins Mantel und legte diesen über Galwin, nicht ohne eine verstohlen Blick auf seinen nackten Körper zu werfen.

Das Boot trieb ein wenig in der warmen Mittags Sonne vor sich hin, Galwin wärmte sich auf. Nach einer gefühlten Stunde erhob sich Galwin wieder und schwang wieder seine Beine ins Wasser und tauchte ein. „Ich werde es nochmals versuchen, bis ich zu müde bin, dann sehen wir weiter Miwill“ Miwill lächelt und sagte: „ Danke“ Galwin tauchte schnell nach unten um keine Zeit zu verlieren. Da das Boot etwas abgetrieben war, versuchte Galwin unter Wasser wieder in die Ursprüngliche Richtung zu tauchen, zwischen den Pflanzen war es nicht einfach die Orientierung zu halten.
Kurz bevor er wieder auftauchen wollte, sah er etwas zwischen Pflanzen, was nicht hier hin passte. Doch er musste wieder an die Oberfläche um Luft zu schöpfen.
An der Oberfläche angekommen, winkte er den Schwestern zu, dass Sie das Boot zu ihm bringen sollen.
Die beiden schafften es das Boot langsam in seine Richtung zu bringen. Galwin fasste nach dem Heck und zog sich etwas hinauf. „Ich brauche ein Messer, hier unten ist ein großer Leinensack, von der Größe her könne ein Mensch darin stecken.“ Sprach Galwin schnaufend, während Pena Ihm ein Messer reichte.
Galwin hielt das Messer fest in seiner rechten Hand, holte tief Luft und verschwand wieder unter Wasser.

Pena und Selina, beobachteten die Wasseroberfläche, vereinzelt steigen Luftblasen hoch, die nur erahnen lassen, wo sich Galwin befindet. Still zählte Selina die Sekunden und dacht bei sich, wie beeindruckt Sie von dem Elb wahr und hoffte dass Ihm nichts passierte.
Selina fragte schließlich vor lauter Neugierde Platzend Miwill: „Woher weißt du das es hier ist und nicht irgendwo anders auf dem See.“ Miwill hob den Kopf ein wenig in den Himmel und antwortete: „Ich habe es einfach gefühlt, das ist schwer zu beschreiben. Du würdest wahrscheinlich es als Bauchgefühl beschreiben.“

Galwin tauchte wieder zurück und fand auch gleich die Stelle wieder und der Leinensack tauchte zwischen den Pflanzen auf. Mit kräftigen Schwimmbewegungen schwamm er zu der Stelle, packte den Leinensack und versuchte ihn zu heben, aber dieser rührte sich kaum vom Grund. Mit dem Messer in der Hand, fing er an die Nähte aufzutrennen. Nachdem ein Drittel der Nähe durchtrennt waren, sah Galwin ein paar zierliche gefesselte Hände, schnell trennte er weiter auf. Weit aufgerissene grüne Augen schauten leblos Galwin an, dunkel rotes Haar umrahmte das Schmale und mit hohen Wangenknochen hellhäutige Gesicht. Der Mund noch aufgerissen, die Lippen blass rot. Galwins Lungen fingen an zu brennen, so packte er die Frau an einem Arm und zog sie nach oben. Kaum durchbrach sein Kopf die Wasseroberfläche, schnappte Galwin jappend nach Luft, seine Lungen brannten und zogen gierig die Luft ein. Selina sah Galwin und trieb das Boot zu Galwin, der ca. 5 Körperlängen aufgetaucht war. Gemeinsam schafften Sie es, den Körper der Toten in das Boot zu hieven. Das Boot lag nun tief Wasser und Miwill sah man deutlich an, das es Ihr nicht behagte, so ruderte Selina das Boot langsam zum Ufer zurück. Galwin erholte sich langsam und schickte Pena eines der Pferde zu holen, um die Tote zum Haus zurück zu bringen. Pena rannte los durch den Wald zum Haus um ihr Pferd zu holen, in der zwischen Zeit, löste man die Fessel von den Händen und Füssen der unbekannte. Galwin schloss die Augen der Toten Frau: „Welchen Namen mag Sie wohl gehabt haben und warum ertränkte man Sie“ fragte Miwill bedrückt, als Sie die Tote abtastet und keinerlei Lebensfunken spürte. Selina antwortete: „In manchen Gegenden, Königreichen werden Frauen wie auch Männer verfolgt, wenn man Sie für Hexen hält, weil man sie verdächtigt mit dem Teufel im Bund zu sein, wegen ihrer Heilkunst. Für viele Menschen ist das Zauberei und die kann nur vom Bösen kommen. Oder man hat halt rote Haare wie diese Frau.“
Nach einer kurzen Pause sprach Selina weiter: „So mancher Ehemann denunzierte seine Ehefrau der Hexerei um Sie los zu werden, die werden oft auf einem öffentlichen Platz verbrannt, oder auch ertränkt.“
Miwill schüttelt ihren Kopf und presste Ihre Hände gegen die Brust: „Welch ein Unsinn. *seufzte dann* wir sollten Sie begraben an ihre Hütte.“

Pena kam mit ihrem Pferd angeritten und Galwin hob die Tote auf das Pferd und alle gingen dann zurück zur Hütte im Wald. Dort hoben Sie ein Loch im Boden aus, neben der Hütte aus und beerdigten die Frau. Ein großer aufrecht stehender Stein markierte das Grab, Pena ritzte ein Symbol ein, da Sie von der Unbekannten keinen Namen hatten. Galwin musterte das Symbol, welches einen Stab darstellte, wo sich 2 Schlangen windeten und fragte Pena danach. „Das ist das Zeichen der Heiler und da wir ihren Namen nicht kennen, dachte ich mir, wenigsten ein Zeichen auf den Grabstein zu ritzen. Ich finde das hat Sie wenigsten verdient.“ Sprach traurig Pena. Sie blieben noch 3 Tage in der Hütte mitten im Wald und erholten sich, sammelten Kräfte für die Weiterreise zum Kaiserreich Garther.


(Der Original Text von „Hexen“ ist von der Gothic Sängerin Mina Harker)

Kapitel 10
Das Böse der Nacht

Sie ritten nun schon mehr als 8 Tage durch das Land, die Wälder wandelten sich, immer mehr Laubbäume bestimmten das Bild. Das Land wurde flacher und dazwischen immer mehr weite Flächen mit saftigen Wiesen. Hier und dort kleine Siedlungen, die Menschen dort waren freundlich, hilfsbereit und freuten sich etwas Neues zu hören und zu sehen. So reisten Sie weiter, die Straßen waren mittlerweile gepflastert, so dass Sie schnell vorankamen. Selina und Pena scherzten oft und trieben ihre neckischen Spiele in dieser Zeit. Selten das die Beiden von ihrer Zeit im Palast redeten und wenn, das alles von strengen Regeln und Abläufen bestimmt war. Über Sonja sprachen Sie nur gutes, das Sie streng war aber gerecht.

Am Horizont tauchen dunkle Wolken auf, der Wind frischte auf, das Laub wirbelte auf und erste Regentropfen fielen zu Boden, am Himmel vereinzelt Blitze, Donnergrollen hallte über das Land. Die Pferde wurden unruhig, so trieb Galwin die kleine Gruppe schnell weiter, denn er hatte in der Ferne ein paar Gebäude ausgemacht, die von Bäumen umsäumt war.
Um zu der Siedlung zu kommen, verließ die kleine Gruppe die Straße. Der Weg zu den Häusern war ziemlich zugewachsen von Gräsern und kleinen Büschen gesäumt. Galwin fand es ungewöhnlich, aber das drohende Unwetter das anrollte, ließ seine Bedenken schnell verblassen.

Die Häuser in der Ortschaft waren leer, die Fenster blind, die meisten Dächer eingefallen, Türen standen offen, überall sah man den Verfall. Ställe ohne Vieh, die Koppeln leer, die Brunnen in der Siedlung zusammengestützt. Sie ritten bis zum kleinen Markplatz, Galwin sah sich um und entschied sich für einen großen geräumigen Stall, dessen stabile Balken einen soliden Eindruck machten. Sie ritten durch das Tor in den Stall, dort angekommen stiegen Sie von den Pferden und sattelten ab und Selina führte die Pferde ans Ende des Stalles. Dort angekommen, sperrte Selina den Teil des Stalles notdürftig mit ein paar Balken, die auf dem Boden lagen, den Bereich ab. Schließlich holte Sie noch die Futterbeutel der Pferde und ein alter Eimer diente als Tränke. Miwill und Pena richteten derweil das Lager ein, sortierten die Lebensmittel und Decken. Pena suchte anschließend Steine zusammen um die Feuerstätte herzurichten. Einige kleine Hölzer und etwas Stroh ließen die ersten Flammen auflodern.

„Ich werde mich hier ein wenig umsehen und nach trockenem Holz Ausschau halten, das wird bestimmt eine kühle und nasse Nacht.“ Sprach Galwin, nachdem das Lager fast fertig eingerichtet war. „Mach nur Galwin, ich werde ein wenig meditieren, das Reiten macht mich müde“ erwiderte Miwill warmherzig in Richtung Galwin.

„Ich werde eine Suppe kochen aus dem Gemüse und Kräutern. Das wärmt von innen.“ sprach Selina, die mit einem leeren Futtersack von den Pferden wieder kam.
„Au fein und ich habe hier einige Kisten Schränke in den Häusern gesehen. Vielleicht sind dort noch Kleider und andere nützliche Gegenstände verborgen“ sprach Pena und rannte aus dem Stall. „Vielleicht auch noch vergessene Schätze“ hörten die anderen von ihr. „Sei vorschichtig, die Häuser sehen nicht gerade stabil aus.“ rief Selina hinterher. Galwin ging inzwischen aus dem Stall nach draußen, der Wind war weiter aufgefrischt und noch immer fielen vereinzelt Regentropfen. Er zog seinen Umhang fester und ging um den Stall, da er meinte dort so was wie einen Holzstapel gesehen zu haben.

Selina richtete eine Feuerstelle in der Mitte des Stalles ein, mit Steinen die Sie draußen vom eingestürzten Brunnen holte. Sorgfältig legte Sie Stein an Stein zu einem Kreis, legte trockenes Stroh und Reisig in die Mitte des Steinkreises und zog aus einem Kästchen, Feuerstein und Zunder. Geschickt ließ Sie die Funken in das Zunder fliegen, welches sich daraufhin entzündete und das Stroh mit dem Reisig entflammte. Schnell legte Selina kleine Holzstücke nach, als diese dann eine anständige Glut bildeten, legte Sie größere Holzscheite nach, die Sie auf dem Boden im Stall zuvor gefunden hatte.

Pena fand im Nachbarhaus eine große Kiste mit Kleidungsstücken, welches Sie im Dämmerlicht betrachtete. Hielt das eine und andere Kleidungsstück an sich selbst und lies andere welche Ihr nicht gefielen auf den Boden fallen. So arbeitete Pena sich auf den Grund der Kiste vor. Andere Kleidungsstücke lagen auf einen Tisch gebündelt zum mitnehmen. Hin und wieder murmelte Pena vor sich hin.

Miwill versank in eine leichte Meditation, wie aus der Ferne hörte Sie Geräusche die Selina mit dem Kessel machte. Aber da war noch was undefinierbares, irgendwie schien die Luft geladen zu sein. Ein kribbeln auf der Haut, als würden tausende Ameisen über Sie laufen. Miwill wurde unruhig und die Konzentration für die Meditation verging als plötzlich ein gellender angst voller Schrei ertönte, der sich nach Pena anhörte.

„Pena“ schrie Selina und sprang gleichzeitig auf und setzte mit einem großen Satz über die Feuerstelle und riss gleichzeitig den Kessel um. Wasser mit Gemüse ergoss sich in das Feuer, Wasserdampf zischte auf, der Kessel schepperte über die Steine. Selina hetzte aus dem Stall nach draußen, blickte sich gehetzt um. „Pena, wo bist du“ Ein weitere angstvoller Schrei ertönt, panisch verzweifelt, Selina rannte in die Richtung des Schreies.
Selina rannte um den Stall und sah Pena kauernd an einer Hauswand, vor ihr lagen verstreut Kleidungstücke. Angstvoll sah Pena auf ein Wesen dass eine Mischung aus Mensch und Echse war, mit schwarzen Schuppen zwischen denen Rauch aufstieg. Selina sah wie dieser Dämon sich auf ihre Schwester zu bewegte und zog aus dem Gürtel ihren Dolch und mit einem Aufschrei stürzte Sie sich auf den Dämon.

Galwin hatte mittlerweile einige trockene Holzscheite aufgesammelt und auf dem Arm. Bei einem Blick zu dem nächsten Haus, sah er noch mehr Holzscheite die an der Hauswand aufgestapelt waren und trocken aussahen, da sie durch das Dach geschützt waren. So ging er hinüber, als der gellende Schrei ertönte. Galwin stutze kurz, dann fielen die Holzscheite von seinem Arm zu Boden und er drehte sich in die Richtung aus der der Schrei kam. Seine rechte Hand griff nach dem Schwert während er loslief in die Richtung, wo er den zweiten Schrei hörte.

Miwill erhob sich unsicher, spürte eine Bedrohung in ihrem Inneren die Sie nicht zuordnen konnte. Etwas unschlüssig wohin Sie sich wenden sollte, folgte Sie ihrem Gefühl und bewegte sich vorsichtig in Richtung Tor des Stalles. Schritt für Schritt, die Arme vor sich gestreckt um rechtzeitig die Wand zu ertasten. Endlich berührte Sie die Stallwand, nach ihrer Erinnerung sollte das Tor links sein. Miwill tastet sich weiter voran, bis ihre linke Hand ins Leere tastet. Noch ein Schritt weiter und eine leichte Drehung nach rechts. Nach ihrem Gefühl sollte sie nun frei im Tor stehen, mit dem Gesicht in Richtung Brunnen. Die Bedrohung schien greifbar und näher zu kommen, Miwills rechte Hand bewegte sich zum Gürtel, dort wo der Dolch steckte, jener Dolch der einst der Elbenritterin gehörte. Ihre Hand umschloss den Griff und spürte Sie die Magische Kraft die in diesem steckte und zugleich schien die Waffe in ihrem Kopf zu schreien, zu verlangen, zerrte ihre Gedanken in eine Richtung…. zu dem Dämon……..

Pena kauerte angstvoll an der Mauer, sah mit schreckensgeweiteten Augen zu diesem Monster, unfähig sich zu bewegen. Schritt für Schritt kam dieses Ding näher, ein weiter Schrei verlies ihre Kehle, ihre Hände krallten sich in die Mauer des Hauses, Tränen liefen über ihr Gesicht, das Herz raste wie verrückt. Ein weiter Aufschrei lies Sie kurz zur Seite blicken, Selina ihre Schwester stürzte sich mit einem Dolch auf den Dämon und versuchte ihn zu treffen. Der Dämon drehte sich zu Selina und holte mit seiner Pranke aus.

Selinas Gedanken kreisten nur um ihre Schwester. Sie zu beschützen hatte Sie ihre Mutter am Totenbett versprochen und dachte nicht darüber nach, dass dieser Dämon viel zu stark und gefährlich war. Sie warf sich auf den Dämon und holte mit dem Dolch aus, doch dieser drehte sich und seine Pranke schlug voll zu. Ein fürchterliches krachen erklang im Kopf von Selina, bevor es dunkel wurde.

Pena sah wie ihre Schwester von der Pranke des Dämons getroffen und wie eine kleine Puppe gegen eine Mauer geschleudert wurde. Ihr Herz blieb stehen, wie ihre Schwester an der Wand leblos herunterrutschte, eine rote Spur dabei hinter lies und schließlich leblos mit verdrehten Gliedern am Boden liegen blieb.
Pena würgte, die Arme ganz eng am Körper gepresst, Ihr Blick fest auf ihre Schwester gerichtet, doch keine Bewegung verriet ob Sie noch lebte. Der Dämon drehte sich weiter zu einem neuen Gegner.

Galwin rannte um das Gebäude und wurde Zeuge wie der Dämon Selina gegen die Wand schleuderte. Stockte kurz und sah das er Selina jetzt nicht helfen kann, sein Blick wanderte weiter und erkannte das Pena angstvoll sich an der Hauswand drückte. Der Dämon erblickte den Elben der zwischen den Häusern auftauchte und wendet sich ihm grunzend zu. Galwin machte einen Ausfall und schlug eine schnelle Kombination von Schwerthieben gegen den Dämon. Dieser parierte diese mit seinen gepanzerten Armen mühelos und schließlich schlug er kraftvoll mit seinen Pranken zurück. Galwin war nun überrascht das seine Schwerthiebe nichts ausrichteten und von der Kraft mit den der Dämon nun zurückschlug. Seine Schwertarm flog bei jedem hieb den er parierte schmerzhaft zurück, Schritt für Schritt musste Galwin nun zurückweichen. Krampfhaft überlegte er wo dieses Wesen einen Schwachpunkt haben könnte. Er täuschte ein Hieb gegen den Kopf des Dämons an, tauchte unter dessen Arm durch und kam mit zwei schnellen Schritten hinter dem Dämon und stach mit dem Schwert zu und versuchte ihn unterhalb der Rippen zwischen den Schuppen zu treffen. Obwohl das Schwert genau dort traf wo Galwin hingezielt hatte, rutschte es ab und Galwin vom Schwung getragen, prallte nun gegen den Dämon.

Pena beobachte wie der Elb gegen den Dämon vorging, seine schnellen geschmeidigen Attacken. Die Schwerthiebe prasseln nur so auf den Dämon ein. Hoffnungsvoll beobachtete Sie den Kampf und erwartete dass der Elb siegreich aus dem Kampf hervorging. Dann passierte es, der Elb prallte gegen den Dämon und der fasste schnell zu, zwei schnelle Schläge folgten, dann schleuderte der Dämon den Körper des Elben weg, das Schwert fiel klirrend auf das Pflaster. Ein dumpfer Aufschlag und dann stille. Pena sah angstvoll zu den Dämon der sich wieder zur ihr wandte. Die Augen des Dämons fixierten Sie. Pena brachte kein Ton hervor, ihre Augen füllten sich mit Tränen, sie wollte nicht sterben, nicht hier, nicht jetzt. Doch dann blieb der Dämon stehen hob seinen Kopf und schien zu wittern, drehte sich etwas hin und her, als versuchte er eine bestimmte Richtung zu ergründen und dann fixierte sein Blick eine Gestalt. Pena folgte dem Blick des Dämon und sprach erschrocken einen Namen aus: “Miwill“ Die Elbin stand mitten auf der Straße mit einem Dolch in der Hand. Pena wollte und konnte es nicht glauben, ihre Sinne spielen verrückt, es konnte doch nicht sein.

Miwill wusste nicht so recht wie ihr geschah, der Dolch übte einen unwiderstehlichen zwang aus. Ihre Füße setzten Schritt für Schritt als wüssten Sie wohin Sie gehen müssten. Ihre Gedanken beschäftigten sich nur noch mit dem Dämon, die Sinne waren zum Zerreisen gespannt, alles schien unnatürlich laut, die Haut prickelt. Es rauschte immer mehr in ihrem Kopf, hörte das klirren von Stahl und einen dumpfen Aufschlag. Miwill versuchte sich aus dem Bann des Dolches zu befreien, wehrte sich mit aller Kraft ihre Gedanken dagegen. Doch gleichzeitig schien der Dolch ihre Gedanken nur mit einem Gefühl zu überschwemmen, zu töten. Dann explodierte etwas in ihrem Kopf, ein fürchterliches Gekreische erklang, ihre Ohren schienen zu zerreißen. Sie fasste sich mit beiden Händen an den Kopf, alles drehte sich und ihre Gedanken hörten auf und eine Ohnmacht umfing Sie.

Pena sah mit Tränen in den Augen wie sich Miwill Schritt für Schritt auf den Dämon zu bewegte. Das konnte doch nicht wahr sein, wie so machte Sie das. Der Dämon senkte sein Kopf und ging schnell auf Miwill zu. Wütend brüllte er auf und breitete seine Arme aus um die Elbin zu fassen, dann geschah etwas Seltsames. Pena konnte es nicht genau erkennen, stach die Elbin zu oder flog der Dolch allein auf den Dämon zu, im gleichen Augenblick erklang ein fürchterliches Geheule aus dem Rachen des Dämons. Pena hielt sich ihre Ohren zu und sah durch die Tränen ihrer Augen wie der Dämon zurücktaumelte und schließlich rücklings zu Boden fiel und verstummte. Ein seltsames Licht strömte aus dem Griff des Dolches, silbrig schlangengleich umhüllte es das Dämonische Wesen, verdichtete sich und der umhüllte Körper wurde immer schwärzer und kleiner und zerfiel zu Staub. Pena löste ihren Blick von dem Staubhaufen als das Silber licht verschwand, sah das Miwill noch immer auf dem Boden lag und sich nicht rührte, leise sprach sie mit einem schlurzen: „Miwill, Selina….. Galwin….“ Doch niemand antwortete, langsam mit zitteren Knien zog sich Pena an der Mauer hoch und wieder rief sie etwas lauter: „Selina, bitte.“ Doch ihre Schwester rührte sich nicht, hilflos schaute Sie dann zu der Elbin, doch auch da keine Bewegung. Zwei Schritt taumelt Pena vor: „Bitte bitte nein, oh ihr Götter, lasst es nicht wahr sein, nicht alle, “ hauchte Pena tonlos.
Drei weitere Schritte taumelt Pena voran, dann hörte Sie etwas, als jemand leise ruft. Sie dreht ihren Kopf hin und her und schließlich glaube Sie zu wissen wo es herkam, zögerlich ging Sie in die Richtung.

Im Dämmerlicht zwischen angewehten Unrat, Büschen sah Pena zwei Beine in hellen Hosen die sich langsam bewegten. Pena Herz stockte kurz, erkannte wem die Beine gehörten und bewegte sich schneller und fand Galwin, doch der Elb sah schrecklich aus. Völlig blass und aus seinem Mund und Nase sickerte langsam Blut heraus, Pena fand auch das der Brustkorb wie eingedrückt aussah, der Atem rasselte bei jedem Atemzug den der Elb tat. „Galwin - was *stockt* was soll ich tun“ sprach Pena und wieder rannen Tränen über ihr Gesicht. „Mi… mi…will“ kam es gurgelt mit Blut aus dem Mund von Galwin. „Aber ich.. du verblutest… ich kann nicht dich wir.“ Sprach Pena verwirrt. Ein Arm von Galwin zuckte kurz, seine Augen sahen flehend zu Pena auf, verstand Sie nicht.

Pena stand auf und drehte sich zu der Stelle wo die Elbin lag. Deutlich war auf dem Dunklen Boden die helle Kleidung zu sehen, holte tief Luft und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Pena erinnerte sich wieder daran das die Elbin auch heilen konnte, alles würde wieder gut werden. Mit unsicheren Schritten ging Sie zu der Elbin und berührte Sie an der Schulter.

Miwill schreckte hoch als Sie eine Berührung spürte, ihr Kopf dröhnte noch, so setzte sie sich auf, und jemand half ihr. „Miwill du musst helfen, alle sind verletzt“ hörte Miwill die schlurzende Stimme von Pena. „Komm bitte… ich glaube Galwin, ihm geht ganz schlecht“ Pena zog am Arm von Miwill. Langsam und schwankend stand Miwill auf und folgte dem Zug von Pena.

Miwill spürte sofort die schweren Innern Verletzungen in der Brust von Galwin, als Sie ihre Hände vorsichtig über seinen Körper strich. Sofort machte Sie sich daran, die Blutungen zu stoppen, ihre magischen Kräfte fassten nach den Blutgefäßen und Knochen, richteten fügten zusammen und so vergingen mehrere Stunden.

Pena ging während dessen zu ihrer Schwester, langsam irgendwie im Gefühl, das nichts mehr so sein wird wie es war. Selina lag immer noch an der Mauer verkrümmt und mittlerweile in einer großen Blutlache. Die Augen noch offen ohne Glanz, den Dolch noch fest in der Hand.
„Selina….. Sel… bitte.. nicht, lass mich nicht alleine. Was soll ich alleine machen, Sel“ doch keine Antwort erklang. Pena fasste nach der Hand von Selina, doch diese war kalt und leblos. Die ganze Nacht blieb Pena bei ihrer Toten Schwester sitzen und weinte leise, bis keine Tränen mehr übrig waren.

Als die Sonne wieder am Morgen am Horizont aufging, war Miwill vor Erschöpfung eingeschlafen, Galwin atmet ruhig und fest, sein Brustkorb hebte und senkte sich Regelmäßig. Pena hatte ihrer Schwester in der Nacht die Augen geschlossen und wartet.

Irgendwann am Vormittag ging Pena zu Miwill und beide schafften Galwin in den Stall. Dort konnte Miwill ihn besser versorgen und man sah deutlich dass sich der Elb schnell erholte unter den Magischen heilenden Händen von Miwill. Mit Tränen in den Augen brachte Pena ihre Schwester zu dem Friedhof im der Siedlung, dort schaufelte Sie im weichen Sandboden ein Grab für ihre Schwester und am Abend dann legte Sie die letzten Steine auf den Erdhügel. Ein kleines Holzbrett und einige Blumen erinnerte an Selina.

Nach 3 Tagen hatte sich Galwin soweit erholt, das Sie weiter reiten konnten. Sie folgten der gut ausgebauten Straße weiter nach Garth. Alle ritten schweigsam allein mit ihren Gedanken.

Nelani
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Sternenwind

Beitrag von Nelani » Sa 10. Aug 2013, 03:02

Kapitel 11
Inzwischen an einem anderen Ort

Auf einer Waldlichtung neben einer kleinen Hütte sammelte sich eine Gruppe von Reitern, schwer bewaffnet und die Kleidung lässt vermuten dass Sie aus einem Wüstenland stammen. Verschiedene Soldaten sind von ihren Pferden abgestiegen und durchsuchten die Umgebung. Einer der Soldaten kam aus dem Haus und hielt ein Tuch in der Hand und zeigte es dem Anführer der Reitertruppe.
„Hier Hauptmann, das ist Tuch welches auch bei den Elben gesehen worden ist. Feiner Stoff mit Elbischen Insignien“ Der Anführer nicktet dem Soldaten zu und ein anderer Soldat trat herbei. „Wir haben auch ein Grab entdeckt, wir vermuten dass es einer der Bewohner der Hütte war.“ Während die Soldaten die weitere Umgebung nach Spuren absuchten, tauchte ein weiterer Reiter auf der Lichtung auf und hielt geradewegs auf dem Hauptmann zu und hielt sein Pferd kurz vor ihm an. „Herr, ich habe die Spuren der Elben wieder gefunden, Sie bewegen sich mit mäßigen Tempo in Richtung Garth auf einer der Straßen. Einer meiner Späher bleibt ihnen auf der Spur.“ Wieder nickte der Hauptmann und überlegte kurz: „Wir schlagen für heute hier unser Lager auf. Lasst die Pferde hier grasen und erlegt frisches Wild und schaut nach was ihr sonst noch auftreiben könnt. Morgen vor Sonnenaufgang reiten wir weiter.“

Der Hauptmann winkte einen der Soldaten herbei: „Wir müssen versuchen Sie abzufangen bevor Sie in die Stadt gelangen. Nehmt morgen früh eine Handvoll Männer mit den schnellsten Pferden und versucht die Elben aufzuhalten oder zu mindest länger an einem Ort zu binden.“ Der Soldaten verbeugte sich kurz: „Ja Herr, so wird es geschehen.“ Der Hauptmann sah wie der Soldat sich entfernte und einige andere zu sich rief.

Die anderen Soldaten machten sich inzwischen dran das Lager aufzuschlagen und einige verschwanden in den Wald. Nachdenklich blickte der Hauptmann auf das Tuch mit den Elbischen Insignien.


Kapitel 12
Überfall

Man merkte dass die Hauptstadt nicht mehr fern ist, alles in dem Ort wirkte größer gepflegter und auch die Menschen selber schienen besser zu leben. Viele Handwerksbetriebe und Läden die ihre Ware und Dienstleistungen feil boten in den Straßen, zeugten von Wohlstand. Galwin suchte eine Taverne am Marktplatz die Zimmer vermietet für die Nacht und wurde schnell fündig. Der Wirt wechselte einige belanglose Worte mit Galwin und führte Sie nachdem der Preis bezahlt wurde, nach oben in den zweiten Stock. Die beiden Zimmer waren recht sauber und geräumig und durch eine zwischen Türe miteinander verbunden. Das Essen in der Taverne selber war reichlich und bot eine große Auswahl an den verschiedenen Speisen des Landes. Ihr Zimmer hatte einen Ausblick auf dem Marktplatz, in dessen Mitte ein Springbrunnen stand und ein Pferd mit einem Reiter in der Mitte des Brunnens. Der Reiter stellte einen Ritter dar, das Schwert an der Seite in der Scheide und die Lanze in der linken Hand, die hoch aufgerichtet in den Himmel zeigte. Der Marktplatz und auch die Straßen wurden in der Nacht von Öllampen beleuchtet, und die Nachtwache ging durch die Straßen. Alles im allem machte dieser Ort einen ruhigen Eindruck.

In der Nacht als Pena ruhig schlief fragte leise Miwill: „Galwin, als dir Lanirr dir den Dolch gab, hast du etwas gespürt. Ein ziehen in deinen Gedanken oder irgendetwas.“ Galwin zögerte etwas mit der Antwort: „Nein nichts, da war absolut nichts. Kein ziehen, keine anderen Empfindungen.“ Einige Minuten später: „Galwin dieser Dolch, ich glaube es ist eine dieser alten Waffen unsere Vorfahren. Jedes Mal wenn ich ihn berührte, spürte ich ein leichtes ziehen in meinen Gedanken. Aber an dem Tag wo wir dem Dämon begegneten, war es anders. Es war als ob diese Waffe verlangte, ja sogar Zwang ausgeübt hat. Sie wollte töten." Miwill seufzte und Galwin fasste nach ihrer Hand und Sie sprach leise weiter: "Aber jetzt ist es anders, es ist als sei diese Waffe zufrieden. Es ist mir unheimlich und wer weiß welche Geheimnisse diese Waffe noch hat." Galwin Strich über ihren Arm: "Wir werden es wohl nie erfahren, was es wirklich mit diesem Dolch auf sich hat. Und wahrscheinlich kann uns nur jene Elbin es sagen, die einst den Dolch besessen hat oder einer der Gelehrten."
Galwin zog Miwill an sich und gab ihr einige zärtliche Küsse. „Lass uns diese Nacht der Ruhe und Sicherheit genießen.“ Flüsterte er leise in Ihr Ohr. „An einem anderen Tag werden wir die Rätsel lösen, sobald sie sich offenbaren.“

Am nächsten Morgen, die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, hatte Galwin in den verschiedenen Läden in den umliegenden Straßen Ausrüstung gekauft und war auf den Weg zurück zur Taverne, als ihm auf dem Marktplatz etwas auffiel. Mehrere Soldaten hatten neben dem Brunnen einen Tisch und eine Standarte aufgebaut, auf dem das Wappen des Kaiserreiches prangerte. Hinter dem Tisch saß ein Offizier vor einem Staple Blätter und eine Schreibfeder lag auf der Tischplatte, da neben ein Tintenglas halb voll, eine Mappe und ein Ledersäckchen aus dem einige Silbermünzen schimmerten. Einige junge Burschen in typischer Bauerknechtkleidung standen einige Meter entfernt und unterhielten sich angeregt.

Galwin fragte einen der Bürger, der gerade am dem Laden vorbei ging, wo er Lebensmittel gekauft hatte, nach dem Grund: „Grüße Bürger, könnt Ihr mir erzählen warum das Kaiserreich man so viele junger Männer braucht.“ Der fremde Bürger schaute sich den Elben an und antwortet etwas zögernd: „Das Kaiserreich ist seit Jahren im Krieg mit dem Königreich Lodenfelden und die Armee braucht immer Soldaten.“ Der Bürger blickte zum Werber auf dem Marktplatz: „Mein Sohn ist auch bei der Armee, ich hoffe das er gesund diesen Sommer vor dem Erntefest zurück ist. Der Herzog Sert Chantor hat in den letzten Schlachten große Erfolge erzielt. Aber noch ist Lodenfelden nicht geschlagen, die Herzogin die die Armee von Lodenfelden führt, ist verschlagen und hinterhältig. Ich traue Ihr zu, das Sie die nächste Schlacht gewinnt.“ Der Bürger schaut den Elben wieder an und schien erst jetzt zu bemerken wen er vor sich hatte. „ Ihr wollt auch euch zum Kriegsdienst melden, das hätte ich nun nicht von euch gedacht. Dachte immer dass ihr euch von den Menschen und ihren Problemen fern haltet.“ Klang es verwundert aus dem Mund des Bürgers.
Galwin schüttelt den Kopf: „Kein Kriegsdienst, ich bin nur auf der Durchreise und wollte nur wissen warum man so viele junge Männer braucht. Und dass Krieg ist wusste ich nicht. Außerdem bin ich auf dem Weg in die Hauptstadt. Das Schlachtfeld ist hoffentlich nicht auf dem Weg.“ Der Bürger schüttelt den Kopf: „Nein, das ist viel weiter im Westen und eigentlich eher ein Sumpfgebiet und die Landesgrenze verläuft mitten durch den Sumpf.“ Galwin schüttelt den Kopf: „Ihr kämpft um ein Sumpfgebiet, was ist dort so besonders das man Jahre lang Krieg führt.“ Der Bürger lacht kurz auf: „Nun unser Kaiser will es trocken legen und den fruchtbaren Boden als Weideland nutzen, doch Lodenfeld behauptet das dort wichtige Pflanzen wachsen, die Sie brauchen um wertvolle Heilsalben herzustellen. Unsere Handwerker hatten schon angefangen Gräben zu ziehen und Dämme zu bauen, als Soldaten von Lodenfelden Sie überfielen. So fing der Krieg an und seit Jahren wechselt das Sumpfgebiet immer seinen Besitzer. Doch das Volk wird des Krieges müde und die jungen Männer fehlen auf den Feldern, in den Werkstätten und halt als Ehemänner und ich denke das es in Lodenfelden ähnlich aussieht.“
„Hat man denn nie versucht zu verhandeln“ fragte Galwin, obwohl er schon die Antwort ahnte. „Verhandeln, Sie haben von dem Boten nur den Kopf zurück geschickt, seitdem wurde kein Versuch mehr unternommen, wozu auch.“ Kam ein wenig wütend vom Bürger: „Aber nun verzeiht, ich muss weiter, meine Arbeit wartet und der mich bezahlt. Sichere Wege“ sprach der Bürger und eilte weiter. Galwin blickte noch mal zu dem Brunnen, 3 der jungen Burschen hatten inzwischen unterschrieben und Silber erhalten, lachten und scherzten.

Vor zwei Stunden hatten Sie den Ort verlassen wo Sie übernachteten und ritten weiter auf der Straße in Richtung Hauptstadt. Es war kaum jemand unterwegs, einige Planwagen die sich langsam von Ochsen gezogen in dieselbe Richtung bewegten. Auf der befestigen Straße kamen Sie gut voran, es wurde Hügliger und der Wald wieder dichter. Galwin erzählte gerade den Beiden von dem Gespräch mit dem Bürger als die Straße nach einer Biegung in einen Hohlweg mündet. Links und rechts erhoben sich Felsen, die mit Dornigen Gestrüpp bewachsen war, das Ende des Hohlweges war nicht zu sehen, da sich der Weg durch die Felsen windet.
Ohne zu zögern ritten Sie weiter, da die Hauptstadt nicht mehr so fern war und was sollte auch passieren.
Galwin schätzte das Sie nun in dem Hohlweg gut eine halbe Stunde unterwegs waren, als ein Hindernis auftauchte in Form von 5 Reitern die scheinbar nicht überrascht waren. Galwin erkannte sofort die Uniformen der Reiter als Soldaten von En Kardir und diese zogen sofort ihre Schwerter und gaben ihren Pferden die Sporen.

Galwin zog nun ebenfalls sein Schwert und gab einen Warnruf an Miwill und Pena ab. Pena schrie auf und Miwill drückte sich sofort an den Hals ihres Pferdes um so ein schlechteres Ziel ab zugeben. Die Pferde der Elben tänzelten nun hin und her, Pena versuchte an der Seite von Miwill zu bleiben, Galwin hatte nun sein Schwert gezogen und lenkte sein Pferd, an die sich schnell näheren Soldaten, heran. Die Enge des Hohlweges machte ein Ausweichen fast unmöglich, aber auch ein umkreisen und einkesseln. Die Soldaten mussten wohl oder übel an dem Elbenritter vorbei. Galwin trieb nun sein Pferd den Soldaten entgegen, mitten hinein. Zwei schnelle Hiebe links und rechts und zwei der Fremden sanken tot von ihren Pferden zu Boden. Galwin drängte sich an den nächsten ran und versuchte gleichzeitig den Weg für die anderen zu versperren. Zwei der Soldaten schlugen mit ihren Schwerter auf den Elben ein und versuchten ihn abzudrängen, wären dessen schaffte es der Dritte an Galwin vorbei und ritt geradewegs auf Pena zu, die in seinen Augen zierlich und kleiner war als Miwill und wohl leichter zu überwältigen. Galwin parierte die Hiebe und drängte nun die beiden ab. Nach einem Ausfall fiel ein weiterer Soldat tot zu Boden. Der letzte Soldat der nun bei Galwin verblieben ist, schlug noch wilder auf den Elben ein. Seine Schwerthiebe prasseln nun verzweifelt gegen die Klinge von Galwin, der erst mal nur parieren kann, während sich die Pferde umeinander bewegten.

Der Soldat rammte mit seinem Pferd das von Pena, die dadurch verzweifelt bemüht war, die Zügel zuhalten und sich selber auf dem Pferd. Es entstand ein Gerangel, wo die Pferde dicht an dicht gedrängt tänzelten und ein Handgemenge. Der Soldat versuchte immer wieder Pena zu greifen, die ihrerseits angestrengt um halt auf dem Sattel kämpfte und anderseits den Griffen des Soldaten auswich, was wiederum dazu führte, das Sie sich kaum noch auf dem Sattel halten konnte. Der Soldat hatte nun endlich eine Position erreicht die ihn in griffweite führte und führte mit dem Eisenbeschlagenden Lederhandschuh einen Schlag in das Gesicht von Pena, die benommen zusammensackte. Pena die nun völlig benommen und kraftlos auf ihrem Pferd saß, wurde von dem Soldaten gepackt und auf sein Pferd gezerrt, quer über den Rücken des Pferdes, so lag sie nun mit dem Bauch nach unten, völlig benebelt. Der Soldat trieb nun sein Pferd den Hohlweg runter, weg von den Elben ohne nach hinten zu blicken.

Galwin parierte die Schläge seines Gegenübers ohne Mühe und wartet auf einen günstigen Augenblick. Er wusste dass der Soldat sich durch die schnellen kräftigen Hiebe verausgabt. Im Augenblick des kurzen Zögerns stach er zu und der fremde Soldat fiel sterbend zu Boden.
Galwin drehte seinen Kopf um nach den anderen zu schauen, sah das Miwill sich an ihr Pferd geschmiegt hatte und das Pferd von Pena ohne Sie selbst. Er führte sein Pferd an das seiner Gefährtin heran, um zu schauen ob mit ihr was passiert ist. „Miwill ist mit dir alles in Ordnung, bist du verletzt“ fragte besorgt Galwin und schaute sich gleichzeitig um, ob noch Gefahr drohte. Außer den Pferden der toten Soldaten und Penas Pferd, bewegte sich nichts mehr. Miwill richtete sich wieder auf und sprach etwas unsicher: „Mir geht es gut, aber ist dir etwas passiert.“ Galwin schaute zu Miwill: „Einer der Soldaten hat Pena entführt und reitet den Weg zurück den wir gekommen sind. Er wird versuchen möglichst schnell weit weg zu kommen. Vielleicht kommen noch mehr denen.“ Miwill tätschelt den Hals ihres Pferdes, ihre Gedanken rasten: „Galwin du musst Sie zurück holen. Sie ist alleine und hat nur noch uns.“ Galwin schaute etwas überrascht zu Miwill und nickte dann leicht: „Ich hoffe es sind keine Soldaten aus En Kardir mehr hier in der Nähe. Nicht das das eine Falle ist um uns zu trennen.“
„Ich werde hier warten Galwin und pass auf.“ Sprach Miwill besorgt und fröstelte, wusste Sie doch, das Tote um Sie herum lagen.

Galwin trieb sein Pferd nun ebenfalls den Hohlweg runter, dem Soldaten nach. Er wusste dass der Soldat mit Pena zusammen, nicht mehr so schnell reiten konnte, ohne dass das Pferd zu schnell erschöpfte.
Ein paar Minuten lang jagte er den Weg entlang ohne dass er eine Spur von den Beiden sah, doch dann als sich der Hohlweg öffnete und zum weiten Wald wurde, sah er sie.

Der Soldat blickte sich immer wieder um, sah aber keinen Verfolger, die zierliche Frau, stöhnte immer wieder und versuchte mit schwachen Bewegungen, sich irgendwie vom Pferd fallen zu lassen. Doch der Soldat hielt Sie unerbittlich fest mit seiner Hand. Er glaubte schon entkommen zu sein, als bei nächsten zurück schauen den Elben sah, auf seinem weißen Pferd. Er gab seinem Pferd die Sporen, doch der Elbenreiter holte auf, schließlich lenkte der Soldat sein Pferd in den Wald, dort ging es im wilden Galopp zwischen Bäume und Dickicht weiter, Äste peitschen Ihm ins Gesicht, immer wieder musste er sich ducken, aber seinen Verfolger wurde er nicht los. Vor Ihm tauchte eine langgesteckte Felsenformation auf, die steil aufragte, er nahm den Weg links vorbei und hoffte, hier irgendwo ein Versteck zu finden, oder irgendwas was den Elben aufhalten würde.

Galwin holte immer mehr auf, als der Soldat auf einmal in den Wald abbog, wohl in der Hoffnung, ihn dort abzuhängen. Ohne zu zögern folgte er dem Soldaten, duckte sich tief auf dem Rücken seines Pferdes, um so den tiefhängenden Ästen auszuweichen. Im wilden Galopp holte er immer weiter auf, sein Pferd war nicht nur schneller, auch leichter. Er sah wie der Soldat an einer Felsenformation links abbog, blitzschnell überlegte er und entschied sich für rechts.

Die Wege trennten sich, Galwin beugte sich weiter nach vorne und flüstere ins Ohr von seinem Pferd einige Worte: „Lauf wie der Wind mein Freund, eine Freundin brauch unsere Hilfe.“ Galwin spürte wie sich der Leib seines Pferdes sich weiter streckte und der Galopp schneller wurde. Der Wind strich durch seine Haare und dort vorne war das Ende der Felsenformation, er zog sein Schwert.

Der Soldat blickte sich immer wieder um, sah wie der Elb abbog, etwas erleichtet ritt er weiter. Hoffte er dass der Elb den falschen Weg genommen hat und in einer Sackgasse endet. Die Felsenformation endete und ein letztes Mal blickte der Soldat nach hinten, dort war niemand mehr, erleichtert seufzte er und schaute wieder nach vorne und das letzte was er sah, war eine Schwertklinge, die auf seinen Hals zu sauste. Der Kopf des Soldaten wirbelte durch die Luft und schlug hart auf dem Boden auf, das Pferd lief weiter und langsam kippte der Torso zur Seite und fiel vom Pferd und Pena hing wie ein Sack über den Rücken des Tieres. Galwin gleichte seine Geschwindigkeit mit dem anderen Pferd an und griff in die Zügel. Nachdem die Pferde zum stehen kamen, sprang Galwin vom Sattel und griff nach Pena und zog Sie herunter und schaute in ein Gesicht das geschwollen war. Ein Auge lief schon blau an und auch die Wange sah nicht besser aus mit den Abdrücken vom Eisenbeschlagenden Handschuhes. „Pena, bist du in Ordnung“ war die erste Frage von Galwin und Pena antwortet: „Mif gefts guft.“ Spuckte etwas Blut aus und blieb schwankend stehen. Galwin war etwas erleichtet was er aber nicht zeigte: „Das ist gut, nimm das Pferd vom Soldaten, wir reiten so schnell zurück zu Miwill, nicht das Ihr auch noch was passiert. Kannst du überhaupt noch reiten.“ Schaut Sie an. „Wirft schonf gehenf.“ Antwortet Pena und zog sich mühselig auf den Sattel des Pferdes, das einst dem Soldaten gehörte.

Mit leichten Galopp ritten die beiden zurück und erreichten Miwill, die noch immer auf ihrem Pferd in mitten der Toten verharrte. Galwin war sehr erleichtert Sie zu sehen. „Miwill, wir sind zurück und Pena geht es gut, bis auf einige Wunden im Gesicht. Am besten wir reiten weiter und verlassen diesen Ort, andere werden sich um die Toten kümmern.“ Sprach Galwin zu den Beiden. „Ich suche uns ein Lagerplatz, dort wird sich Miwill um deine Wunden kümmern und um die Schmerzen Pena.“ Miwill war sichtlich erleichtert das Beide zurück waren. „Mein Liebster, lange hätte ich es nicht hat mehr ausgehalten.“ Sprach Miwill besorgt aus.
„Pena sie ist verletzt, ist es schlimm“ mit deutlicher sorge in der Stimme. „ Wirdf schonf gehnff.“ Antwortet Pena. Miwill war insgeheim erleichtert, hatte Sie schon mit dem schlimmsten gerechnet.

Sie ritten weiter und Galwin fand eine Lichtung am Rand des Weges, die auch schon öfters benutzt wurde, wie alte Feuerstellen belegen. Dort kümmert sich Miwill um die Wunden in Penas Gesicht und mit Hilfe ihrer Heilermagie, waren die Wunden über Nacht verschwunden und nichts erinnerte mehr daran.
Die Nacht war klar und ruhig, der Morgen brach an, der Tau auf den Wiesen glitzerte in der aufgehenden Sonne.
Nachdem Sie ihre wenigen Sachen gepackt hatten, ritten Sie weiter nach Gareth.


Kapitel 13
Kaiserstadt Gareth

Die breiten gepflasterten Straßen, die Platz ließen für 4 Fuhrwerke nebeneinander, wurden voller. Handwerker mit Karren voller Werkzeugen, Töpfen, Tuch, Bauern mit ihren Pferdegespanne, die mit Getreide, Obst, Gemüse beladen waren und Treiber die ihre Tiere zum Verkauf in Richtung Stadt, zum Markt trieben. Dazwischen Kutschen die wohlhabende oder die es bezahlen konnten, ebenfalls in die Stadt brachten und mitten drin eine bunte Mischung von Menschen die einfach mit schwammen im Strom, der sich in die Stadt drängte. Mächtige helle Festungsmauern und Türme umgaben die Stadt und es sah nicht aus, dass diese Mauern jemals einen Krieg gesehen hatten. Eine Gruppe von Gauklern pries lautstark eine Vorstellung an, die am Abend beginnen sollte und einige Gaukler zeigten kleine Kunststückchen. Auf langen Stelzen balancierten 2 Männer und wirbelt mit Fahnen umher, ein Feuerspuckerin die viel tätowierte Haut zeigte, blies immer wieder die Flammen in den Himmel. Kinder der Gaukler schlugen Räder und feixen immer wieder und versuchten die Besucher der Stadt auf die Gaukler aufmerksam zu machen.

In diesen engen bunten Treiben, ritten die Drei in die Stadt, kaum beachtet von der Menge die mehr damit beschäftigt war hinein zukommen.
Es war laut in der Stadt, überall wurden Waren angepriesen, Dienstleistungen und das allgemeine Stimmengewirr, viele verschiedene Sprachen hörte man heraus. Unmengen von Gerüchen prägten die Strassen, gute wie üble. Bunte Fahnen und Wimpel hingen von den Dächern. Galwin fiel auf das alle großen Strassen Sternförmig in das Zentrum der Stadt liefen, die wiederum von Kreisförmigen Straßen verbunden wurden. Wer auch immer diese Stadt angelegt hatte, hat dies in großer Voraussicht vor Jahrhunderten getan. Dass diese Stadt auch alt war, sah man an verschiedenen Gebäuden, die noch eine gröbere Bauweise entsprangen. Und noch was fiel Galwin auf, die üblichen Schmutzwasserkanäle die sonst Straßen der Menschenstädte durchzogen, gab es hier nicht.

Pena verdrehte immer wieder Ihren Kopf um alles aufzunehmen. Für Sie war es eine aufregende Stadt, größer als En Kardir. Während der letzten Tage hatte Sie kaum noch gesprochen, doch seit Sie die Stadt betreten hatten, redete Sie wieder und erklärte aufgeregt Miwill was sie sah. Galwin war es recht, konnte er sich so mehr umschauen nach einer Taverne, wo sie die Nacht verbringen konnten. Nachdem er einige der Bürger gefragt hatte, fanden sie eine Herberge in einer Seitenstraße.

Durch einen Torbogen ritten Sie in einen Hof, in dessen Innern sich Stallungen und eine kleine Koppel befand. Der Zugang zur Herberge befand sich ebenfalls im Innenhof, davor einige Tische und Bänke. Die Hufe der Pferde klapperten über die Pflastersteine, die stellenweise mit Sand bedeckt waren.
Galwin half Miwill beim absteigen, während Pena sich um die Satteltaschen kümmerte. Einer der Stallburschen kam eiligst und bat seine Hilfe an und für drei Kupfer führte dieser die Pferde in die Koppel zur Tränke. Die beiden Elben bewegten sich zum Eingang und betraten den Raum, der durch eine Reihe Fenster, die zur Strasse hin offen waren, gut erhellt war.

Eine freundliche etwas füllige Frau mit einem breiten Lächeln und hellen Augen, deren Dunkle Haare aussahen, als ob ein Sturm durch sie gefegt hat, sprach sie an: "Kommt nur herein zu Hellas Herberge, einfache Zimmer mit sauberen Betten und kleinen Preisen. Schön das ihr hier hingefunden hab. Viele Zimmer gibt es diese Tage nicht mehr in der Stadt. Kommt nur, ich mache euch einen guten Preis." Der Blick der Herbergsfrau wandert von Galwin zu Miwill und wieder zurück. Galwin etwas vom Redefluss der Frau überrascht nickte und erkundigte sich nach dem Preis. "Zwei Silber die Nacht für euch und eure Dienerin." Erwiderte die Herbergsfrau mit einem breiten Lächeln und hielt ihre linke Hand offen. " Drei Nächte für uns und unsere Pferde mit Essen und ihr bekommt acht Silberstücke gute Frau." Erwiderte Galwin in der allgemeinen Sprache des Landes. Die Herbergsfrau überlegte kurz und nickte dann. Ein Junge von ca. 10 oder auch 11 Jahren eilte herbei, nach dem die Herbergsmutter einen Namen rief und führte die Elben ein Treppe nach oben, vorbei an mehreren Türen die verschlossen waren. Das Zimmer war hell und sauber. Zwei Betten und eine weitere Schlafstelle in einer Ecke nahe dem Fenster konnte er erblicken. Ein einfacher Holzschrank, ein kleiner Tisch, sowie ein Stuhl vervollständigen die Einrichtung. Er nickte dem Jungen freundlich zu und gab ihm ein Kupfer. Galwin schob Miwill in das Zimmer und wirkte etwas erleichtert. "Hier meine Liebste, setzt dich. Wir werden am besten erst mal 2 oder 3 Tage hier in der Stadt rasten, um zu Kräften zu kommen. In der Zwischenzeit werde ich versuchen herauszufinden, wie unsere Reise am besten weiter geht. Ein großer Fluss scheint mitten durch die Stadt zu fließen und ich denke das auch Schiffe darauf verkehren. Vielleicht können wir mit einem Flussschiff zum Meer reisen." Sprache leise Galwin und Miwill nickte anschließend, während dessen versuchte Miwill sich auf einem der Betten zu entspannen. Galwin ließ seinen Blick kurz auf die halb abgebrannte Kerze verweilen, die einsam im einen verbogenen Messinghalter auf dem Tisch stand. Drehte sich dann zur Türe, wo gerade Pena mit den Packtaschen herein kam. "Ich lass euch beide für einige Stunden alleine und versuche am Fluss ein Schiff zu finden, das uns weiter zum Meer bringt." Sprach Galwin zu Pena und verließ den Raum mit großen Schritten durch die Türe und eilte durch Gang zur Treppe hinunter in den Schankraum.

Pena stellte die Packtaschen einfach auf dem Boden neben das Bett und setzte sich hinter Miwill. "Darf ich dir das Haar kämmen Miwill. Deine Haare sind so wunderschön hell und lang." Miwill lächelte und nickte leicht, ein kurzer Griff ins Haar und die Haarschlaufe öffnete sich und die Haarpracht ergoss sich wie ein Wasserfall über ihren Rücken.

"Erzähl Miwill, wie ist deine Heimat, wie sieht es da aus und wie lebt Ihr?" fragte Pena. Miwill seufzte, überlegte wie Sie anfangen sollte und begann zu erzählen: „Vor gut 742 Sommer wurde ich geboren ……..


Galwin ging durch die Seitenstraße von der Herberge aus in Richtung einer der großen Strassen, die in das innere der Stadt führte. Kaum auf der Hauptstrasse angelangt, musste er sich durch die Menge drängen. Die Vielfalt beeindruckte ihn, selten hatte er eine so große Menschenstadt gesehen, die sauber und geordnet war. Mehrere Fanfarenstösse erregen, wie auch der Menschen auf der Strasse seine Aufmerksamkeit, viele drehten sich um und die mitten auf der Strasse gingen, sahen zu das Sie eiligst an den Rand kamen.

Zuerst tauchten einige Reiter mit den Fanfaren auf, gefolgt von Flaggen und Lanzenträgen und direkt dahinter mehr als zwei dutzend gepanzerte Reiter. Dann kam Er, der Herzog Sert Chantor in seiner dunklen fast schwarzen Plattenrüstung auf einer ebenfalls schwarzen Stute, die etwas größer war als der Rest der Streitrösser der Ritter, passend zum Reiter. Schwarzes glänzendes Haar umrahmt sein schmales blasses Gesicht und fiel auf die Schultern. Die hohen Wangenknochen traten hervor, die Wangen selber leicht eingefallen. Ein schmaler Oberlippenbart und ein schmaler Kinnbart der spitz zulief zur Brust, zierte sein Gesicht, mit der linken Hand führte er locker die Zügel, so ritt er mit seiner Streitmacht durch die Strassen. Galwin beobachtete aus der hinteren Reihe, fast an der Hauswand stehend, aufmerksam wie die Reiter näher kamen. Der Herzog ganz der Anführer, sich seiner Macht bewusst, ließ seinen Blick über die Menschenmenge schweifen und sein Blick blieb einen Augenblick länger auf Galwin hängen, ein kurzes blinzeln, wie ein erkennen. Der Tross zog weiter Richtung in das innere der Stadt, der Herzog blickte noch mal kurz über die Schulter zurück. Galwin war nach diesen Blick ziemlich sicher, das der Herzog erkannt hatte was Galwin war und noch etwas hatte Galwin entdeckt, er musste es wenn er vom Hafen zurück kam, Miwill erzählen.

Der Hafen durch drei Tore in der Stadtmauer getrennt vom Rest der Stadt, entpuppte sich als Schmelztiegel verschiedenster Völker, Schiffe aller Nationen, Größen lagen bis zu vier Reihen nebeneinander. Waren wurden auf und abgeladen, das Kai von den Fässern, Stoffballen und anderen Gütern fast zugestellt. Fuhrwerke transportierten unermüdlich zwischen der Menge von Seeleuten, Händlern und Tagelöhnern, weiter Ware an und ab.
Das Gedränge und der Gestank von Pech, Fisch, Ausdünstungen aller Art waren erdrückend. Der Breite Fluss floss träge dahin, kleine Boote schaukelten auf den Wellen und verschwanden unter der mächtigen Brücke die das hiesige Ufer mit der Insel mitten im Fluss verband. Auf der anderen Seite des Ufers konnte man das andere Ende der Brücke sehen. Die Brücke aus hellem Stein, spannte sich mächtig und breit zur Insel, unterbrochen auf dieser von einer noch mächtigeren Festung, die mehr das Aussehen einer Kathedrale hatte. Das Herz der Stadt und Sitz des Kaisers.

Galwin suchte an den Anlegestellen nach einem passenden Schiff und sprach mit verschiednen Kapitänen, verhandelte, feilschte über mehrere Stunden. Schließlich fand er einen Kapitän der bereit war für ein angemessnes Entgelt, die drei samt Pferde mit zunehmen zur einer Hafenstadt am Meer. Seine große Schaluppe war zusätzlich mit einem festen Aufbau Versehen, so dass die Pferde sicher untergestellt waren. Ein Großes Rahsegel sorgt neben den Rudern für eine angenehme Reisegeschwindigkeit. Am Ende wechselten einige Münzen den Besitzer und scheinbar waren alle zufrieden.
Der Kapitän und gleichzeitiger Eigner des Bootes blickte mürrisch hinter dem Elben her und murmelte: „Geiziges Pak, feilschen noch schlimmer wie die Basaken aus dem Süden.“

Kurz bevor es dunkel wurde, kam er müde zurück in die Herberge. Unten in der Taverne der Herberge, bekam Galwin noch etwas Hühnersuppe, ein kleines Bauernbrot und einen kleinen Krug schweren Rotwein. Damit ging er hoch zu den anderen. Nach einer kurzen Pause und ein erzählte er über seine Begegnung mit dem Herzog.

"Miwill" sprach Galwin leise, um Pena die schon schlief nicht zu wecken, "dieser Herzog hatte ein Medaillon umhängen, das aussah wie das der Wächter der Seelenbrunnen. Eigentlich bin ich mir sicher dass es eins ist. Und er scheint erkannt zu haben, was ich bin, trotz der Kopfbedeckung. " Miwill holte tief Luft: „Das würde bedeuten, das er einen der Wächter getroffen hat und vielleicht sogar getötet. Keiner der Wächter gibt freiwillig sein Medaillon her.“ Miwill fast nach Galwin und zieht ihn zu sich heran. „Wir müssen herausfinden ob es ein echtes ist, vielleicht ist es nur Zufall und ein Kunstschmied hat es zufällig angefertigt.“ Galwin betrachtet zärtlich das Gesicht von Miwill: „Doch nicht heute Nacht und außerdem wissen wir nicht wo der Herzog hier in dieser Stadt lebt. Vielleicht es auch unmöglich näher an Ihn heran zukommen, er dürfte eigene Wachen haben.“ erwiderte Galwin: „Morgen sehen wir weiter, vielleicht haben wir ja Glück.“.

Der Morgen brach an und in der Herberge wurde es schon früh laut. Sie suchten sich einen Tisch in einer Ecke, abgelegen von den anderen. Es gab Bauernbrot, Butter, Schmalz, einfache Wurst, eingekochte Früchte, sowie Tee, Milch, Brunnenwasser und wer wollte und es bezahlte, Bier und Wein.
Es war ein geschäftiges kommen und gehen, die Gespräche in der Taverne drehten sich um einfache Dinge des Täglichen Lebens. Galwin überzeugte Miwill, das es besser ist, das er alleine versucht herauszufinden wo der Herzog lebt in dieser Stadt. Die Gefahr sich hier zu verlieren in diesem Gedränge war einfach zu groß.

Galwin entschied sich für den direkten Weg und fragte gleich bei der Herbergsfrau nach dem Herzog. „Herr ich kann euch leider nicht sagen wo der Herzog hier in der Stadt wohnt. Den Gerüchten nach in einem alten fast schwarzem Turm an der Stadtmauer. Dieser Turm soll schon vor Gründung der Stadt, dort gestanden haben.“ Sprach die Herbergsfrau mit freundlicher Stimme. „Aber ich selbst war noch nie dort, aber es ist ein Gerücht und vielleicht erfahrt ihr mehr bei der Stadtwache.“ Galwin bedankte sich für die Auskunft, würde aber nicht bei der Stadtwache nachfragen. Vielleicht wurde man dort misstrauisch und würde den Herzog davon unterrichten. Besser war es unauffällig in der Stadt es zu versuchen. So ging er hinaus auf die Strasse in Richtung des nächsten Markplatzes, vielleicht konnte er dort etwas erfahren.

Galwin fragte freundlich einige Bürger die Geschäfte am Marktplatz unterhielten, von denn er annahm das Sie schon länger in der Stadt wohnte, nach dem alten schwarzem Turm. Das erschien ihm unauffälliger, als direkt nach dem Wohnsitz des Herzogs zu fragen. Auffällig war, während er durch die Stadt zog, das viele Frauen schwarz trugen oder an Türen schwarze Bänder oder Tücher hingen, er konnte sich keinen Reim darauf machen, wollte aber auch nicht nachfragen, da es ihm unwichtig erschien. Fast gegen Mittag endlich, hatte er den Turm am Stadtrand erreicht. Die Stadt war größer als er angenommen hatte, die Wege entsprechend lang und Türme gab es viele. Doch dieser war aus schwarzem Stein gebaut, von der Bauweise und von der Verwitterung deutlich älter als die Stadt die aus hellem Stein errichtet war. Die Stadtmauer umschloss den Turm fast zur hälfte und die Turmkrone ragte nicht über die Stadtmauer. So wie es aussah konnte man vom Wehrgang der Stadtmauer auf die Turmkrone gelangen, aber es konnte auch anders sein.
Einige wenige Fenster waren auf verschiedenen Ebenen zu sehen, was darauf schließen ließ, das es mehrere Geschoße im dem Turm gab. Galwin beobachtet den Turm eine weile, doch die schwere Eisenbeschlagene Türe am Fuß des Turmes blieb verschlossen. Schließlich beschloss er zurück zu gehen und in der Nacht wieder zu kommen, einige Vorbereitungen noch zu treffen und vor allem die Frauen zu unterrichten.

Unterwegs kaufte er bei einer Händlerin einige Dietriche, Eisenharken und ein Seil ein. Verschiedene Lederbänder um das Zaumzeug der Pferde zu ergänzen. Schließlich kam er genau zum Abendessen in der Herberge an und setzte sich zugleich zu Miwill und Pena, die am gleichen Tisch wie am morgen saßen. Leise unterrichtete er die beiden davon, was er erreicht hatte und was er noch vorhatte. Kaum war mit essen fertig ging Galwin hoch ins Zimmer um sich vorzubereiten und noch etwas zu ruhen.




Kapitel 14
Freund Feind?

Galwin trat kurz nach Mitternacht auf die Strasse, die nur vom Mondlicht erhellt wurde. Die Kleidung entsprechend angepasst, dunkel und keine Gegenstände die Lärm machen, die Lederschnüren gefettet damit auch nicht das leiseste Geräusch ihn verraten konnte. Galwin wußte das was er tat nicht rechtens war.

Die Hauptstrasse wurde nur an den Kreuzungen von Öllampen spärlich beleuchtet, der Rest blieb Dunkel. Und trotz der späten Stunde, war hier und dort ebenfalls Dunkle Gestalten unterwegs. Galwin bewegte sich leise und geschmeidig weiter, er hatte kein Bedürfnis mit diesen zusammen zu treffen. Endlich war er am Turm angekommen, er hatte länger gebraucht als er wollte, aber die Nacht würde noch einige Stunden dauern.

Er lauschte in die Nacht und sein Blick suchte den Turm ab, der in der Dunkelheit lag, doch nichts, kein Geräusch, kein Licht und auch die Strasse blieb ruhig. Er huschte zur Eisenbeschlagenen Türe und lauschte nochmal, während sein Blick die Strasse im Auge behielt, nichts. Er zog vorsichtig die Dietriche aus der Tasche und fühlte nach dem Schloss. Er nahm 2 von diesen Eisen und führte sie ins Schlüsselloch, vorsichtig drehte er die Eisen, tastend nach dem Mechanismus. Dann mit einem lauten Klack bewegte sich die Verrieglung, Galwin zuckte bei diesem Geräusch zusammen, welches ihm ungeheuer laut vorkam und nach seinem Gefühl die gesamte Stadt weckte. Langsam drückte er den Türgriff nach unten und betrat durch einen schmalen Türspalt das innere des Turmes.

Schnell schloss Galwin die Türe hinter sich, der Raum war fast Stockfinster und nur durch ein schmales Fenster kam etwas Sternenlicht in den Raum. Galwin blieb noch lauschend an der Türe stehen, seine Augen gewöhnten sich langsam an das spärliche Licht. Jetzt hätte er gut einen Barainstein gebrauchen können, jene magischen leuchtenden Steine. Langsam erkannte er einige Gegenstände im Raum, Fässer, Säcke, Kisten in verschieden Größen und auf der anderen Seite des Raums eine Treppe die nach oben führte. Die Luft im Innern roch abgestanden, etwas moderig, der Boden mit einer Staubschicht bedeckt. Langsam ging er weiter, vorsichtig tastend um keine Geräusche zu machen, was angesichts der Stille im Turm schwierig war. Die Treppe nach oben war das einzige was Sinn machte, einen anderen Weg oder Durchgang war nicht zu erkennen, auch keine Klappe die zu einem Keller führen könnte. Galwin setzte vorsichtig seinen rechten Fuß auf die erste Holzstufe und belastete die Stufe langsam, mit einem leisen ächzen übernahm die Stufe das Gewicht, die zweite Stufe folgte ebenso. Langsam lauschend und den Blick nach oben gerichtet, folgte Galwin der halbrunden Treppe nach oben. Stufe für Stufe hinauf, hier und dort knarzte eine Stufe ein wenig lauter. Schließlich konnte er über die Treppenstufen in den nächsten Raum blicken. Hier fiel von zwei Fenstern Sternenlicht in den Raum und er erkannte das dieser Raum sowas wie ein Alchemiewerkstatt war.
Auf Tischen sowie in den Regalen standen Flaschen, Schalen teilweise gefüllt mit Substanzen die Galwin nicht kannte. Andere Flaschen waren mit Schläuchen verbunden, standen in Töpfen oder hingen über Brennern, die schon lange kalt waren, wie der Dicke Staubbelag anzeigte. Langsam ging Galwin weiter die letzten Stufen hinauf, der Treppenaufgang der weiter nach oben führte, war genau über ihm.
Vorsichtig bewegte er sich zwischen den Tischen hindurch, sorgsam darauf achten nirgend wo an zustoßen, zum Treppenaufgang. Doch hier war eine Türe und die Treppe war mit Brettern seitlich verkleidet. Er blieb regungslos stehen und lauschte eins Zeitlang, kein Geräusch Drang an seine Ohren, nur sein eigens Blut hörte er in den Adern rauschen. Langsam drückte er die Klinke nach unten, in Erwartung das diese Türe verschlossen ist. Mit einem leisen quietschen öffnete sich die Verrieglung und die Türe sprang ein Stück auf. Wieder verharrte er und lauschte angestrengt, doch nichts rührte sich. Langsam öffnete Galwin die Türe endgültig und schaute die Treppe hinauf, die im Dunkeln lag und stieg langsam nach oben in der Erwartung, das irgend was passiert, doch alles blieb still bis auf das knarzen der Stufen. Oben endlich angekommen, fiel das Licht des Mondes durch das einzige große Fenster auf den Tisch und dort lag ein Gegenstand.
Galwin erstarrte und betrachtete den Gegenstand auf Tisch genauer, es war das Medaillon der Wächter. Sein Blick wandert vom Medaillon durch den Raum und versucht das Dunkle im Hintergrund zu durchdringen und während seine Augen suchend umher blicken. Das Gefühl sich in Gefahr zu befinden wurde von Augenblick zu Augenblick stärker und gleichzeitig spannten sich seine Muskeln an und dann erklang leise eine seidenweiche Stimme mit einem zuckersüßen Unterton aus der Dunkelheit: "Sieh an wir haben Besuch, einen Elben." Eine Frau in dunkler Lederrüstung und feuerroten Haar trat aus der Dunkelheit, groß gewachsen, schlank, athletisch und mit fast perfektem Körperbau. Als die Frau -wir- sagte, wusste Galwin das Sie es nicht einfach daher gesagt hat und schon kam aus der anderen Dunkelheit eine weitere Stimme. "Die Neugierde der Elben ist sprichwörtlich, sie können einfach nicht wieder stehen." Erwiderte eine dunkle männliche Stimme und eine Öllampe flammte auf, als der Docht hochgedreht und die Abdeckung herunter fiel. "Sie sind einfach zu durchschaubar, arrogant und selbstgefällig." Lachte der Mann wieder.
Galwin von der unerwarteten Helligkeit geblendet erkannt hinter dieser Stimme den Herzog Sert Chantor, seine rechte Hand lag dicht bei seinem Dolch am Gürtel.
"Ja und sie riechen so gut" schnurrte Frau "Darf ich mal probieren" und schon war die Rothaarige Frau neben Galwin.
"Aber meine liebe Herzogin, er ist ein Gast, wenn auch ungebetener, aber ein Gast und Gäste muss man gut behandeln.
Sonst ist der Ruf ruiniert und das dauert wieder viele Jahrzehnte bis die Bürger einem Vertrauen." Erwiderte Chantor mit einem Lachen am Schluss.
"Weißt du meine Liebste warum er hier ist dieser Elb. Eingebrochen in das Haus des Herzogs mitten in der Nacht, obwohl ihm der Tod droht..... " sprach Chantor in einem freundlichen Plauderton. "Wegen dem Schmuckstück nehme ich an, es scheint sehr wichtig zu sein" gurrte in einem genüsslichen Ton die Frau.

Galwins Gedanken rasten, Herzogin, Liebste, was ging hier vor, um was in aller Welt ging hier vor. Er hatte sich bis jetzt kaum gerührt, ganz langsam bewegte sich seine rechte Hand zum Dolch am Gürtel, bereit ihn schnell zuziehen. Die Bedrohung von der Frau war spürbar, aber hier in dem Haus hatten die beiden alle Vorteile auf ihrer Seite.

"Schau Sert, der Elb will seinen Dolch ziehen, ist er nicht niedlich. Fast könnte man meinen, er will kämpfen. Weis er denn nicht das er gegen uns kein Chance hat. Nicht mal gegen einen von uns, mit einer gewöhnlichen Waffe." Kicherte die Herzogin und umrundet Galwin wie ein Raubtier. "Aber allerliebste Herzogin, woher soll der Arme das den Wissen. Niemand hat ihm das gesagt, was auch gut ist. Wobei der Elb noch nicht mal merkt das ihn und seine Gefährtin ein ganzer Trupp Soldaten folgt. Dabei dachte ich, das Elben besondere Sinne haben." Sprach Chantor und brach dann in ein Gelächter aus.

Ein Trupp Soldaten folgte ihnen, Galwin dachte tatsächlich das sie die Soldaten aus En Kardir längst abgehängt hatten. Aber jetzt und hier waren die Beiden die Gefahr und Galwin ahnte was Sie waren. "Ihr seit Wesen der Dunklen Seite" sprach Galwin und beobachtet im Zwielicht Sert Chantor, bereit sein Leben so gut es ging zu verteidigen, angespannt wartete er was nun passiert.

Die Frau lachte auf "Ach nein, nicht nur einfache Dunkle Wesen, sondern" und ließ ihre spitzen Fangzähne aufblitzen und war blitzschnell hinter Galwin und ihre linke Hand umfasste seine Hals und ihre spitzen Nägel bohrten sich in seinen Hals. "Ich habe noch nie Elbenblut getrunken, wie wird es schmecken. So wie ein alter Wein, süss und weich oder herb, bitter. Anders bestimmt, so gerne würde ich deine Gefährtin probieren, Sie soll besonders sein, eine die Magie nutzt. Ihr Blut schmeckt bestimmt noch besser." flüsterte die Herzogin in Galwins Ohr.

"Die Menschen werden bald merken was ihr für finstere Wesen seit und euch jagen und töten für eure Grausamkeiten. Und für eure Verbrechen an ihnen." erwiderte Galwin mit bebender Stimme während dessen die Herzogin immer noch seinen Hals mit ihrer Hand umfasste. "Ihr gehört nicht auf diese Welt, ihr seit Blutrünstig und grausam"

"Nur zu Elb, sag es ihnen, aber die Menschen werden es dir nicht Glauben das der allseits beliebte Chantor ein Böses Wesen ist. Der Held unzähliger Schlachten, der das Massaker in umliegenden Dörfern beendet hat, das gebrandschatzt, vergewaltigt, Frauen und Kinder getötet werden. Wir haben den Kaiser und den König so beeinflusst, das nur Soldaten sich gegenseitig töten. Wir haben Sie überzeugt, das Dörfer mit Einwohner ihnen mehr bringen, als sie nieder zu Brennen und die Menschen zu töten." Sprach mit ruhiger Stimme Chantor.
"Glaubst du wirklich das der Kaiser oder das Volk auf einen Fremden hören werden, der behauptet das wir die Bösen Wesen sind, nur darauf aus die Menschen zu töten." Chantor lachte und ehe sich Galwin versah stand Chantor neben ihm und zerrte Galwin zum Fenster. "Schau hinaus Elb, siehst du die Lichter dieser Stadt. Diese Menschen führen seit Jahrzehnten Krieg um ein Stück Sumpf. Dieser Sumpf ist gross genug für beide Völker und doch kämpfen sie darum, töten, foltern, vergewaltigen und brennen Dörfer nieder. Genau jetzt werden in den Kerkern unter der Burg Menschen gefoltert aufs grausamste, bis Sie sterben von ihres Gleichen, von Menschen.
Und du nennst uns grausam und Bösartig." Chantor lachte wieder und lies Galwin los. "Wir nehmen uns auf dem Schlachtfeld nur das was wir brauchen, Sie töten sich sowie so"

Galwin erwiderte tonlos "Ihr könntet es beenden, diesen Krieg"
"Warum sollten wir, dieser Krieg nährt uns, niemand kommt zu schaden, ausser jenen die sowie so für den Tod bestimmt sind."

Galwin erwidert nichts, was sollte er auch sagen, es war nicht sein Krieg und die Menschen führten diesen schon lange.

"Geh Elb, nimm das Medaillon und verschwinde aus der Stadt mit deiner Gefährtin, bevor ich es mir anders überlege, am besten vor dem Morgengrauen. Die Soldaten die dir folgen, ich werd mich darum kümmern, nun verschwinde schnell." sprach Chantor mit leiser aber gefährlicher Stimme. Die Herzogin seufzte "Schade ich hätte so gerne Elbenblut getrunken" säuselte Sie und schaute wie ein Raubtier auf Galwin.

Galwin packte das Medaillon vom Tisch und ging zur Treppe und drehte sich nochmals um "Warum" sprach er zu Chantor.

"Geh Elb bevor ich mich vergesse, betrachte es es als guten Willen meiner Seite und komm nie wieder" knurrte mit gefährlicher Stimme Chantor.

Galwin überlegte kurz und ging dann die Treppen hinunter bis er draussen war. Was für eine Nacht, sollte er die Menschen warnen, den Kaiser, würden Sie ihm glauben, wohl kaum. Dafür war Chantor einfach zu beliebt, trotz der Grausamkeiten des Krieges. So ging Galwin zurück mit gemischten Gefühlen und die beiden Frauen warteten schon auf ihn. Er erzählte ihnen von der Begegnung mit Chantor im Turm und schliesslich beschlossen Sie in aller frühe zum Hafen auf zu brechen.

Am Morgen die Stadtwachen am Tor sahen schon vom weiten die Reiter die die Typische Wüstenkleidung trugen und bereiteten sich auf die Ankunft, so wie es der Herzog es befohlen hatte, vor. Kaum hatten die Fremden Reiter das Tor erreicht, traten die Torwachen vor hielten die Reiter auf und der Hauptmann der Torwache sprach zum Anführer der Reiter: "Herzog Chantor begrüßt die Fremden aus der Wüste und wünscht am Abend mit ihnen in der grossen Feste zu speisen, ein Ablehnung würde als Beleidigung gesehen." Der Hauptmann aus En Kardir seufzte und erwiderte den Gruß und nahm die Einladung Schicksals ergeben an.

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » Di 1. Okt 2013, 22:41

Kapitel 15
Übers Meer

Seit zwei Tagen befanden Sie sich nun in der Hafenstadt Lonndmir und Schiffe die in der Richtung auslaufen wohin die Elben wollten waren selten, da die Gewässer von Piraten beherrscht wurden. Viele Kapitäne winkten ab und selbst für viel Gold war keiner bereit zu fahren. Enttäuschung machte sich breit, Galwin sah keine andere Möglichkeit als die gefahrvolle Strasse zu nehmen, welcher zur dieser Jahreszeit fast unpassierbar galt. Diese Strasse windet sich an den Berghängen entlang in Sichtweite des Meers. Der Wind weht stark vom Meer gegen die Berge, so das Wetter dort sehr launisch, ja gefährlich war. Eben noch Sonnenschein, eine kurze Zeit spät ergossen sich Sturzbäche vom Himmel nieder, dazu Steinschlag und starke Temperaturschwankungen. Die Straße folgte den Bergen hinauf und wieder hinunter, mal war sie breit genug für ein Fuhrwerk, dann so schmal das nur ein Pferd gerade noch Platz hat und Rastmöglichkeiten gab es auch wenige.

Am nächsten Tag packten sie gerade ihre Packtaschen an ihre Pferde als eine Gestalt, einfach gekleidet mit einem verschliessenden Umhang aus groben dunklen Stoff, eine Mütze die den kahlen Kopf bedeckte, sich ihnen näherte. Vorsichtig sich umschaute und dann mit einem leicht hinkenden Gang sich zu Galwin bewegte.

"Ihr sucht ein Schiff, welches euch über das Schatten Meer bring." Nuschelte der Fremde durch seine Zahnstümpfe leise "Ich kann euch helfen" und machte dabei mit der linken Hand jenes Zeichen welches auf der ganzen Welt verstanden wurde, das Geld zählen. Galwin betrachtet den Mann, der einen Geruch von Abort verströmte und nicht gerade so aussah als ob er die letzten Jahre sich gewaschen hat. Alles an ihm war dreckig, speckig und ungepflegt und nicht gerade vertrauenswürdig. "Nun ihr wollt mir ein Schiff besorgen, welches uns weiter bringt, woher wollt ihr ein Schiff haben" sprach Galwin etwas reserviert aus. "Nein, nein ich habe kein Schiff, aber ich weis wo eins ist, welches in jenes Land fährt, wo ihr hin wollt" nuschelt der Mann weiter. "Woher wisst ihr wohin wir wollen" fragte Galwin nun etwas unwirsch.
"Der Hafen hat viele Augen und Ohren und ihr habt viele fragen gestellt, so etwas bleibt nicht unbemerkt" kichertet der Mann. "Wollt ihr nun ein Schiff " fragte der Mann nach.
Galwin überlegte kurz und sprach "Bringt uns zu dem Kapitän von dem Schiff und wenn dieses Schiff dorthin fährt wohin wir wollen, dann erst bekommt ihr euren Lohn."
"Ihr seit sehr misstrauisch Herr, aber ihr werdet sehen, das Berd hält was er sagt, ganz bestimmt" nuschelt der Fremde, während er sich umdrehte und in eine Seitenstrasse ging. So ritten Sie langsam durch verschiedene enge Gassen und begegneten nur wenigen Menschen und Berd hinkte ihnen voraus. Die Häuser wurde dunkler und baufälliger, alles wirkte erdrückend. "Wo ist das Schiff, ich sehe keines, auch von einen Hafen keine Spur. Kleiner hässlich Mann ich hoffe ihr wisst was ihr tut und führt uns nicht in die Irre." sagte Galwin mit einer Spur einer Drohung. " Gleich Herr, ihr werdet sehen, es ist ein kleiner Hafen, fast vergessen, weil die grossen Schiffe nicht mehr hineinfahren können. Zu flach und eng, aber hier ist euer Schiff." sprach hastig Berd. Und als Sie das kleine Tor passierten standen Sie auch schon auf dem Kai, das Schiff lag vertäut daran.

Das Schiff wirkte dunkel, was wohl daran lag, das das Holz fast schwarz war, ebenso die Segel. Die Aufteilung der Takelage und die Art der Anordnung der Segel wies es als Schoner aus, der Rumpf schlank und geschwungen und auf Geschwindigkeit getrimmt. Die Mannschaft die zu sehen war, wirkte so düster wie das Schiff selbst, alles im allen ein vertrauens erweckender Anblick. Galwin lies seinen Blick über das Schiff schweifen :"Ein Schmuglerschiff interessant, aber warum sollte der Kapitän uns über die Schatten See bringen wo jeder andere es ablehnt." Berd stieß ein meckernes Lachen aus:"Für Gold, für viel Gold fahren sie bis ans ende der Welt" und Berd ging über die Planke aufs Schiff.

Galwin stieg vom Pferd sah kurz zu den beiden Frauen, Pena hielt ein Zügel von Miwills Pferd und nickt Galwin zu. Galwin ging ebenfalls über die Planke aufs Schiff und dann Richtung Achterdeck, wo zwei Männer lässig am Ruder standen.

"Grüss euch" sprach Galwin die Beiden an und betrachtet Sie genauer. Da die Beiden einen Vollbart trugen und ihre Haare dicht und wild auf dem Kopf wuchsen, war vom Gesicht nicht viel zu sehen, auch sonst wirkten beide in ihren bepelzten dicken Kleidung düster, wie auch ihr Schiff. Tiefliegende Braune Augen schauten neugierig zu Galwin und er hatte das Gefühl das die Beiden keine wirklich schlechte Menschen waren, nur vom Leben auf der rauen See gezeichnet und als Schmuggler.

"Grüss euch und deine Gefährtinen" sprach der Linke von den Beiden in einem tiefen Basston, der andere find nach diesen an zu Lachen :"Aber Bruder, die andere ist noch ein Kind, du bist blind wie ein Backfisch, vielleicht ist es ihre Tochter."
"Wer ist blind wie ein Backfisch, das bist wohl du. Sie sieht ihnen nicht mal ähnlich, viel zu dunkle Haut auch ihre Augen sind anders, auch ist sie klein, eher wohl eine Sklavin" Der rechte von den Beiden schubste den andern:"Ach was, du willst immer recht haben, nie kannst du zugeben das ich auch recht habe." Der linke schubste wieder zurück:"Du bist nun mal der kleine Bruder und hast gefälligst auf mich zu hören, so hat Vater es entschieden." Der rechte Bruder richtet sich auf:"Jedes mal kommst du damit an, Vater hat gesagt, Vater hat dies gesagt und ich soll immer nur das tuen was du willst, langsam habe ich die Nase voll." Galwin schaute die beiden streitenden Brüder entgeistert an:"Ich unterbreche nur ungern, aber eigentlich wollten wir eine Überfahrt auf euerem Schiff, aber ihr seit doch wohl recht beschäftigt" Der linke Bruder drehte sich kurz zu Galwin:" 20 Gold für jede Nase und wir bringen euch über das Schatten Meer" und wendet sich wieder seinem anderen Bruder zu um weiter zu streiten.
"60 Gold für eine Überfahrt, das ist viel" erwidert Galwin und der rechte Bruder lachte:"60 ohne Pferde, 120 wenn die Pferde mit kommen, so einfach ist es, überlegt nicht lange, die Flut kommt bald und dann laufen wir aus, mit oder ohne euch." Galwin ahnte das dieser Streit nur eine Ablenkung war und das die Beiden gewiefte Geschäftsleute waren und hoffentlich noch bessere Seeleute. "80 Gold für alle, 40 jetzt den Rest wenn wir angekommen sind" erwiderte Galwin und schaute zum dem Rechten Bruder. "100 Gold, 50 jetzt und wir sind im Geschäft" erwidert dieser. "Gut abgemacht" sprach Galwin "Ich werde dann meine Gefährten holen." "Tut dies und eilt euch, wir haben nicht mehr viel Zeit und ich bin Alrik und mein Bruder ist Gernod." lachtet dröhnend Alirk der rechte von den beiden.
Eine Stunde später lief das Schiff aus, die Pferde sicher im innern des Schiffs verstaut. Einen kleinen Raum hatten sie zugeteilt bekommen um etwas für sich zu sein. Wären dessen nahm das Schiff Kurs auf das Schattenmeer.

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » Do 2. Jan 2014, 13:45

Die Sturmkrähe, so hiess das Schiff, lag gut am Wind und die Besatzung verstand ihr Handwerk, der Kapitän oder die beiden Brüder brauchten kaum Anweisungen zu geben, alles lief von alleine. Die Tage auf See vergingen wie im Flug, die kleine Gruppe genoss es. Galwin war oft oben auf Deck, beobachtete die Mannschaft bei ihrer Arbeit und pflegte die Waffen, Ausrüstung und die Pferde. Miwill unterhielt sich mit Pena und unterwies sie in die Heilkräuterkunde und noch vielen anderen Dingen der Heilkunst. Pena war klar das sie niemals so viel lernen konnte, wie die Elbin wusste, geschweige deren magische Heilkunst und doch war sie froh und dankbar. Die Zeit auf dem Schiff verging im Flug, Galwin gewöhnte sich an die derben Scherze der Gebrüder und ihre merkwürdigen Art Geschäfte zu machen. Das Schiff, Sturmkrähe genannt, lief immer weiter gegen Norden. In der Nacht passierten sie eine Inselgruppe, die Besatzung wirkte angespannt, da hier oft Piratenschiffe lauerten. Die Besatzung wollte gerade aufatmen, als vom Krähennest der Ruf erscholl.:"Vier Schiffe, achtern." Nun war es doch passiert, die vier Schiffe entpuppten sich als kleine Schallupen, leicht und klein und schnell zu segeln. Jedes dieser Boote trug soviel Besatzung wie die Sturmkrähe, es war klar das diese Schiffe an der Insel ihren Stützpunkt hatten.

Die Gebrüder Kapitän, so nannte Galwin sich im stillen die Beiden, wirkten nicht gerade nervös, sie betrachteten die Schiffe, die langsam achtern aufholten. "Sollen wir sie mehr erschrecken oder sie gleich auf den Meeresgrund schicken Bruderherz, was meinst du." sprach Gernod und lachte dabei, als ob es ein Scherz war. Der andere Bruder Alrik nickte und klatschte in die Hände:"Packen wir es an und schauen uns die Kurzweil an." Einige Kommandos erschollen und einige Seeleute verschwanden im inneren des Schiffes. Nach einiger Zeit tauchten mehrere Seeleute mit 4 Fässern auf, wo jeweils ein Holzrohr im Fass steckte und stellten diese ans Heck auf. Galwin betrachtete die Fässer und wunderte sich, da nicht ersichtlich war wozu diese gedacht waren, vor allem dieses Holzrohr, welches im Fass stecktet.

Alrik zündete eine Lunte an und grinste dabei. Zwei Seeleute hoben ein Fass an und Alrik zog aus dem Holzrohr eine Lunte heraus, blickte zu den Schiffen achtern, die die Sturmkrähe verfolgten, wartete etwas und zündetet die Lunte von dem Fass an, nickte den beiden Seeleuten zu und die schmissen das Fass über die Reling ins Meer. "Die Kunst ist es den richtigenZeitpunkt zu erwischen wann man die Lunte anzündet. Zündet man sie zu früh an, dann hat es nicht die Wirkung, zu spät ist es das selbe." lachte Alrik mit dröhnendem Gelächter, drehte sich um und schaute dem Fass nach. Galwin behielt das Fass im Auge, da er sich noch keinen reim machen konnte, wozu das diente, was war im Fass drin, normales Schwarzpulver würde kaum was ausrichten, wenn das andere Schiff nicht dicht genug kam. Also musste es was anders sein, etwas das hier draussen mitten im Meer eine größere Wirkung hat.

Die Piratenschiffe hatten das Fass noch nicht bemerkt und hielten weiter Kurs auf die Sturmkrähe und wenn die Schiffe so weiter fuhren, dann würde das Fass genau zwischen dem ersten und zweiten Schiff geraten. Die Besatzung der Sturmkrähe schauten alle nach achtern und warteten mit Spannung da rauf was gleich passieren wird. Auch Galwin blickte zurück, dann auf einmal ein Donnerschlag und eine Wasserfontäne erhob sich dort wo das Fass war und aus dieser Fontäne entfaltete sich eine grün bläuliche Feuerblume, die ihre Feuerblätter nach allen Seiten ausbreitete. Das erste äußere Schiff wurde voll getroffen, die Flammen tropften regelrecht auf das Schiff nieder, bissen sich fest und fingen an das Schiff zu verschlingen. Die Besatzung versuchte verzweifelt das Feuer zu löschen, doch vergebens. Beim anderen Schiff trafen die Flammen den Rumpf, blieben daran kleben und obwohl die Flammen immer wieder vom Meerwasser überspült wurden, brannte dieser Feuer weiter und weiter.

Alrick lachte wieder :"Mal sehen ob die anderen abdrehen oder versuchen uns trotzdem ein zuholen." Galwin sah das Meer zwischen den beiden Brennenden Schiffen mit vielen kleinen schwimmenden Flammennestern übersät war. Die beiden anderen Piratenschiffe drehten ab, näherten sich aber nicht weiter den anderen Brennenden Schiffen. Man konnte noch erkennen, das die Besatzung ins Meer sprang und auf die anderen Schiffe zu schwamm. Alrik schaute immer noch lachend Galwin an und bevor Galwin fragen konnte sprach Alrik :"Ein Dämonisches Feuer, es brennt auf Wasser, kann auch nicht mit Wasser gelöscht werden. Man muss es mit Sand oder Erde ersticken, aber mitten auf dem Meer kaum möglich. Dazu bleibt es überall kleben und brennt sich durch fast alles durch, auch durch ein Schiffsrumpf. Die haben jetzt zwei Schiffe verloren und auf den anderen wird es verdammt eng." Galwin blickte wieder zurück und die beiden brennenden Schiffe verschwanden hinter dem Horizont, der Lichtschein des Feuers blieb noch eine Zeit sichtbar und verblasste dann.

Galwin ging unter Deck zu den beiden Frauen und erzählte ihnen was oben passiert ist. Miwill sagte schliesslich :"Das ist wahrlich ein gefährliches dämonisches Feuer, wehe es kommt in die falschen Hände, damit könnte man Königreiche erobern." "Oder Ländereien zu Asche verbrennen" erwiderte Pena leise und weiter :"Oder schlimmeres"

Die weiteren Tage auf See verliefen ruhig, das Meer wurde zwar etwas rauer und der Wind blies stärker, aber das Wetter blieb stabil. Dann an einem Morgen lief das Schiff in den Hafen ein. Ein kleiner Hafen mit hohen Schutzmauern herum, die Stege waren hoch, die Häuser einfache Fachwerke, dicht gedrängt, teilweise aneinander gelehnt. Der ganze Ort bestand nur aus den Häusern um den Hafen. Die Rückseite der Häuser war auch gleichzeitig die Befestigungsmauer nach Außen, die Fenster Schießscharten die es nur in den höheren Stockwerken gab, ebenfalls in der Außenmauer. Im Hafen selbst lagen nur kleinere Boote, die Sturmkrähe wirkte riesig dagegen, obwohl sie selbst nicht gerade ein großes Segelschiff war. Sobald die Leine fest waren, ging im Hafen der Betrieb los. Händler tauchten auf mit Handkarren, Fuhrwerken und boten ihre Waren direkt am Schiff an. Gernod handelte mit den Ortsansässigen Händlern, Fässer, Ballen und Kisten aus dem Schiffsrumpf wurden an Land gebracht und aufgestapelt. Ware von den Händlern verschwanden gleich im Schiffsrumpf in den Laderaum. Alrik sorgte dafür das Pferde an Land kamen und schließlich verabschiedeten Sie sich alle kurz, denn die Brüder wollten ihre Geschäfte so schnell wie möglich erledigen und am liebsten am nächsten Tag wieder auslaufen.

Galwin und Mitwill besprachen sich kurz und entschieden sich dafür, eine Nacht hier zu verbringen. Vielleicht konnte man hier in der Taverne einige Informationen erfahren über das Land. Der Hafen hiess Fernar und das Land Nara Sha San und wurde von einer jungen Königin regiert. Die Taverne war ein grosser Raum, mit drei Tischen für Gäste, einer kleinen Theke und Kochstelle. Eine steile offene Treppe führte nach oben, die Decke war niedrig und verräuchert, einige Öllampen verbreiteten einen Dämmerschein. Die wenigen Gäste schauten neugierig zu den Elben die den Raum betraten. Einige Gäste machten seltsame Zeichen in der Luft und hielten sich dann die Augen bedeckt. Eine Frau im Hintergrund kreischte auf:"Verhüllt den Frauen die Gesichter, sonst werden wir gebrandmarkt."

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » Fr 15. Aug 2014, 13:50

Kapitel 16
Nara Sha San

Sie betraten die Taverne und hörten das kreischen einer Frau, etwas überrascht davon, aber noch bezogen Galwin, Mitwill und Pena dieses nicht auf sich selbst und setzen sich an den einzigen freien abgegriffenen Tisch, der vor Flecken strotzte und wo noch einige Essensreste herumlagen. Der Wirt schwankte langsam herbei, wo es nicht daran lag das er betrunken war, sondern auf Grund seines Bauchumfanges und seiner kleinen Kugelförmigen Gestalt, mit kurzen Beinen. Er verlagerte das Gewicht von einem Bein auf das andere und bewegte sich so fort. Sein Gesicht verschwitzt, der Vollbart fleckig grau, auch nicht sauber gestutzt, das Haar schütternd und dünn, die Kleidung abgenutzt und genau wie der Bart, fleckig.

"Ihr seit gerade erst angekommen mit Schiff und kennt weder Land noch Leute oder die Gesetze" brummte der Wirt mit einer tiefen Bassstimme die Worte, was mehr eine Feststellung war, als eine Frage und stand nun vor dem Tisch. "Ihr solltet den Frauen ein Gesichtsschleier anlegen, so ist das Gesetz der Königin, ansonsten droht euren Frauen die Brandmarkung des Gesichtes, was eine unschöne Handlung ist. Vor allen weil Sie hübsche Gesichter haben." Sprach der Wirt weiter in seinem tiefen Bass und stützte sich mit der linken Hand auf den Tisch und schob mit der rechten die Speisereste zusammen, um sie dann schliesslich mit einem kleinen Schwung über die Tischkante zu befördern. Im gleichen Augenblick schoss ein kleiner struppiger brauner Hund aus einer dunklen Ecke des Raumes und stürzte sich auf die Essensreste und verschlang diese hastig.

"Verzeiht, wir kommen von weit her und kennen uns nicht aus mit den Gebräuchen hier im Land, darum sind die Frauen unverschleiert." Erwiderte Galwin mit ruhiger Stimme und schaute den Wirt an. "Wir werden so schnell wie möglich diese Schleier besorgen. Doch warum dieses Gesetz und wieso werden die Frauen gebrandmarkt im Gesicht, das ist ein sehr harte Strafe."

"Nun, so will es die Königin, doch es war nicht immer so, es gab andere Zeiten. Schönere und geschäftige Zeiten, wo das Land blühte und gedeihet und hier viele Schiffe aus fernen Ländern kamen, doch das ist vorbei, seit jener Nacht vor 6 Jahren oder sind es schon 7 Jahre. Die Zeit vergeht schneller je älter man wird." sprach der Wirt mit seinem tiefen Bass.

"Es war vor 6 Jahren, da hat meine Cousine den Bund geschlossen." ertönte eine Stimme von hinter der Theke. "Hast du das schon wieder vergessen." sprach etwas schrill eine Frauenstimme. "Sei still Weib, es ist doch egal ob es 6 oder 7 Jahren sind, für die Fremden hier." sprach der Wirt über die Schulter zu der Frau und wendet sich wieder Galwin zu.
"Nun was wollt ihr, trinken, essen oder die Nacht hier verbringen oder alles zusammen" Der Wirt schaute erst Galwin an dann die beiden Frauen, wobei sein Blick länger auf Mitwill blieb.

"Was habt ihr anzubieten Wirt und habt ihr einen Namen." sprach Galwin freundlich und neugierig.

Der Wirt lachte laut, feucht und hielt sich den Bauch fest :"Ich mag euch, ihr seit so lustig, aber sicher doch könnt ihr was bekommen. Kartoffelsuppe, Fischbrühe, Gemüseauflauf oder Hühnersuppe, dazu Brot. Und jedes kostet 30 Kupfer für jeden und Betten für die Nacht je 1 Silber. Einen Krug Wein kostet 1 Silber, guter gewürzter Wein 1 Gold und Bier bekommt ihr für 50 Kupfer. Euere Pferde stehen mit 1 Silber die Nacht im Stall mit Heu und Hafer. Alles andere ergibt sich." sprach der Wirt mit einem schnaufen. Galwin überlegte und schaute kurz zu Miwill und Pena. "Wir nehmen von allem etwas, dazu frisches Obst, guten Wein ungewürzt und 5 Gold für alles sollten reichen, selbst für das Nachtlager." erwiderte Galwin.

Der Wirt lachte noch lauter und klopfte mit der rechten Hand mehrfach feste auf den Tisch. "Ich bin Torre und das da hinten ist mein Weib Sila. Eine gute Frau und tüchtig, sie bringt euch gleich das Essen." Mit einem weiteren lauten Lachen drehte sich Torre um und ging zur Theke um Wein in einen Krug zu füllen. Währenddessen kam Sila und brachte die verschiedenen Speisen und stellte diese auf den Tisch. Mit einem scheuen Blick betrachtete sie das Gesicht von Mitwill und deren blinde weisse Augen, drehte sich dann schnell um, ging zurück und widmete sich auffallend gründlich der Kochstelle.

Der Wirt stellte den Weinkrug zwischen die Speisen, sowie drei Becher und zog dann aus einer Tasche seiner Schürze zwei Schleier und reichte diese Galwin. "Ich weis, die sehen jetzt nicht gerade frisch aus, aber besser als mit einem verbrannten Gesicht herum zulaufen."Habt Dank Torre, es wird für kurze Zeit hier im Land reichen, wir sind auf der Durchreise und halten uns nicht lange auf." erwiderte Galwin freundlich.
"Also und wo wollt ihr hin um diese Jahreszeit, denn der Winter wird bald anbrechen, dann sind die meisten Wege kaum passierbar." Galwin überlegte wieviel er dem Wirt erzählen sollte. "Ach ist mir egal, macht was ihr wollt, zieht weiter wenn es euch beliebt, aber besser ihr bleibt noch eine Weile." Sprach Torre freundlich weiter. Galwin war klar, das der Wirt es nur auf das Gold abgesehen hatte und war erleichtert das der Wirt nicht weiterfragte. "Wenn es euch
interessiert, dann erzähl ich euch was damals passiert ist und warum die Frauen nun verschleiert sein müssen." Pena nickte heftig, denn sie war mehr als nur neugierig und Mitwill legte den Kopf etwas schief und nahm sich etwas von den Speisen. Galwin stöhnte innerlich, aber so zumindest würde der Wirt keine Fragen stellen.

"Es war vor 6 Jahren in einer warmen Sommernacht auf dem Sommerschloss der Königsfamilie in Talanien, eines jener kleinen Schlösser die jede Herrscherfamilien haben. Also, dort wurde nicht nur der Sommer verbracht, es sollte auch diesmal die Verlobung der Königstochter mit dem Prinzen von Rilat gefeiert werden. Das Fest dauerte schon drei Tage und drei Nächte und in der letzten Nacht passierte es. Niemand weis wie es passiert ist,Unachtsamkeit, Brandstiftung, der Wind der einen Vorhang in eine noch brennende Kerze blies oder gar die Ungeschicklichkeit eines Dieners. In dieser Nacht starben viele Menschen. Durch das Fest erschöpft reagierten viele zu spät oder gar nicht. Aber in dieser Nacht wurde fast die gesamte Königsfamilie ausgelöscht, die Eltern der jetzigen Königin, ihre ältere Schwester und der gerade geborene Bruder. Viele Tanten, Onkels und andere Verwandten und wichtige Ratgeber, Fürsten und wer weis noch. Später fand man Sie abseits mit vielen Brandwunden, aber ihr Gesicht war entstellt von den Flammen. Mit dem entstellten Gesicht wollte der Prinz von Rilat Sie nicht mehr zur seine Frau nehmen, er wollte die makellose Schönheit die Sie eins war.

Verbittert zog die Prinzessin sich zurück auf die Burg zurück, den Familiensitz und trauerte eine lange Zeit. Viele fragten sich, war es Schicksal oder hatte jemand nachgeholfen.
Viele Gerücht gab es in der Zeit danach, das der Prinz das Feuerlegen lies, damit er nicht Heiraten musste, da seine Liebe eine anderen galt. Das Sie das Feuer legte um an die Macht zu kommen, das Neider beschlossen haben das Feuer zu legen oder die Feinde des Reiches es gelegt haben. Bis heute sind diese Gerüchte nicht verstummt." Torre sprach sehr mitfühlend und mit Hingabe. "Irgendwann kamen aus der Burg neue Gesetze, mit aller schärfe ging die Königin gegen die Gerüchte vor und setzte die neuen Gesetze durch, wie auch das die Frauen von jetzt an ihr Gesicht verschleiern mussten. Die Soldaten der Königin gingen nicht gerade zimperlich mit Gesetzesbrechern um und der Prinz von Rilat wurde des Landes verwiesen mit der Begründung: Da ihm äussere Werte wichtiger waren, als innere, sei er nicht der richtige Mann um eine Verbindung einzugehen, da es auf mehr ankäme als nur die schönen Seiten. Der Prinz zog wütend ab und heiratete später eine andere Frau, von der man munkelte, das diese Liebschaft schon länger bestand hätte. Aber es sind Gerüchte und doch ist vielleicht etwas daran." Erzählte Torre nun etwas ausser Puste.

Galwin, Mitwill und Pena hatten schon fast alles an Speisen aufgegessen und lauschten den Worten des Wirtes. Draussen wurde es schon wieder Dunkel und die Strassenlaternen wurden entzündet. "Und hat niemand versucht das Gesicht der Königin zu heilen" fragte Mitwill und tastet nach der Schüssel mit dem Obst. "Oh ja, viele Heiler, Scharlatane und andere Heilkundige haben es versucht, denn wer es schaffte sollte sein Gewicht in Gold und 100 Morgen fruchtbares Land bekommen. Viele verloren ihren Kopf, denn das war die andere Seite des Deals. Wer scheitert verliert seinen Kopf. Seit zwei Jahren ist es sehr still geworden um die Königin, nur ihre Soldaten streifen umher und sorgen dafür, das die Gesetze durchgesetzt werde." sprach Torre jetzt mit sichtlicher Müdigkeit. Mitwill faste nach dem Arm von Galwin und drückte leicht zu. Galwin wusste sofort was das zu bedeuten hatte und konnte sich denken was Mitwill damit ausdrückte. Sollten Sie es wirklich wagen. Pena hatte sich längst auf der harten Holzbank langgelegt und ihr Kopf ruhte in Mitwills Schoss und schlief. "Das war eine sehr lange Geschichte und sehr traurig. Schade das man euere Königin nicht helfen konnte." erwiderte Galwin mit belegter Stimme und gleichzeitig drückte Mitwill fester zu.

Torre stand vom Hocker auf und packte sich einige leere Schüsseln. "Es ist spät und ihr wollt sicher früh aufbrechen, so will ich euch nicht weiter aufhalten. Wünsche euch eine geruhsame Nacht. Sila hat eure Zimmer vorbereitet, die Türen stehen offen, so könnt ihr einfach hineingehen, andere Gäste sind zur Zeit nicht da." Torre drehte sich um und ging zur Theke. Die drei erwiderten den Nachtgruss und gingen über die steile offene Treppe nach oben. Sila war noch auf dem oberen Gang bei den Zimmern und zeigte ihnen diese kurz und verschwand mit einigen leise gemurmelten Worten nach unten.

Ein einfaches Bett mit einer groben Decke und einem Kissen aus Gänsefedern, eine kleine Kommode mit Waschgelegenheit, ein Nachtgeschirr, ein Fenster das über den offenen Gang zum Hafen zeigte, sowie eine kleine verbeulte Öllampe, mehr war da nicht. Aber es sah im Dämmerschein der Öllampen recht sauber aus und für eine Nacht sollte es reichen.

Am frühen Morgen, Galwin hatte noch Proviant und Wein bei Torre gekauft für die Reise und Pena kümmerte sich um die Pferde. Es war noch still am Morgen und die Sturmkrähe hatte in der Nacht den Hafen wohl verlassen, denn der Ankerplatz war leer. Die Verabschiedung fiel kurz aus, dann ritten alle drei durch das Tor der kleinen Hafenstadt hinaus in das fremde Land. Galwin hatte den Wirt noch nach dem Weg in die Hauptstadt gefragt. Die Hauptstadt lag auf ihrem Reiseziel, so das Sie keinen Umweg machen brauchten. Mitwill hatte beim den kurzen Abschied von Sila, schnell und unbemerkt ihre Heilkräfte wirken lassen, nun sollte Sila Kinder bekommen können.

Das Land Nara Sha San wirkte einfach und nicht besonders, überall waren die Felder bestellt, die Dörfer und Ortschaften sauber und ruhig. Überall waren die Soldaten der Königin anwesend in den Orten, aber nicht so zahlreich das man sich bedroht fühlt. Von Willkür oder anderen Repressalien gab es nichts zu sehen. Galwin und Mitwill unterhielten sich leise und Pena lernte beim Reiten aus einem kleinen Buch die verschiedenen Heilpflanzen die dort gezeichnet waren. Ihr Pferd trottet ruhig hinter den Elbenpferd her, so das Sie nicht auf den Weg achten musste.

Die Hauptstadt lag auf einen lang gestreckten Hügel und kein Gebäude war höher wie drei Stockwerke. Die Stadtmauer war eine braune kaum 6 Meter hohe aus gebrannten Ziegeln gefertigt Umfriedung. Das Tor aus massiven Balken gefertigt, aber kein Gemauerten Torbogen. Man merkte das dieses Land lange keinen Krieg erlebt hatte, die Torwachen achteten wer in die Stadt kam und auf die Frauen.

Die Torwachen blicken nur kurz zu den dreien und schienen zufrieden zu sein und schon waren sie innerhalb der Stadt. Diese Stadt war nicht zu vergleichen mit En Kardir oder der Kaiserstadt Gareth, gegen diese Städte wirkte die Stadt Sha San klein und schmutzig. Mitwill hatte darauf bestanden das Sie gleich hinauf zum Palast ritten. Galwin hatte noch versucht Mitwill diesen Plan auszureden, aber Mitwill überzeugte letztendlich Galwin. Mitwill war der Überzeugung, wenn man der Königin half, dann könnte man Sie auch überzeugen, das die Frauen keinen Gesichtsschleier tragen brauchen.

Zur gleichen Zeit waren in der Stadt Gaukler, Musiker unterwegs und machten auf sich aufmerksam, das sie am Abend auf dem grossen Platz ihr grosses Spektakulum abhalten würden, sehr zur Freude der Bewohner.

Sie ritten durch die Gassen zum großen Marktplatz, der direkt vor dem Palast war. Zwei Wachen hielten am Eingangstor gelangweilt wache und musterten die drei nur kurz, bis sie vor dem Tor standen. "Halt, was wollt ihr hier" sprach einer der Wachen mit harscher Stimme und hielt seinen Speer etwas bedrohlich nach vorne. Mitwill antwortet schneller, ehe Galwin etwas sagen konnte, was er unbilligen zur Kenntnis nahm. "Grüße euch, ich bin eine Heilerin, die der Königin helfen will." sprach Mitwill laut und deutlich. Die Wache mustert Mitwill auf Ihrem Pferd von Kopf bist Fuß. "Eine blinde Heilerin, scheint ja nicht gerade sehr erfolgreich zu sein, wenn Sie sich selbst nicht nicht mal das Augenlicht wiedergeben kann." sprach die erste Wache etwas niederträchtig.
"Vielleicht kann ich deshalb mich mehr auf die Krankheit konzentrieren, als auf Äußerlichkeiten zu achten." erwidert Mitwill mit deutlicher Stimme. "Nun geht und sagt euere Königin bescheid." Eine der Wachen brummte noch etwas leise vor sich hin, bevor er das Tor öffnete und nach jemanden rief.
Einige Minuten später kam ein Bediensteter hörte sich an was die Wache sagte, nickte dann und winkte den Elben zu.
Galwin stieg vom Pferd und half dann Mitwill abzusteigen.
Pena wollte ebenfalls absteigen aber Galwin bedeutet Ihr mit einer Geste nicht abzusteigen und ging zur Ihr. "Bleib bei den Pferden und sorge dafür das sie getränkt und etwas zu fressen haben. Mein Gefühl sagt mir das noch etwas passieren wird." Pena schaute Galwin mit großen Augen an erwiderte aber nichts und nickt nur. Galwin folgte Mitwill in den Palast, nahm sie bei der Hand und folgten dann dem Bediensteten tiefer ins Gebäude. Es ging zwei Treppen nach oben, durch verschiedene Gänge und andere Räumlichkeiten, bis zu den Privaten Gemächern der Königin.

"Wartet hier bis euch hole" sprach der Bedienstete mit leicht hoher näselnder Stimme und verschwand hinter einer PrunkvollenTüre. Galwin unterhielt sich leise mit Mitwill, da er immer noch zweifelte ob es sinn machte. Mitwill blieb bei ihrer Meinung. Dann öffnete sich die Türe und als erster trat der Bedienstet heraus, der Sie bis hier oben begleitet hatte, es folgten noch zwei weitere Dienerinnen die sich neben der Türe stellten. "Verneigt euer Haupt vor allmächtigen, allwissenden und alles sehenden Shezzan Mori Haturelle, Königin von Nara Sha San und den Wüsten von Versoie." sprach mit lauter Stimme und voller stolz der Sie hier hin brachte.

Die Frau die dann durch das Tor schritt, war in eleganten leichten wehenden Stoffen gekleidet, die zwar die Figur betonten und die Fantasy beflügelten, aber auch nicht zuviel verrieten. Ein Duft von Sandelholzöl, Orange und Zitrone erfüllte den Raum. Vom dem Kopf waren nur die dunkel Braunen Augen durch den Schleier zu sehen und etwas vom Haar, welches einen leichten glänzenden bronzenen Ton hatte, was wohl von dem Öl herrührte mit dem das Haar behandelt wurde. Die Königin war gerade mal eine Handbreit größer wie Pena und kam Barfuß in den Raum. Aufmerksam blickte Sie Galwin an und dann Mitwill, ein kurzes Aufblitzen Ihrer Augen mehr war da nicht. Das die beiden Elben ihr gegenüber mehr als zwei Köpfe größer waren, liess Sie sich nicht anmerken.

"Ihr seit gekommen um mir zu helfen, meine Brandwunden zu behandeln." sprach die Königin mit angenehmer weicher Stimme und obwohl sie nicht laut sprach, war jedes Wort deutlich zu verstehen. "Viele haben es versucht, mit Tinkturen, Salben, Kräutern und vielen anderen Hokuspokus. Trugen seltsame Pasten auf mein Gesicht auf und modulierten ein Gesicht nach, in der Hoffnung das es reichen würde. Aber ich will mein ursprüngliches Gesicht zurück, mehr nicht. Noch könnt ihr zurück und lebend den Palast verlassen, sollte Ihr jedoch zusagen und versagen, dann werden eure Köpfe morgen auf dem Markplatz im Sand liegen. Ihr habt die Wahl." Sprach die Königin während sie im Raum langsam um die Elben ging und die Drohung war nicht zu überhören.

Galwin zog hörbar die Luft ein und Mitwill antwortete:"So soll es sein Königin, aber wenn ich euch helfe, dann sind wir beide allein in einem Raum, niemand sonst. Und noch eine Bitte, wenn ihr geheilt seit, dann will ich keine der versprochenen Belohnungen, nur das alle Frauen im Land keinen Schleier mehr tragen müssen, das wäre mir als Lohn genug."

Die Königin unterbrach ihren Rundgang und blickte zu Mitwill, nach einigen endlosen Minuten antwortet Sie.:"Ich habe von euch noch nie etwas gehört, weder von euerer Heilkunst noch was anderes. Ihr seit Fremd hier im diesen Land und habt nichts anderes vorzuweisen, keine Großtat für das Reich oder zum Wohle des Volkes und doch stellt ihr Forderungen an uns, Gesetze zu ändern." erwiderte die Königin leicht amüsiert. "Gesetze kann man ändern und das Volk, die Frauen wären euch dankbar." erwiderte Mitwill.
"Nun, so soll es Geschehen, aber wehe ihr versagt" erwidertet die Königin mit fester drohender Stimme. "Jetzt kommt mit in mein Gemach und macht euch an die Arbeit. Und dieser da *zeigt auf Galwin* kann hier warten, gebt ihm Wein und zu essen, vielleicht ist es das letzte in seinem Leben" Sprach die Königin und ging mit grossen Schritt zurück. Eine der Dienerinnen half Mitwill der Königin zu folgen.

Die Königin legte sich auf ein grosses Bett und Mitwill wurde von der Dienerin hingeleitet, kaum am Bett, verschwand die Dienerin durch eine Seitentür, nun war Mitwill mit der Königin Shezzan allein. "Ihr müsst euren Geist öffnen und keinen Widerstand leisten, seit offen für das was nun folgt. Ich werde euren Geist mit meinem berühren, gleichzeitig werden meine Hände euer Gesicht berühren und abtasten. Es wird zeitweise unangenehm und ihr werdet Bewegungen spüren als ob Würmer unter euerer Haut sich bewegen. Aber es ist euer Fleisch und Muskeln, die sich neu ordnen. Vertraut mir." sprach Mitwill mit ruhiger Stimme. "Ich beginne jetzt und werde meine Hände nun auf euere Gesicht legen" Die Königin zuckte kurz zusammen."Wie lange wird es dauern Heilerin" flüstert Shezzan und schloss die Augen. "Je mehr Ihr euch fallen last und mir vertraut um so schneller wird es gehen, aber Stunden werden es sein. Für euch gefühlte Minuten und jetzt ......" flüsterte Mitwill und liess ihre Magischen Kräfte wirken und gleichzeitig tastete sie das durch die Flammen entstellte Gesicht der Königin ab. Sanft drang sie in den Geist von Shezzan ein um zu sehen wie Sie einst aussah und ihre Hände fingen an zu formen.

Draussen vor dem Gemach der Königin wartete Galwin unruhig und ging auf und ab. Betrachtet dabei die Obstschalen auf den verschiedenen Tischen. Das Obst gut verteilt, in jeder Schale genau gleich viel und an der richtigen Stelle, gleichmässig. Gleichmässig, irgendwie war da was, woran er sich beiläufig erinnerte. Die schwarz gekleideten Männer die so gleichmässig in der Stadt verweilten. Immer in der Nähe der Königlichen Wachen, aber nicht wirklich dazugehörend. Ihre Kurzschwerter sind in der Kleidung kaum auszumachen. Vielleicht sollte er die Königin warnen. Vielleicht war auch alles ganz anders, viel harmloser, was wusste er schon von den Sitten der Menschen.

Stunden später.
Mitwill wurde von einer Dienerin aus dem Gemächern der Königin heraus begleitet. Mitwill sah sehr erschöpft aus und stützte sich auf die Dienerin auf. "Wie geht es dir Mitwill" fragte Galwin besorgt und eilte auf Sie zu um sie zugleich in den Arm zu nehmen. "Ich bin sehr müde, es kostet mich mehr Kraft als ich dacht. Das Gesicht der Königin fühlte sich so unförmig an, bis auf ihre Augen war alles von Brandnarben und Gewebe entstellt." erwiderte Mitwill leise. "Komm setzt dich und ruh dich aus" Und Galwin führte Sie zu einer der weichen Liegen die überall im Raum standen. Sollte er Ihr seine Befürchtung mitteilen, das sein Bauchgefühl ihm sagte das eine Bedrohung spürbar ist. Das Männer in Schwarz mit Kurzschwertern in der Stadt waren und sein Gefühl im sagte, das Sie nichts gutes Vorhaben, er entschied sich dagegen.
"Galwin, die Königin ist so glücklich das Sie ihr Gesicht wieder hat. Sie betrachtet es im Spiel seit ich sie geheilt habe. Es ist blass und ganz hell wie die Haut eines Neugeborenes und noch empfindlich, sagt Sie. Ich kann es verstehen, Sie ist so jung, nur 25 Jahre alt, ein Kind." Erzählte Mitwill müde "Wir bekommen alles von der Königin was wir wollen, sie hat es versprochen." Mitwill ist bei den letzten Worten eingenickt und Galwin hielt Sie in seinen Armen. Er war erleichtert, vielleicht waren seine Sinne einfach zu gereizt.

Er wusste nicht wieviele Stunden vergangen sind, er musste aus Müdigkeit in die Meditation gefallen sein und hat von seine Heimat geträumt. Draussen auf den Marktplatz war lautes Geschrei und dann wurden Alarm gegeben. Feuer war ausgebrochen, das hörte aus den Schreien heraus und der Morgen war noch nicht angebrochen. Dann wurde ein grosser Gong im schnellen Rhythmus geschlagen, auf dem Markplatz wurden die Rufe immer lauter, scheinbar immer mehr Menschen beteiligten sich daran. Mitwill richtet sich auf, ihre Augen angstgeweitet und obwohl sie nicht sahen, war darin die Angst zu sehen. "Was ist los" flüsterte Mitwill ängstlich. Dann hörte Galwin noch was anderes, das klirren von Schwertern und die Worte die Männer lauthals schrieen:"Die neue Ordnung steht über allem" immer wieder und wieder hörte er die Worte.
"Komm Mitwill, wir müssen weg und das ganz schnell."
Er zog Mitwill mit sich, die noch ganz benommen war. Es ging die Treppen zurück, durch Gänge und niemand hielt Sie auf. Überall rannten Bedienstete und Soldaten umher und versuchten Ordnung ins Chaos zu bringen, anscheinen wussten sie nicht genau wer und wo die Angreifen waren und dann sah Galwin das einigen der Schwarz gekleideten Männer bereits im Palast waren und sich kämpfe mit den Wachen lieferten.
"Komm weiter, halt dich fest , wir müssen raus zu unseren Pferden. Pena wartet dort." Galwin versuchte unauffällig an der Mauer zwischen den Wandteppichen und Möbel den Ausgang zu erreichen. Das Tor nach draussen stand weit offen und es war nicht aufgebrochen. Zum Glück waren die Angreifer tiefer in den Palast gestürmt und viel zu sehr damit beschäftig die Einrichtung zu zerstören. Kaum draussen sah sich Galwin nach Pena um und den Pferden, doch da war niemand. Galwin fluchte innerlich, wieso war Sie nicht hier. Am Marktrand standen noch die Wagen der Gaukler, die dabei waren die Pferde anzuschreien und hastig die Wagen am beladen waren.
"Komm wir müssen zu den Wagen der Gaukler, die wollen ebenfalls die Stadt verlassen." Galwin zog Mitwill weiter, die mehr stolperte als lief, aber der Griff von Galwin hielt sie eisern hoch.

Sie erreichten die Wagen, trotz des Chaos oder wegen dem Chaos, überall rannten Menschen panisch umher, dazwischen immer mehr Soldaten und schwarz gekleidete Männer. Es wurde an immer mehr Stellen gekämpft und das Feuer breitet sich in der Stadt aus, scheinbar hatten die Fremden mehrere Brände gelegt. Galwin hob Mitwill in einen der Wagen der Gaukler und sah dabei wie zwei verängstigte Kinder sich zwischen den Sachen duckten. "Keine Angst wir tuen euch nichts, aber helft meiner Frau, sie kann nichts sehen. Ich werden draussen aufpassen." Nickte den Kindern freundlich zu und das etwas grössere Mädchen zog Mitwill zu sich runter und blickte Galwin mit grossen verängstigten Augen an. Galwin zwinkert ihr zu und verschwand dann.

Jetzt hatten einige der schwarzen Männer die Wagen der Gaukler als Ziel und Galwin stellt sich ihnen entgegen. Er zog sein Schwert und sprintete auf Sie zu. Die Fremden zögert kurz, doch dann riefen Sie ihre Worte der neuen Ordnung und stürzten sich ohne zu zögern auf Galwin. Scheinbar war ihnen das Leben egal, ohne zu zögern kämpften die Fremden mit aller Macht, ohne Rücksicht auf ihr Leben. Normalerweise hatten die Menschen Angst vor dem Tod, doch diese hier nicht.
Dazwischen zitierten die Fremden Verse, die Galwin nicht verstand, scheinbar ein Ritual. Er wusste nicht wie lange die Kämpfe dauerten, er warf sich einem Gegner nach dem anderen in den Weg, schlug und stach zu, brachte seine Gegner zu straucheln, zertrümmerte Kochen mit dem Knauf des Schwerte. Griff sich ein Schild der Wache das auf dem Boden lag und schlug es einem der Feinde mitten ins Gesicht, lies andere daran abprallen, die zu Boden stürzten und sein Schwert fand ihre Kehle.

Irgendwann waren die Kämpfe vorbei, die halbe Stadt brannte und überall lagen Tode. Galwin drehte sich um und schaute nach den Wagen. Doch da waren keine Wagen mehr, sie waren fort. Nur einige Sachen der Gaukler lagen und standen herum.
Keine Wagen, Pena mit den Pferden fort und vor allem Mitwill war weg. Wütend schleuderte Galwin das Schild weg und schrie seinen Frust raus, danach blickte er sich um, er musste Ihr nach und wo war Pena mit den Pferden. Nur wo sollte er suchen.

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » So 14. Dez 2014, 03:24

Kapitel 17

Das fahrende Volk

Mitwill lag zwischen den Sachen im Wagen und spürte die Körper der Kinder, die vor Angst zitterten. Leise sprach Sie auf sie ein, in der Hoffnung dass sie sich beruhigten. Dann plötzlich ruckte der Wagen an und bewegte sich, erst langsam dann immer schneller. Die Kinder drückten sich an Mitwill und flüsterten leise in einer fremden Sprache, die besonders durch die Betonung des Rs auffiel. Die Wagen bewegten sich durch die Stadt und schaukelten teilweise heftig, immer wieder hörte Sie die Schreie der Stadtbewohner und der Stadtwache und das klirren von Waffenstahl. Hin und wieder wurden Sie heftig durch geschüttelt und die beiden Kinder klammert sich nun verängstigt an Mitwill. Das Mädchen wieder holte immer wieder einen Satz, wahrscheinlich eine Art Gebet, mutmaßte Mitwill. Der Junge heulte leise und versteckte sein Gesicht in einem Stoffbündel. Mitwill schätzte das der Junge vielleicht gerade mal 5 oder 6 Menschenjahre alt war, das Mädchen vielleicht gerade mal 12 oder 14 Menschenjahre, aber das konnte Sie schätzen anhand der Stimmen und von den wenigen Körperberührungen. Die Wagen rumpelten über die Straßen, mal links, mal rechts und gefühlt jedes Schlagloch mitnehmend. Die Pferde wieherten angstvoll, da sie oft die Peitsche zu spüren bekamen. Die Nacht schien sich endlos zu dehnen, dabei war sie fast vorbei und Mitwill war sehr erschöpft. Sie döste vor sich hin, zu müde zum meditieren oder wach zu bleiben.

Es schienen schon einige Stunden vergangen zu sein, der Wagen stand still und auch die Kinder waren verschwunden, zumindest spürte und hörte Sie sie nicht. Aber Mitwill hatte das Gefühl nicht alleine zu sein und dreht ihren Kopf leicht um besser zu lauschen und sie hörte Stimmen. "Sie sieht uns nicht, dabei stehen wir hier kaum zwei Meter weg." hörte Mitwill die geflüsterten Worte und wendet ihren Kopf gerade Wegs auf den Sprecher. "Schaut, eine Elbin...unglaublich ich hätte nie gedacht jemals eine zu sehen in meinen Leben. Mitwill griff nach diesen Worten an ihren Kopf und merkte sofort, das ihre Kopfbedeckung fehlte. Sie konnte sich nicht erinnern diese abgenommen zu haben. Wahrscheinlich ist diese verrutscht in der Nacht. "Eine Elbin bei uns, welch ein Glück. Wir sollten es der Alten berichten, sie weiß was zu tunen ist." sagtet einer der Männlichen Stimmen und Schritte im Kies deuteten an, das sich der Sprecher entfernte. Mitwill blieb weiter dort liegen, mitten im Wagen, zwischen den verschiedenen Sachen die sie mehr spürte, was sollte Sie auch machen.

Einige Zeit später hörte Sie Schritte von mehreren Personen im Kies, wahrscheinlich standen die Wagen in der Nähe von einem Fluss oder einem Seitenarm am Ufer. "Da ist Sie, wir wissen nicht wie sie hier in diesen Wagen kam. Die Kinder sagen das noch ein Mann dabei war, der sich aber dann in den Kampf stürzte mit den schwarz gekleideten Männern, von der Neuen Ordnung." erwidert eine dunkle Männerstimme. Mitwill verstand nicht alles, da die Stimmen einen Dialekt sprachen, dem sie nur schwer folgen konnte. Der Wagen fing an zu wackeln an und Mitwill spürte wie jemand in den Wagen kletterte. "Kommt Sie Lady" sprach eine tiefe Stimme und dann spürte Mitwill wie jemand Sie unter den Arm fasste und hoch zog. "Ich bin Jank und bring Sie aus dem Wagen." Mitwill lies es geschehen, Widerstand war zwecklos und schließlich war Sie die Fremde hier.
Der Fremde führte Sie behutsam aus dem Wagen und viele hilfreiche Hände halfen ihr aus dem Wagen herab zusteigen. Unzählige Stimmen redeten und Mitwill verstand nur Bruchstücke, aber die Stimmen waren durchweg freundlich, ja gar aufgeregt. Schließlich zog sie jemand mit, hielt Sie fest am rechten Oberarm und führte Sie.
Mitwill vermutete das Jank war der Sie weiter führte. Es ging über Kies und Wiese, so fühlte es sich an den Füssen durch die Lederschuhe an. Dann auf einmal blieb man stehen und es klopfte jemand an eine Türe oder Holz und kurz darauf sprach eine krächzende alte Stimme. "Her ein wer immer das auch sein mag. Und wer immer meine Mittagsruhe stört, sollte einen triftigen Grund haben." schnaufte die Stimme zu Schluss mit einem rasseln. "Ehrwürdige, ich habe einen Besonderen Gast bei mir. Eine Elbin, wir wissen nicht woher Sie kommt, sie war in einem der Wagen ." hörte Mitwill neben sich eine männliche Stimme und dann wurde Sie weiter geschoben durch ein Tuch oder Vorhang, welches über ihr Gesicht gleitet und nach einige Schritten blieb man stehen. Die Stimme von Jank erklang leise neben ihrem rechten Ohr: "Das ist die Ehrwürdige Mutter Attunga unser Lenkerin."

Mitwill hörte wie Menschen draußen vor dem Zelt, zumindest nahm sie das an, das Sie in einem Zelt war, aufgeregt tuschelten und die Kinder noch aufgeregter waren. "So, eine Elbin. Ungewöhnlich das Sie reist wie ein Dieb oder ein Flüchtiger und wie ist der Name Elbin" sprach wieder die alte Stimme die eindeutig zur einer Frau gehörte. Mitwill überlegte was sie sagen sollte: "Flüchtig ja, vor den Männern in Schwarz, die Mordend durch die Straßen zogen und mein Gefährte versteckte mich im einem der Wagen.
Es war zu meinem Schutz, da ich nicht sehen kann und mein Name ist Mitwill" erwidertet Mitwill ehrlich und offen. "So, eine Elbin die nichts sehen kann, das ist ungewöhnlich.
Dachte immer dass Ihr nie krank werdet und wenn so ziemlich alles heilen könnt. "Sprach wieder die Alte unterbrochen von einem Hustenanfall.“Bringt frischen Tee und ein Sitzkissen für unseren Gast, ich möchte ihre Geschichte hören und dann entscheiden."

Mitwill seufzte, aber es hätte auch anders kommen können, dachte Sie sich. Besser die Geschichte ihrer Reise erzählen und hoffen dass es gut für Sie ausging. Ohne Galwin war sie hilflos den Fremden ausgeliefert und musste hoffen dass diese gute Menschen waren. Irgendjemand führte Sie zu dem Kissen und drückte ihr einen Becher mit heißen Kräutertee in die Hand. Nachdem sie sich gesetzt hatte und den wohlschmeckenden Tee teilweise getrunken hatte, fing Mitwill an zu erzählen.

Galwin hastet durch die Gassen auf der Suche nach Pena und den Pferden. Schließlich konnten Sie nicht so einfach verschwinden. Überall sah man Spuren von den Kämpfen und noch immer Patrouillierten nervöse Soldaten durch die Straßen auf der Suche nach den Schwarz gekleideten Männern. Zwischendurch wurde Galwin von den Soldaten aufgehalten, aber nachdem er sich als Elb zuerkennen gab, ließ man ihn in Ruhe, trotzdem warf man ihn hin und wieder einen misstrauischen Blick zu. Es müssen schon Stunden vergangen sein und die Sonne ging schon auf und noch immer hatte Galwin keine Spur von Pena gefunden. Er wurde so langsam ungeduldig weil er nicht wusste wo Mitwill war.
Ist Sie mit den Wagen weg oder vielleicht doch in der Stadt, Pena ist sonst wo
in dieser Stadt. Galwin wurde so langsam wütend und ging mit großen Schritten durch die Gassen welche teilweise von Trümmern der verbrannten Häuser übersät waren. Karren mit den Toten auf der Ladefläche wurden von den Totengräbern durch die Straßen gezogen.

Da lagen Sie nun zusammen, Bürger der Stadt und die Feinde. Die Zeit verging viel zu schnell und Galwins Laune wurde immer schlechter. Dann aber sah er die beiden Elbenpferde und den gecheckten von Pena in einem Innenhof vor einem Brunnen stehen, in einer kleinen Seitengasse. Galwin ging schnurstracks in den Innenhof, ein Mann trat aus dem Schatten und wollte sich Galwin in den Weg stellen, er trug einen rostigen Säbel und griff danach. Galwins Schwerthand ging zu seinem Schwert, ohne nach zudenken und in einer fließenden Bewegung. Der Fremde zuckte zusammen als Galwins Schwert schneller an seine Kehle war, als dieser auch nur das Schwert eine Handbreit aus dem Futter gezogen hatte. Der Mann lies das Schwert stecken und trollte sich zurück in den Schatten. Schließlich sah er dann wie Pena mit einem Futterbeutel kam und die Pferde versorgte. Erleichtert nähert er sich Pena. "Ein Glück du bist wohlauf Pena, dachte schon das du geflohen bist oder schlimmeres". Sprach Galwin mit Erleichterung obwohl er kurz zuvor wütend war. Pena zuckte zusammen, da Sie Galwin nicht kommen sah und wendet sich ihm mit einem freudig strahlenden Gesicht zu. "Den Göttern sei Dank, ihr seid unversehrt oder ". Pena blickte suchend aufmerksam um und dann wieder Galwin. "Wo ist Mitwill" mit besorgter Stimme.

Galwin schaute ernst Pena an: "Ich hoffe Sie ist noch dort wo ich Sie zurück gelassen habe, nur das der Ort nicht mehr da ist." Verwundert schaut Pena ihn an: "Der Ort ist nicht mehr da". Galwin strich mit seiner Hand das Pferd von Mitwill: "Vielmehr die Planwagen sind nicht mehr da. Ich habe Mitwill während der Kämpfe in einen der Planwagen der Gaukler versteckt, weil sie am nächsten waren und überall waren die Fremden". Galwin schaute ernst Pena an: "Warum bist du nicht dort geblieben wie ich es dir gesagt habe. Dann hätten wir gleich auf die Pferde steigen können", sprach Galwin vorwurfsvoll. Pena schüttelt energisch den Kopf: "Nein, das war zu gefährlich, die hätten uns, mich direkt angegriffen. Darum bin ich in eine der Gassen geritten und habe hier im Hinterhof Schutz gesucht. Der Mann dort im Schatten, (blickt zu dem Mann in dem Schatten des Hauses) hat das Tor dann hinter mir verschlossen." Galwin nickte dem Mann im Schatten freundlich zu der dort an der Wand lehnte und wendete sich sofort wieder Pena zu. "Wir müssen weiter, so schnell es geht. Sonst ist der Abstand zu groß und verlieren Mitwill". Sprach Galwin energisch. Pena erwiderte: "Wir sollten warten bis die Pferde gefressen und etwas geruht haben. Wir sind auf den Pferden schneller als die Planwagen der Gaukler." Galwin seufzte und nickte dann schließlich. "Zwei Stunden sollten reichen, dann aber zügig. Ich habe keine Lust Zeit zu vergeuden. Ich werde mir einen ruhigen Platz hier suchen und etwas in mich gehen." Pena nickt nur und wendet sich wieder den Pferden zu und fing an sie zu striegeln.

Zwei Stunden später verließen Sie den Hinterhof und ritten durch die engen Gassen. In verschiedene Häuser schwelte es noch und einige Teile der Stadt waren völlig niedergebrannt. Die Soldaten der Königin standen nun fast an jeder Ecke der Stadt und behielten jeden im Auge. Am Tor das den Zugang zur Stadt regulierte, standen nun viel mehr Wachen und untersuchten jede Person und Wagen genau. Und alles was eine Waffe sein konnte wurde eingesammelt auf einem Tisch gelegt und ein Schriftstück angefertigt und ausgehändigt, so dass der Besitzer sein Eigentum beim Verlassen der Stadt wiederbekam.

Sie ritten auf den Weg der von der Stadt wegführte hinaus aufs Land, die Wälder rückten wieder näher an den Weg. Zwischendurch konnte Galwin Wagenspuren auf dem Weg ausmachen und er hoffte dass die richtigen Spuren waren. Während Sie im leichten Trab den Weg entlang ritten, sprach Galwin kein Wort und Pena fragte auch nicht und folgte stumm mit Mitwills Pferd im Schlepp.

Mitwill beendete ihre Erzählung sichtlich erschöpft, Sie hatte viel erzählt aber nicht alles, gewisse Dinge sollten einfach ihr Geheimnis bleiben. Doch die Menschen schienen beeindruckt, denn es war ganz still und in der Ferne hörte man
das Rauschen eines Flusses. Attunga atmete tief aus und sprach:"Eine sehr lange und Interessante Geschichte. Dein Gefährte wird dich sicher suchen und wohl auch finden. Wir sind mit den Wagen nicht so schnell, das wir einem Reiter entkommen. Aber ich werde jemanden den Weg zurück schicken der sich umsieht." Mitwill nickte nur und hoffte das Sie einige Stunden ruhe konnte, ihre Kräfte waren ziemlich aufgebraucht. "Johold Sie fährt bei deinem Wagen mit, dort ist noch Platz nach dem deine Frau." weitere Worte fielen nicht, aber scheinbar wusste der Angesprochene worum es ging. Jemand berührte Mitwill und zog Sie sanft hoch. "Ich bin Johold und werde dich zu meinen Wagen führen. Wir werden gleich weiter fahren bis zu Abend und über Nacht rasten. In der Zwischenzeit kannst du im Wagen ruhen. Ich werde einige Decken hinlegen, dann sollte das gehen."
Sprach Johold mit ruhiger, aber etwas angespannter Stimme. Kaum war Mitwill im Wagen wurden die Pferde wieder angespannt und die Reise ging weiter.

Am Abend, die 14 Wagen standen im Kreis und schützten so das innere vor Wind und halt als Sichtschutz, kehrten nach einigen Stunden etwas Ruhe im Lager ein. In der Mitte brannte ein großes Feuer über dieses sich ein Eisenrost befand. Auf dem Eisenrost lagen mehrere Fleischstücke zum schmoren, sowie mehrere Töpfe in denen sich verschiedene Gerichte befanden. Zwischen den Wagen selber waren noch Planen gespannt umso mehr Fläche zum unterstellen zu haben. Pferde, Kühe und Ziegen waren etwas außerhalb des Lagers in einer Koppel untergebracht, die mit Seilen an Pflöcken errichtet war und abwechselt von Jungen und Mädchen bewacht wurden.

Es erschallt ein Ruf zum Essen und die Wagenleute sammelten sich am Feuer und jeder bekam seinen Anteil am Essen, auch Mitwill. Überall wurde erzählt und hier und dort klang ein Musikinstrument auf, es wurde gelacht und gescherzt. Attunga kam nun ebenfalls ans Lagerfeuer, setzte sich zu Mitwill und sprach Sie an: "Unser Volk wandert seit Jahrhundert durch die Lande, immer dieselben Wege, Orte und Städte. Die Leute nennen uns das Fahrende Volk oder auch Gaukler. Selten verlassen wir die alten Pfade. Doch diesmal müssen wir einen neuen Weg einschlagen. Die Bedrohung durch die Neue Ordnung ist zu groß. Der nächste Ort Villach ist bereits unterworfen." Sprach mit leiser Stimme Attunga "Zuerst schicken Sie ihre Missionare mit dem Buch -Das Gesetz- und zitieren daraus. Es beinhaltet viele Regeln und Verbote. Die Leute können sich dazu bekennen oder nicht." Attunga seufzte und betrachtete ihre Leute am Lagerfeuer. "Diese Gesetze, Gebote und Verhaltensregeln sind nicht gut und die Strafen sind fürchterlich, selbst für kleine Vergehen. Wer sich nicht daran hält ist gegen das Gesetz und den einzigen wahren Gott. Für uns mit unseren Traditionen unannehmbar. Es sind böse Menschen die mit Gewalt ihre Vorstellungen durchsetzen und das schlimme ist, dass sie es schaffen." Mitwill seufzte und erwiderte: "Die Welt hat sich verändert, die Menschen haben sich verändert. Es geht nur noch um Macht und Herrschaft über andere. Unser Volk hat sich zurück gezogen und überlässt das Feld den anderen." Und nach einer kurzen Pause: "Das Volk der Elben ist müde geworden, die Welt zu formen. Unser Volk hat den Zenit längst überschritten und jetzt drängen andere auf die Weltenbühne." Sprach leise Mitwill. Attunga räusperte sich: "So ist es immer, ein altes Volk geht und ein neues nimmt seinen Platz ein, doch diesmal ist es eine neue Religion und keine gute. Und was soll man von einer Religion halten auf deren Buchoberseite ein brennendes Schwert abgebildet ist. Sag das schon nicht alles. Nun wir werden versuchen dieses zu überstehen, wie schon so vieles vorher. Der oberste Primus will dass die ganze Welt sich zur neuen Ordnung bekennt oder mit dem Schwert ausgelöscht wird. Ich weiß nicht woher Sie diese Arroganz besitzen darüber zu entscheiden, zu welchen Göttern wir beten, aber es bekennen sich immer mehr Menschen dazu und bereit sind, die die anderes sind, zu vernichten." Mitwill schwieg und lauschte den Gesprächen der Wagenleute oder auch das Fahrende Volk wie es genannt wurde. Was sollte Sie auch sagen, ihre Gedanken waren bei Galwin. Attunga atmete schwer und sprach weiter: "Diese neue Religion wird erst die Welt einen und dann verbrennen. Alles was anders ist, aussieht und denkt wird vernichtet und danach. Ich hoffe ich werde es nicht mehr erleben und meine Kinder und Kindeskinder auch nicht. Nur ein Gott für alles, wie soll das gehen. Dieser kann doch nicht alles regeln auf der Welt." Mitwill wollte etwas erwidern schwieg aber. "Wir werden nach Tiefensiefen fahren, das ist die Nördlichste Stadt auf diesem Kontinent und uns dann nach Süden wieder wenden und Ende des nächsten Jahres uns mit allen Sippen treffen. Das große Fest feiern, uns austauschen, neue Bande knüpfen." Attungs lächelte und faste Mitwill sanft an der Schulter an. "Ihr seid willkommen solange ihr möchtet und könnt mit uns reisen. Wenn ihr geht, dann geht und niemand wird euch einen Vorwurf machen" sprach Attunga ernst. Mitwill nickte nur und dachte an Galwin.
Am nächsten Morgen, das Leben im Lager begann gerade erst, trafen Reiter ein. Mitwill hörte die Stimme von Galwin und Penas wie Sie im Lager begrüßt wurden. Mitwill konnte es kaum erwarten ihren Liebsten in die Arme zu schließen. Sie hatte in einem Zelt übernachtet das man ihr extra überlassen hatte und trat durch die Zeltöffnung nach draußen und wendet ihren Kopf in die Richtung wo Sie die Stimme von Galwin hörte, zu.

Galwin war erleichtert zu hören das Mitwill sicher hier im Lager war und das man sich um Sie gekümmert hat. Kaum sah er Mitwill wie Sie vor dem Zelt stand, ließ er alle anderen stehen und ging mit Riesen Schritten zu ihr. "Welch ein Glück dir geht es gut, den Göttern sei Dank." sprach er mit warmer, herzlicher und voller Erleichterung aus und nahm Mitwill in seine Arme. Sie presste sich an ihn und schlang ihre Arme um ihn und Strecke ihren Kopf hoch und öffnete leicht die Lippen. Galwin lächelte warm und erwiderte den Kuss leidenschaftlich.

Pena stand immer noch zwischen den Wagenleuten und schaute verwundert wie sich die Beiden küssten. Solche Leidenschaft öffentlich hatte Sie bei den Beiden noch nie gesehen und ein prickeln lief über ihre Haut und das in ihrem Bauch endete. Irgendjemand hatte sich um die Pferde der Elben gekümmert und zu den anderen Tieren gebracht und versorgt. Pena wurde ebenfalls bestaunt da Sie mit ihrer samtbraunen Haut Ton und Mandelförmigen Augen hier auffiel. Man stellte ihr viele Fragen und nicht immer verstand Sie diese, da die Wagenleute sie oft in ihrer eigenen Sprache stellten. Pena wusste jetzt nicht so richtig wohin Sie gehen sollte und so stand Sie da mit den ganzen Packtaschen und Decken. Einer der Frauen zog Sie schließlich in die Mitte zum Lagerfeuer und drückte Ihr eine Schüssel mit Essen und frisches Brot in die Hand und so setzte Sie sich zu den anderen ans Feuer und aß. Die beiden Elben verschwanden im Zelt für Stunden, Pena gönnte den Beiden die Zeit. Sie selbst schlenderte durch das Lager und schaut zu was die Einzelnen Menschen so trieben. Messerschleifer, Kesselflicker, Sattler, Kräuterfrau und wie auch Spielleute, die mit Ihren Musikinstrumenten Lieder aus den verschiedensten Landesteilen sangen und so auch Nachrichten verbreiteten. Aber am liebsten schaute sie den Gauklern zu, die dann übten wenn es das Lagerleben zuließ. Seiltänzer, Jongleure, Messerwerfer und die Feuertänzer, die es Pena ganz besonders angetan hatten. Es war eine bunte Mischung von lebenslustigen Leuten, die mehr nach dem Heute lebten und kaum an den Morgen dachten und so wurde es Abend.

Galwin und Mitwill genossen die Stunden, die man ihnen gönnte in dem Zelt und um ein wenig Zärtlichkeiten auszutauschen. Die Wagenleute respektierten das und störten Sie nicht, obwohl es immer wieder einige Neugierige gab, die etwas dichter am Zelt vorbei gingen. Am Abend kamen beide aus dem Zelt, erholt und ausgeglichen, ja fast schon fröhlich. Galwin führte Mitwill zur Mitte des Lagers wo das große Lagerfeuer brannte und setzten sich dort auf Decken. Eine Frau brachte den Beiden etwas Warmes zu Essen, eine Suppe und ein Stück Brot. Ein Mann ging um das Lagerfeuer und schenkte aus einem Weinschlauch süßen gewürzten Wein aus, an jeden der ihm einen Becher hin hielt. Bei Galwin und Mitwill, holte er zwei Becher aus einer Tasche, die er sich umgehängt hatte, füllte diese fast bis zum Rand und gab diese mit einem Lächeln an die Elben und ging weiter zum nächsten. Irgendwo im Lager erklang ein Musikinstrument und kurze Zeit fiel ein zweites und drittes ein. Eine der Frauen summte dazu ein Lied und schon erklangen noch mehr Stimmen, die einfielen und so dem ganzen Volumen gaben. Während die Elben aßen, schienen die Wagenleute ihr eigenes kleines Fest zu feiern, Kunststücke wurden gezeigt und beklatscht, je nachdem wie sie gelangen und selbst ein Missgeschick wurde mit klatschen und Grölen gefeiert. Attunga ging durch das Lager, sprach hier und dort mit ihren Leuten, hörte ihnen zu was Sie sagten und kam dann zu den Elben schließlich.

"Wie habt Ihr euch entschieden" Fragte Attunga freundlich und stützte sich auf ihren Gehstock und schaute Galwin an. Galwin betrachtete das Treiben am Lagerfeuer und blickt dann schließlich Attunga an: "Wir begleiten euch bis zum Nördlichsten Punkt eure Reise wenn wir euch damit nicht zur Last fallen, dort trennen sich unsere Wege." Attunga nickte und erwiderte freundlich, ja fast feierlich: "So sei es, ihr seid unsere Gäste, solange ihr wollt" Mitwill drehte ihren Kopf zu Attunga und sprach: "Wir werden euch unterstützen und helfen. Ich kann euch über verschiedene Heilkünste unterrichten und Galwin eure Männer im Waffenumgang schulen." Attunga richtete sich auf, auf ihren Gehstock: "So sei es"

Am nächsten Morgen wurde das Lager abgebrochen und die Reise ging weiter zur nächsten Ortschaft, dort wurden Sie freundlich empfangen. Die Wagenleute zeigten abends im Fackelschein und Lagerfeuer den Bürgern ihre Kunststücke wie Seiltänze, Akrobatik, Messerwürfe, Axt würfe und zum Abschluss die Feuertänze. Tagsüber gingen die Männer durch die Straße und boten ihre Dienste an. Messerschleifen, Kesselflicken, Korbflicker, Sattler und anderer Handwerklichen Tätigkeiten. Die Frauen blieben meist im Lager und stellten dort verschiedene Waren her, sammelten in den umliegenden Wäldern Früchte, Pilze und Kräuter ein. Nie blieben sie länger als 4 bis 5 Tage an einem Ort, dann zogen Sie weiter mit ihren Wagen, ruhelos, rastlos. Die Wochen vergingen und die Elben passten sich dem Leben der Wagenleute etwas an. Ihre spitzen Ohren verdeckten Sie mit Kapuzen um nicht unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Galwin trat nun als Schwertkämpfer und Messerwerfer auf, der nie sein Ziel verfehlte und übte nebenbei mit den Männern und einigen Frauen der Wagenleute verschiedene Kampftechniken. Wie man mit Schwertern, Kampfstäben und ohne Waffen sich verteidigen kann. Mitwill war die Geschichtenerzählerin und ganz beliebt bei den Kindern und insgeheim heilte Mitwill so manches Kind von einer Krankheit, wenn sich eines auf ihren Schoss setzte. Sie ließ dann sanft ihre magischen Heilkräfte wirken. Pena lernte weiter von Mitwill und nun auch von der Heilerin des Wagenvolkes, wie Heilkräuter, Salben, Tinkturen anzuwenden sind. Wie man Krankheiten erkennt und behandelt. Galwin unterrichtete weiter Pena das Elbisch zu sprechen, zu lesen und zu schreiben und Pena rauchte jeden Abend der Kopf.

Die Wochen vergingen, manche Ortschaften begrüßten freundlich die Wagenleute, andere wiederum schauten Misstrauisch und waren froh, wenn Sie wieder weiterfuhren.
Dann kam der Tag des Abschiedes, Tiefensiefen war eigentlich eine Festung, um die sich herum immer mehr Menschen nieder gelassen haben und so wuchs daraus eine kleine Stadt. Dicht gedrängt standen die Häuser, enge Gassen, keine Plätze und auch sonst schien hier alles wild zusammen gewürfelt zu sein.
Das Wagenvolk hielt sich nicht lange auf und zog drei Tage später Richtung Süden weiter, aber Galwin, Mitwill und Pena, deckten sich noch mit Vorräten ein und ritten dann von Tiefensehen nach Norden weiter, in eine karge Landschaft, wo die Bäume verdreht und krüpplig aussahen und eine Höhe erreichten die gerade mal die Doppelte Größe eines Elben entsprachen.

Nelani
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Sternenwind

Beitrag von Nelani » Do 23. Jul 2015, 18:46

Kapitel 18

Karges Land

Sie ritten schon über 5 Tage durch das Karge, kalte Land, wo Bäume mehr grossen Sträuchern ähneln, die Windschief in der Landschaft standen. Gräser kleine drahtige Büscheln waren und Bäche mehr gefroren waren als flossen und sonst schien das Land nichts her zugeben. Hier und da ein Schneehase der schnell das weite suchte und ein Greifvogel der hoch am Himmel nach Beute Ausschau hielt. Sie näherten sich den Bergen und der Weg schlängelte sich hindurch. Der Wind pfiff durch die Schlucht hindurch, genauso auch durch ihre Kleidung. Die Kälte war umfassend und die kleinen Lagerfeuer am Abend wärmten kaum die Hände, geschweige den Rest. Das Essen war nicht mal lauwarm und die Pferde fanden kaum noch Gräser zum fressen und mussten aus den Vorräten gefüttert werden. Diese nahmen schneller ab als Galwin es lieb war. Nach weiteren drei Tagen durch die tiefen engen Schluchten musste bald eine Endscheidung getroffen werden. Am Abend unter einem grossen Felsvorsprung der auch genug Schutz von der Seite bot vor den Winden, sprach Galwin mit den Frauen. "Wir müssen wohl oder übel zurück und neue Vorräte kaufen und auch mehr, damit wir tiefer ins Gebirge vorstossen können." Miwill hörte in der Stimme von Galwin die leichte Enttäuschung heraus, das er nicht den richtigen Weg gefunden hatte. "Galwin mein Liebster, vielleicht haben wir etwas übersehen. Vielleicht eine Kleinigkeit, wir sollten überlegen was wir übersehen haben oder nicht gespürt." Sprach sanft Miwill zu Galwin und Strecke ihre linke Hand in die Richtung wo Sie Galwins Stimme hörte. Galwin sah wie Sie ihre Hand nach ihm aussteckte und ergriff sie mit seinen beiden Händen und spürte das sie kalt war. Pena schluckte das trockene Maisbrotstück hinunter:"Etwas gespürt. Ich habe gestern in einer Schlucht ein Unwohlsein verspürt und es wurde immer stärker je näher wir dem Ende der Schlucht kamen." Pena griff nach dem Weinschlauch und trank ein Schluck um die trockenen Brotstücke hinunter zu spülen. Erleichtert setzte Sie den Schlauch wieder ab und sah dann wie Galwin und Miwill die trotz Ihrer Blinden Augen, Sie ansahen. "Was denn, ich dachte es liegt an der Kälte und woher sollte ich das wissen". Galwin schüttelt den Kopf und Miwill lächelte und sprach: "Das könnte die Spur sein die wir suchen. Der Ort oder Zugang ist magisch versteckt, so könnte es sein und Nichtelben verspüren ein Unwohlsein das immer stärker wird je näher man diesen Ort kommt. Wir spüren es nicht." Pena wirkte erleichtert und erwiderte: "Und ich dachte, ich bin krank" Miwill wendet sich Galwin zu, der inzwischen das Lagerfeuer mit frischem Holz versorgte. "Wir müssen zurück in diese Schlucht und dem nachgehen und das schnell." Sprach Miwill mit Nachdruck. Galwin nickte und legte Holz in das Feuer und antwortete nicht ganz mit überzeugter Stimme: "Das werden wir tun morgen bei Sonnenaufgang, wir habe nicht mehr viele Vorräte und müssen uns beeilen." Galwin schaut zu Miwill und machte sich sorgen, die Kälte setzte ihnen allen mehr zu als er dachte.

Miwill dachte nach, vielleicht hatten Sie etwas übersehen etwas entscheidendes, etwas was man noch brauchte. Dort wo Sie hinwollten, war einst mal ein altes Elbenreich das vor vielen Jahrtausenden mal bestand hat und das sich damals zu schützen wusste. Aber anderseits war die Elbenritterin erst vor einigen Jahrhunderten bei ihnen im Ort aufgetaucht und kam aus diesem Reich. Aber wie lange war Sie schon von weg von ihrer Heimat. "Galwin, was wissen wir über die Elbenritterin und vom Ort wo wir hinwollen." Sprach Miwill nachdenklich und verkniff die Lippen vor Kälte. Galwin dachte nach: "Nicht wirklich viel, Sie reist durch die Welt als fahrende Ritterin. keine Gefährten, keine andere Begleitung. Sie hinterlässt überall Spuren und diesen folgen wir und was Sie unsere Mondpriesterin erzählt hat. Eine wage Beschreibung des Weges den Sie genommen hat. Also nicht wirklich viel." Galwin legte noch einige der dünnen Äste ins klägliche Feuer, welches mehr den Schein von Wärme verbreitete, als tatsächlich etwas Wärme. "Ich überlege aber wirklich viel gibt es nicht, ausser das ein magischer Steinkreis weit im Norden existiert und dessen Macht weit über das normale reicht und schon weit vor unseren Urahnen dort vorhanden war." sprach leise Galwin und zog die Decke fester um sich. Pena lauschte den Worten der Elben und trotz der dicken Kleidung und der Felldecke fror Sie erbärmlich, solch eine Kälte war Sie nicht gewöhnt, eine die regelrecht durch das Fleisch schnitt mit jedem Windstoss. Sie war ein Kind der Wüste und mehr die Hitze gewohnt, ja gut die Nächte waren auch kalt, aber es gab dann ein wärmendes Feuer und nicht dieses klägliche Etwas, was vorgab ein Feuer zu sein.

Miwill legte den Kopf schief :"Leg jeden Gegenstand vor mir hin von dieser Elbenritterin, so das ich die berühren kann. Es ist nicht viel, aber vielleicht haben wir etwas übersehen." Galwin tat was Miwill von ihm verlangte und legte die wenigen Gegenstände vor Miwill hin, so das Sie diese einfach berühren konnte. Miwill tastet mit ihren klammen Fingern nach dem erst besten Teil und berührte den Dolch, sogleich spürte sie seine Magische Aura, die leise und warm pulsierte in ihrem Kopf. Eine Kraftvolle und lauere Präsens ging von diesem Dolch aus, ein Artefakt aus einer Zeit, lange bevor Miwill geboren wurde. Ein von den Alben erschaffendes Artefakt um gegen Dämonen zu wirken und diese endgültig von der Welt zu tilgen. Miwills Finger glitten weiter zu dem Medaillon und berührten es sanft und sofort spürte Sie ein zupfen in ihre Kopf. Sie lauschte und griff fester zu und hielt dann das Medaillon in ihren beiden Händen. Das Medaillon schmerzte in ihrer Hand und dieser Schmerz breitet sich aus von ihrer Hand. Diese Medaillon wehrte sich gegen die Berührung und Miwill faste fester zu und sogleich spürte Sie den Widerstand der vom Medaillon ausging. Längst nicht so stark, aber deutlich spürbar. Ihre magische Gabe griff nach dem Medaillon und übte einen leichten Druck aus, gleichzeitig tauchen verschwommene Bilder in ihrem Geist auf. Undeutlich sah sie eine weibliche Elbe, aber das Gesicht blieb verschwommen, so sehr Sie sich auch anstrengte. Das Medaillon wehrte sich gegen den Zugriff von Miwill und reagierte mit Hitze und Schmerzen in ihrem Geist. Miwill stöhnte auf und lies das Medaillon los, Galwin blickte besorgt, sagte aber nichts. Miwill holte Luft und sprach leise mit zittriger Stimme :"Das ist ein Wächtermedaillon und geprägt auf seinen Träger, damit kann man von Wächtern geschaffene Magische Türen oder Fallen öffnen oder entschärfen."

Galwin holte tief Luft: "Ob Sert Chantor damals wusste was er da in der Hand hielte." Miwill umschloss mit ihrer Hand das Wächtermedaillon wieder und antwortete leise: "Er ahnte bestimmt was es sein könnte, aber für Ihn war es ohne nutzen." Sie konzentriere sich auf das Medaillon in ihrer Hand. "Ich werde versuchen die Prägung zu ändern. Es müsste möglich sein, da seine Kraft nur noch schwach vorhanden ist. Aber es wird etwas dauern, vielleicht hilft es uns dann weiter." Galwin stand auf, klopfte die paar Schneeflocken von der Kleidung und antwortete: "Ich werd mich um die Pferde kümmern, die Nacht wird stürmisch, die Wolken am Himmel sind düster und ziehen schnell dahin. Hoffen wir das es nicht so schlimm wird."

Pena legte noch einige kleine Äste ins Feuer, zog die Beine an und wickelte die Felldecke fester um sich. Diese verfluchte Kälte frass sich in ihre Knochen und verbreitete Schmerzen. Wie konnten die Elben damals hier nur leben in dieser Einöde.

Galwin ging zu den Pferden die festgebunden in der Nähe standen, an einer Windgeschützen Stelle. Er kontrollierte die Seile und das die Decken fest über den Rücken der Pferde lagen und nicht so einfach herunterrutschten konnten.
Was jetzt nicht brauchen konnten, das eines der Pferde sich durch die Kälte verletzte oder erkrankte. Sein Blick ging noch mal zu Himmel und betrachtete die düsteren Wolken, die sich immer mehr auftürmten und verdichteten. Diese Nacht wird gewiss unruhig und stürmisch.

Miwill hielt das Medaillon fest in beide Hände und fühlte die magische Kraft in ihm und den noch schwachen Widerstand. Sie musste die Magische Prägung ändern, damit Sie alle durch das versteckte Tor oder was auch verhinderte das Sie weiter kamen, überwinden konnten. Hitze und Kälte wechselt sich ab in ihrem Kopf und ihr Körper zitterte einerseits wegen der Kälte und andererseits wegen der Anstrengung. Behutsam änderte Sie die Prägung des Wächtermedaillon, das konnte Sie auch nur deswegen machen, weil seine Kraft fast erschöpft war.
Hoffentlich funktionierte es, denn was Sie nicht konnte, vorhersagen ob es wirklich funktionierte. Das würden Sie erst an der Stelle merken wo es nicht mehr weiter ging, falls man überhaupt was merken würde. Sie wusste nicht wieviel Zeit vergangen war, als ein gewaltiger Donnerschlag Sie aus ihrer Konzentration riss. Heftige Sturmböen fegten durch die Schlucht und trieben Eiskristalle vor sich her und wo sie auf nackter Haut trafen, war es als ob Messer sich in die Haut schnitten. Miwill spürte das eine Decke fest um Sie geschlungen war und wie sich ein andere zitternde Körper an Sie presste.

Pena erschrak aus ihrem Dämmerschlaf, als der Donnerhall durch die Schlucht erklang, mehrfach gebrochen durch die steilen Felswände. Die Sturmböen und Eiskristalle taten ihr übriges um Pena endgültig zu wecken und vor Angst rückte Sie dicht an Miwill heran und presste ihren zitternden Körper fest an Sie und legt ihre Decke zusätzlich noch um Miwill. Dieses Gewitter und Donnergrollen knallten nur so in ihren Ohren, die Blitze blendeten ihre Augen und ihre Furcht wuchs mit jedem Herzschlag. Das kleine Lagerfeuer war den Gewalten nicht gewachsen und die vielen Schneeflocken löschten das Feuer und deckten die Feuerstelle schliesslich zu. Der Schnee fiel nun so dicht das man kaum noch die Hand vor Augen sah und der Wind trieb die Flocken in jede Ritze. Der Schnee türmte sich immer schneller auf an den Wänden des kleinen Unterschlupfes auf und auch in der Schlucht wurde der Schnee immer höher.

Galwin sprang beim ersten Donnergrollen auf, der Knall brach sich mehrfach in der Schlucht und schmerzte in den Ohren, die Blitze erhellten zeitweise die Umgebung, die aber schnell von den Schneeflocken verschluckt wurde. Er musste zu den Pferden, aber der Wind blies ihm so heftig ins Gesicht und drückte seine Körper mit den Eiskristallen und Schneeflocken von den Pferden weg. Er stemmte sich gegen den Wind mit aller Kraft und ging Schritt um Schritt langsam weiter. Der Wind spielte mit seinem Körper, es wechselten ständig die Stärke des Windes, so das Galwin mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte. Dann trat er mit einem Fuß auf etwas glattes unter dem tiefen Schnee, der jetzt schon über seine Knie reichte und der Wind hatte wohl auf diesen Augenblick gewartet und Galwin wurde umgerissen von einer heftigen Böe und er verschwand unter dem Schnee. Der Schneesturm wuchs zu einem Blizzard an, der sich in der engen Schlucht wo sie sich befanden, über die Nacht austobte, mit Blitzen und Donnerschlag.

Stille, nur der eigene Atmen war zu hören und wenn man sich konzentrierte auch der Herzschlag der ruhig und langsam pochte. Galwin bewegte sich langsam, die Luft war schlecht unter seinem Mantel, den er sich noch schützend über seinen Kopf gezogen hatte, nach dem er im Schnee gestürzt war. Er hatte sich so klein wie möglich gemacht und zusammen gerollt, damit seine Körperwärme sich nicht verlor. Der Schnee, einerseits eine Last, aber andererseits schützte der Schnee ihn auch vor der eisigen Kälte des Windes. Jetzt musste er raus, bevor die Luft zu schlecht wurde. Er stemmte sich auf und es ging leichter als gedacht und der Schnee fiel von seinem Mantel, als er sich endgültig aufrichtete. Helles Licht blendete ihn und Galwin kniff die Augen zu, der Himmel war klar und die Luft frisch und kalt. Er drehte sich einmal komplett um, die Schlucht sah mit den Schneeverwehungen etwas anders aus. Er stapfte durch den Schnee zurück zum Lager, zu den Frauen.

Pena und Miwill schüttelt ebenfalls den Schnee von der Decke und befreiten sich aus dem Schneeberg der sich vor ihrem Unterschlupf aufgetürmt hatte. Pena suchte unter dem Schnee die Sachen zusammen, die Packtaschen mit den Lebensmitteln und Decken. Miwill hielt noch immer in ihrer rechten Hand das Medaillon fest und im Gürtel steckte wieder der Dolch. Sie hörte Galwin nach ihnen rufen. "Wir sind in Ordnung, nur etwas durchgefroren." erwiderte Miwill zu Galwin. Pena sagte gar nichts, nur ihre Zähne klapperten auf einandere.
"Ich bin froh das euch nichts passiert ist. Ich werd dann nach den Pferden schauen" antwortete Galwin erleichtert und ging nach einer kurzen Umarmung von Miwill den Weg zurück zu den Pferden.

Galwin ahnte schon mehr, bevor er zu der Geschützen Stelle kam wo die Pferde standen, das etwas nicht stimmte. Normalerweise begrüssten ihn die Pferde mit einem Schnauben, wenn Sie ihn bemerkten. Doch es waren keine Pferde mehr da, die Stelle war leer und der Schnee war unberührt, auch keine Erhebung, die vielleicht hätte erahnen können, das da ein Pferd unter dem Schnee lag. Hier war nichts, gar nichts. Galwin wühlte mit seinen behandschuhten Händen unter dem Schnee, dann hatte er gefunden was er suchte. Die Seile mit denen die Pferde festgebunden waren, sie waren zerrissen. Der Blizzard mit seinen Donner und Blitzen hatte die Pferde wohl so scheu gemacht, das nicht mal die Seile hielten. Der Schneefall hatte auch alle Spuren verdeckt, so das Galwin nicht wusste, ob die Pferde nun die Schlucht weiter hinauf oder hinunter gelaufen sind. Galwin liess die zerrissenen Seile liegen, sie waren zu nichts mehr nütze und ging zu den Frauen zurück und erzählte die schlechte Nachricht.

Pena schaute bestürzt als Sie hörte das ihr Pferd fort war. "Ich hab mich so an meinen Braunen gewöhnt. Ob die Pferde wieder kommen, ich meine, wir haben Futter, das muss sie doch anlocken. Jetzt sitzen wir fest, zu Fuss durch den Schnee, das wird anstrengend." Pena schaute niedergeschlagen zu den Elben, die schienen gar nicht so niedergeschlagen zu sein.

"Wir haben zwei Möglichkeiten wohin wir gehen. Entweder gehen wir die Barriere suchen und kommen durch mit Hilfe des
Wächtermedaillons oder wir gehen den langen Weg zurück und vielleicht finden wir die Pferde dabei." Sprach Galwin mit müder Stimme. Miwill atmete tief durch und hielt noch immer das Medaillon in der Hand. "Wir suchen die Barriere und gehen hindurch, dann sehen wir weiter." sprach Sie mit fester Überzeugung, die keinen Widerspruch zu dulden schien.
Sie packten ihre wenigen Sachen und gingen durch den tiefen Schnee zurück in die Schlucht, wo Pena es schlecht ging.

Einige Stunden später, die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen und die Wärmende Sonnenstrahlen wurden schwächer, glaubte Pena das sie in der richtigen Schlucht waren. Ihre Übelkeit wurde wieder stärker, je näherer sie dem Ende kamen. Galwin sah das Sie in einer Sackgasse waren, hier ging es nicht weiter. Er beobachtet aufmerksam die Schluchtwände, aber nichts war zu bemerken, wenn es hier eine Barriere gab, dann war sie perfekt angepasst, dachte er sich stolz. "Miwill, spürst du etwas, macht sich das Medaillon bemerkbar." Sprach Galwin zu ihr und Pena übergab sich im Hintergrund geräuschvoll an der Schluchtwand. Mitwill schüttelt den Kopf und hielt das Medaillon immer noch in der Hand. "Ich fürchte das es nicht funktioniert hat, ich spüre rein gar nichts, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht und es unbrauchbar gemacht. Nimm du es in die Hand, vielleicht muss man eine Eigenschaft haben, die ich nicht habe." Und Miwill reichte das Medaillon in Richtung von Galwins Stimme. Galwin nahm das Medaillon in die Hand und betrachtet es aufmerksam, aber auch er spürte nichts. Dann bemerkte er am Rand des Medaillon ein Loch, dort muss wohl ein Ring gewesen sein und vermutlich ist da eine Kette gewesen. Dieses Medaillon wurde höchstwahrscheinlich um den Hals getragen mit einer Kette. "Miwill, ich spüre ebenfalls nichts, aber dieses Medaillon wurde um den Hals getragen. Da muss früher eine Kette befestigt gewesen sein." Galwin drückte das Medaillon Miwill in die Hand zurück. "Halt das Medaillon vor die Brust, ungefähr dort wo es hängen wurde, wenn eine Kette vorhanden wäre. Ich ahne etwas, hoffentlich klappt es, bei den Göttern."

Pena würgte sich den letzten Rest von einem Essen aus den Magen und als auch nichts mehr in ihrem Bauch war, hielt das würgen an und ihre Beine zitterten so sehr, das Sie kaum noch stehen konnte. "Macht schnell, bevor ich mir noch meine Seele auskotze." Nuschelte Pena zwischen den Würgeattacken.

Miwill nahm von Galwin das Medaillon mit ihrer Rechten Hand und mit der linken öffnete Sie einige Verschlüsse ihrer Felljacke, dann die obersten Knöpfe des Hemdes, dann drückte Sie das Medaillon auf ihre Nackte Haut.

Zuerst passierte nichts, Miwill spürte nur das kalte Metall unangenehm auf ihrer Haut. Sie wartete vier oder fünf Atemzüge und wollte dann das Medaillon von ihrer Brust enttäuscht nehmen. Es war als ob jemand ihr schlagartig den Boden unter Füssen wegzog, sie kippte nach hinten und fiel stocksteif endlos in die Tiefe. Ihr Körper, ihr Geist wurde von innen nach aussen gestülpt, etwas berührte ihre Gedanken, ja durchleuchtete Sie, prüfte, wog ab, kaute Sie durch, spuckte den Rest aus und entschied. Genauso schnell wie es kam, verschwand alles und Sie spürte wieder das kalte Medaillon auf ihrer Haut und ihr Herz raste, pumpte heisses Blut durch ihre Adern.

Galwin hörte ein erschrecktes aufkeuchen von Miwill, drehte sich zu ihr und sah wie Sie sich versteifte und ihre Blinden Augen weit aufriss, als würde Sie etwas entsetzliches sehen. Er sprang mit zwei grossen Schritten zu ihr, als Sie sich schon wieder entspannte und das Medaillon von der Brust nahm. Er sah dabei, das auf ihrer Brust das Medaillon eine leichte Rötung hinterlassen hatte, ähnlich wie ein Sonnenbrand.

Pena lachte hilflos auf. "Seht die Schlucht, sie geht endlos weiter. Da ist keine Wand mehr." Dann sackte Sie erschöpft zu. Boden und nahm ihren Kopf zwischen die Beine. Galwin drehte sich kurz zu Pena dann zur der Stelle wo die Schlucht eben noch zu Ende war. Nichts deutete mehr auf eine Wand hin, nur seine Fussspuren hörten exakt dort auf, wo einst die Schlucht aufhörte.

Galwins Überraschung hielt sich kurz, er packte die Taschen und nahm dann Miwill an die Hand und ging mit ihr zusammen weiter in die Schlucht hinein. Der Weg stieg deutlich an und im Knöcheltiefenschnee war der der Fussmarsch anstrengend. Pena überwand ihre Übelkeit und zog ihre Packtasche hinter sich her und folgte den Beiden. Ihr Magen rebellierte nun deutlich schwächer, verfluchte Elbenmagie, dachte Sie bei sich.
Der Weg machte mehrere Biegungen während es immer weiter Bergauf ging, dann mitten drin versperrte eine Toranlage das Weiterkommen. Galwin erkannte direkt das es eine von Elben gebaute Anlage war. Mächtig und gleichzeitig filigran stand das Bauwerk mitten im Weg, kein vorbeikommen oder entkommen. Jeder der hier weiterwollte musste hier durch, die Wände links und rechts steil und glatt und verdammt hoch.

"Hm, das Tor scheint mir nicht richtig geschlossen zu sein und ich sehe auch niemanden auf den Mauern." Bemerkte Galwin während er das Bauwerk von unten bis oben musterte. Auch sonst war nichts zu bemerken, ausser das der Wind hier durchpfiff. Sie näherten sich weiter dem Tor, doch nichts geschah, kein Anruf, keine Pfeile, keine Übelkeit und sonst stille. Das Tor war tatsächlich nicht ganz geschlossen und ein Torflügel stand fast ein Meter auf, so das sie bequem durch konnten. Der Weg dahinter ging noch etwa zwanzig Meter weiter und öffnete sich dann zu einem kleinen Tal in dem mehrere Gebäude standen. Auch hier Stille und Unberührtheit, keine Spuren im Schnee, kein Rauch aus den Kaminen.

"Unheimlich hier, alles wie Tod und Leblos" Flüsterte Pena leise und folgte Galwin mit etwas Abstand. Sie fürchtete sich, das war doch mehr als merkwürdig. Miwill lies sich von Galwin mitziehen, das Erlebnis mit der Barriere hatte Sie mehr mitgenommen als Sie dachte. Sie fühlte sich noch immer umgekrempelt und beobachtet, da war mehr gewesen. Das Sie durch die Barriere gekommen sind, lag nicht nur am Medaillon, etwas hatte entschieden das Sie durch durften. Galwin ging auf das grösste Gebäude zu, das zwei Stockwerke hatte und einen stabilen und kompletten Eindruck machte. Die Fenster und die Türen waren geschlossen, wie auch bei den anderen Gebäuden. Die Koppel war leer und der Stall verweist, hier war schon lange keiner mehr. Galwin drückte gegen die Türe die sich wiederwillig öffnete und trat in das Zwielicht des Raumes ein. Das musste der Wachraum gewesen sein, Stühle und Tische standen herum, ebenso Geschirr auf den Tischen. Eine Treppe führte nach oben im Hinteren Bereich des Raumes, sowie jeweils eine Türe die links und rechts des Raumes waren. Galwin lies die Packtaschen fallen und Pena huschte ebenfalls in den Raum und lies ihre Packtasche auf einen Stuhl fallen.

"Überall dicker Staub auf den Tischen, Stühlen und Boden. Hier war schon seit Jahrzehnten keiner mehr gewesen, vielleicht auch noch länger, wer kann das schon sagen bei dem Wetter hier." Sprach Galwin müde und ging zur linken Türe des Raumes, öffnete diese und sah das es Küche war. Überall standen noch Vorräte rum, an Harken von der Decke hing noch Fleisch, Fässer gefüllt mit Getreide und vielen anderen Lebensmittel. Obst, Gemüse und andere Hülsenfrüchte lagen in Kisten und alles vom Frost konserviert. Fässer mit Wein lagerten in den Regal und war noch genießbar, stellte Galwin fest, nachdem er etwas gekostet hatte. Er ging zurück in den grossen Raum. Pena ging inzwischen durch die andere Türe, die in eine Vorratsraum führte der voller Brennholz und Kohle war, von dort aus führte eine weitere Türe in den Stall. Aber hier war alles leer, keine Tiere. Mitwill hatte sich auf eine der Stühle gesetzt, der unter ihrem Gewicht ächzte aber hielt. Sie versuchte sich zu sammeln und ihr innres Gleichgewicht wiederfinden.

Nachdem Sie auch das obere Stockwerk durchsucht hatten, welches mehrere Räume mit Schlafstellen beherbergte, kam Galwin zum Schluss, das Sie hier ein oder zwei Tage rasten sollten. Die hier vorgefundenen Vorräte waren alle geniessbar durch die Kälte und Brennmaterial gab es mehr als genug.
Als der grosse Kamin im Wachraum brannte und die Kälte vertrieb, ging es allen langsam besser. Bald zog Bratenduft und der Duft von Gemüseeintopf durch den Raum. Das Warme Essen vertrieb die Kälte aus den Körper und der Wein hob die Laune. "Ich möchte zu gern wissen was hier passiert ist, das man einfach alles stehen gelassen hat. Oben hing noch Kleidung an den Wänden, die Betten waren noch gemacht, Schmuck liegt noch in den Kiste, Waffen ebenso." Sprach Pena müde und gähnte herzhaft. "Oben fand ich in einer Schatulle kleine Broschen, wenn man die in der Hand hält, wird einem heiss" Kicherte Pena und legte eines dieser Schmuckstücke auf den Tisch. Miwill horchte auf. "Gib mit eines dieses Schmuckstücke Pena, es könnte sein das sie für uns mehr als nützlich sind." Pena nahm das Schmuckstück und legte es die Handfläche von Miwills rechte Hand. Miwill spürte sofort den Zauber der auf dieser Brosche lag. Ein Schutzzauber gegen Kälte, das war es. Es war kein schwieriger Zauber, aber hier in diesem Land bestimmt Lebensnotwendig, obwohl Miwill vorstellen konnte, das die Elben die lebten, kein solches Schmuck benötigten. Bestimmt waren diese Schmuckstücke mit dem Schutzzauber für Besucher gedacht.
" Die werden uns weiterhelfen Pena, es sind verzauberte Broschen, die den Träger vor der Kälte schützen.". Sprach Miwill mit einem sanften Tonfall zu Pena und lächelt.
" Das macht in der Tat die Suche einfacher, wenn wir durch die Kälte nicht mehr so geschwächt werden und mit den Vorräten hier, können wir die Suche fortsetzen."Erwiderte Galwin und sprach weiter. "Ich habe mich draussen umgesehen, wie der Weg weiter geht. Nach ungefähr 100 Meter weicht der Berg auf der rechten Seite zurück und gibt den Blick frei auf ein dicht Bewaldetes Tal, weit unten ist ein Fluss und man hört in der Ferne einen Wasserfall. Was mir aber Sorgen macht, ist das Weg voller Geröll ist, das vom Berg oberhalb kommt. Der Weg ist teilweise verschüttet und weggebrochen. Wir müssen über das Geröll weiter den Weg folgen, hinunter zum Fluss ist es einfach viel zu steil, teilweise geht es senkrecht runter."
Miwill seufzte, nickte dann und sprach mit leiser Stimme. "Wir sollten uns zwei Tage hier ausruhen und Kräfte sammeln, vielleicht fällt uns noch was ein."

Nach zwei Tagen brachen Sie auf, mit frischen Kräften und Vorräten und stiegen aufs Geröllfeld welches auf den Weg lag.
Galwin ging ein dutzend Meter voran und suchte den besten Weg, Pena folgte Galwin und führte Miwill. Schnee der immer wieder fiel machte es nicht einfacher, aber dank der Brosche froren Sie zumindest nicht mehr.

Zwei paar Dunkle Augenpaare beobachteten die Elben von der anderen Seite des Bergs aus dem Wald heraus, wie Sie über das Geröll kletterten. Wiewo hob den Kopf und zog prüfend die Luft durch seine Nase, ebenso Kaltnaß. Die Beiden hielten dabei die Elben im Auge, dann erhob sich Wiewo und schaute zu Kaltnaß, diese nickte. Dann rannte Wiewo los zurück zu den anderen, diese mussten es erfahren das etwas ungeheuerliches passierte.

Nelani
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Re: Sternenwind

Beitrag von Nelani » So 13. Sep 2015, 00:07

Kapitel 19

Wächter und Jagdgefährten

Wiewo rannte so schnell er konnte den Weg zurück, dahin wo die anderen ruhten in einer Höhle. Der Weg war teilweise steil und viele Büsche und Felsen nötigen ihn zu Umwegen, aber Sie waren ursprünglich auf der Suche nach Wild und da läuft man selten den kürzesten Weg. Die Fremden die aus dem Berg kamen, noch nie hat er solche Wesen gesehen. Es gab Geschichten die die Alten erzählten, wenn die Nächte wieder endlos dauerten, aber auch Sie hatten diese Geschichten wiederum von den Alten gehört. Vielleicht wusste ja die Grosse Mutter was für Wesen das sind. Bei dem Gedanken an die Grosse Mutter sträuben sich ihm die Haare und er schüttelte sich kurz. Wiewo lief weiter vorbei an den Ruinen, zusammengefallenen Türmen über eine Brücke auf die andere Seite des Tales. Er roch schon vom weiten die anderen, wie würden Sie reagieren. Wiewo stürmte in die Höhle, Springtviel und Hörtalles standen schon mitten in der Höhle und begrüssten Wiewo freudig und umringten ihn. Immermüd und Kopfimschnee erhoben sich träge von ihren Schlafplatz und reckten sich erst mal genüsslich bevor sie zu Wiewo kamen.

Sie stecken ihre Köpfe zusammen und Gedanken, Emotionen wurden ausgetauscht und so wusste nachher jeder was im grossen Tal passierte und jetzt wussten die anderen das fremde Wesen eingedrungen waren ins Tal. Kopfimschnee schüttelte sich, was wollen diese fremden Wesen hier im unseren Tal, vermittelte er ängstlich den anderen. Springtviel war aufgeregt und wollte schon loslaufen, konnte es nicht abwarten diese Fremden zusehen. Immermüd bremste Springtviel und riet zum abwarten bis man sah wohin die Wesen gingen und vielleicht erledigt sich das Problem von alleine und gähnte herzhaft. Hörtalles schüttelte den Kopf. Ich werde zur grossen Mutter gehen und um Rat bitten, signalisierte sie und die anderen schauten zu ihr und aus ihren Augen blitzten Zustimmung und Respekt. Wiewo zeigte an das er zurück rennen würde, da Kaltnaß alleine war, auch hier stimmten die anderen zu.

Galwin fluchte, das Geröllfeld war glatt und voller loser Steine und der Schnee der fiel, verdeckte so manche Öffnung, wo schnell der Fuß steckenbleiben konnte. Die Frauen folgten ihm mühselig, hatten es aber etwas einfacher. Galwin hoffte das Weg bald wieder frei wurde, aber so weit er sehen konnte und das war ca. 100 meter, war der Weg immer noch verschüttet. Also mussten Sie weiter über das Geröll steigen.

Miwill hasste die Kletterei über die Felsen, obwohl sich Pena viel mühe gab, so stieß Sie überall an und es ging so langsam vorwärts. Immer wieder spürte Miwill das feine Vibrieren das durch die Felsen lief, wenn Sie Hände auf die Felsen legte. Der Berg wurde nicht mehr lange stillhalten. Hier wäre mit den Pferden eh kein durchkommen gewesen, dachte sich Miwill, bei all den Steinen. Dann hörte Sie es, ein Stöhnen ging durch den Berg und es kam von oben. Miwill dreht den Kopf um mit den Ohren besser die Richtung bestimmen zu können. Ein Grollen kam von oben und es hörte sich mehr als gewaltig an.
Pena schrie auf, als Sie das Grollen von oben hörte und schliesslich sah was auf da zukam. Miwill rief nach Galwin erschreckt und ängstlich. Galwin drehte sich abrupt um, schaut zu Miwill und den Berg hoch. Galwin warf sich nach vorne zu den Frauen die gut 2 dutzend Meter hinter ihm waren. Doch eine weiße Wand aus Schnee versperrt ihm den Weg, er sah noch wie Miwill und Pena mitgerissen wurden, nach unten Richtung Fluß und ihre Schreie gingen unter im Getöse der Lawine. Als die Schneewolke sich endlich gelegt hatte, hielt Galwin Ausschau und blicke hastig hin und her. Er kletterte über den Schnee tiefer nach unten obwohl immer noch Schneebretter nach rutschten, aber das war ihm egal, er musste Miwill finden. Pena hatte Glück, die Schneelawine hatte sie nicht begraben, sondern sie blieb die ganze Zeit auf dem rutschenden Schnee und wurde herumgewirbelt. Der Schnee war überall, in den Augen, Ohren und in der Kleidung, aber sie hatte noch ihre Packtasche mit den Vorräten, auch sonst schien alles heil zu sein. Sie spuckte und rieb sich den Schnee aus Mund, Augen und Ohren und versuchte sich zu orientieren.
Nachdem der Schwindel endlich vorbei, sah Pena das sie ziemlich dicht am Fluss war und weit oben sah sie ebenfalls Galwin, der sich über den losen Schnee nach unten kämpfte und das er nach Miwill rief. Nun schaute Sie sich ebenfalls um und versuchte auf zustehen was erst nach dem vierten Versuch gelang, weil der lose Schnee immer wieder nachgab. Galwin rief immer wieder nach Miwill und rutschte immer wieder mit dem Schnee weiter nach unten. Er versuchte dabei alles im Auge zu behalten, einen Hinweis wo Miwill ist, aber nichts.
Pena rief nun ebenfalls nach Miwill und stapfte durch den Schnee weiter runter zum Fluss. Dann sah sie etwas im Schnee, mit grossen Schritten versuchte sie dorthin zu kommen und rief gleichzeitig nach Galwin. Dann erreichte Pena die Stelle und zerrte am dem Stück Stoff mit aller Kraft, unter dessen kam Galwin näher. Schliesslich gelang Pena mit einem Aufschrei das Stück Stoff aus dem Schnee zuziehen, doch es war nur die Packtasche die Miwill dabei hatte. Galwin sah es und wendet sich sich sofort dem Fluss wieder zu und folgte dessen Lauf.
Pena rief noch hinter Galwin hinterher. "Las uns zusammenbleiben." Galwin antwortete nicht und ging rasch weiter. Pena wusste das er alles für Miwill tuen würde, seine Liebe zur ihr war so stark, das er auch sein Leben opfern würde und Pena war nur ein Anhängsel. Sie seufzte und setzte sich in den Schnee.

Kaltnaß beobachtete fasziniert die Fremden Wesen wie sie ungeschickt über das Geröllfeld kletterten, auf der anderen Seite des Flusses. Sie habe ihn noch nicht bemerkt obwohl er recht nahe war, seine Tarnung war perfekt für dieses Land.
Dann bemerkte das Grollen und über den Wesen löste sich ein Schneebrett und rauscht mit hoher Geschwindigkeit auf die Fremden zu. Er erhob sich und beobachtete genau was passierte, als sich der Aufgewirbelte Schnee wieder legte, sah Kaltnaß das nur das grössere Wesen oben noch stand, die anderen waren fort. Dann einige Zeit später tauchte aus dem Schnee weiter unten am Fluss, das kleinere Wesen auf. Die Fremden begannen mit der Suche nach dem dritten Wesen und Kaltnaß folgte mit seinen Augen dem Fluss und dann sah er etwas. Aus einem inneren Impuls heraus lief er los ohne gross nachzudenken. Er rannte sehr schnell dem Fluss entlang immer weiter Stromabwärts, er musste sich beeilen bevor der Wasserfall kam, denn dann wurde es Schwierig, der Weg hinunter zum See war dort Steil und Steinig. Dann sah er das andere Wesen mitten im Fluß, er würde es nicht schaffen es zu retten, also rannte er gleich zu der Stelle die hinunterführte zum See. Er musste sehr aufpassen, ein paar mal rutschte er gefährlich nahe an den Abgrund und Steine polterten hinunter in die Tiefe. Dann endlich war er unten und rannte an das Seeufer, blickte aufmerksam auf das schäumende Wasser, welches durch den Wasserfall aufgewühlt wurde. Schliesslich sah er es und ohne zu zögern sprang er hinein und schwamm.

Miwill schrie auf als die Lawine sie von den Füssen riss und mitnahm in die Tiefe. Es gab für Sie kein oben unten, nur ein sich drehendes Dunkel, gepaart mit Eisigem Schnee der überall eindrang, da half im Moment auch die Magische Brosche nichts. Nach gefühlten endlosen Minuten, schlug eisiges Wasser über Sie zusammen, Eisbrocken trafen sie überall am Körper und verursachten Schmerzen, gleichzeitig füllte Wasser ihren Mund. Miwill versuchte nach Luft zu schnappen, aber überall war eisiges Wasser und es gab kein oben und unten.
Das Gemisch aus Wasser, Schnee und anderen mitgerissenen Büschen, Bäumen machte es Ihr unmöglich zu schwimmen. Ihr Körper schlug gegen Felsen im Fluss und jedes mal wenn Sie glaubte oben zu sein und Luft holen zu können, war wieder ein Schwall Wasser im ihrem Mund. Ihre Kräfte erlahmten immer mehr und dann ging es wieder rasant abwärts. Miwill dachte da an den Wasserfall und schon tauchte sie wieder tief unter. Der Aufschlag und der Wasserdruck trieb ihr das letzte bisschen Luft aus den Lungen. Die letzter Gedanke ging an Galwin, der nun sein Versprechen nicht mehr einlösen konnte.

Wiewo rannte so schnell wie er konnte zurück, er folgte einfach seiner Spur und kam an der Stelle schliesslich wo Kaltnaß warten sollte. Nur war weder er noch die Fremden da. Wiewo schaute sich um und sah schliesslich das eines der Wesen unten am Fluss im Schnee hockte. Er überlegte kurz, sah auch die Spur von Kaltnaß die Flussabwärts führte, entschied sich aber dieser nicht zu folgen. Er wusste das ein Stück Flussaufwärts ein Baumstamm über den Fluss lag und das man so auf die andere Seite wechseln konnte.

Pena hockte im Schnee und rieb eine schmerzende Stelle am Bein wo irgendetwas sie dort getroffen hatte. Es würde einige Zeit schmerzen, aber sie nicht behindern, dachte sie bei sich als sie ein Geräusch hinter sich hörte. Ihr Gedanke war sofort das es nur Miwill sein konnte und drehte sich entsprechend schnell und freudig um und erschrak. Vor ihr stand schneeweiss und nur knapp ein Meter von ihr, der grösste Wolf den Sie je gesehen hatte. Schwarze Augen fixierten Sie und seine schwarze Nase bewegte sich und zog tief Luft ein. Pena versteifte sich und dachte <Nur keine Angst zeigen, nur keine Angst zeigen, das ist wie bei den Hunden>, dabei war ihr alles andere zumute, als keine Angst zu haben. Zittert Strecke Sie ihre recht Hand vor, sodass der Wolf sie besser riechen konnte und erwartete jeden Augenblick den Schmerz in ihrer Hand. "Hallo Wolf, was macht du den hier mitten im Wald" Sprach Pena den Wolf an und dachte bei sich, was für ein dämlicher Satz es war, wo sollte ein Wolf sonst sein. Der Wolf roch an ihrer Hand ausgiebig und dann spürte Pena die feuchte Zunge, die ihre Hand ableckte und dann ihr Gesicht. Pena war wie vom Donner gerührt, das war unerwartet und unglaublich. Schliesslich traute Sie sich, streichelte und kraulte den Wolf, der das sichtlich genoss.

Kaltnass schwamm zu dem Körper der auf See trieb und biss dann vorsichtig in das Fell, merkte aber schnell, das dieses Fell recht robust und fest war und packte dann fester zu. Er zog den Körper mit sich und seine Beine paddelten wie wild um schnell wieder an Land zu kommen. Als er dann den Grund unter seine Pfoten spürte, zerrte er den Körper des fremden Wesen mit aller Kraft an Land. Schüttelt dann sich mehrfach kräftig um das Wasser aus seinen Fell zu bekommen, bevor es gefriert. Dann schaute er sich das Fremde Wesen genau an, das Gesicht so flach und ohne Fell, er wusste nicht was er machen sollte. Das Wesen atmete nicht, er ging näher und leckte das Gesicht des Wesen ab und lauschte. Seine empfindlichen Ohren hörten noch den Herzschlag, unregelmässig aber noch vorhanden. Kaltnaß tat was er auch bei seine Artgenossen machen würde, er ging auf seine Hinterbeine und die Vorderpfoten hingen in der Luft, dann ein kurzer Sprung und seine Vorderpfoten drückten mit Schwung gegen den Körper des Wesen, immer und immer wieder.

Galwin rannte den Fluss entlang, so gut es im tiefen Schnee ging. Er hatte Angst zu spät zu kommen oder ist Miwill doch noch oben unter dem Schnee. Das er dem Fluss folgte tat er aus einer inneren Eingebung, aber er hatte trotzdem Angst das es die verkehrte Entscheidung war. Panik macht sich langsam in ihm breit und trieb ihn noch mehr an. Er kam an der Stelle an, wo sich der Fluss ca. 20 meter in die Tiefe stürzte in einen See. Seine Augen suchten den See ab, jeden Schaumwelle konnte ein Körper sein, dann bemerkte er eine Bewegung am Ufer. Seine Augen fixierten die Bewegung und er erkannte einen Schneewolf und ein etwas sonderbares Verhalten. Dieser sprang dauernd auf irgendetwas rum und diese irgendetwas war ein Körper. "Miwill" Schrie Galwin und blickte sich hektisch um, aber es gab keinen Pfad nach unten an dieser Stelle. Galwin liess die Packtasche fallen, nahm kurzerhand Anlauf und sprang in den Wasserfall und tauchte mit diesem in den See ein, kam dann prustend an die Oberfläche. Er schwamm mit aller Kraft zum Ufer, die Nasse Kleidung und das Schwert zogen ihn nach unten.
Schliesslich berührten seine Füße den Grund und er kämpfte sich über den glitschigen Boden ans Ufer.
Völlig ausser Atem, tropfnass zog er sein Schwert und ging auf den Schneewolf zu, dieser liess sofort von Miwill ab und wendet sich Galwin zu. "Wirst du wohl von ihr ablassen du Wolf" Brüllte Galwin den Schneewolf an und hob sein Schwert.

Hörtalles betrat mit einem seltsamen Gefühl die Lichtung in dessen Mitte ein seltsamer Stein stand. Irgendetwas sagte in ihr, das Heute etwas passierte, was das Leben des ganzen Rudels ändern würde. Hier auf der Lichtung zeigte sich immer die grosse Mutter in form einer Wölfin, nie musste man lange warten. Hörtalles kam dem Stein in der Mitte der Lichtung immer näher, jetzt müsste es passieren. Doch nichts, die grosse Mutter erschien nicht. Verwirrt schaute Sie sich um, so etwas ist noch nie passiert, solange wie Sie sich erinnern konnte, auch in den Geschichten der Alten, gab es keinen solchen Vorfall.
Sie umrundete den Stein mehrmals, doch ausser ihrer eigenen Spur und Geruch gab es nichts, ein paar Mäuse ja, aber sonst.
Da nichts passierte wendete sich Hörtalles ab und ging auf den Weg zurück den sie gekommen war. Kurz vor dem Rand der Lichtung, bevor Sie den Wald betrat, spürte Sie die Präsens der grossen Mutter und ihren Willen. Hörtalles verstand nicht ganz, aber die grosse Mutter wollte es und Hörtalles würde versuchen diesen Willen umzusetzen. Hörtalles schlich nun verwirrt zurück.

Etwas schlug immer und immer wieder auf Sie ein und verhinderte das Sie in die Dunkelheit hinab glitt. Übelkeit stieg hoch und eine Würgegefühl kam hinzu und der Drang zu atmen, doch die Angst wieder Wasser zu schlucken war noch übermächtig. Wieder und wieder schlug das etwas zu und dann mit einer Explosion gleich übergab sich Miwill, würgte und erbrach das Wasser aus sich heraus. Hustend und keuchend nach Luft ringend wälzte Sie sich über den Boden.
Ihre Lunge, der Hals und auch der ganze Rest ihres Körpers schmerzte, sie hörte in der Ferne Galwins Stimme und seine Stimme gab ihr halt und Orientierung. "Galwin" Sprach leise Miwill hustend und spukte wieder Wasser aus und versuchte sich zu erheben. Galwin ging bei den Worten zu Miwill, liess aber den Wolf nicht aus den Augen. Der Wolf blieb stehen wo er war, gerade mal eine Schwertlänge von den Beiden und rührte sich nicht. Der Wolf schnüffelt und sein Kopf ging dabei hin und her, um auch alles zu riechen. "Wir müssen schnellstens einen Platz finden, wo wir eine Feuer machen können und unsere Kleidung trocknen. Die Magische Brosche schützt uns vor Kälte, aber nicht unsere Kleidung" Bemerkte Galwin und die Kleidung beider Elben überzog sich langsam mit Eis und wurde steif. Galwin half Miwill auf, was schwierig war, weil in der rechten Hand immer noch das Schwert hielt und die Kleidung steif vor Frost wurde. "Ich glaube ich habe einen alten Steg gesehen am Ufer, nicht weit von hier, da könnte ein Haus sein. Beeilen wir uns." Galwin zog Miwill mit, die sich kaum auf den Beinen halten konnte. Der Wolf trappte etwas abseits mit und begleitete sie, Galwin betrachtete das mit Sorge, aber andererseits hatte dieser Wolf Miwill wohl das Leben gerettet. Während die Kleidung immer mehr an eine schlecht sitzende Rüstung erinnerte, steif und ungelenkig, sah Galwin das da tatsächlich eine Hütte war am Steg. Der Steg sah ziemlich zerfallen aus, die Hütte wiederum nicht, zumindest von aussen. Die Türe stand offen und Schnee lag hinter Türe. Auch hier wieder sah es so aus, als ob die Bewohner mal eben weg sind und gleich wieder kommen. Galwin setzt Miwill auf einen Stuhl und ging sofort zum Kamin. Es war alles vorhanden um ein Feuer zu entzünden, kleine Hölzer, Scheite und Kohle. Galwin zog mit Gewalt seine gefrorene Felljacke aus um so mehr Bewegungsfreiheit zu haben, schnell entzündet er das Feuer und fachte es kräftig an. Miwill stöhnte und hustete immer wieder. "Liebes wie geht es dir. Ich bin gleich bei dir und das Feuer brennt schon, dann wird es warm." Sprach hastig und mit sorgenvoller Stimme Galwin. Er kehrte den Schnee raus und schloss die Türe und verkeilte diese mit einem Stuhl. Der Schneewolf lag draussen vor dem Haus und war kaum zu sehen. Galwin half Miwill beim ausziehen und setzt dann Miwll nackt mit dem Stuhl vor das Kaminfeuer. Er entledigte sich ebenfalls seiner Kleidung und setzte sich zu Miwill. "Diese magische Broschen sind sehr hilfreich, man. kann nackt durch den Schnee laufen, aber man darf sie nicht verlieren." Scherzte Galwin und versuchte Miwill auf zu muntern, aber Miwill nickte nur stumm. Langsam verbreitete sich die Wärme im Haus, vertrieb die Kälte aus den Möbeln und Mauerwerk. Galwin hing die Kleidung auf, so das durch die Wärme auftaute und trocknen konnte. Es gab nur ein Bett, aber in einem sehr schlechten zustand, einige Tiere mussten daran gelegen haben. So suchte Galwin Felle und Decken zusammen und bereitete ein Lager vor dem Kamin.

Mitwill war völlig im Gedanken versunken und hörte Galwin nur halbherzig zu, nickte bei manchen seiner Worte, aber Sie beschäftigte etwas anderes. Seit Sie am See wieder aufgewacht ist oder von den Toten zurückgekommen, war wieder diese Präsenz da. Die Gleiche wie an der Barriere und Miwill war sich sicher das Sie beobachtet wurden. Sie war jetzt stärker zu spüren, kam aber nicht näher. Es muss der Wächter sein oder war es was anderes, was ist damals passiert hier in diesem Land der Elben, was veranlasste Sie alles zurück zulassen. Sie war sich sicher, würden hier noch Elben leben, wären Sie schon längst entdeckt worden, aber dieses Land war still, erfroren. Aber es gab die Schneewölfe und bestimmt noch andere Tiere, aber keine Elben mehr, das dachte sich Miwill. Galwin zog Miwill auf das Felllager vor dem Kamin und die glühenden Kohlen verbreiteten angenehme Wärme. Wein und etwas Trockenfisch verbesserten die Stimmung.

Hörtalles rannte nun so schnell wie ihre Pfoten sie trugen, zurück zur Höhle wo ihr Rudel seine Schlafstätten hatte. Sie musste alle zusammen rufen und den Willen der Grossen Mutter kund tun. Endlich kam Sie an den Höhlen an und wurde von den Anwesenden begrüsst, doch Hörtalles hatte keine Zeit und es waren nicht alle da und es mussten alle da sein. Sie rannte zur Verwunderung der anderen auf einen grossen Fels hinauf, setzte sich auf die Hinterbeine, reckte den Kopf in den Himmel, öffnete ihr Maul und stiess den Ruf aus. Das Heulen erklang durch die Dunkelheit und war weit hörbar, brach sich an den Berghängen und der Wald schien den Ruf zu wiederholen. Hörtalles wartete kurz auf Antwort und dann stiess Sie wieder den Ruf aus und nun kam eine Antwort, dann noch eine. Zufrieden kam Hörtalles vom Felsen und legte sich in den Schnee und wartete. Springtviel rannte aufgeregt umher, endlich passiert mal was anderes. Immermüde kam von seinem Schlafplatz und legte sich zu Hörtalles, schaut ihr in die Augen und seufzte.

Pena rappelt sich auf und stapfte durch Schnee und folgte den Spuren die Galwin hinterlassen hatte. Der Wolf folgte ihr und blieb dicht an ihrer Seite. "Hm, wie soll ich dich nennen Wolf. Du hast bestimmt einen eigenen Namen, nur kannst du ihn mir nicht sagen, schade." Pena redete einfach weiter mit dem Wolf, einmal um die Stille zu vertreiben und andererseits um sich zu beruhigen. Wer lief schon bei Anbruch der Nacht mit einem Fremden Wolf durch den Wald, dazu noch einer der grösser war, als andere Wölfe. Solange der Wolf ihr nichts tat und scheinbar mochte der Wolf Sie auch, fühlte Pena sich auch ein wenig sich. Der Schnee war tief und Pena kam langsam vorwärts, dann kam Sie an die Stelle wo Galwin die Packtasche hat fallen lassen, Pena nahm diese an sich, sie würden die Vorräte brauchen, dachte Sie bei sich und ging weiter. Dann kam Pena an die Stelle wo Galwin in den Wasserfall gesprungen ist, verdutz schaute Sie die Spuren an und dann den Wasserfall. "Er wird doch nicht in den Wasserfall gesprungen sein" Sprach Pena verwundert und ihr Blick schweifte über den See, aber die Spuren am Ufer untern sah Sie nicht, dafür war es schon zu dunkel. "Weg ist er Wolf, ich hoffe das er Sie gefunden hat und das die Beiden wohlauf sind." Seufzte Pena und suchte einen Weg nach unten und Wiewo folgte ihr. Nach einer Stunde hatte Pena endlich das Seeufer erreicht, müde von der Wanderung im tiefen Schnee suchte Sie sich eine Tanne, deren Äste tief hingen unter der Sie Schutz suchte. Dort versuchte Sie sich eine Schlafstätte zu richten und der Wolf beobachtete Sie dabei. Dann hörte Pena das heulen eines anderen Wolfes weit entfernt, als Sie sich gerade hingelegt hatte. Se sah wie der Wolf hochschreckte und in die Richtung blickte aus der das heulen kam. "Dein Rudel ruft dich wohl Wolf" Sprach Sie zu dem Wolf, dieser blickte Sie an und dann wieder in der Richtung aus der aus heulen kam. "Geh nur Wolf, deine Freunde warten auf dich" Sprach Pena etwas traurig, weil Sie wusste das Sie dann ganz alleine war, wenn er ging. Dann ertönte ein zweites mal das heulen in der Ferne und ein andere Wolf fiel ein, Wiewo schaut Sie an und dann hob er den Kopf und stieß ebenfalls ein heulen aus, dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit. Pena zog die Felldecke fester über sich und überlegte, jetzt war Sie ganz alleine in einem Fremden Land, Sie kannte sich nicht aus und und... Sie war traurig.

Galwin legte sich zu Miwill und zog die Felldecken über ihre Körper, das Feuer im Kamin spendete angenehme Wärme, die Kohlen glühten hell vor sich hin und Miwill atmete ruhig und entspannt. Sie lag auf auf ihrer linken Körperseite und Galwin in ihrem Rücken, so das dass Feuer Sie wärmte und Galwin mit seiner Brust ihren Rücken wärmte. Galwin strich sanft mit seinen Fingerspitzen über ihren Körper und spürte wie sich die Haut von Miwill, leicht spannte und Sie sich leicht rekelte. Er küsste ihren Nacken, ihre Schultern und seine Finger strichen über ihre Brustwarzen und kreisten diese ein. Schliesslich drehte sich Miwill zu Galwin öffnete leicht ihren Mund und Galwin küsste zart ihre weichen Lippen, ihre Zungen umspielten sich. Seine rechte Hand glitt langsam über ihren Bauch, spielte kurz mit dem Bauchnabel und glitt dann weiter hinunter zwischen ihre Beine und suchten ihre warme Feuchte Mitte. Sein Finger rieb leicht den Spalt und drang dann ein, Miwill stöhnte auf und öffnete ihre Beine, dabei drehte Sie sich auf den Rücken, die Küsse wurden leidenschaftlicher. Sein Mittelfinger kreisten jenen Punkt ein, der Miwill noch leidenschaftlicher aufstöhnen lies. Galwin stöhnte auf, als Miwill seine Männlichkeit in die Hand nahm und diese langsam bearbeitete, so das er sich vor Lust kaum halten konnte. Galwin drückte sich fest an Miwill und rieb sich an ihr, sein Körper bebte vor Verlangen und Miwill spreizte ihre Beine und senkte ihr rechtes Bein und zog Galwin mit ihrer Rechen Hand auf sich. Galwins verlangen wurde langsam übermächtig und er spürte wie Miwill seine Männlichkeit in ihre Mitte führte und dann spürte er ihre Feuchte Hitze und drang langsam ein. Miwill stöhnte laut auf als Sie ihn in sich spürte und ihre Finger krallten sich in seinen Rücken und schob ihr Becken nach vorne. Galwin drang tief in Sie ein und langsam wurde sein Rhythmus schneller, wie auch sein Atem. Es war so lange her das sie sich so liebten, aber jetzt um so heftiger. Diese Nacht gehörte ihnen nur alleine und ihre Leidenschaft war laut zu hören, aber es gab niemanden ausser ihnen.

Am nächsten Morgen als Galwin aufwachte ging er zum Fenster und schaute hinaus, die Sonne stand schon zwei Fingerbreit hoch am Himmel und das Haus war umringt von mehreren Schneewölfen. Galwin war überrascht das die Wölfe hier waren und er hatte den Eindruck, so wie lagen und standen, einen Weg, oder eine Richtung freiließen. Konnte das sein, wollten die Wölfe ihn und Miwill in eine bestimmte Richtung drängen. Andererseits war dies Elbenland und warum sollte hier es nicht so sein und ein Wolf hat Miwill das Leben gerettet. Galwin weckte Miwill und erzählte Ihr das die Wölfe das Haus umstellt hatten. "In den alten Legenden wurde darüber geschrieben, das oftmals Wölfe die Elbenjagt begleiteten, oder Wölfe sich ihren Jagdgefährten aussuchten. Niemals suchte sich ein Elb oder die Jagd die Wölfe aus, es waren immer die Wölfe." Erzählte Miwill, während Sie sich frisch machte. Galwin entfachte die Restglut im Ofen, damit die Kälte die wieder im Haus war, verschwand. "Hm, ich weis nicht so recht, das scheint mir sehr lange her zu sein und hier ist in diesem Land auch viel Zeit vergangen, wer weis ob die Wölfe sich daran erinnern" Erwiderte Galwin, während er etwas Brot und Schinken schnitt und die Hartgefrorene Butter in der Nähe des Feuers platzierte. "Ach du bist einfach zu misstrauisch, sie hätten mich auch ertrinken lassen können oder auffressen, was auch immer. Aber der Wolf tat es nicht, er half mir. Die Wölfe hier sind anders, nicht so wie bei uns zu Hause." Miwill tastete sich zum Tisch und zog den Stuhl heran, setzte sich. Dann strich Sie vorsichtig, mit einer Hand über den Tisch, fand das Brot mit der Butterscheibe darauf, nahm es und biss ein Stück ab. "Du magst ja recht haben Liebste, aber können wir darauf vertrauen, das dass die Wölfe sind, wie bei der Elbenjagd." So ganz überzeugt klang Galwin nicht. Miwill nickte. "Seit die Wölfe hier sind, ist auch die fremde Präsens wieder stärker, jene die ich auch an der Barriere gespürt habe. Ich glaube, das man uns kennen lernen will, wer und was auch immer." Galwin drückte Miwill ein Stückchen trocken Schinken in die Hand und steckte sich selbst ebenfalls eines in den Mund und kaute nachdenklich.

Nachdem dem essen packen Sie die wenigen Sachen zusammen, füllten soweit wie es ging die Vorräte auf. Ein stabiles Tuch ersetzte Galwins verlorene Packtasche und einige Streifen Stoff bildeten die Trageschlaufe. Galwin öffnete die Türe und trat hinaus, sofort erhoben sich die Schneewölfe und drehten die Köpfe zu ihnen. Ein Wolf kam langsam zu Galwin, Strecke seinen Kopf vor, roch an der Kleidung und an der Hand. Galwin erkannte den Wolf wieder, es war jener der Miwill am See war. Galwin wartete ab. Der Wolf drehte sich um und lief langsam ein Stück in Richtung des Waldes, weg vom See. Blieb dann stehen und drehte den Kopf nach hinten und schaute zu Galwin. "Ich glaube die Wölfe wollen das wir ihnen folgen." Sprach Galwin zu Miwill, die noch im Haus wartete. Miwill war nur zwei Schritt hinter Galwin im Haus geblieben und kam näher und tastet nach Galwin Hand und hielt diese fest. "Dann sollten wir ihnen folgen, ich glaube nicht das sie uns etwas antuen." Galwin seufzte und ging mit Miwill zu dem Wolf. Die anderen Wölfe liefen nun ebenfalls los, in einigen Abstand zu den Elben, aber immer in Sichtweite. Der Wolf von dem See, wie Galwin bei sich nannte, schlug eine Richtung ein, der tiefer in den Wald führte. Sie kamen an einigen Gebäuden vorbei, die Zerfallserscheinungen zeigten. Der Schnee auf ihrem Weg war zum Glück nicht so tief, so das Sie gut voran kamen. Es mussten so 2 Stunden vergangen sein, als Sie alle auf eine grössere Lichtung kamen und auf der Lichtung erkannte Galwin ein Statur auf einem Sockel. Der Wolf führte sie geradewegs zur dieser Statur und Galwin erkannte in der Statur einen Wolf. Galwin beschrieb Miwill was er sah und las auch die Inschrift vor, die dort in Elbischen Schriftzeichen in den Stein eingearbeitet war vor. "In Gedenken an die Wächterin Isseriera von Forodwaith. Hm, mehr steht da nicht." Sprach Galwin zu Miwill und blickte sich um, die Wölfe verteilten sich auf der Lichtung und schienen zu warten. Miwill fühlte eine eigenartige Spannung in der Luft, als ob ein Gewitter entsteht und es wurde immer stärker. "Galwin hier passiert was, die Luft sie prickelt auf meiner Haut. Etwas kommt zu uns". Miwill fühlte im Kopf einen Druck, etwas legte sich auf ihre Gedanken und dann hörte Sie die Stimme und gleichzeitig war das Gefühl da, das etwas bekanntes war. Ja es war jene Präsenz wie an der Barriere, jetzt aber um ein vielfaches stärker.

Galwin hörte Miwills Stimme, gleichzeitig schien sich die Umgebung zu verändern, alles bekam einen eigenartigen Schimmer, die Bäume, Wölfe und die Statur waren auf einmal unscharf, als ob ein goldener Nebel um alles lag, die Geräusche der Natur so dumpf und dann trat ein grosser Schneewolf aus dem Wald, das Fell mehr Goldenen als weis, aber irgendwie unscharf. Galwin konnte diesen Wolf mit seinen Augen nicht fixieren, es war als schaute er immer wieder hindurch, auch liess dieser keine Spuren im Schnee zurück, obwohl die Pfoten eindeutig im Schnee versanken. Galwin spürte das von diesen Wolf oder sollte er Wesen sagen, keine Bedrohung ausging. Fremde Gedanken legten sich über seine und er hörte eine Fremde Stimme in seinem Kopf. Die Wölfe blickten alle nun zu diesem Goldenen Wolf und warteten ab.

"Das Rudel vergisst nie, der Einzelne ist nichts, gemeinsam sind wir stark. Alle dienen dem Rudel und das Rudel schützt seine Kinder." Erklang in allen Köpfen die auf der Lichtung waren. "Ich bin Isseriera die Wächterin von Forodwaith und Ihr seit jene, die einst hier gelebt habt und doch seit ihr anders, als jene die hier gelebt haben." Miwill holte tief Luft, die Überraschung war gelungen, die Wächterin konnte mehr als nur Gedanken fühlen. Miwill formte ihre Gedanken, stellt Fragen und wollte Sie aussprechen, doch die Antwort kam prompt. "Ich bin Isseriera, die Summe aller Gedanken der Elben die eins hier gelebt haben. Ein jeder gab ein Teil von sich um den Wächter zu schaffen, so bin ich die Summe aller jener die eins hier gelebt haben, um zu schützen und zu bewahren. Die Wölfe sind meine Kinder, durch Sie sehe ich und fühle ich. Meine Kinder zu schützen ist nun meine Aufgabe, da jene die einst sich Elben nannten, gingen zu dem Ort am Ende dieser Welt und ihr sucht diesen Ort. So geht und findet euer Schicksal wie jene die mich schufen." Miwill war mehr als überrascht, die Macht der Gedanken, war deutlich zu spüren und zu fühlen. "Das Rudel vergisst nie, die Mutter des Rudels ist die Seele und ich bin Isseriera die Wächterin von Forodwaith und nun geht eurem Schicksal entgegen, dem Ende der Welt, ihr werdet finden jene Steine die den Kreis stehen. So geht nun, es ist alles gesagt. Meine Kinder brauchen mich." Die goldene Wölfin Isseriera verblasste und doch war ihre Anwesenheit deutlich zu spüren, Miwill und Galwin taumelten als die fremden Gedanken sich aus ihren Köpfen entfernten. Solch eine Macht hatten Sie noch nie gespürt und gleichzeitig war es eine Abfuhr, ein Rauswurf von der Wächterin, der grossen Mutter der Wölfe. Nur ein Wolf blieb bei Ihnen stehen und schaut Sie Beide an. "Ich glaube die Wächterin vertraut uns nicht." Erklang Galwins Stimme. "Sie hat uns eine Begleitung oder Aufpasser hier gelassen, nun denn, dann werden wir unser Ziel schneller erreichen". Galwin nahm sein Bündel auf und griff nach Miwills Hand und blickt zum Wolf.

Kaltnass schaut beide an, er hat nicht alles verstanden was gerade auf der Lichtung passierte, aber die Grosse Mutter wollte das er die Beiden führte ans Ende dieser Welt zu den seltsamen Steinen. Und was die Grosse Mutter befiehlt, musste richtig sein, so war es und wird es immer sein. Die Beiden Elben folgten ihm, als er sich rumdrehte und gegen den Norden ging und in seinen Ohren hörte er den Nordwind singen, sein einsames Lied.

Wiewo rannte los, nachdem die Grosse Mutter ihn entlassen hatte, welch seltsame Gedanken ihn durch seinen Kopf gingen. Er rannte dort hinzurück wo er jede Fremde, nun wie sollte er es nennen, Weibchen, sie roch so wie ein Weibchen, halt auf zwei Pfoten nur, zuletzt gesehen hatte. Es musste Sie suchen und schützen, alleine ohne Rudel würde Sie sterben.

Kopfimschnee, rannte mit Immermüde zurück in die Höhle, diesen Tag würden Sie nie vergessen.

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