Jenseits des Himmel

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Nelani
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Jenseits des Himmel

Beitrag von Nelani » Sa 10. Okt 2015, 00:16

Jenseits des Himmels



Prolog

Wir sind im Jahr 1415 Menschlicher Zeitrechnung und befinden uns im Königreich Carima und in der Gleichnamigen Stadt. Die Menschen in dieser Mittelalterlichen Stadt gehen ihren Beschäftigungen nach wie schon seit Jahren, einige haben es zu Wohlstand gebracht andere können gerade so davon Leben und wiederum andere schaffen es den Tag zu überleben. Am Rande der Stadt liegt ein Schloss in der eine Königin thront mit ihrem Hofstaat und Ritter in edlen Rüstungen sorgen dafür das Recht und Ordnung herrschen. Die Stadt selber wird aber hauptsächlich vom einem gewählten Bürgermeister regiert und die Bürger selber reden hinter vorgehaltener Hand von einer dekadenten Adelsschicht, auch soll es im Rathaus nicht so mit rechten Dingen zu gehen. Im Hafen von Carima liegen Schiffe aus anderen Ländern und verladen Güter aller Art und bringen Nachrichten aus der weiten Welt. An das Königreich Carima grenzen einige andere Ländereien, wie die Highlands, Avalon und die undurchdringlichen Wälder von Elwyne und wenn man den Geschichten glaubt, soll dahinter ein Geheimnisvolles Reich existieren. Doch wir schauen wieder auf die Stadt, besser gesagt in einen vornehmen Stadtteil, etwas abgegrenzt vom Stadtkern Carimas, wo einzelne Häuser mit gepflegten Vorgärten stehen, die Bewohner dort sich alle kennen und grüssen. Hier leben reiche Händler, Gelehrte und Bürger und einige von dem man nicht weis wie Sie zu Wohlstand gekommen sind. Die Strassen sind sauber und beleuchtet Nachts, die Häuser sind vom gehobenen Baustil und die Gärten gepflegt.

Bis auf einen Garten, dieser ist verwildert und die Sonnenuhr ist umgestürzt, auch das Haus macht einen sehr ungepflegten Eindruck, sehr zum missfallen der Nachbarschaft. Die Fensterläden halb geschlossen, das Fensterglas dreckig, das Dach ist auch bald fällig. Der Zaun rings um das Grundstück ist löcherig und windschief. Das Obst im Garten verfault am Boden, Blumen sucht man vergebens. Und doch lebt jemand in diesem Haus und wenn wir näher herangehen und lauschen, hören wir verschiedene Stimmen die sich über ein Thema unterhalten. Wir hören Stimmen von mindesten 4 Personen die sich angeregt locker unterhalten, drei Männliche und eine Weibliche Stimme und Sie schienen nur ein Thema zu kennen...... Elben..... nein nicht die Elben die in Elwyne hier in der Nähe lebten, andere... eigentlich über ein längst Untergegangenes Reich, nun ja so behauptet es eine der Stimmen. Wir hören genauer hin und hören die Erregung der Stimme die darüber spricht zu wissen wo dieses Reich einst war.
Carima Villenviertel

"Aber mein lieber Stefan, Sie glauben doch nicht im ernst das es dieses Reich noch gibt. Sie selbst sagen es ja, das es vor Jahrtausenden untergegangen ist im Feuersturm und jetzt wollen Sie etwas gefunden haben was belegt das es noch gibt. Also das ist starker Tobak" Sir Henry zog an seiner Pfeife und stieß eine blaue Rauchwolke aus. Die Frau sprach ebenfalls mit Verwunderung weiter. "Also das Buch haben Sie aus einer sehr zweifelhaften Quelle, ist es so und es soll Magisch sein oder einen Schutzzauber haben". Stefan schaute von einem zum anderen, trank aus dem Becher einen Schluck Wein und erwiderte erhitzt. "Ja ich habe das Buch und es war mit einem Schutzzauber versehen und ich habe es in meinem Besitz und auch den Inhalt übersetzt. Die Elben von Elwyne haben mir zutritt zur Ihrer Bibliothek gewährt und ja es gab einen Schutzzauber, aber dieser musste natürlich entfernt werden." Mit einem Knall stellte Stefan den Becher auf den Tisch zurück und einige andere leere Gläser, Becher die dort schon länger standen wackelten bedrohlich."Aber aber, ganz ruhig, zeigen Sie uns das Buch und dann werden wir sehen." sprach mit einem ruhigen und beschwichtigen Tonfall ein Mann den alle als Michael kannten. "Wenn das Buch echt ist und ich glaube ihnen Stefan, dann wird sich alles schnell klären und Melinda wird sicher ihre Freude daran haben die Magie dieses Buches zu ergründen und als fähige Magican von Carima ist ihr Wort von großem Gewicht." Michael trank nun ebenfalls einen großen Schluck Wein aus seinem Becher. Melinda nickte und lehnte sich zurück und spielte dabei mit ihrer Kette die Sie als Magican des achten Ranges auszeichnete. Stefan fluchte :"Der Schutzzauber wurde entfernt, sonst hätte man diese Buch nie lesen können und übersetzten." Melinda erwidert:"Aber man kann doch Reste von Magie finden und es ist schnell heraus zu finden welche Magie dort gewirkt wurde, glauben Sie mir. Geben Sie mir das Buch mit und ich werde es in unserer Akademie untersuchen." Erwiderte Melinda gereizt, ihr ging dieses Gerede heute Abend auf die Nerven, da Stefan schon öfters davon geredet hat, nein eigentlich wie verrückt davon sprach ein altes Elbenreich gefunden zu haben und das nur wegen einem Buches aus einer zweifelhaften Quelle. Michael sprach wieder nach dem er einige Züge aus seiner Pfeife gemacht hatte. "Diese Buch, ist es hier, können wir es sehen und anfassen. Vielleicht lässt sich so einige der Zweifel aus dem Weg räumen, immerhin wollen Sie von uns über 10000 Goldstücke haben um diese sagenhafte Elbenreich zu suchen." Klang Michaels Stimme versöhnlich. Stefan schaute verdutzt zu Michael über seinen plötzlichen Stimmungswandel, denn er war eigentlich der Jenige der alles in Zweifel zog und sehr deutliche Beweise forderte. "Ja es ist hier und sogar in diesem Raum und ihr könnt es sogar anfassen" Stefan erhob sich und ging zum Bücherregal und zog ein altes vergriffenes Buch zwischen den anderen hervor, drehte sich um ging die drei Schritte zurück und legte das Buch mitten auf den Tisch zwischen den halb vollen Weingläsern und Bechern. Alle starrten auf das Buch, welches völlig vergriffen und fast schon aus einander fiel, das da auf den Tisch lag. Kein Bild zierte die Oberfläche des Buchdeckels, es war einfach gebunden und wurde mit einem Lederriemen zusammen gehalten. Niemand wagte es an zufassen, schliesslich berührte Melinda es vorsichtig und konzentrierte sich. "Hm, da ist nichts" sagte Sie ein einigen endlosen gefühlten Minuten.

Stefan platzten die Worte fast schon wütend heraus."Der Schutzzauber wurde gebrochen, das habe ich doch gesagt." Melindas Augen blitzen kurz auf mit einem Hauch von Wut darin, war Sie es nicht gewöhnt das man ihre Worte in Zweifel zog. "Dann hat man es sehr gründlich getan. Da ist nichts von einem Zauber vorhanden. Ich hoffe ihr habt nicht zu viel bezahlt für dieses Buch, mehr als drei Silber ist es nicht Wert." Erwiderte Melinda leicht säuerlich. "235 Goldstücke hat mich das Buch gekostet und es ist aus einer vertrauenswürdigen Quelle." Erwiderte Stefan empört. "Und glaubt mir, die Schrift und Texte sind Elbisch und zwar in Quenya, der Ursprache der Elben" Voller Erregung nahm Stefan das Buch an sich. "So ihr kennt Quenya die Sprache und die Schrift Stefan. Das wundert mich nun doch, da diese Sprache seit vielen Jahrtausenden eine tote Sprache ist und woher wollt Ihr das Wissen haben." Sprach Michael spöttisch und zog an seiner Pfeife, deren Tabakduft das ganze Haus erfüllte. "Ich war in Elwyne bei den Elben, das sagte ich bereits und habe dort in der Bibliothek viele Schriften und andere Dokumente lesen können, auch welche in Quenya." Antwortete Stefan trotzig und presste das Buch an seiner Brust. Henry blickte mitleidig zu Stefan, seit Stefan seine Frau vor einigen Jahren verloren hatte, verfolgte er dieses Hirngespenst des vergessenden Elbenreiches und verlor sich völlig darin. "Nun es ist viel Geld um das Ihr uns bittet um eine Expedition aus zurüsten um was zu suchen. Eine vergessende Kultur, die nicht mal mehr hier die Elben kennen und soweit ich weis, wart ihr auch in Aurora um dort nach zu forschen." Sprach Michael etwas im versöhnlichen Tonfall. "Ja auch dort war nichts darüber in Erfahrung zu bringen über das Himmelreich." Erwiderte Stefan empört. "Himmelreich, so so" Lachte Henry spöttisch. "Eher Eher Hirngespinnstreich. Stefan man hat euch reingelegt und viel Gold euch abgenommen für etwas Wertloses und einiges Seemannsgarn dort zusammen geschrieben und etwas verschnörkelt da hin gekritzelt." Lacht Henry und zog an seiner Pfeife um dann fest zustellen, das diese erloschen ist. Henry blätterte in Buch hektisch und einigen Seiten fielen heraus. Henry griff nach den Seiten die hinaus fielen und man konnte im Schein der Öllampen die Schriftzeichen sehen. Fein geschwungen, fast schon zierlich und Typische für Elbisch das die Großbuchstaben, ausladend sind, mit geschwungenen Enden. "Hier diese Stelle zum Beispiel" Stefan zitierte eine Stelle aus dem Buch und man sah das er das auswendig tat. "Doch das Leben regte sich, wollte weiterleben und die wenigen Überlebenden sammelten sich. Die Elben die das Chaos überstanden hatten, nahmen die Herausforderung an. Die Waldelben, einst Kinder der Erde, lenkten die Natur, so das wieder überall zu blühen anfing, Tiere eroberten die neuen Wälder. Die Söhne des Lichtes nannten sich nun Lichtelben, sorgten für Ordnung und das die wenige Magie, die jetzt frei in der Welt war, dem Gleichgewicht wieder diente." Stefan sprach die Worte fast schon feierlich aus. Michael klopfte seine Pfeife in den Ascher aus und verstaute diese in einem Beutel und blickte dann mitleidig zu Stefan. "Es ist spät und es wurde zuviel Wein getrunken und mein Weib wartet zu Hause Stefan. Ich werde mich aufmachen auf den Weg nach Hause, morgen muss ich zeitig im Kontor sein, dort wartet viel Arbeit auf mich." So erhob sich Michael, verabschiedete sich kurz und ging Richtung Haustüre. "Verzeiht mir, auch ich muss gehen" Erwiderte Melinda in Richtung Stefan,
nickte ihm kurz zu, folgte dann Michael. Henry schaute den Beiden nach und bevor er was sagen konnte hörte er Stefans enttäuschte Stimme. "Geh nur Henry, von dir hatte ich mehr Unterstützung erwartet." Stefan sammelt die losen Blätter auf und sortierte diese wieder ein. "Nun gut Stefan, eine gute Nacht wünsche ich dir und wer weis."

"Geh nur Henry und lacht über mich, aber ich weis das ich recht habe. Ich werd es euch beweisen." Antwortete Stefan trotzig, Henry wollte noch etwas sagen, ließ es aber und folgte den anderen nach draußen. Michael war schon weg und nur sein Pfeifenduft hing in der Luft. Melinda wartet noch auf Henry und Sie gingen gemeinsam ein Stück die Strasse lang Richtung Stadtkern. "Meint ihr das er wirklich etwas gefunden hat, eine Spur eines alten Elbenreiches" Henry ging nachdenklich einige Schritte weiter bevor er antwortete. "Ich werd ihm das Geld geben, seit er seine Frau verloren hat ist er besessen von dieser Idee und er ist mein Freund" Erwiderte Henry nachdenklich. "Selbst wenn er nichts findet, es wird ihn hoffentlich ablenken und vielleicht ist doch was wahres daran." Melinda dachte nach und schließlich sagte Sie. "Ich werde mich daran beteiligen, weil auch er mir ein Freund ist." Henry nickte und wusste das Michael sich ebenfalls beteiligen würde. So gingen Sie durch die Nacht, jeder nachdenklich und mit Sorgen über das Wohlbefinden von Stefan.

Stefan war wütend, hatte sich doch mehr versprochen von seinen Freunden, doch verspottet hatten Sie ihn, teilweise sich lustig gemacht. Aber er würde das ihnen zeigen, das Geld würde er schon auftreiben für die drei Schiffe die er brauchte. Irgendwo gibt es immer einen der für sowas Geld übrig hatte, für den Fall das es dort noch mehr zu holen gab. So begab sich Stefan zu Ruhe und bevor er sich bettet, blickte er auf das Gemälde von seiner Frau. "Jennifer warum nur bist im Kindbett gestorben und hast unsere Tochter gleich mit in den Himmel genommen, Ich vermisse dich so sehr Liebste" Stefan löschte das Licht und schlief unruhig ein. Am nächsten Morgen ging er in den Hafen von Carima und versuchte an den verschieden Kontoren der Händler sich Geld zu leihen,doch alle winken ab. Für Hirngespinste würden Sie kein Geld geben, wenn er garantieren könnte das es dort Gold, Juwelen zu holen gab oder zumindest seltene Gewürze oder ähnliches, dann vielleicht. Am Nachmittag ging Stefan in einer Taverne und setzte sich müde an einen Tisch und bestellt eine Kleinigkeit zu essen und einen großen Krug Wein. Er würde sich an den Wein berauschen und vielleicht am nächsten Tag jemanden finden der ihm Gold für seine Hirngespinste gab. Stefan hatte schon den dritten Becher Wein getrunken und der Wein fing an Wirkung zu zeigen als ein Mann sich seinem Tisch näherte. "Stefan Heimbach, das sind Sie doch" Sprach der junge Mann ihn an, der einfach, aber sauber gekleidet war. "Ja der bin ich." Erwiderte Stefan und schüttet sich den vierten Becher Wein ein. "Ich habe etwas für Sie, hier der Umschlag." Stefan betrachtet den Umschlag und das Siegel. Er kannte dieses Siegel nicht,aber es war das typisch Siegel für ein Kontor. Stefans Name stand auf dem Umschlag und so brach er das Siegel und nahm das Schreiben heraus, das wiederum ein Siegel und ein Siegelband trug. Ungläubig las er das Schreiben, der Kontor gab die Garantie für 12000 Goldstücke für eine Expedition in unbekannte Gewässer. Stefan las es noch mal, die Namen sagten ihm nichts, doch das Siegel war echt und die Stadtkasse gab am selben Tag aufgrund dieses Schreibens ihm einen Kredit von 12000 Goldstücke, ohne zu fragen. Stefan war überglücklich das ihm das Schicksal so wohl gesonnen war und ging zum Hafenmeister der ihm helfen sollte geeignete Schiffe zu finden.

An einer Ecke stand etwas versteckt Henry und sah Stefan nach wie er in Richtung Hafen ging. Dann blickte er zu dem jungen Mann der das versiegelte Schreiben Stefan gebracht hatte. "Das hast du gut gemacht Dirk, hier dein Lohn von 5 Goldstücke und du bekommst noch mehr wenn du Ihn begleitest." Und das Gold fiel in die Hand des jungen Mannes. "Sehr wohl Sir, ich werde tuen was Sie verlangen." Henry seufzte, was tat man nicht alles für einen guten Freund und hoffentlich fand er was er suchte, sein Glück, seine Bestimmung oder sein vergessendes Elbenreich. Henry glaube nicht daran, wenn selbst die Elben hier in Elwyne und Aurora nichts davon wissen, wer dann. Henry ging zurück zum Stadtkern, dort würde er die anderen treffen. Michael hatte gute Arbeit geleistet mit dem Schreiben und den Siegeln und Melinda hatte ihre Beziehung genutzt um das ganz Glaubwürdig zu gestalten. Sie waren gute Freunde, solche auf die man auch in schlechten Zeiten zählen konnte und Stefan hatte eine schlechte Zeit, seit dem Tod seiner Frau und seines.

Dirk Thompsen
Stefan Heimbach
Jenifer Heimbach, verstorbene Frau von Stefan
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach, bezahlt von Henry
Henry Walters, Guter Freund
Melinda Owens, Magican von Carima
Michael Oldbuck, Guter Freund, Besitzer eines Kontors
Zuletzt geändert von Nelani am Mo 21. Nov 2016, 11:27, insgesamt 3-mal geändert.

Nelani
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Re: Jenseits der Himmel

Beitrag von Nelani » Mo 28. Mär 2016, 02:33

Carima Hafen

Da stand ich nun Stefan Heimbach, mit einen Haufen Gold in der Tasche für eine Expedition und bin nun auf den Weg zu einem Reeder der Schiffe hat. Tja so viele gibt es hier nicht in Carima, eigentlich nur einen. Wester und Wester, Brüder die Schiffe bauten und unterhielten. Dort würde ich fragen und hoffen das Sie mir Schiffe geben und natürliche eine Besatzung, ohne ging es nicht. Voller Mut und Zuversicht betrat ich die Werft und das Büro, das am Ende des Geländes war, angelehnt an einer grossen Halle. Hinter einem Schreibtisch auf einem Stuhl saß über Zeichnungen ein Mann gebeugt, den ich auf anhieb auf das selbe Alter schätze, das ich selber hatte. Ich hoffte das dass einer der Brüder war, der mir weiter helfen konnte. Der Mann blickte auf als ich so einfach eintrat, runzelte die Stirn und legte den Bleistift auf Seite. Sein Bart sah aus, als hätte dieser dringend einen Schnitt notwendig.

"Guten Tag der Herr, ich hoffe Sie wollen ein Schiff in Auftrag geben und bauen lassen." Erklang die Stimme des Mannes hinter dem Schreibtisch. Seine Stimme klang angenehm weich, freundlich, mit einem leichten Nordländischen Akzent. Ich ging zu dem Schreibtisch sah kurz auf die Zeichnung und reichte dann meine rechte Hand ausgestreckt über den Tisch und blickte gerade aus in die Augen meines Gegenübers. "Stefan Heimbach meine Name und ich bin auf der Suche nach Schiffen für eine Expedition." Des anderen Augen blitzten kurz überrascht auf, ergriff dann mit seiner rechten Hand die meine, schüttelt diese kurz aber mit einem festen Druck und liess dann los. "Marc Wester, erfreu Sie kennen zu lernen Herr Heimbach. Kommen Sie mit, wir gehen zu meinen Bruder Johann. Dort können wir gemeinsam alles besprechen." Wir gingen durch eine Türe die seitlich hinter dem Schreibtisch war in einen Gang. Dieser führte parallel an verschiedenen Räumlichkeiten vorbei, wo andere Mitarbeiter arbeiteten. Am Ende des Ganges an einer verzierten Türe, klopfte Marc kurz an und trat dann ein. Der Raum sah fast genauso aus wie der Raum vom Marc aber der Schreibtisch war voller Listen, Bücher und Ausrüstungsgegenstände, wie Fernrohre, Sextanten, Nägel, Rollen und einige Kompasse sowie zusammen und teils entrollten Karten. Johann stand mit dem Rücken zur Türe und brummte nur ein herein.

Wir gingen hinein in das Zimmer und Johann drehte sich um. Er war die Jüngere Ausgabe von Marc, aber mit einem gepflegten Vollbart. Wir schüttelten die Hände und setzten uns an einem runden Tisch der am Fenster stand und einen Blick auf die Werft zuliess. Johann rief nach einer Malies und Sie brachte eine Kanne mit heissem Tee und Becher mit, sowie Kleingebäck. "Nun Herr Heimbach, Sie wollen Schiffe haben für eine Expedition, an was hatten Sie gedacht. Wie gross sollen die Schiffe sein und wie lange soll diese Reise dauern." Sprach Marc mich an und sein Bruder legte Papier Stifte auf den Tisch.

Ich schaute von einem zum anderen und überlegte meine Worte, wie viel sollte ich verraten und wie ehrlich sollte ich sein. Nun denn ich entschied mich für etwas vom allem.
"Ich brauche drei Schiffe um in unbekannte Gewässer zu erkunden, die weit im Osten liegen." Ich sah wie die beiden die Luft kurz anhielten und sich anschauten. Marc antwortete zu erst. " Im Osten gibt es nichts, einzig die Kimor Inseln wo niemand lebt, weil sie einfach zu klein sind, dahinter ist nichts. Das ist jenseits von allem, kein Schiff kam je zurück was die Kimor Inseln weiter im Osten passierte, also Herr Heimbach was soll dort sein." Johann nickte nur zu den Worten seines Bruders. Ich überlegte und sprach schliesslich."Ich habe alte Schriften studiert und Hinweise gefunden, das es tief im Osten ein Land gibt, ein sehr altes Land. mit entsprechend alten Kulturen. Diese müssten unser Kultur weit voraus sein in vielen Dingen." Ich hielt kurz inne und schaute die Beiden an und sprach dann weitet, bevor Sie etwas erwidern konnten. "Wir könnten viel lernen und handeln, die Waren wären hier Gold wert." Erwartungsvoll schaute ich von einem zum anderen.

Ich sah wie sich die Beiden anschauten und ihre Blicke tauschten, was würde ist die Antwort, ich fieberte innerlich danach. Es erschien mir wie eine Ewigkeit als der erste eine Antwort gab. Marc holte tief Luft und dann erwiderte er:"Drei Schiffe dann noch in Gewässer die keiner kennt." Marc schüttelt den Kopf."Nein das Risiko ist zu groß, drei Schiff stellen einen grossen Wert da, sowas kann sich nur ein Königreich leisten den Verlust." Ich sah Marc eindringlich an. "Der Gewinn wäre ungleich grösser, selbst wenn zwei Schiffe verloren gingen, all das Wissen und Waren die wir dort finden werden. Und der Ruhm als Entdecker eines neuen Landes, neue Seewege und vieles mehr." Marc schüttelt noch immer den Kopf, aber sein Bruder Johann sprach auf einmal leise in den Raum: "Ich habe mal einen Bericht gelesen über einen Seefahrer der weit im Osten gefahren ist. Oder besser gesagt von einem Sturm tief ins Östliche Meer getragen wurde. Hm, wie war sein Name nochmal, ach ja Marius Lopo so war der Name glaube ich. Seine Berichte, Tagebücher und Zeichnung waren damals das Gesprächsthema in der Alten Welt." Johann lächelte und blickte seinen Bruder an und Marc antwortet.: "Dieser Marius Lopo ist aber schon über zweihundert Jahre Tod Bruder und seine Geschichten wurden nie bewiesen und seine Zeichnungen als zu fantastisch abgetan. Brücken so hoch das man die Kirche von Carima dadrunter stellen könnte und ihre Spitze würde nicht mal in die Nähe des Brückenbogens kommen. Grosse Segelschiffe mit mehreren Rümpfen, sowas kann man nicht bauen." Ich blicke von einem zum anderen und verstand nichts, wer war dieser Marius Lopo dachte ich mir, aber die beiden Brüder redeten sich in rage, der eine dafür, der andere dagegen. "Ein Palast mitten in den Wasserfällen und der Thronsaal so gross, weit und hoch das unser grösstes Schiff bequem darin segeln könnte, das ist so weit hergeholt Bruder, das widerspricht jeglicher Statik vom Gebäude bau." Johann verzog verdriesslich sein Gesicht. "Mag sein Marc das die Berichte von Lopo übertrieben waren und auch vieles falsch dargestellt und gezeichnet war. Aber es würde passen und ich denke wir haben ein Schiff für diese Expedition." Nun war ich überrascht und auch Marc.

"Die Princess of Val ist gerade überholt und liegt auf Reede zum Ausrüsten, besser gesagt, sie ist fast fertig und ein Teil der Besatzung ist schon an Bord. man müsste noch einiges dazu kaufen und einen Heiler sollte mit dabei sein." Marc schaute verblüfft mit offenen Mund zu Johann und ich ebenso. Johann schaut mich mit einem lächeln an. "Die Princess of Val gehört mir und ich werde mich an der Expedition beteiligen, aber keine drei Schiffe." Marc rang mit sich und fuchtelte mit den Armen umher, er schien sehr aufgebracht. "Bruder du wirrst das Schiff nie wieder sehen und die Besatzung, das ist ein Verlustgeschäft" Johann erwiderte ruhig.:"Nun Herr Heimbach wird es auch bezahlen, zum Teil. Sagen wir mal 7000 Goldstücke, das Schiff hat einen Wert von über 14000 Goldstücke und zu einem die Ausrüstung und Heuer der Besatzung muss Herr Heimbach auch bezahlen, das dürfte etwa 4000 Goldstücke kosten. Somit ist der Verlust für mich vertretbar." Marc war nun noch mehr aufgebracht. "Wie kannst du nur dein Vermögen so aufs spiel setzen für ein Hirngespinst." Johann sah seinen Bruder eindringlich an. "Der Seeweg um Cap Verde war auch mal ein Hirngespinst, doch sein über hundert Jahren fahren Schiffe diesen Weg und bringen erlesene Gewürze und Hölzer von den Gewürz Inseln mit. Auch unsere Schiffe fahren um das Sturmgepeitschte Cap, also warum nicht mal was neues ausprobieren." Marc stand auf, schaute seinen Bruder an und dann mich. "Nun Herr Heimbach, sie haben ein Schiff, doch ich befürworte diese Expedition nicht, aber da das Schiff meinem Bruder gehört, kann er machen was für richtig hält. Ich verabschiede mich hier. Wünsche noch einen angenehmen Tag." Marc ging sichtlich aufgebracht und wütend hinaus, Johann sah ihm nach und wendete sich dann mir zu.
"Nun ich denke das wichtigste ist gesagt, die Feinheiten bereden wir am nächsten Tag und den Vertrag. Die Hälfte von allem gehört mir, was auf dieser Expedition gefunden wird."
Ich war immer noch überrascht von der Wendung, so leicht hatte ich es mir nun doch nicht vorgestellt, aber anscheinend schien Johann der Gedanke zu gefallen, ein neues Land zu entdecken oder Seeweg. "Was hat Sie bewogen mir Ihr Schiff zu geben, ich hatte noch nicht alles gesagt über das unentdeckte Land." Johann zog aus einer Schublade unter dem Tisch eine Flasche Branntwein und zwei Gläser hervor, füllte die Gläser fast voll, stellte eines vor mir auf den Tisch und blickte mich an. "Es gibt Gerüchte über Sie und das unentdeckte Elbenland und dann noch die Berichte von Marius Lopo. Das ganze fasziniert mich und wer weis. Wer nicht wagt, Gewinnt nicht und ich denke das Risiko sollte man eingehen." Johann prostet mir zu und trank das Glas mit einem Zug leer und ich tat es ihm gleich. Der Branntwein verdiente es Branntwein genannt zu werden, denn er brannte sich seinen Weg von meinem Mund durch die Speiseröhre in meinen Magen und entfaltet dort sein Feuer. Wir wechselten noch einige Worte und verabredeten uns am nächsten Tag, dann würde Malies den Vertrag soweit fertig geschrieben haben. Ich verabschiedet mich von Johann, bevor er auf die Idee kam mir noch ein Glas einzuschenken. So verlies ich die Werft, nicht ganz so zufrieden weil ich statt drei Schiffe nur eines bekam. Aber die Princess of Val soll ein grosses Schiff sein, eine Galeone mit drei Masten wie Johann mir erzählte. Morgen würde ich sie sehen, so ging ich nun Heim.

Ich war ganz im Gedanken als ich meinen Namen hörte, mehrfach. "Herr Heimbach warten Sie, warten Sie bitte." Mir kam die Stimme bekannt vor, konnte Sie nur nicht gleich einordnen, so drehte ich mich um zu dem Mann der nach mir rief. Jetzt sah ich wer es war, es war Dirk der mir den Brief gab vom Kontor. "Seit gegrüsst Dirk" Ich konnte mich beim besten Willen nicht erinnern welchen Nachnamen Dirk hatte. "Seit gegrüsst Herr Heimbach, endlich habe ich euch gefunden." Sprach Dirk ausser Atem. "Äh, gibt es noch Probleme Dirk." Ich schaute überrascht und wusste nicht so recht was ich sonst antworteten sollte und betrachtete Dirk. "Ach Herr Heimbach, endlich habe ich Sie gefunden. Ich muss Ihnen noch etwas mitteilen, denn ich werde Sie begleiten auf ihrer Reise." Nun schaute ich verdutzt Dirk an. "Nun äh ja, wenn es sein muss Herr ... Herr". Dirk antwortet prompt und noch ziemlich ausser Atem. "Thomsen, Dirk Thomsen, sehr erfreut. Meine Geldgeber wünschen das ich Sie begleite Herr Heimbach." Ich schaute nun noch verdutzter drein, so das ich nicht gleich antwortet und nur die Hand schüttelte, die mir Dirk hin hielt. " Morgen Herr Thomsen wird die Princess of Val in den Hafen geschleppt, das ist unser Schiff." Ich war irritiert und zu gleich etwas erleichtert, ein bekanntes Gesicht dabei zu haben aus Carima, auch wenn ich Ihn kaum kenne. Dirk lächelte und nicke nur. "Dann bis morgen Herr Heimbach im Hafen." Ich sah Dirk nach bis er in einer Strasse verschwand, dann ging ich weiter nach Hause, nachdenklich und glücklich zugleich. Morgen würde ich das Schiff sehen und kennenlernen und seine Besatzung.


Stefan Heimbach, unser Held
Jenifer Heimbach, verstorbene Frau von Stefan
Johann Wester jüngerer Bruder von Marc, Werftbesitzer in Carima Hafen
Marc Wester Werftbesitzer in Carima Hafen
Dirk von Henry bezahlt Stefan zu begleiten
Henry Guter Freund
Melinda Magican von Carima
Michael Guter Freund, Besitzer eines Kontors
Malies arbeitet bei Wester im Büro
Marius Lopo, Endecker seit über zweihundert Jahren Tod
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach, bezahlt von Henry

Nelani
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Re: Jenseits der Himmel

Beitrag von Nelani » Di 3. Mai 2016, 23:38

Princess of Val

Ich bin ganz früh am Morgen aufgestanden noch vor Sonnenaufgang um zeitig im Hafen zu sein. Denn ich wollte sehen wie die Princess of Val in den Hafen geschleppt wurde.
Schnell zog ich mich an, etwas Brot mit Schmalz, einen Schluck kalten Tee und los ging's.
Die Strassen waren noch dunkel, bis auf einige Laternen die noch brannten. Die Stadt schlief noch, naja nicht alle Menschen, einige andere waren ebenfalls unterwegs, aber ich beachtete Sie nicht. Ich passiert das Stadttor, welches die Stadt und Hafen trennte und betrat den Marktplatz der vor dem eigentlichen Hafen sich befand. Die ersten Stände öffneten bereits und die Besitzer bereiteten die Waren vor. Ich eilte weiter durch die Stände, wich einigen Fuhrwerken aus und jetzt war ich am Hafen. Und da wurde sie in den Hafen geschleppt, gezogen von zwei Schaluppen. Fang leinen flogen durch die Luft und die Seeleute an Bord des Schiffes sowie am Kai holten die Princess of Val geschickt an die Kaimauer und machten sie fest. Die Planken wurden ausgelegt und schon ging der Ladevorgang los, ein Lastkran hob ein Netz voller Kisten an und schon schwenkte das Netz zum Schiff und senkte sich in den Laderaum. Lastenträger brachten Säcke mit Lebensmittel an Bord usw. Ich war erstaunt wie schnell es ging, alle schienen zu wissen was an Bord musste. Ich beobachtete das Treiben eine ganze Weile und merkte nicht wie sich zwei Personen von hinten sich mir näherten.

"Herr Heimbach so früh schon am Hafen, konnten es wohl nicht abwarten." Hörte ich die freundliche Stimme von Johann Wester. Ich drehte mich um und sah wie Johann Wester mit einem anderen Mann der eine Typische Uniform eines Seeoffiziers trug, zu mir trat. "Grüsse Herr Wester, der Herr". Drehte ich mich zu den anderen Herrn in der Uniform um. "Grüsse Herr Heimbach, darf ich ihnen Herr Ulrich Sunder vorstellen, erster Offizier an Bord der Princess of Val, er fährt zum ersten mal mit. Der eigentliche erste Offizier Erik Groten ist leider schwer erkrankt." Ulrich Sunder reichte mir die rechte Hand zum Gruße und ich nahm seine Hand und spürte einen festen Druck, aber irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl. Sunder hatte einen Spitzbart, dunkle braune gepflegte Haare und graue Augen. Sein Blick war stechend, ich würde sagen die eines Fanatikers, seine hagerere Statur und das er fast ein Kopf grösser war wie ich selber, förderte nicht gerade meine positive Einstellung Ihm gegenüber. Aber vielleicht tat ich ihm unrecht.

Wester erzählte wie die Galeone Princess of Val aufgebaut war, das es ein neuerer Schiffstyp war, flacher gebaut als die sonst üblichen Galeonen die man kannte und dadurch wesentlicher Hochsee tauglicher. "Länger über alles 37 Meter, Breite 9,3 Meter, Tiefgang 3,10 Meter und Verdrängung ca.1000 Tonnen, Segelfläche von über 700 qm an drei Masten, maximale höhe des Hauptmastes 39 meter, Besatzung maximal 160 Seeleute und wenn man die Laderäume umfunktioniert, kann man noch 490 Soldaten transportieren" Und noch einiges mehr erzählte Johann Wester, wie viel Holz und Stunden man für Bau brauchte, wie lange die Bauzeit des Schiffes war, aber das Interessiere mich nicht wirklich. Wir gingen gemeinsam über die Planken an Bord des Schiffes und Wester erzählte und erzählte weiter. Sundern erwiderte nichts und folgte Stumm. Wester hielt weiter seinen Vortrag, das die Princess of Val das erste von 5 Schiffen ist, die nach einem neuen Baumuster auf Kiel gelegt wurden, das zweite Schiff nächsten Monat so weit ist, das es zu Wasser gelassen wird und das dritte halbfertig in der Werft stand. Wir näherten uns dem Achterdeck und gingen die Treppe hinauf. Oben an gekommen, fiel mir direkt ein Mann auf und das war auch fast unmöglich zu übersehen, der die Ruhe selbst war. Wester ging geradewegs auf diesen zu. "Guten Tag Herr Van Hauten, darf ich Ihnen Herrn Heimbach vorstellen. Herr Heimbach, das ist Jan von Hauten der Kapitän der Princess of Val. Van Hauten Herr Heimbach wird die Expedition leiten mit ihm werden Sie sich absprechen über das Vorgehen." So einfach stellte uns Wester vor, ganz ohne grosses Gerede und es schien Van Hauten Recht zu sein. Wir schüttelten unsere Rechten Hände kurz und mit festen Druck. Jan van Hauten war fast das Gegenstück zu Sundern, etwas kleiner wie ich selber, blonde Haare, Vollbart und mit Bauch Ansatz. Er war mir sympathisch von meinem Bauchgefühl her, aber die Reise würde zeigen ob ich richtig lag.

Wir gingen durch das Schiff, gleichzeitig füllte sich der Laderaum mit Lebensmitteln, Ersatzteilen, Segeln, Tauen und so vielen andern Teilen. Dadurch das wir keine grossen Mengen Handelsgüter laden mussten, blieb viel Platz für andere Dinge. Wir werden sehen ob wir sie auf der Fahrt brauchen werden. Das Schiff war gross, zur dieser Zeit eines der grössten und es sollten noch mehr gebaut werden in Carima Hafen. Die Princess of Val war das erste von fünf Schiffen und war schon 4 Jahre alt und hatte die Fahrt zu den Gewürz Inseln mehrfach bewältigt. Also Sturm erprobt, Schiff wie Besatzung, da sollte nichts schief gehen. Wir durch wanderten den ganzen Rumpf des Schiffes und Wester erklärte so vieles und ich verstand nicht mal die Hälfte. Ein weiters Schiff wie dieses soll im nächsten Monat zu Wasser gelassen werden und ein weiters war vor drei Monaten auf Kiel gelegt. Ich wunderte mich das so viele Steine im Rumpf lagerten, als wir so ziemlich am tiefsten Punkt des Schiffes angekommen sind. Wester lachte sich fast kaputt. "Das sind Ballast Steine, ohne diese könnte das Schiff nicht aufrecht segeln, geschweige sich im Wind halten. Es ist wichtig, das dass Verhältnis Segelfläche, Rumpfgrösse und die mögliche Ladekapazität zu einander passen. Dazu gehört Erfahrung und man muss gut rechnen können. Diese ganzen Details konnte ich mir nicht behalten, das war nicht meine Welt, Schiffe und das ganze drumherum sollten andere sich drum kümmern. Ich war Gelehrter der Schriften und Forscher. Neue Kulturen entdecken, Schriften, Sprachen Kunst und noch so vieles mehr, aber Schiffe. Wie ich hörte soll die Besatzung auf 170 Mann verstärkt werden unter anderem einige Handwerker, um so die Möglichkeit zu haben einiges am Schiff selber zu reparieren unterwegs. Auf dem ganzen Weg durch das Schiff, sprach Wester die Einzelne Besatzungsmitglieder an mit Namen. ich wunderte mich wie all diese behalten konnte. Jens, Hein, Thomas, Volker, Simon, Peter, Wolfgang, Julius, Joel und noch so viele andere und die Nachnamen ebenfalls, ich müsste mir all die Namen aufschreiben. Wir gingen einen anderen Weg nach oben, ich wusste gar nicht das so viele Wege gab im inneren des Schiffes. Aber es lag auch vielleicht daran, das ich es nicht gewöhnt war. Naja, ich werde zwei oder drei Jahre auf dem Schiff verbringen und da lernt man zwangsläufig einiges. Ich folgte Johann über Aufstiege, Gänge durch das Schiff zurück aufs Deck, ich glaube Johann hat mir das alles nur gezeigt um damit prahlen, ja gut, er konnte auch stolz sein auf sein Schiff die Princes of Val. Vielleicht sollte ich Ihn fragen, wie Er auf den Namen kam. Nach einigen Überlegungen und nach zweimal Kopfanstoßen, entschied ich mich dagegen, sonst hätte ich wahrscheinlich noch eine Lebensgeschichte gehört.

Oben wieder auf dem Hauptdeck angekommen, stand der Kapitän immer noch auf dem Achterdeck und sprach mit dem Ersten Offizier Sundern. Jetzt auf Abstand konnten man sehen das der Erste sehr kühl und reserviert wirkte auf mich. Lag wohl daran, das die Beiden sich auch noch nicht lange kannten und wohl noch einiges zu klären bedarf. Sundern blickte über das Deck und wie er mich entdeckte ruhte seine Augen einige Sekunden auf mich. Ich hatte das Gefühl, als wollte er mich einschätzen, es war etwas unangenehm. Ich nickte Ihm freundlich zu und sein nicken kam etwas zögerlich, ohne das er das Gesicht verzog.

Dann wendete sich meine Aufmerksamkeit dem Kai zu, denn dort entstand ein Tumult. Ein kleiner Planwagen versuchte sich einen Weg zu bannen, durch die Menschenmenge. Der Planwagen war behangen mit Kräuterbüschen, Töpfen und vielen anderen merkwürdigen Gerätschaften. Kaum an den Planken angekommen die zum Schiff führten, stieg umständlich ein älter Herr aus, dabei verfing sich sein Mantel an einemTeil des Wagens, was dazu führte das der Mann das Gleichgewicht verlor. Der Mann strauchelte und mit einem lauten Ratsch zerriss ein Teil des Mantels, mit wild rudernden Armen kämpfte dieser um sein Gleichgewicht.
Mit lauten Flüchen gelang es Ihm schliesslich, er strich seine Kleidung glatt, griff unter die Sitzbank und zog einen Hut hervor, den Typischerweise die Heiler trugen. Der Mann, also der Heiler trat auf die Planken die zum Princess of Val führten, ganz so selbstbewusst als ob das Missgeschickt was eben Ihm passiert ist, nicht geschehen ist. Johann ging dem Heiler entgegen und streckte seine beiden Arme aus und begrüßte den Neuankömmling lautstark und schloss Ihn in die Arme als dieser das Schiff betrat. "Georg Hauser alter Freund, freund mich das Sie doch Zeit gefunden haben sich der Expedition anzuschliessen." Hauser war mehr als erfreut und erwidertet die Umarmung ebenso heftig. Ich kam langsam näher, während sich die Beiden weiter lautstark begrüssten. Der Mantel von Hauser war ein schlichter grauer grober Filzmantel, der Hut dagegen war aus feinen Filz herstellt, spitz nach oben geformt war, mit einer breiten Krempe, fein bestickt und ein schmales goldenes Stoffband zierte den Rand. Das weisse Hemd und die grüne Hose waren aus feinen Stoff gewebt, eine einfache braune Lederweste und schwarze bis zum Knie reichende Lederstiefel ergänzte die Kleidung. "Ah unser Auftraggeber, freut mich Sie kennen zulernen Herr Heimbach". Mit diesen Worten begrüsste mich Hauser, während er sich aus der Umarmung von Wester löste und dann einen Schritt auf mich zukam und seine Rechte ausstreckte. Das Gesicht war faltig, ein grauer Vollbart der gepflegt bis zur Brust reichte, Blaue Augen die Wach mich anschauten. Eine Ordendskette versteckte sich unter dem Bart, aber ich konnte nicht genau erkennen, welche Schmuckstücke an der Kette hingen. Ich ergriff seine Rechte und hatte gleich das Gefühl einen Nassen Schwamm zu drücken, ohne Knochen. "Ich grüsse Sie Herr Hauser, freut mich das Sie uns begleiten". Ich wischte mir unauffällig die Hand an meiner Hose ab, als wir unsere Hände lösten. "Na dann werde mal mein bescheidenes Gepäck aufs Schiff bringen. Johann könnten einige deiner Leute mir helfen". Johann rief zwei Namen und sogleich lösten sich aus einer Gruppe von Seeleuten zwei Mann und begleiteten Hauser zum Planwagen. Hauser kommandierte die Seeleute hin und her, nichts schienen Sie richtig anzufassen.

Ich lehnte mich an die Reling und blickte zum Himmel, mein Traum wurde wahr. Übermorgen ganz früh vor Sonnenaufgang mit der Flut würden wir auslaufen. Endlich ging es los.
Am Nachmittag verabschiedete ich mich, ich wusste mittlerweile welche Kabine ich belegte und wo ich meine Sachen verstauen konnte. Aber meine Gedanken waren ganz woanders, ganz weit in der Zukunft. Morgen würde ich meine Sachen zum Schiff bringen und verstauen. Fröhlich und voller Freude ging ich nach Hause, ich musste noch einige Sachen und Bücher packen.

Nach dem Tod meiner Frau und meiner Tochter war mein Haus kein Zuhause mehr. Nur die Hülle wo man schlief und lebte, Erinnerungen aufbewahrte und ein Ort wo ich trauerte.
Es fiel mir leicht das Haus zu verlassen, Erinnerungen zurück zulassen und letztendlich auch meine Frau und die ungeborgene Tochter. Ich seufzte, einige Erinnerungsstücke packte ich in eine Kiste, danach Bücher und Aufzeichnungen. In einen Seesack Kleidung von der ich glaubte sie brauchen und einiges mehr. Und zuletzt hielt ich das Buch in der Hand was das alles ausgelöst hatte. Das Buch hatte einen persönlichen Namen von mir bekommen, das Buch Lyriel. Ich hatte den Namen am Ende des Buches gefunden und der Name gefiel mir und bald würde ich wissen ob es dieses Land der Alten Elben je gegeben hat.


Stefan Heimbach
Johann Wester, Werft Besitzer und Eigner der Princess of Val
Erik Groten, zur Zeit Krank
Ulrich Sundern, erster Offizier der Princess of Val
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach
Georg Hauser, Heiler an Bord der Princess of Val
Jan van Hauten, Kapitän der Princess of Val

Nelani
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Re: Jenseits der Himmel

Beitrag von Nelani » Sa 25. Jun 2016, 00:27

Beginn der Reise

Am frühen Morgen des 3 Mai im Jahre des Herrn 1415, die Sonne war noch nicht aufgegangen, wurde die Princess of Val aus dem Hafen geschleppt und ich stand an der Reling und blickte zurück auf den Hafen und Carima. Eine lange Zeit würde ich Stadt nicht mehr sehen und wenn ich zurück kam, würde weder ich noch die Stadt die selben sein. Egal ob Erfolg oder Misserfolg, man würde über mich reden. Als grösster Entdecker oder als grösster Narr, aber das würde sich in den nächsten Monaten zeigen. Die Schaluppen lösten die Taue und ruderten zurück in Hafen. Die Seeleute der Val, so nannten die meisten das Schiff unter sich, waren bereits auf den Rahen und am Tauwerk welche die Segel hissen. Dann kam das Kommando und die weißen Segel entfalteten sich, die Mannschaft eilte mit den Tauen hin und her nach einer Komposition die sich mir nicht erschloss. Wie ein Ameisenhaufen eilten überall die Seeleute hin und her, jeder schien zu wissen was zu tuen war und ich stand an der Reling, fühlte mich ein wenig überflüssig.

Mein Blick schweift über die Küste, da hinten ist das Schloss von Carima und so langsam verschwindet es am Horizont. Die Stadt, meine Heimat dort wo ich viele Jahre glücklich war, meine Freunde, das alles liess ich zurück. Meine Hände krallte sich an der Reling fest, fühlten das harte Holz, die Vibration die das Schiff durchliefen, wenn die Wellen den Rumpf trafen. Jetzt gab es kein zurück mehr, eine neue Zukunft wartete auf mich. Mein Blick schweifte weiter nach vorne, nach Osten, da war unser Ziel. Ich blieb an der Reling stehen und alles um mich herum verblasste, dort im Osten war mein Ziel, ein Land der Elben, eines alten Elbenvolkes, wenn ich die Schriften richtig deutete, die ich studiert hatte. Carima verschwand hinter mir am Horizont und überall war nur noch das Meer, endloses Wasser in allen Richtungen. Drei Monate würde das so bleiben, dann würden wir einen Hafen anlaufen, eine kleine Ortschaft die vom Pelzhandel und Erz Abbau lebte.

Die ersten Tage auf See waren aufregend, alles war neu für mich, die Arbeit der Seeleute, das Navigieren, wie das Schiff auf Wind Wellen reagierte. Ich beobachtete, schrieb Notizen, lauschte den Gesprächen der Mannschaft. Hier und da gab es einige kleine Streitereien, die aber vom Bootsmann Ivar Siguleifson schnell geklärt wurde. Aber mit der Zeit verkroch ich mich immer mehr in meiner Kabine die direkt an der Kapitäns Kajüte lag. Der Tisch war voller Bücher, Aufzeichnungen Notizen und Karten. Und ich hatte von Johann Wester eine Abschrift von den Aufzeichnungen des Marius Lopo bekommen, aber diese noch nicht durch gesehen.
Dirk machte sich nützlich als Gesprächspartner und als Diener, erledigte all die Kleinigkeiten zu denen ich durch meine Studien nicht kam.

"Herr Heimbach, darf ich Ihnen eine Frage stellen." Sprach mich Dirk an, ich runzelte kurz die Stirn wegen der Frage. "Aber sicher Dirk und du kannst mich ruhig duzen, denn wir werden noch eine lange Zeit miteinander verbringen und da sollten wir die Förmlichkeiten nicht so genau nehmen." Sagte ich mit einem freundlichen ehrlichen Lächeln. Dirk erwidert das Lächeln und stellte seine Frage. "Herr Heimach, äh Stefan, warum willst du diese Elben finden, so eine Expedition kostet viel Geld und sind diese Alten Elben nicht schon lange tot?." Kam etwas nervös die Frage von Dirk, während dieser an einem Tisch unser Essen herrichtete. Ich dachte über die Frage nach, aber dann fiel mir ein, das Dirk ja nicht wissen konnte was mich trieb. "Also Dirk, das fing alles vor einigen Jahren an, als ich bei einer Audienz bei der Königin Linde im Schloss von Carima zugegen war." Ich nahm einen Schluck Wein und überlegte kurz. "Also es war bei einem runden Geburtstag von Königin Linde, ich war damals zugegen mehr aus Zufall. Eigentlich durften nur ausgewählte Gäste in das Schloss, aber sehr kurzfristig entschied Königin Linde, das alle Bürger des Landes an den Festlichkeiten teilnehmen durften. So kam es das ich auf das Fest ging. Ich war total neugierig wie es in dem Schloss sein würde, wie waren die ganzen hohen Bürger der gehobenen Gesellschaft und Ritter. Also ging ich hin, meIne Frau Jennifer war zu diesem Zeitpunkt schon schwanger, so ging ich alleine. Am Schloss angekommen trat ich durch das Imposante Tor, zwei Wachen in goldenen Rüstungen standen links und rechts vor dem Tordurchgang. Innerhalb des Torbogens mussten alle die das Schloss betreten wollten ihre Waffen abgeben. Ich war ein wenig erstaunt wie viele Bürger Waffen dabei hatten, selbst zu einem solchen Fest." Ich machte eine kurze Pause um ein Schluck zu trinken und Dirk machte sich einige Notizen in sein kleines Büchlein. Er merkte das ich Ihn beobachtet und blickte auf. "Ist nur für mich, damit ich es nicht vergesse und meinen Kindern es später erzählen kann." Sprach Dirk mit einem kurzen Lächeln und beugte sich wieder über sein Notizbuch. Ich erwiderte das lächeln und fuhr fort mit meiner Erzählung.

"Viel Volk kam um die Festlichkeiten zu besuchen und um halt zu sehen wie der Adel so lebt und frönt. Der Innenhof war geschmückt mit Lichtern, Blumen und Gaukler zeigten Kunststücke. Es wurden kleine Erfrischungen gereicht und Wein ausgeschenkt." Ich nahm einen Schluck Wein aus dem Glas und stellte es zurück exakt an die selbe Stelle wo der Wasserkranz war, die das Glas zurück gelassen hatte als ich es aufnahm. Dirks Blick klebt an meinem Mund und ich konnte sehen wie auf die weiteren Worte wartete, also fuhr ich fort.

"Ich wanderte durch den Schlossgarten, überall hatten sich kleine Grüppchen gebildet und unterhielten sich über dies und das und je nach dem wem man zuhörte, kamen so allerlei Geschichten zu Tage. Dann wurde alle in den Festsaal gerufen und fast alle begaben sich dorthin, denn es folgte die Ansprache der Königin." Ich nahm wieder ein Schluck Wein, lehnte mich zurück in den Stuhl und hing ein wenig in der Vergangen mit meinen Gedanken.
"Viele Menschen drängten in den Saal, der Adel ganz vorne, dann die besser gestellten Bürger und weiter hinten dann das gemeine Volk. *Ich lachte kurz auf* So wie halt die Rangordnung der Gesellschaft nun so ist, ganz normal halt. Aber ich drängte mich langsam weiter nach vorne, sehr zum Missfallen mancher Adliger und wenn es nicht der Geburtstag der Königin wäre, so denke ich, hätte ich so manches Duell wohl herausgefordert. Dann stand ich in zweiter Reihe ganz vorne, hörte und sah wie die Königin den Anwesenden dankte für ihr zahlreiches kommen.

Die Hofdamen in prächtigen Gewändern, die Adligen in ihren pompösen Gewändern und herausgeputzte Ritter in ihren glänzenden Rüstungen. Einige brachten Geschenke mit und hielten geschwollene Reden, der Bürgermeister hielt eine Dankesrede über Linde, aber irgendwie kauft ich Ihm das nicht ab, all seine schönen ausgeschmückten Worte, aber zum Glück kam eine Unterbrechung." Ich trank das Glas leer und betrachtete es im Licht der Petroleum Lampe. Dirk schenkte aus einer Korbflasche nach und setzte sich wieder und wartete schreib bereit das ich weiter erzählte. Ich holte Luft und erzählte weiter.

"Die Störung war eigentlich keine, eigentlich war es die Stille die vom Eingang her kam, sich ausbreitet und wie sich die Anwesenden auf einmal teilten und eine Gasse sich auftat. Dann kamen Sie, die Elben von Elwyne, die Königin mit Gefolge. Alle Augen sahen zu den Elben die sich durch die Gasse zur Königin Linde bewegten. Elbenkönigin Gwen von Aurora, an ihrer Seite die Hohen Elben Alina, Ithillten und Deshirelle, jede diese Elben war in schlichte aber elegante Kleidung gewandet, einfach aber doch irritierend schön. Der Stoff floss um ihre Körperformen und lies einiges mehr sehen als erahnen. Viele der Anwesenden stöhnten leise auf aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber es tauchten noch die Bewaffneten Elbenkrieger auf in ihren Rüstungen, die nicht so wuchtig, eher filigran wirkten im Gegensatz zu den Rittern hier. Die Ritter von Königin Linde wurden sichtbar nervös und sah hier und da ein zucken und ich frage einen Adligen der bei mir an der Seite stand, weshalb die Ritter so nervös waren.
Der Adlige antwortet mit leiser Stimme und sein Blick war auf die Hohe Elbe Deshirelle gerichtet.
Die Elbenkrieger machen die Ritter nervös, weil es die besten Schwertkämpfer sind die es in Elwyne und Carima gibt. Dort ist Mahtan, links von der Elbenkönigin, er ist für die Palastwache zuständig und rechts von der Elbenkönigin ist die Schwertmeisterin Nel, die anderen 4 kenne ich nicht. Aber die 6 reichen aus um jeden Ritter hier zu schlagen.

Ich betrachtete die Elbenritter einen nach dem anderen, sie strahlten etwas aus, sowas wie, wir haben alles unter Kontrolle, nichts entgeht uns. Dann folgte ich dem Blick des Adligen der neben mir stand und dann wusste ich warum er die eine Elbe so anstarrte. Diese dunkle Lila getönte Haut mit all den Zeichen und Muster darauf, war faszinierend. Ich fragte den Adligen, warum denn die Elbenkrieger den mit ihren Waffen in den Palast durften und alle anderen nicht.
Es ist eine Königin und ihre Wachen dürfen Waffen tragen, bekam ich zur Antwort, mehr sagte dieser Adlige nicht und schien auch nicht mehr Gesprächs bereit.

Die Elbenkönigin reichte Königin Linde ein Medaillon und sagte etwas auf Elbisch zur ihr und ich sah ganz kurz wie es aussah. Eine Rose aus Edlen Metall mit kleine Edelstein besetzt und je nach Lichtfall funkelte sie in verschiedenen Farben. Kurz streifte mein Blick den Bürgermeister und sah das er finster schaute wie das Geschenk übergeben wurde.
Als dann zu Tisch gerufen wurde, verteilte sich die Menge und es kam auch entspannte Stimmung auf. Ich sucht die Nähe der Elben, ich musste näher ran. Dann schaffte ich es endlich zu Deshirelle und ich versuchte ein Gespräch anzufangen, was recht schwierig war. Es folgten einige recht interessante Dialoge, leider war das Gespräch nicht von langer Dauer. Der Abend ging schnell vorüber und ich versuchte noch an die Elbenkönigin heran zukommen, aber die Elbenkrieger schirmte Sie einfach zu gut ab. Aber schliesslich konnte ich mit einem anderen Elb aus der Gefolgschaft etwas länger reden und ich bekam vom Ihm eine Einladung nach Elwyne. Ich weis gar nicht mehr wie sein Name war, Ergan oder so ähnlich." Ich gähnte, die vielen Erzählungen und der Wein hatten mich müde gemacht und Dirk schrieb noch einige Zeilen. "Wir sollten morgen uns weiter unter halten Dirk, dann fällt mir noch mehr ein."
Ich packte meine Bücher und meine Notizen zusammen, stand auf und ging Richtung Koje.
"Ja Stefan, das wäre sehr nett von euch, mittlerweile interessiert mich das mit Elben selber. Ich habe bis jetzt noch keine gesehen, obwohl es heißt, das öfters welche in Carima sind".
Ich lachte kurz auf. "Ja das stimmt, aber Sie versuchen halt nicht auf zufallen. Aber jetzt möchte ich mich ausruhen Dirk. Ich fühle mich ein wenig schwach." Dirk nickte, sammelte seine Notizen ein und verschwand mit einem kurzen Gruß.

Ich setzte mich an den Rand der Koje, mir ging es wirklich nicht gut. Zwischendurch hatte ich Schwindel und mir wurde schwarz vor Augen, mein Herz fing dann an zu rasen, aber zum Glück hielt sich das in Grenzen. Ich trank etwas vom dem Kräutertee, den mir der Heiler aus Carima mitgegeben hatte, das linderte die Beschwerden. Ich legt mich in die Koje und zog die Decke hoch, meine Gedanken schweiften in die Vergangenheit in eine Zeit wo noch alles in Ordnung schien, meine Frau Jennifer, ihr Bild tauchte vor meine geschlossenen Augen auf. Ihr schmales Gesicht, die etwas zu eng stehenden graublauen Augen die etwas Katzenhaftes hatten. Die eng anliegen kleinen Ohren, die aber von ihrem langen brauen Haar verdeckt wurden und wenn Sie ihre Haare nicht zusammen gebunden hatte und ihren Kopf leicht nach vorne beuge, schaut ihr schmale spitze Nase hervor. Ihr schmaler Mund mit den blass roten Lippen und wenn Sie lächelte tauchten links und rechts die Grüppchen auf und ihre schmalen Augenbrauen hatten ein Eigenleben. Viele hielten meine zierliche Frau für schwächlich, aber ich liebte Sie so wie war. In meinem Traum tanzten wir, lachten, scherzten und dann lagen wir uns in den Armen. Ich schaute Ihr in Ihre grau blauen Augen und mein Mund näherte sich den ihren, mein Blick versank immer tiefer. Dann von einem Augenblick zum andern war ihr Gesicht verschwunden und ihre graublauen Augen waren zu tief braune Augen geworden und ich versank darin und fiel und fiel endlos tief ins nichts, weiter und weiter. Ich ruderte mit den Armen und strampelte wie wild doch nichts half. Dann sah ich ein kleines goldenes Licht und bevor ich in das Licht einschlug sah ich eine Gestalt, weiblich und mit den Dunklen braune Augen die mich ansahen, umrahmt von schwarzen langen Haaren die bis auf den Boden reichten.
Ich wachte mit einem Ruck schweißgebadet auf, die Decke und das Kissen zerwühlt, mein Herz raste und ich rang nach Luft. Mit wackligen Beinen stand ich auf und ging zum Tisch wo noch eine Flasche vom dem Kräutertee stand. Ich nahm einen kräftigen schluck, danach ging es mit besser. Was war das denn, ein Traum, ein Alptraum eine Hellsicht. Ich war verwirrt, meine Frau war Tod aber der andere Eindruck war so stark. Wer war Sie oder war es nur Einbildung.
Ich legte mich wieder hin und schlief traumlos ein.

Die Tage vergingen und wir näherten uns unserem ersten Ziel. Ich träume seit jener Nacht nicht mehr von der Fremden, aber aus dem Kopf ging Sie mir auch nicht. Dirk und ich unterhielten uns jeden Abend über die Elben und er lernte von mir das Sindarin der Elben zu sprechen.
Naja, ich konnte es einigermassen sprechen, ok es reicht zum überleben. Wir diskutierten über die Bedeutungen einzelner Worte und Silben, wie Sie möglicherweise auszusprechen sind.
Dann gab es auf einmal über uns auf dem Deck einen dumpfen Knall, danach heftiges Getrappel von Schuhen und lautes Geschrei. Dirk und ich schauten uns an. "Etwas ist herunter gefallen, etwas großes." Flüsterte Dirk. Wir sprangen auf und gingen eilig zur Türe und hinauf aufs Deck. Dort auf dem Hauptdeck hatten sich fast Seeleute der Val eingefunden und vom Achterdeck hörten wir die Stimme des Kapitäns. "Mister Sigurleifson, was geht auf meine Schiff vor. Wieso fällt ein Seemann einfach vom Mast ?" Unter den Seeleuten richtet sich der erste Bootsmann auf, der neben dem gefallenden Seemann gekniet hatte. "Kapitän ich weiss es nicht, aber dieser Mann ist tot, sein Name war John Schmied." Hauten ging vor der Reling die zum Hauptdeck führte auf und ab."Schicken Sie einige Leute in die Masten und lassen Sie die Halteseile kontrollieren, nicht das noch mehr meiner Männer abstürzen."
"Aye Kapitän. Los ihr da rauf in die Masten und schaut nach, Ihr habt gehört was der Kapitän will." Sprach energisch Sigurleifson und aus dem Achterdeck kam Hauser heraus, ein wenig vernebelt und ging eilig zu dem Toten auf dem Deck. Er betrachtete das Gesicht des Toten, drehte dessen Kopf ein wenig hin und her, öffnete die Augenlider, brummte etwas und schliesslich mit einem geschickten Griff öffnete er dem Mund des Toten. "Aha dachte ich es mir doch. Der Tote hat Morschelpilze gekaut, seine Zunge ist schwarz, die Augen stark gerötet und der Geruch aus seinem Mund leicht moderig. Ihm war wohl langweilig." Sprach zufrieden Hauser und drehte sich rum und ging zurück ins Achterdeck. Ich war ein wenig verblüfft und irgendwie unzufrieden. Van Hauten stützte sich auf die Reling ab, sah zur der Mannschaft hinunter. "Wer hat noch diese Pilze dabei, der sollte diese über Bord werfen, bevor ich eine Durchsuchung des Schiffes anordne." Betretendes schweigen bei der Mannschaft, niemand rührte sich. "Also gut, dann wird das Schiff jetzt durchsucht und jeder der diese Pilze hat, bekommt 5 Peitschenhiebe vor der Mannschaft, ich dulde keine Rauschmittel auf meinem Schiff." Zwei Seeleute packten den Toten und trugen ihn weg, zurück blieb eine kleine Blutpfütze, die mit einigen Eimern Seewasser fortgespült wurde.

Am Abend wurden zwei Seeleute ausgepeitscht die eine kleine Menge getrocknete Pilze versteckt hatten und von Hauser erfuhr ich, das viele Seeleute auf langen Reisen irgendwelche Rauschmittel mitnahmen um sich abzulenken nach ihrem Dienst. Am nächsten Tag wurde der Tote im Meer beigesetzt, nach einem kurzem Gebet und Ansprache. Als wir dann endlich an Vilsbi Hafen anlegten, hatten wir noch zwei Tote zu beklagen durch diese Morschelpilze. Van Hauten lies das Schiff durchsuchen, auch persönliche Sachen und jede Kabine, gefunden wurde nichts. Wir luden Werkzeuge aus, Stoffe, Lederwaren und Gewürze und nahmen Lebensmittel an Bord. Drei Tage blieb das Schiff im Hafen um der Mannschaft Gelegenheit zu geben sich auszutoben. Das Freudenhaus und die Taverne machten in dieser Zeit viel Geld.
Und ich fing an die Abschrift des Tagebuches des Marius Lopo zu lesen.



Stefan Heimbach, unser Held
Ulrich Sundern, erster Offizier der Princess of Val
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach
Georg Hauser, Heiler an Bord der Princess of Val
Jan van Hauten, Kapitän der Princess of Val
Ivar Sigurleifson, erster Bootsmann der Princess of Va
Gwen von Aurora, Königin der Elben von Elwyne
Deschirelle, hohe Elbe von Elwyne
Mathan, Wächter des Palastes in Elwyne
Nel, Schwertmeisterin der Elben von Elwyne
Alina, hohe Elbe von Elwyne
Ithillten, Heilerin der Elben von Elwyne
John Schmied, Seemann der Princes of Val, tot

Nelani
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Re: Jenseits des Himmel

Beitrag von Nelani » Mo 21. Nov 2016, 21:21

Kimor Inseln

Am Vormittag lief mit der Flut die Princes of Val aus dem Hafen von Vilsbi aus, mit frischem Trinkwasser und Lebensmittel. Der neue Kurs führte zu den Kimor Inseln, an das Ende der Bekannten Welt. Dort sollte nochmals die Val ankern und der Navigator die Karten überprüfen und die Position der Sterne feststellen. Ich habe mich in meine Kabine zurück gezogen und wollte mir endlich das Tagebuch des Marius Lopo anschauen. Dirk hielt sich mehr und mehr bei der Mannschaft auf, nun das musste er selber wissen. Ich persönlich fand das er besser von diesen Leuten weg blieb, sie waren kein guter Umgang. Die erste Seiten waren langweilig, Marius Lopo beschrieb nur langweilige Sachen. Ladung und Schiff, das Sie auf den Weg wären nach Viena und dann vom Sturm überrascht wurden. Ein gewaltiger Sturm und ihre Karake wurde regelrecht in Richtungen Osten geprügelt vom Sturm. Die Karake war wesentlich kleiner als unser Schiff und hatte nur ca. 50 Mann Besatzung. Dann beschrieb Marius Lopo etwas er als kreuzende Wellen oder Wasser nennt. Ich verstehe diesen Ausdruck nicht, aber vielleicht ist es ein Übersetzungs Fehler. Ich mache mir Notizen und lese weiter, das Schiff wurde im Sturm sehr schwer beschädigt. Die Pumpen liefen Tag und Nacht und es würde nicht mehr lange dauern bis Sie das Schiff aufgeben mussten, las ich weiter. Aber das Meer beruhigte sich und statt der der dunklen grünen Farbe, war es nur hell blau und es schwammen seltsame Fische darin. Nun wurde es interessant was Lopus schrieb, Fische die fliegen konnten, Fische die schneller schwammen als man schauen kann. Hm konnte das sein und dann von riesigen Walen, grösser als unser Schiff Princes of Val. Giganten der Meere beschrieb Lopus diese Wale, deren Ausblasen weit höher war als unser höchster Mast. Es kamen noch einige Beschreibungen von anderen Meerestieren, die wirklich höchst unwahrscheinlich waren.

Zweimal die Woche aßen wir, also die Offiziere, der Kapitän und ich zusammen zu Abend, vorzugsweise Dienstag und am Samstag. Es folgen einige belanglose Gespräche beim essen, Probleme bei der Schiffsführung und welche Stimmung bei der Mannschaft herrschte. Je länger ein Schiff auf See war um so mürrischer wurde die Besatzung erfuhr ich. Dabei werden wir noch zwei Monate bis zu den Kimor Inseln brauchen und dann eine unbestimmte Zeit zu dem Land wo ich das alte Elbenreich vermute. Weiter erfuhr ich, das man auf den Kimor Inseln Ziegen ausgesetzt hat. So konnten Schiffe die die Insel anliefen, frisches Fleisch, Ziegenmilch, Wasser und Obst an Bord nehmen. Die Jagt war für die Besatzung eine angenehme Abwechslung und sorgte für Ausgleich.

"Kapitän Hauten, ich habe eine Frage und zwar schreibt Lopo von Kreuzende Wasser oder Wellen, was könnte er damit gemeint haben" Fragte ich als die Anwesenden etwas länger schwiegen. Van Hauten lehnte sich zurück und zog an seiner Pfeife, betrachtet mich und schien zu überlegen. "Also Herr Heimbach, Kreuzende Wasser oder Wellen treten meistens dort auf, wo sich zwei starke Meeresströmungen treffen, die von einer Landmasse abgelenkt werden." Sprach Van Hauten zu mir. "Solche Strömungen können sehr heftig werden, aber beschränken sich meistens nur auf einem kleinen Gebiet und man kann ihnen ausweichen in dem man einen grösseren Bogen macht." Kam eine Erklärung von Sundern dem ersten Offizier und erklärte weiter. "Der Kapitän entscheidet je nach Wetterlage ob es sinnvoll ist durch zu fahren oder das Gebiet weiträumig zu umsegeln. So ein Gebiet ist Cap Verde, das man umrunden muss um zu den Gewürz Inseln zu kommen. Auf der Hinfahrt durchqueren die meisten Schiffe die kreuzenden Wasser, auf der Rückfahrt meiden dann die Kapitäne dann das Gebiet, um halt die Ladung nicht zu gefährden." Kapitän Van Hauten nickte bestätigend dazu, während seine Pfeife weitere Rauchwölkchen zur Decke schickte. "Die Karake von Lopo hielt da nach weiter Ostkurs, leider steht in den Aufzeichnungen nicht warum dieser Kurs gewählt wurde." Sprach ich weiter und schaute vom ersten Offizier wieder zurück zum Kapitän. "Irgendwas muss doch den Kapitän oder Lopo veranlasst haben diesen Kurs zusteuern um dann auf Land zu treffen."
Van Hauten paffte weiter an seine Pfeife und schien darauf zu warten das sein erster Offizier die Frage beantwortete. Und Sundern antwortete: "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf gut Glück, Vögel die in Richtung Land fliegen, irgend welche Landpflanzen die im Wasser trieben, vielleicht auch war Land am Horizont sichtbar. Wir werden es nie erfahren warum Sie diesen Kurs gewählt haben." Ich nickte zu Worten des Ersten und überlegte, dann ein poltern an der Türe und Hauser trat ein. Zu spät wie immer, sein Essen kalt wie immer und sein Geruch den er verströmte moderig und nach Rauch wie immer. "Verzeiht mein spätes erscheinen, Kapitän."
Hauser setzte sich mit einem plumpsen in den nächsten leeren Stuhl und stöhnte. "Habt Ihr es schwer Herr Hauser." Fragte Van Hauten mit einem Schmunzeln und zog an seiner Pfeife, stiess dann eine Qualm Wolke gegen die Decke. Hauser blickte kurz böse zu Van Hauten. " Ihr habt gut reden, ein Teil der Besatzung hat Probleme mit der Überfahrt. Monate lang auf offener See, das tut der Seele nicht gut." Hauser begann zu essen und nahm zwischendurch mehrere größere Schlucke Wein und schien sich nicht sehr für die Gespräche um sich herum zu interessieren. Van Hauten schmunzelte kurz und schaute Hauser beim essen zu und man merkte das Ihm an, das Ihm die Art missfiel. Die Gespräche wurden belanglos und langweilig und drehten sich nur um die selbenThemen, Wetter, Vorräte und Pläne was wäre wenn usw.
Irgendwann ging einer nach dem anderen schlafen.

Die Tage vergingen, langweilig, belanglos ohne das etwas besonderes passierte. Es gab ein flaute von 5 Tagen wo die Mannschaft mit der Schaluppe das Schiff zog. Von der Wegstrecke brachte das wenig, aber von Hauten meinte, dass das besser ist für die Mannschaft, als
gelangweilt auf dem Schiff herum zuhängen. Die Mannschaft wurde dadurch müde und hatte eine Aufgabe. Ich war nicht ganz so überzeugt, mein Gefühl sagte mir, das nicht ganz so stimmt. Aber wer hört schon auf einen Gelehrten der einem Hirngespinst nachjagt, einem Alten Elbenreich was vor vielen Jahrtausenden existierte, aber das wusste die anderen nicht. Ich hatte es keinem erzählt, das dieses Reich vor Jahrtausenden mal existierte. Es war mein Geheimnis, diese Elben konnten unmöglich viele Jahrtausende noch existieren, nach dem Buch ist alles im Chaos untergegangen. Ich seufzte, was würde noch passieren bis wir endlich ankamen und was würden wir finden. Ich weiss nicht ob es richtig war es zu verschweigen.
Ich muss eingeschlafen sein, als es an der Türe klopfte. Ich rappelte mich von meinem Bett hoch, als es nochmals klopfte. "Stefan, sind Sie wach." Hörte ich die Stimme von Dirk, ich überlegte ob ich antworten sollte. Dirk war in den letzten Wochen mehr bei der Mannschaft gewesen, als mir Gesellschaft zu leisten. Daher war ich ein wenig verstimmt, aber dennoch rief ich Ihn herein. "Kommt herein Dirk, ich bin ein wenig überrascht von euerm Besuch." Meine Stimme muss wohl doch ein wenig verärgert geklungen haben.
"Verzeiht Stefan, das ich so selten bei Ihnen war, das hatte seinen Grund. Ich habe mich deshalb mehr bei der Besatzung aufgehalten, da ich etwas gehört hatte. Dieses Etwas wollte ich herausfinden." Ich überlegte ob das eine billige Ausrede war oder ob wirklich da wirklich was gab, nun sollte Dirk mal berichten. "Erzählt was hab Ihr denn so herausgefunden Dirk." Und blickt etwas gelangweilt zu ihm, da ich nicht erwarte das es etwas wirklich wichtiges war.

Dirk überlegte sichtbar und verlegen, seine Hände kneteten sich gegenseitig und setzte mehrfach an zum Sprechen. Ich ermunterte Ihn damit ich endlich wieder schlafen konnte.
"Also Stefan, so wie ich es gehört habe und aus Andeutungen, gibt es drei Parteien an Bord dieses Schiffes, die unterschiedlicher Auffassung sind über unsere Expedition." Nun schaute ich doch verwundert, das ist doch quatsch was Dirk da erzählte, wieso sollte es drei Parteien auf dem Schiff geben. Mir war jedenfalls nichts aufgefallen. "Die erste und grössere Anzahl der Seeleute macht nur ihre Arbeit und sind eher gleichgültig was passiert, solange Sie ihren Heuer bekommt und die Fahrt möglichst kein Risiko birgt. Eine weiter Anzahl Seeleute und einige der Führenden sind unzufrieden über die Reise Dauer und das Ihnen Zuwenig vom möglichen Erlös der Reise zusteht und das die Führungsoffiziere wohl den meisten Profit machen werden am Ende der Reise." Ich schaute Dirk entgeistert an. "Bitte was erzählst du da für einen Unsinn. Das welche unzufrieden sind, gibt es auf jeder Reise. Das ist nichts ungewöhnliches."
"Ja ja, Sie haben recht Herr Heimbach, das ist ja eigentlich auch nicht das Problem."
"Nicht das Problem, was dann". Fragte ich und schaute recht ungläubig. "Ähm, also das Problem ist die noch recht kleine Gruppe von Elbenhassern. " Erklärte mir Dirk. Erst dachte ich das ich mich verhört habe und Dirk sich das ausgedacht hatte, doch sein Gesicht war ernst. Konnte es sein das es Menschen gab auf dem Schiff die Elben hassen, warum eigentlich. Ich schüttelte den Kopf und blickte Dirk geradewegs in seine Augen. "Seit Ihr euch sicher das hier auf den Schiff Menschen, Seeleute gibt, die Elben hassen." Kam meine Ungläubige Frage.
"Ich kann mir das nicht vorstellen, da von Anfang bekannt war, das wir zu den Elben fahren." Sprach ich mehr zu mir, etwas verwirrt und ungläubig und schaute wieder zu Dirk. Irgendwie glaubte ich ihm nicht und doch, vielleicht war was daran. Ich schickte Dirk raus aus und dachte nach. Ich versuchte zu schlafen, aber der Schlaf wollte sich nicht einstellen und so wurde es eine unruhige Nacht. Die nächsten zwei Wochen vergingen belanglos, nicht passierte, keine Meuterei, keine Schlägerei, ein jeder machte seinen Dienst.

"Wir werden in den nächsten Tagen die Kimor Inseln erreichen" Erzählte mir Ulrich Sundern als er den Sextanten bediente um die genaue Position des Schiffes zu ermitteln.
Ich schaute zu dem Horizont wohin der Burg des Schiffes zeigte und dachte an das Gespräch mit Dirk über die Elbenhasser an Bord des Schiffes, mir ist nichts aufgefallen. Bin ich blind oder will es einfach nicht wahrhaben. Da hinten liegt das sagenhafte Reich der Alten Elben, so meine Gedanken um mich ab zu lenken, ich betete das Dirk falsch lag und sich das nur einbildete. "Dort werden wir einige Tage ankern, Frischwasser, Früchte und Fleisch an Bord nehmen." Sundern machte sich einige Notizen während er mit mir sprach. "Dort gibt es doch keinen Hafen soweit ich weis" erwiderte ich. Sundern lächelt kurz und knapp. "Nein kein Hafen, keine Siedlung, aber Süsswasser, Bäume mit Früchten und Ziegen, die andere Seefahrer auf den Insel ausgesetzt haben." Jetzt erinnerte ich mich wieder, das dass bei einem Abendessen beim Kapitän erwähnt wurde. Ich nickte Sundern zu und schaute ihm nach wie er zum Rudergänger ging und einige Anweisungen gab.

Am nächsten Morgen konnte man die Insel sehen vor dem Horizont mit der Aufgehenden Sonne. Wie eine Perlenkette von Nord nach Süd reihten sich Inseln in verschiedenen Grössen aneinander. Zwei stachen hervor, die eine durch einen Vulkankegel, die andere die wie ein Halbmond geformt war und das Schiff steuerte auf diese zu.

Kapitän Van Hauten liess das Schiff eine ganze Woche dort ankern und kleinere Reparaturen wurden in der Zeit ausführt. Die Besatzung schlief die meiste Zeit an Land. Die Männer machten mit der Schaluppe der Princes of Vales Ausflüge zu den Nachbar Inseln und brachten grosse Mengen von Früchten mit. Ziegen wurden gefangen und geschlachtet. Der Duft vom gebratenen Fleisch zog über die Inseln. Die Trächtigen Tiere wurden wieder frei gelassen. Van Hauten spendete ein ganzes Fass Rum, die Stimmung war ausgelassen, die Mannschaft feierte die ganze Nacht, aber ich hielt mich abseits. Meine Gedanken kreisten um das was Dirk mir erzählt hätte. Ich hoffte, ich betete das Dirk falsch lag, aber die Worte nagten an meinen Selbstbewusstsein. Wer weiß, in einigen Tagen, Wochen würden wir es wissen, so oder so.

Ich blickte gegen den Osten und die Sterne funkelten in der Nacht. Was würden wir finden im Osten, Elben oder nur Ruinen oder etwas anderes. Die Woche ging schnell vorbei, die Fässer ausgespült und mit Frischem Süsswasser gefüllt. Das ganze Schiff roch süsslich nach Früchten und nach gebratenen Fleisch.

Endlich ging es weiter, der Anker wurde am frühen Morgen gelichtet und die Segel blähten sich auf. Der Wind schob das Schiff weiter gegen Osten. Die Inseln verschwanden schnell hinter uns, dann waren wir wieder mitten auf dem Meer. Stunde um Stunde fuhr das Schiff weiter, auf ein Land zu, das es nur in den Legenden gab und in einem Buch. Meine Hand umklammerte die Tasche fest, welche ich umgehängt hatte, darin befanden sich meine Notizen, das Buch und einige sehr persönliche Gegenstände.
Bald werden wir sehen.





Stefan Heimbach, unser Held
Ulrich Sundern, Erster Offizier der Princess of Val
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach
Georg Hauser, Heiler an Bord der Princess of Val
Jan van Hauten, Kapitän der Princess of Val
Ivar Sigurleifson, erster Bootsmann der Princess of Val
Marius Lopo, Reisender vor über zweihundert Jahren
Kimor Inseln, Östlichster erforschtes See und Inselgebiet, dahinter unerforschtes Meer.

Nelani
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Re: Jenseits des Himmel

Beitrag von Nelani » Mi 12. Jul 2017, 10:58

Kreuzende Wasser

Am Vormittag lief mit der Flut die Princes of Val aus dem Hafen von Vilsbi aus, mit frischem Trinkwasser und Lebensmittel. Der neue Kurs führte zu den Kimor Inseln, an das Ende der Bekannten Welt. Dort sollte nochmals die Val ankern und der Navigator die Karten überprüfen und die Position der Sterne feststellen. Ich habe mich in meine Kabine zurück gezogen und wollte mir endlich das Tagebuch des Marius Lopo anschauen. Dirk hielt sich mehr und mehr bei der Mannschaft auf, nun das musste er selber wissen. Ich persönlich fand das er besser von diesen Leuten weg blieb, sie waren kein guter Umgang. Die erste Seiten waren langweilig, Marius Lopo beschrieb nur langweilige Sachen. Ladung und Schiff, das Sie auf den Weg wären nach Viena und dann vom Sturm überrascht wurden. Ein gewaltiger Sturm und ihre Karake wurde regelrecht in Richtungen Osten geprügelt vom Sturm. Die Karake war wesentlich kleiner als unser Schiff und hatte nur ca. 50 Mann Besatzung. Dann beschrieb Marius Lopo etwas er als kreuzende Wellen oder Wasser nennt. Ich verstehe diesen Ausdruck nicht, aber vielleicht ist es ein Übersetzungs Fehler. Ich mache mir Notizen und lese weiter, das Schiff wurde im Sturm sehr schwer beschädigt. Die Pumpen liefen Tag und Nacht und es würde nicht mehr lange dauern bis Sie das Schiff aufgeben mussten, las ich weiter. Aber das Meer beruhigte sich und statt der der dunklen grünen Farbe, war es nur hell blau und es schwammen seltsame Fische darin. Nun wurde es interessant was Lopus schrieb, Fische die fliegen konnten, Fische die schneller schwammen als man schauen kann. Hm konnte das sein und dann von riesigen Walen, grösser als unser Schiff Princes of Val. Giganten der Meere beschrieb Lopus diese Wale, deren Ausblasen weit höher war als unser höchster Mast. Es kamen noch einige Beschreibungen von anderen Meerestieren, die wirklich höchst unwahrscheinlich waren.

Zweimal die Woche aßen wir, also die Offiziere, der Kapitän und ich zusammen zu Abend, vorzugsweise Dienstag und am Samstag. Es folgen einige belanglose Gespräche beim essen, Probleme bei der Schiffsführung und welche Stimmung bei der Mannschaft herrschte. Je länger ein Schiff auf See war um so mürrischer wurde die Besatzung erfuhr ich. Dabei werden wir noch zwei Monate bis zu den Kimor Inseln brauchen und dann eine unbestimmte Zeit zu dem Land wo ich das alte Elbenreich vermute. Weiter erfuhr ich, das man auf den Kimor Inseln Ziegen ausgesetzt hat. So konnten Schiffe die die Insel anliefen, frisches Fleisch, Ziegenmilch, Wasser und Obst an Bord nehmen. Die Jagt war für die Besatzung eine angenehme Abwechslung und sorgte für Ausgleich.

"Kaptän Hauten, ich habe eine Frage und zwar schreibt Lopo von Kreuzende Wasser oder Wellen, was könnte er damit gemeint haben" Fragte ich als die Anwesenden etwas länger schwiegen. Van Hauten lehnte sich zurück und zog an seiner Pfeife, betrachtet mich und schien zu überlegen. "Also Herr Heimbach, Kreuzende Wasser oder Wellen treten meistens dort auf, wo sich zwei starke Meeresströmungen treffen, die von einer Landmasse abgelenkt werden." Sprach Van Hauten zu mir. "Solche Strömungen können sehr heftig werden, aber beschränken sich meistens nur auf einem kleinen Gebiet und man kann ihnen ausweichen in dem man einen grösseren Bogen macht." Kam eine Erklärung von Sundern dem ersten Offizier und erklärte weiter. "Der Kapitän entscheidet je nach Wetterlage ob es sinnvoll ist durch zu fahren oder das Gebiet weiträumig zu umsegeln. So ein Gebiet ist Cap Verde, das man umrunden muss um zu den Gewürz Inseln zu kommen. Auf der Hinfahrt durchqueren die meisten Schiffe die kreuzenden Wasser, auf der Rückfahrt meiden dann die Kapitäne dann das Gebiet, um halt die Ladung nicht zu gefährden." Kapitän Van Hauten nickte bestätigend dazu, während seine Pfeife weitere Rauchwölkchen zur Decke schickte. "Die Karake von Lopo hielt da nach weiter Ostkurs, leider steht in den Aufzeichnungen nicht warum dieser Kurs gewählt wurde." Sprach ich weiter und schaute vom ersten Offizier wieder zurück zum Kapitän. "Irgendwas muss doch den Kapitän oder Lopo veranlasst haben diesen Kurs zusteuern um dann auf Land zu treffen."
Van Hauten paffte weiter an seine Pfeife und schien darauf zu warten das sein erster Offizier die Frage beantwortete. Und Sundern antwortete: "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf gut Glück, Vögel die in Richtung Land fliegen, irgend welche Landpflanzen die im Wasser trieben, vielleicht auch war Land am Horizont sichtbar. Wir werden es nie erfahren warum Sie diesen Kurs gewählt haben." Ich nickte zu Worten des Ersten und überlegte, dann ein poltern an der Türe und Hauser trat ein. Zu spät wie immer, sein Essen kalt wie immer und sein Geruch den er verströmte moderig und nach Rauch wie immer. "Verzeiht mein spätes erscheinen, Kapitän."
Hauser setzte sich mit einem plumpsen in den nächsten leeren Stuhl und stöhnte. "Habt Ihr es schwer Herr Hauser." Fragte Van Hauten mit einem Schmunzeln und zog an seiner Pfeife, stiess dann eine Qualm Wolke gegen die Decke. Hauser blickte kurz böse zu Van Hauten. " Ihr habt gut reden, ein Teil der Besatzung hat Probleme mit der Überfahrt. Monate lang auf offener See, das tut der Seele nicht gut." Hauser begann zu essen und nahm zwischendurch mehrere größere Schlucke Wein und schien sich nicht sehr für die Gespräche um sich herum zu interessieren. Van Hauten schmunzelte kurz und schaute Hauser beim essen zu und man merkte das Ihm an, das Ihm die Art missfiel. Die Gespräche wurden belanglos und langweilig und drehten sich nur um die selbenThemen, Wetter, Vorräte und Pläne was wäre wenn usw.
Irgendwann ging einer nach dem anderen schlafen.

Die Tage vergingen, langweilig, belanglos ohne das etwas besonderes passierte. Es gab ein flaute von 5 Tagen wo die Mannschaft mit der Schaluppe das Schiff zog. Von der Wegstrecke brachte das wenig, aber von Hauten meinte, dass das besser ist für die Mannschaft, als
gelangweilt auf dem Schiff herum zuhängen. Die Mannschaft wurde dadurch müde und hatte eine Aufgabe. Ich war nicht ganz so überzeugt, mein Gefühl sagte mir, das nicht ganz so stimmt. Aber wer hört schon auf einen Gelehrten der einem Hirngespinst nachjagt, einem Alten Elbenreich was vor vielen Jahrtausenden existierte, aber das wusste die anderen nicht. Ich hatte es keinem erzählt, das dieses Reich vor Jahrtausenden mal existierte. Es war mein Geheimnis, diese Elben konnten unmöglich viele Jahrtausende noch existieren, nach dem Buch ist alles im Chaos untergegangen. Ich seufzte, was würde noch passieren bis wir endlich ankamen und was würden wir finden. Ich weiss nicht ob es richtig war es zu verschweigen.
Ich muss eingeschlafen sein, als es an der Türe klopfte. Ich rappelte mich von meinem Bett hoch, als es nochmals klopfte. "Stefan, sind Sie wach." Hörte ich die Stimme von Dirk, ich überlegte ob ich antworten sollte. Dirk war in den letzten Wochen mehr bei der Mannschaft gewesen, als mir Gesellschaft zu leisten. Daher war ich ein wenig verstimmt, aber dennoch rief ich Ihn herein. "Kommt herein Dirk, ich bin ein wenig überrascht von euerm Besuch." Meine Stimme muss wohl doch ein wenig verärgert geklungen haben.
"Verzeiht Stefan, das ich so selten bei Ihnen war, das hatte seinen Grund. Ich habe mich deshalb mehr bei der Besatzung aufgehalten, da ich etwas gehört hatte. Dieses Etwas wollte ich herausfinden." Ich überlegte ob das eine billige Ausrede war oder ob wirklich da wirklich was gab, nun sollte Dirk mal berichten. "Erzählt was hab Ihr denn so herausgefunden Dirk." Und blickt etwas gelangweilt zu ihm, da ich nicht erwarte das es etwas wirklich wichtiges war.

Dirk überlegte sichtbar und verlegen, seine Hände kneteten sich gegenseitig und setzte mehrfach an zum Sprechen. Ich ermunterte Ihn damit ich endlich wieder schlafen konnte.
"Also Stefan, so wie ich es gehört habe und aus Andeutungen, gibt es drei Parteien an Bord dieses Schiffes, die unterschiedlicher Auffassung sind über unsere Expedition." Nun schaute ich doch verwundert, das ist doch quatsch was Dirk da erzählte, wieso sollte es drei Parteien auf dem Schiff geben. Mir war jedenfalls nichts aufgefallen. "Die erste und grössere Anzahl der Seeleute macht nur ihre Arbeit und sind eher gleichgültig was passiert, solange Sie ihren Heuer bekommt und die Fahrt möglichst kein Risiko birgt. Eine weiter Anzahl Seeleute und einige der Führenden sind unzufrieden über die Reise Dauer und das Ihnen Zuwenig vom möglichen Erlös der Reise zusteht und das die Führungsoffiziere wohl den meisten Profit machen werden am Ende der Reise." Ich schaute Dirk entgeistert an. "Bitte was erzählst du da für einen Unsinn. Das welche unzufrieden sind, gibt es auf jeder Reise. Das ist nichts ungewöhnliches."
"Ja ja, Sie haben recht Herr Heimbach, das ist ja eigentlich auch nicht das Problem."
"Nicht das Problem, was dann". Fragte ich und schaute recht ungläubig. "Ähm, also das Problem ist die noch recht kleine Gruppe von Elbenhassern. " Erklärte mir Dirk. Erst dachte ich das ich mich verhört habe und Dirk sich das ausgedacht hatte, doch sein Gesicht war ernst. Konnte es sein das es Menschen gab auf dem Schiff die Elben hassen, warum eigentlich. Ich schüttelte den Kopf und blickte Dirk geradewegs in seine Augen. "Seit Ihr euch sicher das hier auf den Schiff Menschen, Seeleute gibt, die Elben hassen." Kam meine Ungläubige Frage.
"Ich kann mir das nicht vorstellen, da von Anfang bekannt war, das wir zu den Elben fahren." Sprach ich mehr zu mir, etwas verwirrt und ungläubig und schaute wieder zu Dirk. Irgendwie glaubte ich ihm nicht und doch, vielleicht war was daran. Ich schickte Dirk raus aus und dachte nach. Ich versuchte zu schlafen, aber der Schlaf wollte sich nicht einstellen und so wurde es eine unruhige Nacht. Die nächsten zwei Wochen vergingen belanglos, nicht passierte, keine Meuterei, keine Schlägerei, ein jeder machte seinen Dienst.

"Wir werden in den nächsten Tagen die Kimor Inseln erreichen" Erzählte mir Ulrich Sundern als er den Sextanten bediente um die genaue Position des Schiffes zu ermitteln.
Ich schaute zu dem Horizont wohin der Burg des Schiffes zeigte und dachte an das Gespräch mit Dirk über die Elbenhasser an Bord des Schiffes, mir ist nichts aufgefallen. Bin ich blind oder will es einfach nicht wahrhaben. Da hinten liegt das sagenhafte Reich der Alten Elben, so meine Gedanken um mich ab zu lenken, ich betete das Dirk falsch lag und sich das nur einbildete. "Dort werden wir einige Tage ankern, Frischwasser, Früchte und Fleisch an Bord nehmen." Sundern machte sich einige Notizen während er mit mir sprach. "Dort gibt es doch keinen Hafen soweit ich weis" erwiderte ich. Sundern lächelt kurz und knapp. "Nein kein Hafen, keine Siedlung, aber Süsswasser, Bäume mit Früchten und Ziegen, die andere Seefahrer auf den Insel ausgesetzt haben." Jetzt erinnerte ich mich wieder, das dass bei einem Abendessen beim Kapitän erwähnt wurde. Ich nickte Sundern zu und schaute ihm nach wie er zum Rudergänger ging und einige Anweisungen gab.

Am nächsten Morgen konnte man die Insel sehen vor dem Horizont mit der Aufgehenden Sonne. Wie eine Perlenkette von Nord nach Süd reihten sich Inseln in verschiedenen Grössen aneinander. Zwei stachen hervor, die eine durch einen Vulkankegel, die andere die wie ein Halbmond geformt war und das Schiff steuerte auf diese zu.

Kapitän Van Hauten liess das Schiff eine ganze Woche dort ankern und kleinere Reparaturen wurden in der Zeit ausführt. Die Besatzung schlief die meiste Zeit an Land. Die Männer machten mit der Schaluppe der Princes of Vales Ausflüge zu den Nachbar Inseln und brachten grosse Mengen von Früchten mit. Ziegen wurden gefangen und geschlachtet. Der Duft vom gebratenen Fleisch zog über die Inseln. Die Trächtigen Tiere wurden wieder frei gelassen. Van Hauten spendete ein ganzes Fass Rum, die Stimmung war ausgelassen, die Mannschaft feierte die ganze Nacht, aber ich hielt mich abseits. Meine Gedanken kreisten um das was Dirk mir erzählt hätte. Ich hoffte, ich betete das Dirk falsch lag, aber die Worte nagten an meinen Selbstbewusstsein. Wer weiß, in einigen Tagen, Wochen würden wir es wissen, so oder so.

Ich blickte gegen den Osten und die Sterne funkelten in der Nacht. Was würden wir finden im Osten, Elben oder nur Ruinen oder etwas anderes. Die Woche ging schnell vorbei, die Fässer ausgespült und mit Frischem Süsswasser gefüllt. Das ganze Schiff roch süsslich nach Früchten und nach gebratenen Fleisch.


Endlich ging es weiter, der Anker wurde am frühen Morgen gelichtet und die Segel blähten sich auf. Der Wind schob das Schiff weiter gegen Osten. Die Inseln verschwanden schnell hinter uns, dann waren wir wieder mitten auf dem Meer. Stunde um Stunde fuhr das Schiff weiter, auf ein Land zu, das es nur in den Legenden gab und in einem Buch. Meine Hand umklammerte die Tasche fest, welche ich umgehängt hatte, darin befanden sich meine Notizen, das Buch und einige sehr persönliche Gegenstände.
Bald werden wir sehen.

Die Tage vergingen und kein Land in Sicht, die See eintönig dunkelgrün, der Himmel zeigte nur graue Wolken und eine unbestimmte Spannung herrschte an Bord des Schiffes. Ich konnte diese Spannung nur fühlen, aber nicht genau sagen wer oder was dafür verantwortlich war.
Waren es die Blicke der Seeleute oder diese endlose Weite der See, gepaart mit der Ungewissheit ob das Ziel überhaupt zu erreichen ist. Das Schiff segelt mit vollen Segeln weiter und weiter und meine Blicke suchten den Horizont vor dem Bug ab, aber ausser Wasser und Himmel war dort nichts. Ich hörte hinter mir Schritte und sie hörten genau neben mir auf.

"Herr Heimbach, es wird so langsam Zeit das wir unser Ziel erreichen. Die Vorräte sind begrenzt die wir auf dem Schiff haben und wir müssen auch an die Rückkehr denken. Es sei am Zielort ist ein Hafen wo wir die Vorräte aufstocken können." Sprach der Kapitän mit seine ruhigen Stimme mich an und zündete dabei seine Pfeife an.
"Kapitän van Hauten, ich kann Ihnen das nicht versprechen, aber es wird dort ein Land geben und auch bestimmt eine Möglichkeit die Vorräte wieder auf zufüllen. Mehr wage ich nicht zu spekulieren, da es ein unbekanntes Land ist und....." Ein Ausruf vom Krähennest am höchsten Mast lies mich verstummen und gleichzeitig Hoffen, das es endlich das Land ist was ich suche und die Reise ihr Ziel erreicht hat. Aber als der Ausguck die selben Worte wieder rief, verstand ich die Worte. "Sturmfront am Horizont voraus". Fast alle Besatzungsmitglieder rannten zur Reling, schauten nach vorne und ich blickte ebenfalls nach vorne und sah die grösste, gewaltigste Gewitterfront, die den ganzen Horizont ausfüllte. Düstere Wolken rollten auf uns zu, im inneren Blitzte es immer zu und die Dünnung nahm zu.

"Nun Herr Heimbach was sollen wir machen, hinein und durchfahren oder versuchen dieser Sturmfront zu umsegeln, was uns bei der Grösse mehrere Tage kostet." Sprach Van Hauten klopfte dabei die Asche aus der Pfeife und die Reste fielen über die Reling in die See.
Ich lies meinen Blick über die Sturmfront gleiten und meine Hände krallten sich an die Reling. Atmete mehrmals tief durch, wie sollte ich mich entscheiden, welche Entscheidung ist die richtige, durch den Sturm oder den weiten Weg herum. Dann wusste ich es, nein ich war überzeugt das dies die richtige Entscheidung war. "Mitten durch den Sturm hindurch, es geht nicht anders." Sprach ich die Worte aus und Van Hauten zögerte kurz und verstaute dann seine Pfeife in einer Tasche. Einige Besatzungsmitglieder die meine Worte gehört hatten, stöhnten auf. "Nun denn, das Schiff muss Sturmfest gemacht werden und viel Zeit bleibt nicht." Kaum hatte Van Hauten diese Worte gesprochen, kamen die Befehle und die Besatzung rannte los. Luken worden geschlossen und verriegelt, alles lose Zeugs verstaut, Segel gerefft und getauscht gegen Sturmsegel und noch so viele Dinge mehr, auch im inneren des Schiffes geschahen Vorbereitungen. Irgendwie war die Zeit zu kurz oder der Sturm schneller, es war noch nicht alles fertig verstaut, als die ersten heftigen Windstösse die Segel trafen.

Die Prinzess of Vale tauchte in die Sturmfront ein. Sundern hatte zusammen mit dem Steuermann das Ruder übernommen und die Wellen des Meeres wurden immer höher, der Wind heftiger und es wurde Dunkel. Blitze durchbrachen die Dunkelheit und Regen setzte ein, in kürzester Zeit waren alle durchnässt. Das Schiff rollte und stampfte durch die Wellen, die Segel blähten sich stark auf und zwischendurch gaben diese ein knattern von sich, wenn der Wind unerwartet aus einer anderen Richtung kam. Es vergingen etliche Stunden und ich fing an mich daran zu gewöhnen, das immer wieder Wellen auf das Deck schlugen. Unter Deck habe ich diese schwanken nicht ausgehalten und war oft kurz davor mich zu übergeben. Aber hier draussen zwischen den Elementen war es auszuhalten. Seile die über das Deck gespannt waren, halfen einem sich auf den Beinen zu halten und so konnte man sich über Deck bewegen. Weitere Stunden vergingen und alles schien gut zu gehen, das Schiff ritt über die Wellen und ich beglückte mich im Stillen für die Richtige Entscheidung, aber wie sagte mein Vater, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Das Schiff kämpfte seit geraumer Zeit mit den Wellen, als dann ein erschreckter Ausruf kam, den man kaum verstehen konnte, da der Wind und das Tosen der Wellen alles an Worten verschluckten. Mein Blick ging achtern und sah wie Sundern und der Steuermann verzweifelt am Steuerrad drehten, aber das Schiff drehte sich nicht, denn es war sinnlos. Ich blickte herum und egal wo ich hinschaute, überall war eine Wand aus Wasser die höher als der höchste Mast der Princess of Val waren und sie bewegten sich auf das Schiff zu und dann ging die Welt unter und tauchte wieder auf. Unmengen von Wasser lief von Deck ab, der Sog war gewaltig, wir klammert uns an irgendwas um nicht vom Schiff gespült zu werden. Das Schiff schlingerte von einer Seite zur anderen während wir alle versuchten wieder auf die Beine zu kommen, kaum oben auf meinen zwei Beinen, sah ich wie die nächste Wand aus Wasser auf das Schiff zulief. Und wieder tauchte die Welt unter samt Schiff und wieder auf und der Wind wurde heftiger und heftig. Die nächste und übernächste Welle schlug über dem Schiff zusammen und jedes mal hatte ich das Gefühl zu ertrinken, aber aufgeben ging nicht und zurück auch nicht und ich bezweifelte das es uns gelingen würde. Ich richtete mich auf, das Seil fest um meinen Arm geschlungen und blickte über Schiff, überall klammert sich die Seeleute fest ans Schiff, sah Schreckens geweitete Augen, manche Beteten andere fluchten, aber überall war die Angst zu sehen. Aber am schlimmsten sah das Achterdeck aus, der hintere Mast war verschwunden, nein nicht verschwunden, er lag zerborsten auf dem Achterdeck, Unmengen von Seilen, Segeltuch schafften ein Labyrinth. Teile der Reling sind verschwunden und von den Männern war niemand zu sehen. Ich lies das Seil los und rannte zum Achterdeck und kämpfte mich die Treppe hinauf, ich versuchte in diesem Chaos etwas zu entdecken. Da ein paar Beine schauten unter dem Segeltuch hervor, doch bevor ich die Stelle erreichte schlug die nächste Welle über dem Schiff zusammen. Die Wucht der Woge riss mich von den Beinen, im nächsten Augenblick spürte ich einen Schlag gegen die Rippen und meine Beine wurden von irgendetwas festgehalten. Ich rang um Luft und versuchte verzweifelt meine Beine frei zu bekommen. Das Wasser zerrte an mir und ich fühlte das ich davon gerissen wurde, gefangen in den Seilen der Takelage. Dann der Fall in die Tiefe und um mich herum das Wasser des Meeres das nur so schäumte. Ich kämpfte um frei zu kommen, doch etwas riss mich immer weiter in die Tiefe und der Druck des Wassers nahm zu. Ich strampelte und versuchte mich zu befreien, doch es wurde immer schlimmer, die Seile nahmen mir immer mehr die Bewegungsfreiheit. Ich zog den Dolch aus dem Gürtel und packte das erste Seil an meinem Bein und Schnitt. Meine Lungen brannten und ich musste mich zwingen keine Luft zu holen, das nächste Seil schnitt ich durch und bekam die Beine frei. Wo war oben, wo unten, alles war in Bewegung ich versuchte nach oben zu schwimmen, die Luftblasen wiesen mir den Weg wenn der Himmel wieder von Blitzen hell erleuchtet war, aber die Seile der Takelage und das Segeltuch waren mir im Weg. Ich schwamm und schwamm, die Lunge brannte und mir wurde schwindelig, dann endlich durchbrach ich die Oberfläche. Ich holte tief Luft um gleich bestraft zu werden mit einem Schwall Meerwasser, ich spuckte und schluckte und würgte. Aber so langsam kam ich mit dem Rhythmus der Wellen zurecht und bekam mehr Luft, Mein Blick schweifte umher und ich versuchte das Schiff zu finden in der Dunkelheit. So sehr ich mich umblickte, nur Wasser, Gischt und zwischendurch Blitze am Himmel und kein Schiff zu sehen. Im Wasser trieben einige Teile vom Schiff und eines das aussah wie die Reling vom Achterdeck.

Ich schwamm auf das treibende Stück Reling zu und bekam es zu fassen, mühsam hielt meine Hände sich daran fest, immer wieder rutschte ich ab wenn eine Woge über mir zusammenschlug. Zwischendurch versuchte ich mich umzuschauen ob das Schiff noch in der nähe war, einmal glaubte ich ein Segel zu sehen im Blitzlicht Gewitter.

Ich weiß nicht wann es passierte, wann der Sturm aufhörte, aber es müssen Stunden vergangen sein. Das Meer lag ruhig da und sanfte Wogen bewegten das treibende Stück Holz auf das ich nun lag. Die Sonne war gerade aufgegangen im Osten und der Himmel war klar und blau. Ich richtet mich vorsichtig ein Stück auf um mich herum nur Wasser bis zum Horizont und kein Schiff zu sehen. Vorsichtig legte ich mich zurück auf das Holz und schaute zwischen Lücken in das Wasser. Erstaunt stellte ich fest, das dass Wasser ganz klar war und ich sehr tief hinunterschauen konnte. Ich schätze das es so um die 30 Meter oder mehr waren. Und es schwammen gewaltige Schatten in der Tiefe, es müssen so um ein dutzend sein. Ich musste schlucken, denn nach meiner Schätzung waren diese größer als die Princess of Val.
Ich beobachtete die Schatten eine Weile, dann verschwanden Sie in die Tiefe des Meeres.
Die Sonne die zu Anfang eine wohltuende Wärme spendete, fing nun an zu brennen an und ich war der Hitze schutzlos ausgesetzt. Das Salz auf meiner Haut und ebenso der Durst wurden zu einem Problem, beides brannte immer mehr. Die Zeit verging langsam und von Zeit zu Zeit sah ich am Himmel Vögel, die stundenlang auf der Stelle kreisten, also musst Land in der nähe sein. Es wurde Abend und nach dem Sonnenuntergang tauchten am klaren Himmel eine gewaltige menge Sterne auf und ich konnte kein bekanntes Sternenbild entdecken.
Es muss mitten in der Nacht gewesen sein, als in der Nähe ein gewaltiges Schnaufen zu hören war. Ich war sofort hellwach und richtet mein Blick in die Richtung wo das Schnaufen herkam.

Dann sah ich einen großen Schatten an der Meeresoberfläche und dann wieder das Schnaufen und eine große Wasserfrontäne die hoch in den Himmel schoss. Der Schatten näherte sich mir und fing an Kreise zu ziehen. Scheinbar war das Wesen sehr neugierig, seine Kreise wurden immer enger und so langsam machte sich es bemerkbar, denn mein Treibholz fing an in den Wasserwirbel zu geraten. Mir wurde unwohl, hoffte das ich nicht zu seiner beute wurde.
Ohne Vorwarnung tauchte das Wesen ab und verschwand, zumindest hoffte ich das während ich mich umblickte und fröstelte. So heiss wie der Tag war, so kalt war auch die Nacht und meine Sachen waren Naß, weil die Wellen immer wieder mein schwimmendes Holzstück überspülten. Am nächsten Tag brannte die Sonne wieder vom Wolkenlosen Himmel herab und ich bekam Fieber und Schüttelfrost. Ich lag auf dem Rücken, kühles Meerwasser schwappte gegen meine Körper und vom Himmel sengende Hitze und im Hals brennendes Verlangen den Durst zu stillen. Wieder kreisten Vögel über meinen Kopf und einzelne stürzten in die Tiefe und verschwanden im Wasser. Nach einiger Zeit tauchen Sie wieder auf mit einem Fisch im Schnabel und wuchteten sich mit schweren Flügelschlägen wieder in die Höhe und kreisten wieder. Ich vermutete mittlerweile, das dieses Vögel so gut wie nie an Land flogen und fast alles in der Luft machten.

Wieder wurde es Nacht gefolgt vom einem heissen Tag und mein Fieber steigt, der Schüttelfrost wurde immer schlimmer. Ich sah mittlerweile Fischschwärme die durch die Luft flogen von einer Welle zu nächsten, große schwimmende Teppiche unter Wasser mit langen Tentakeln und anderes Getier, mein fiebriger Geist liess mich Tiere und Sachen sehen, die es nicht gab oder.
Mein verschwommener Blick sah was weißes am Horizont wo eigentlich endloses Blau sein sollte. Als wieder hinschaute war das Weiße größer geworden und hatte nun die Form eines Rechteckes angenommen. Ich schloss meine Augen, mein Schüttelfrost wurde so heftig das ich zur Seite fiel und mein schwimmendes Stück Holz sich langsam zur Seite neigte. Nun hörte ich noch merkwürdige Geräusche die ich nicht zuordnen konnte, dann glitt ich ins Meer in die Tiefe.

"Hallo Herr Heimbach, hallo werden Sie wach, Sie müssen etwas zu sich nehmen, sonst wird das nichts mit Ihrer Expedition. Hallo Herr Heimbach." Hörte ich eine tiefe männliche Stimme, die mir irgendwie bekannt vorkam. "Sie hatten nochmals Glück gehabt das wir Sie überhaupt gefunden haben in dieser Weite des Meeres, aber die Vögel kreisten so penetrant auf einer Stelle, da dachten wir das da was sein muss. Jetzt aber trinken sie hier diesen Saft und morgen geht es Ihnen besser." Ich spürte wie etwas bitteres, klebriges in meinem Mund floss und würgte es hinunter und so langsam dämmerte es mir wo ich war und wem die Stimme gehörte.
Georg Hauser war die Stimme und ich war an Board der Princes of Val, also war das Schiff nicht untergegangen.

Drei Tage später an Deck, mir ging es langsam besser und kam wieder zu Kräften. Es gab nach dem Sturm einige Verletzte und Tote. Unter den Verletzten war auch Jan van Hauten unser Kapitän, er lag Bewusstlos in seinem Bett. Man sagte mir, das Teile der Takelage ihn am Kopf getroffen haben, als der Mast brach. Es wird noch einige Zeit dauern bis er wieder zu sich kommt.

Vom Krähennest kam der Ruf: "Land in sicht" und dann sahen wir die fremde Küste im Osten. Und je näher wir kamen um so höher wurden die Berge und so weit wir auch schauten, die Berge gingen von Norden nach Süden und das obere Drittel der Berge war dicht mit Schnee bedeckt. Überall gingen Wasserfälle von den Bergen ins Meer, aber nirgendwo konnten wir mit dem Schiff anlanden. Überall nur Steilküste und Riffe davor, der erste Offizier Sundern liess das Schiff nach Süden abdrehen und gegen Abend hatten wir Glück und fanden eine kleine Bucht mit einem Strand. Das Schiff ankerte in der Bucht und ich war mit dem ersten Beiboot zum Strand unterwegs. Vom Wasser aus konnte man die Schäden am Schiff deutlich sehen als ich zurückblickte. Dann endlich setzte ich meinen Fuß auf das fremde Land, wir sind angekommen. Fremde und bekannte Bäume und andere Pflanzen waren zu sehen, man hörte verschiedene Tiere. Die Seeleute bauten ein Lager und eine Feuerstelle auf, erst morgen würden wir weiter die Bucht und das Stück Land erkunden, die Nacht war nicht mehr fern.


Stefan Heimbach, unser Held
Ulrich Sundern, Erster Offizier der Princess of Val
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach
Georg Hauser, Heiler an Bord der Princess of Val
Jan van Hauten, Kapitän der Princess of Val
Ivar Sigurleifson, erster Bootsmann der Princess of
Marius Lopo, Reisender vor über zweihundert Jahren
Kimor Inseln, Östlichster erforschtes See und Inselgebiet, dahinter unerforschtes Meer.

Nelani
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Re: Jenseits des Himmel

Beitrag von Nelani » Fr 14. Jun 2019, 23:24

Nur Ruinen

Nachtrag in mein Tagebuch:
Wir ankern nun seit drei Tagen hier in der kleinen Bucht und versuchen so gut es geht zurecht zukommen. Ein Teil der Mannschaft ist dabei das Schiff zu reparieren und Schäden am Rumpf auszubessern, ein andere Teil baut ein festes Lager am Strand auf. Der Kapitän ist immer noch bewusstlos und ist in der Zwischenzeit in ein Zelt an Land gebracht worden, da an Land die Bedingungen besser sind, als in der enge des Schiffes, wo es dunkel und muffig ist.
Einige Seefahrer erkunden auf Befehl des Erster Offizier Sundern die Umgebung und zeichnen eine Karte. Ich habe mit Dirk zusammen ein Zelt, wo ich meine Unterlagen durcharbeiten kann und mache weitere Aufzeichnungen. Was mich wundert das nirgendwo in den Berichten von Lopo diese Steilküsten erwähnt werden. Vielleicht sind Sie auch an einer anderen Stelle auf Land getroffen.

Es geht mir wieder besser, wobei die Anfälle mit Schwindel und Herzrasen immer häufiger vorkommen und die Wirkung immer mehr nachlässt vom Kräutertee. Kein Heiler in Carima konnte mir helfen, nur die Symptome lindern. Ich hoffe das wird nicht schlimmer, jetzt wo ich am Ziel bin und das wir am richtigen Ort sind, davon bin ich fest überzeugt. Niemand war soweit im Osten gewesen oder wenn ja, dann ist niemand zurück gekehrt nach Carima.

Heute am vierten Tag der Ankunft werde ich mit einer kleinen Truppe von ca.15 Seeleuten eine Stelle an der Steilküste untersuchen, wo man in der Steilen Wand des Berges oder Bergkette eine Höhle entdeckt hat. Eine Seilschaft wird versuchen einen Weg dorthin zu finden und mit Seilen einen gangbaren Weg zu bahnen, den wir alle gehen können. Hauser hat inzwischen viele neue Kräuter entdeckt und auch altbekanntes, so das er nun dabei ist die Vorräte wieder auf zufüllen. Am frühen Morgen machen wir uns auf den Weg, da die Sonne im Osten aufgeht und die Berge ebenfalls im Osten stehen, bleibt die Bucht bis zum Mittag im Schatten der Berg liegen, so das es lange recht kühl bleibt. Während wir den den neuen Pfad folgen zu der Höhle, liessen wir die Geräusche der Hämmer und Axtschläge hinter uns. Die neuen Bäume und Blumen die wir entdeckten faszinieren mich. Einige der Tiere waren unbekannt und sehr scheu, doch ich wollte unbedingt weiter und so fertigte ich keine Zeichnungen an.

Es wurde immer steiler der Weg den der Voraus Trupp geschlagen hat, dann tauchten die ersten Halteseile auf und es ging weiter steil Bergauf. Wir wurden von den erfahrenden Seeleuten nun angeseilt, so dass falls einer abrutscht von den anderen gehalten werden konnte. Ich will gar nicht daran denken was passiert, wenn mehrere abstürzen. Ich versuchte nicht nach untern zu schauen, denn dabei wurde es mir schlecht und an den Rückweg wollte ich nun garnicht nachdenken. Die ersten Seeleute waren schon oben angekommen und nun ging der Aufstieg zügiger von statten, da jetzt oben die Seeleute die anderen hochzogen. Endlich oben angekommen, merkte ich erst jetzt, das meine Finger wund waren und sah, das die Seeleute alle Handschuhe trugen und mich mit einem grinsen ansahen. Nun denn, ich war es selber Schuld, daran hätte ich auch denken können, jetzt aber sah ich mich um in der Höhle im Dämmerlicht, die ersten Fackeln wurden entzündet. Der erste Bootsmann Sigurleifson ging voran tiefer in die Höhle, die Fackel vor sich haltend. Man konnte deutlich sehen das die Flamme von einem Windzug in Richtung Höhlen inneres gezogen wurde und das der Luftzug nicht unerheblich war.

Wir gingen hintereinander in die Tiefe des Berges, der Pfad führte leicht aufwärts und jeder vierte hielt eine Fackel, so das ausreichend Licht vorhanden war, ab und zu war hier und dort ein Rinnsal von Wasser und man hörte Geräusche von Tieren, die sich tiefer ins Dunkel drückten. Mal wurde es sehr eng im Gang, dann wieder weite Gewölbe, mit den typischen Stalaktiten und Stalagmiten. Der Weg windet sich weiter mit einer leichten Aufwärtsbewegung durch den Berg. Ab und an mussten wir durch hüfthohes Wasser waten, dann wieder wurde die Luft so zügig, das die Fackeln heftig flackerten und plötzlich hielt Sigurleifson an und leuchtete mit den Fackel den Boden ab. Hier waren Treppenstufen zu sehen, ziemlich abgenutzt und von Geröll bedeckt, aber eindeutig aus dem Fels gearbeitet, regelmässig und gleichförmig. Die ersten Zeichen von Zivilisation und das gefühlt mitten im Berg. In der nächsten großen Höhe machten wir eine Rast, denn wir waren schon gut über 3 Stunden unterwegs. Die Stufen führten weiter durch den Berg und vielleicht zu unserm Ziel.

Dirk setzte sich zu mir auf den Felsen und packte Brot und Messer aus, schnitt mehrere Scheiben ab, dann holte aus einem anderen Paket eine Wurst und schnitt auch hier einige Scheiben ab, schob jeweils die Hälfte zu mir. Dann biss er in die Brot Scheibe und danach in eine Wurststück, kaute eine Weile und schluckte das gekaute herunter, wendet sich dann zu mir und sprach mich leise an. "Strefan, glaubst du daran das hier Elben leben, es sah nicht so aus das die Stufen oft benutzt wurden, eher das es schon lange nicht mehr der Fall ist."
Ich überlegte kurz und antwortete:"Es kann etwas dazwischen gekommen sein, vielleicht sind Sie weitergezogen oder der Eingang ist verschüttet oder etwas anderes, wir wissen es nicht."
"Aber die Fackeln zeigen einen Windzug an, daher muss es einen Ausgang geben." Erwiderte Dirk. "Ach Dirk, es können auch ganz andere Ausgänge sein, die wir nie erreichen oder sehen werde irgendwo in diesen Berg, aber ich glaube fest daran das wir was finden werden." Antwortete ich mit einem Lächeln. Nach einer halben Stunde gab Sigurleifson das Zeichen zum Aufbruch, denn wir hatten über die Hälfte der Fackeln schon aufgebraucht. Morgen folgt noch ein weiterer größerer Trupp mit mehr Ausrüstung unseren gekennzeichneten Weg.

Weiter ging es durch den Berg aber nicht lange, dann war der Weg zu ende und eine Schlucht tat sich auf und man konnte sehen, das vor langer Zeit einen Übergang gab. Entsprechende Bearbeitung an den Felsen waren deutlich zu sehen. Wir diskutierten eine Weile, wie dort hinüberkamen, am besten wäre einige Baumstämme zu holen und eine neue Brücke zu bauen.
Das einer hinüber sprang, war einfach zu gefährlich und sehr wahrscheinlich bei misslingen auch tödlich, daher wurden 6 Leute zurück geschickt um sich möglichst schnell mit das anderen Truppe zu treffen, bevor diese in den Berg kamen. Wir würden uns solange in den letzten großen Raum zurück ziehen und dort warten. So lagerten wir im Halbdunkeln, eingehüllt in unseren Decken, hier und dort hörte man leise Gespräche die sich um den Berg und Elben drehten.

"Stefan, was werde Sie machen wenn wir auf Elben treffen, falls wir auf welche treffen. Das Buch ist doch sehr sehr alt und es könnte sein das Sie schon längst fort sind." Flüstert mit Dirk leise mir zu. Ich überlegte kurz:“Stefan das weiss ich noch nicht, es kommt darauf an wo wir Sie treffen und wie die Situation gerade ist. Vielleicht wollen Sie uns auch nicht sehen. Aber ich habe noch einige Geschenke von den Elben aus Elwayne dabei, die könnten helfen den ersten Kontakt herzustellen.“ Ich überlegte kurz und sprach dann weiter. „Ich glaube das die Elben hier noch immer leben, denn Sie eine sehr langlebige Rasse. Ein Lebensalter von uns Menschen, ist bei Ihnen gerade mal, eine Kindheit. Ein Elb hat mir mal gesagt, das ein hundertjähriger Elb entspräche einem sechzehn Jährigem Menschen.“ Dirk konnte man im Fackelschein seine Überraschung ansehen im Gesicht. „Du wusstest das nicht, eigentlich ist das allen Menschen bekannt.“ Ich knuffte Dirk leicht gegen die Schulter. „Nein ich habe darüber noch nie nachgedacht. Nun ja, das Sie älter werden wie wir Menschen ja, aber nicht so Alt.“ Erwiderte Dirk leicht irritiert. „Wir sollten etwas schlafen, dann vergeht die Zeit schneller.“ War meine Antwort und ich legte mich auf den harten Boden über den ich ein Decke gelegt hatte und zog eine zweit über mich. Klar machte ich mir Gedanken was passieren könnte, doch ich war optimistisch.

Einige Stunden später, wir hatten uns in der Zwischenzeit gestärkt, hörten wir Stimmen und sahen dann den Fackelschein der zweiten Gruppe, die mehrere Planken mitbrachten.
Ulrich Sundern hatte angeordnet das Planken von Bord des Schiffes besser zu transportieren waren, als Baumstämme. Nach einer kurzen Besprechung fing der Schiffszimmermann mit einigen Seeleuten an, einen Übergang zu bauen. Es ging mit den Planken recht schnell voran und dann war der Übergang fertig und es ging weiter auf der anderen Seite. Es tauchten immer häufiger Stufen auf, auch schien man hier und da nachgeholfen zuhaben, das die Gänge im Berg bequemer zu begehen sind. Zwei Stunden sind schon vergangen, nachdem wir über die Brücke gegangen waren, der Höhlenweg ging jetzt ohne weiteren Anstieg fast grade durch den Berg. Es konnten 12 Männer nebeneinander gehen ohne das Sie Wände berühren konnten, die Höhlendecke war gut 10 bis 12 meter über uns und dann sahen wir endlich Licht und damit auch das Ende der Höhlen Wanderung. Als wir uns dem Ausgang der Höhle nährten, hörten wir schon eine Vielzahl von Vogelstimmen und Laute von anderen Tieren. Dann traten wir hinaus und das helle Licht blendet uns eine Zeit lang, ebenso die Explosion von Farben, Gerüchen und Formen und vielen anderen Eindrücken
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Die Luft schien voll von süßen Gerüchen aller Art zu sein, die Blütenpracht des Waldes war so vielfältig unüberschaubar. Überall flogen Vögel und Insekten um her, die wir noch nie gesehen hatte. Früchte allerart hingen an Bäume und Büsche in verschiedene Reife grade. Die Natur schien uns nicht zu beachten, kein Tier schreckte auf oder floh sofort, wich aber aus, wenn einer von uns zu nahe kam. Wir gingen weiter durch das schmale Tal, wo der Höhlen Ausgang uns geführt hatte. Das Tal öffnete sich nach einer Stunde Wanderung gegen Osten und wir kamen an einem Plato heraus aus dem Wald und konnten zum ersten mal die Landschaft von oben betrachten. Wir waren schätzungsweise 2000 meter hoch über dem See der im riesigen Tal lag und scheinbar nach Osten kein Ende nahm. Mein Blick schweifte umher, überall Wald der bis an die Baumgrenze der Berge ging und eine Vielzahl von Farben schimmerte durch das kräftige Grün. Eine sanfte Brise strich durch mein Haar und ich hatte das Gefühl das es Frühling war. Die Berge waren auch auf dieser Seite so hoch und ihre Gipfel verschwanden unter dichten Schnee. Unzählige Wasserfälle und Flüsse liefen von den Bergen hinunter ins Tal, alles sah so verschwenderisch aus.

Einer der Seeleute entdeckte unter dem Waldboden auf dem Plato einen gepflasterten Weg, der quer über das Plato von Norden nach Süden verlief. Mein Blick fiel nach Norden und ich meinte unten im See so etwas wie ein Hafen Kai zu sehen, es könnte aber auch einfach nur eine Felsenformation sein, die gerade in den See ragte. Wir machten eine Stunde rast und genossen den Frühlingshaften Vormittag, nachdem wir so lange durch den dunklen Berg gewandert waren. Es wurde während der Rast beschlossen hier auf dem Plato unser erstes festes Lager zu errichten mit Zelten und Vorräten. Einige Seeleute sollten erstmal hier bleiben um das Lager auszubauen und 3 Seeleute gingen zurück zum Schiff um zu berichten.

Nachdem das Lager aufgebaut war, untersuchten wir die nähere Umgebung, auch den Weg. Dieser Weg war sehr exakt gebaut und trotzt der Pflanzen in einem guten Zustand. Wir überlegten in welcher Richtung wir dem Weg folgen wollten am nächste Morgen.
Die Seeleute richteten ein grösseres Lager ein, es war gedacht es für weitere Ausflügen zu nutzen, dem entsprechend wurde es stabiler gebaut. Ich schaute immer wieder auf den See hinaus, der scheinbar endlos nach Osten reichte, was mag dahinter sein am anderen Ende.
Ich machte weitere Notizen und fertigte Zeichnungen an, Dirk erkundete die Umgebungen und brauchte gegen Abend eine Sammlung von Pflanzen und Blüten mit. Mir erschien das alles was hier wuchs, viel stärker, lebendiger war. Alles schien von innen her zu leuchten, das war mein Empfinden und Gefühl, ob ich damit richtig lag, nun es war ein Gefühl und laut den Gelehrten in Carima war ich latent Magie empfindsam, was auch immer das heißen mag.
Als es dunkel wurde stand ich am Rand des Platos und betrachtete die unendliche Menge von Sternen am Himmel, die Leuchtkraft des Himmel war so gewaltig, das eigentlich nicht richtig Dunkel war. Ich konnte meine Notizen ohne Probleme lesen. Während mein Blick über See zum Horizont schweifte, meinte ich ganz am Ende des See ein merkwürdiges Leuchten zu sehen.
Irgendwann mitten in der Nacht ging ich zum Zelt zurück und schlief gleich traumlos ein, kaum das ich die Decke über mich zog. Am nächsten morgen fühlte ich mich ausgeruht und gestärkt, ein leichtes Frühstück mit frischen Obst dabei und auch einigen unbekannten Früchten die saftig und süss waren, rundeten den Morgen ab. Dann wurden die Rucksäcke gepackt und abgestimmt wer mitging und zurück blieb. Dann ging es endlich weiter und wir wanderten auf dem alten Weg.

Mit 10 Seeleuten gingen Dirk und ich in Richtung Norden, in der Hoffnung das wir eine Siedlung oder Elben finden. Der Wald wurde wieder dichter und wir mussten uns zwischendurch einen Weg frei hacken mit dem Macheten. Der Wald ging verschwenderisch mit Blüten, Früchten und Farben um, überall der schwere Duft von unzähligen Pflanzen und wer weiss noch. Hin und wieder fanden wir den gepflasterten Weg wieder, also waren wir auf der richtigen Spur. Dann von einem Augenblick zum anderen standen wir vor einer Mauer, die uns den Weg versperrte. Die Mauer war voller Ranken und anderen Pflanzen, die es geschafft hatten in den feinen Mauerfugen halt zu finden. Die Mauersteine sahen sehr verwittert aus, doch man konnte an einigen Stellen noch erahnen, das diese sorgfältig bearbeitet wurden. Die Mauer war gut und gern 8 oder 9 Meter hoch und fast völlig bewachsen, Bäume ragten über 30 Meter hoch hinaus.
"Hier sind schon lange keine Elben mehr gewesen, sonst würde das hier nicht so verwildert sein, oder." Hörte ich einen der Seeleute reden, auch die anderen taten ihre Meinungen kund.

Ich ging mit Dirk und 4 Seeleuten nach rechts und suchten nach einem Durchgang oder Tor, die anderen gingen nach links an der Mauer vorbei.Es wurde schwierig durch den dichten Wald nahe an der Mauer zu bleiben, dann entdeckten wir einen Durchgang und Trümmer aus Steinen von der Mauer zeigen uns, das dieser Durchgang gewaltsam geschaffen wurde. Mein Herz pochte schneller und ich drängte mich nach vorne um als erster durch diesen Durchbruch zu gelangen. Ich kletterte über die Trümmer und kam auf der anderen Seite an und meine Enttäuschung war groß, auf dieser Seite sah es auch nicht anders aus. Alles voller Wald und keine Elben, Häuser oder Siedlung hinter der Mauer.
Die anderen kamen nach und waren ebenso enttäuscht."Nichts zu sehen ausser Bäume und noch mehr Bäume Herr Heimbach. Wo sind ihre Elben und ihre Städte." Rief einer der Seeleute, ich glaube Paul Wester hiess er und seine hohe Stimme tat mir in den Ohren weh.
"Wir haben bis jetzt nur einen kleinen Teil erkundet und die Mauer ist erst der Anfang. Auch in Carima gibt es Orte die verlassen sind und in einiger Entfernung sind dann neue Siedlungen entstanden, das könnte hier auch so sein. Lasst uns einfach weiter gehen."Antwortet ich, doch auch ich war aufgeregt und nervös, der Zustand der Mauer verhiess nichts gutes. Also gingen wir weiter und kaum waren wir einige Minuten gegangen, lichtete sich der Wald und wir sahen die ersten Gebäude oder was noch davon übrig geblieben war. Eine zerstörte Brücke führte über einen Bach in den Ort, ein grosser Springbrunnen der kein Wasser mehr hatte und fast zugewachsen war. Die Reste der Gebäude, fest im Griff der Natur, kein Dach, keine Türen, keine Fenster und keine Elben. Wir gingen in die einzelnen Gebäude hinein, keine Möbel oder ähnliches, alles war dick bedeckt mit Laub oder Pflanzen. Hier und da huschtenTiere in Löcher oder Ritzen, Bäume hatten teilweise das Mauerwerk gesprengt, raget aus Fenster und hangelten sich an der Mauer hoch. Wir bemerkten das Teile der Gebäude aussahen wir geschmolzen, wie Wachs und auch so an den Resten der Mauer heruntergelaufen war.
Je mehr wir uns um sahen um so mehr entdeckten wir solche Spuren. Eine Statur entdeckten wir am Rand des Ortes, der obere Teil war geschmolzen und wieder erstarrt, als ob jemand die Statur in ein Feuer gehalten hatte. Auch der Boden wies Teilweise starke Verformungen auf, die auf grosser Hitze schliessen lassen. Aber es sah nicht nach einem Vulkanausbruch aus, wir hatten auch keinen gesehen und die Spuren passten auch nicht wie zu einem Vulkanausbruch.
Wie sahen uns alle betreten an und gingen nach kurzer Beratung weiter.

Wir fanden die andere Seite der Mauer, die die Siedlung einst schütze und auch ein Tor ohne Türen. Auch hier waren Spuren zu sehen, das hier eine grosse Hitze die vom oben gekommen sein musste am Werk war, die Steine waren verformt, wie Butter die in der Sonne gelegen hatte. War war passiert an diesem Ort. Der Weg war jetzt leichter zu begehen, da dieser nicht mehr so zugewachsen war und führte jetzt in Serpentinen runter in Richtung Seeufer und man konnte jetzt von obern sehen, das die Felsenformation die in den See ragte, ein Kai war und einige Reste von Gebäuden. Auf halber Strecke waren wieder einige Gebäude die genau die selben Zerstörungen aufwiesen wie oben.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir unten an, standen wieder vor einem Tor ohne Torflügel und konnten schon die massive Zerstörungen sehen hinter der Mauer. Kaum ein Gebäude stand noch vollständig wie es gebaut wurde, die meisten Gebäudewände waren zur hälfte niedergerissen, auch hier wieder überall die geschmolzenen Steine. Wir durchsuchten die Reste des Ortes, aber es gab keinen Hinweis auf Elben oder andere Bewohner, hier war alles verlassen. Die Natur hatte den Ort in Besitz genommen, Bäume die mehr als 30 Meter hoch waren wuchsen aus den Ruinen und innerhalb der Gebäuderesten, war der eigentliche Boden mit einem halben Meter Erde und mehr bedeckt. Einer der Matrosen rief etwas und es hörte sich so an als ob er was gefunden hatte. "Hier Leute, einige Werkzeuge, das Gebäude musste einem Schmied gehört haben." Rief Clark Kimberly, ein Matrosse der für das Tauwerk zuständig war an Bord der Val, soweit ich mich erinnerte. Ich ging zu Ihm und einige andere die ebenfalls neugierig waren ebenso. Beim betreten der Ruine konnten man sofort sehen, das ein grosser Schmiede Ofen, im Raum stand der erstaunlicherweise kaum beschädigt war. In der Erde fanden wir verschiedene Werkzeuge, wobei die Holzgriffe längst zerfallen waren. Ein weiteres Zeichen das alles vor langer Zeit geschehen war. Wir durchsuchten den Boden und fanden immer mehr Werkzeuge und Rohlinge die für weitere Verarbeitung gedacht waren.

Vom Kai kamen ebenfalls rufe und ich ging diesen nach und dort zeigte mir ein Seemann was er gefunden hatte, besser gesagt die Überreste. Am Kai angekommen zeigte der Seemann in das Wasser, sein Name war glaube ich Ulf Karoll. Im Wasser oder besser gesagt unter Wasser konnte man die Überreste von zwei Schiffe erahnen, die Ballaststeine die man sah, zeigten genau wo die Schiffe gesunken sind. Wodurch diese Schiffe zerstört wurde war nicht ersichtlich, aber ich denke das es die selben Kräfte waren wie bei den zerstörten Orten die wir bis jetzt gefunden hatten. Wir hielten uns noch einige Stunden im dem Hafen auf, durchsuchten alles, ohne weitere Sachen oder andere Dinge zu finden. Wir machten eine Rast um uns zu stärken und berieten über den weiteren Verlauf unseres Vorgehens. Schliesslich folgten wir einem breiten Weg weiter am Seeufer entlang, in der Hoffnung eine weitere Siedlung zu finden.
Meine Gedanken schweiften umher während wir den Weg folgten, alles muss schon vor langer Zeit passiert sein, diese Zerstörung der Siedlungen. Der Weg schlängelte sich langsam wieder am Berg hinauf, hier und dort stand ein Haus, besser gesagt Überreste von Grundmauern, die ein Gebäude erahnen lassen. Die Brücken die Flüsse überquerten waren dagegen im einem guten Zustand, obwohl auch hier die Natur dabei war diese zurück zu erobern. Die Stimmung war gedrückt, es wurde sich leise unterhalten. Das da eine Enttäuschung bei der Mannschaft vorhanden war, ist mir nicht entgangen, auch Bemerkungen von Dirk liessen mich nachdenklich werden. Hier an diesem Ort wo es fast schon paradiesisch war, wo die Natur alles in Hülle und Fülle anpries, war es auch irgendwie ein toter Ort. Die Siedlungen der Elben zerstört und das vor langer Zeit, was war passiert ?

Im Gedanken folgte ich den Seeleuten die weiter den Weg folgten, weiter und weiter fort von den Höhlen wo wir in diese Land eingedrungen waren. Der Weg ging wieder den Berg hinauf und wir entfernten uns immer weiter von der Prinzess of Val, ein Stück Heimat in diese fernen Welt. Ich weis nicht wie lange wir noch gingen, eine Stunde oder drei. Es wurde schon dunkel und wir schlugen ein Lager auf, auf einer Anhöhe mit einer großartigen Aussicht auf den See, der am Horizont keine Ende nehmen wollte. Ich war völlig im Gedanken und bekam vom Aufbau des Nachtlagers nichts mit.

Die Zelte standen kreisförmig um das Lagerfeuer über dem sich ein großer Topf mit einer dampfenden Fleischsoße. Die Seeleute nahmen sich jeweils eine Holzschale voll aus dem Topf
samt einer dicken Scheibe Brot, dazu einen Krug Bier. Ich selber hatte von den Früchten hier aus dem Wald von den Bäumen und Büschen gekostet und war noch nicht hungrig.
So ging ich etwas abseits vom Lager den Weg weiter, den wir morgen weiter folgen werden.
Ich weis nicht wie weit ich bereits vom Lager weg war,die Stimmen der Seeleute hörte ich längst nicht mehr und die Nachtgeräusche der Waldtiere hatten ihren eigene Melodie.
Dann hörte ich etwas anderes, die Melodie des Waldes wurde von einem neuen Klang leise durchdrungen, sanft, weich und anders. Ich folgte dieser Melodie näher an den Rand des Wegs, zwängte mich durch Büsche hindurch und stand dicht am Abgrund des Bergs, unter mir der glitzert der See im Sternen und Mondlicht. Mit den Händen schob ich leise, vorsichtig die Zweige auseinander. Mein Blick suchten den Ursprung der Melodie welche meinen Geist berührte, sanft und liebevoll Liebkoste. Ich drückte meinen Körper weiter durch die Zeige über den Abgrund um endlich zusehen wer so etwas zustande brachte.

Dann sah ich ein kleines Segelboot, das halb auf dem kleinen Sandstrand lag, einige Meter weiter eine kleine Gestalt, deren Kopf locker von einem Tuch verhüllt war, die auf einem flachen Stein sass der aus dem Sand ragte und über ihre Beine lag ein Musikinstrument, welches sie spielte. Dann sang jene Gestalt ein Lied, das nicht traurig, sondern hoffnungsvoll, Liebevoll und voller Sehnsucht. Ich drückte mich noch weiter nach vorne um besser sehen zu können. Es lösten sich einige Steine die poltern nach unten stürzten auf den Strand, die Gestallt warf Ihren Kopf herum, das Kopftuch fiel herunter und sie schaute mich geradewegs an.
Bei Ihrem Anblick erschrak ich heftig und verlor das Gleichgewicht und unter meinen Füssen rutschten noch mehr Steine in den Abgrund. Mit den Armen heftig rudernd versuchte ich noch Äste zu greifen, aber ich hatte mich schon viel zu weit über den Abgrund gebeugt.
Kopfüber überschlagend, mit Steinen und Büschen rutschte ich den fast senkrechten Abhang hinunter. Stechende Schmerzen rasten durch meinen Körper, als Knochen in meiner Brust brachen, unten angekommen am Strand zwischen den Felsen, sah ich wie meine Beine in unmöglichen Winkel von meinem Körper abstanden und ein warmes klebriges Gefühl sich ausbreitete.

Dann beuge sich ein schmales Gesicht über meines und ich sah dunkle Augen umrahmt von rotem Haar und mein schwindender Blick nahm noch die Spitzen Ohren einer Elbin war.
Mein Geist versank dankbar in Dunkelheit und nahm mir die Schmerzen, in weiter Ferne hörte ich noch fremde Worte ohne Bedeutung, dann verschluckte mich das nichts.









Stefan Heimbach, unser Held
Ulrich Sundern, Erster Offizier der Princess of Val
Dirk Thomsen, Begleiter von Stefan Heimbach
Georg Hauser, Heiler an Bord der Princess of Val
Jan van Hauten, Kapitän der Princess of Val
Ivar Sigurleifson, erster Bootsmann
Paul Wester, Seemann
Ulf Karoll, Seemann
Clark Kimberly, Seemann
Marius Lopo, Reisender vor über zweihundert Jahren

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